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Der Betrieb als sozialer und politischer Ort. Neue Perspektiven auf die Gewerkschaftsgeschichte III

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Friedrich-Ebert-Stiftung (FES), Hans-Böckler-Stiftung (HBS)
Datum, Ort:15.11.2012–16.11.2012, Bonn

Bericht von:
Henning Borggräfe, Ruhr-Universität Bochum
E-Mail: <henning.borggraeferub.de>

Seit die Arbeiter- und mit ihr die Gewerkschaftsgeschichte im Zuge des „Cultural Turn“ und des Zusammenbruchs des ehemaligen Ostblocks Anfang der 1990er-Jahre in die Krise gerieten, wird über die Notwendigkeit theoretisch-methodischer Neuorientierungen diskutiert. Jenseits wichtiger Einzelstudien dauerte es in Deutschland allerdings bis in die späten 2000er-Jahre, ehe eine kultur- und sozialgeschichtliche Wiederbelebung des Forschungsfeldes erkennbar wurde. Die aktuelle Diskussion kennzeichnet dabei nicht nur ein Perspektivwechsel weg von der Arbeitergeschichte hin zur Geschichte der Arbeit, sondern auch eine Verlagerung des Untersuchungszeitraums auf das 20. Jahrhundert, hier nicht zuletzt auf die jüngste Zeitgeschichte der 1970er- und 1980er-Jahre.[1] In diesem Kontext steht – allerdings mit einem engeren Fokus – auch das vom Archiv der sozialen Demokratie in der Friedrich-Ebert-Stiftung und der Hans-Böckler-Stiftung getragene Kooperationsprojekt „Jüngere und jüngste Gewerkschaftsgeschichte“, das zeithistorische Studien anregen soll und der wissenschaftlichen Vernetzung dient. Mitte November 2012 luden die beiden Träger zur bereits dritten Tagung des Projektes unter dem Titel „Der Betrieb als sozialer und politischer Ort“ nach Bonn.[2] Ziel dieser Tagung war es, neuere Ansätze zum Betrieb als sozialem Handlungsfeld für die Gewerkschaftsgeschichte und insbesondere für die Erforschung betrieblicher Mitbestimmung fruchtbar zu machen. Der Betrieb sollte dabei als sozialer und politischer, aber auch als kultur- und ideengeschichtlicher Ort in den Blick genommen werden.

Zu Beginn der Tagung stellte das erste von insgesamt fünf Panels unter der Überschrift „Historisch-sozialwissenschaftliche Verortungen“ mit drei Beiträgen theoretisch-methodische Grundlagen zur Diskussion. Zunächst präsentierte THOMAS WELSKOPP (Bielefeld) eine Weiterentwicklung seines bereits in den 1990er-Jahren formulierten Ansatzes zur Erforschung der Produktion als soziale Praxis, der keine geschlossene Theorie darstelle, sondern ein Angebot zur Konzipierung von Forschungsdesigns sei. Welskopp erläuterte, dass die sozialen Hintergründe der Mitglieder einer Organisation, organisationseigene Logiken und Organisationszwecke analytisch klar voneinander getrennt werden müssten. Dann ging er auf Besonderheiten von Betrieben als Organisationen ein, indem er vier Typen betrieblicher Sozialbeziehungen (Arbeitshandeln, Arbeitsbeziehungen, produktive Machtbeziehungen, industrielle Beziehungen) differenzierte, die in Annäherung an die soziale Praxis der Produktion detailliert zu erforschen seien. MORTEN REITMAYER (Trier) hob demgegenüber das Potential des Bourdieuschen Feldbegriffs für die Sozialraumanalyse des Betriebes hervor, wobei er für eine pragmatische Kombination mit industriesoziologischen Ansätzen plädierte. Bourdieus Feldbegriff erlaube es, alle an der Entwicklung eines Betriebes beteiligten Akteure (inklusive externen Beratern und der Konkurrenz) relational zu erfassen. Da eine Feldanalyse die umfassende Erarbeitung feldspezifischer Kriterien zur Voraussetzung habe, sei sie jedoch extrem arbeitsaufwendig. Daher biete sich der Bezug auf die französische Regulationsschule an, deren Untersuchungen von Unternehmensstrategien große Ähnlichkeiten zu Bourdieus Ansatz aufwiesen und daher mit diesem kombiniert werden könnten. Den Ertrag eines so kombinierten Feldansatzes skizzierte Reitmayer anschließend am Beispiel unternehmerischen Wandels in der Automobilindustrie. Zum Abschluss des ersten Panels nahm TIMO LUKS (Chemnitz) gegenüber seinen Vorrednern insofern einen deutlich anderen Standpunkt ein, als dass er den von ihnen verwendeten Betriebsbegriff selbst zum Problem und seine Historisierung zum Ziel erklärte. Luks hob zwei Phasen diskursiven Wandels hervor: In den 1920er-Jahren sei die technische durch eine soziale Problematisierung des Betriebs abgelöst worden. Der Betrieb wurde nun als „Lebensraum“ und „Heimat“ der Arbeiter und damit als quasinatürliche Ordnung dargestellt, die gegen gesellschaftliche – und das hieß auch: gewerkschaftliche Einflüsse abgeschirmt werden müsste. Dieser Problematisierungsmodus geriet erst in den späten 1960er-Jahren in die Defensive, als Teile des neomarxistischen Spektrums die Fabrik/den Betrieb zum zentralen Kampfort im Kapitalismus erhoben. Die Art und Weise der Problematisierung des Betriebs sei auch für Möglichkeiten gewerkschaftlichen Handelns von zentraler Bedeutung. Gegenüber akteursorientierten Ansätzen, so Luks zu Beginn der nun folgenden Diskussion, müsse man die Diskurs- und Begriffsgeschichte stärken. Die Diskussion drehte sich dann jedoch stark um einzelne Details der drei Vorträge, statt um den potentiellen Erkenntnisertrag und Fragen der (In)Kompatibilität der vorgestellten Konzepte und gab damit den Ton für den weiteren Verlauf der Tagung vor, die insgesamt nicht durch scharfe Kontroversen gekennzeichnet war.

Das zweite Panel lenkte den Blick auf die jüngste Zeitgeschichte und fragte mit drei Beiträgen nach den „1970er-Jahren als Konfliktjahrzehnt gewerkschaftlicher Betriebspolitiken“. JÖRG NEUHEISER (Tübingen) konzentrierte sich in seinem Beitrag zur bekannten plakat-Gruppe bei Daimler-Benz in Stuttgart auf Konflikte zwischen etablierten Gewerkschaftern und Vertretern der Neuen Linken und auf die Bedeutung des in der jüngeren Gewerkschaftsgeschichte als wichtiger Faktor hervorgehobenen „Wertewandels“. Statt unkritisch Befunde sozialwissenschaftlicher Umfragenforschungen zu übernehmen, hob er in überzeugender Weise das Potential betrieblicher Fallstudien hervor. Der Erfolg der seit Ende der 1960er-Jahre im Werk aktiven plakat-Gruppe, die bis in die 1990er-Jahre bei Betriebsratswahlen hohe Stimmenanteile erzielte, dürfe nicht als Beleg für eine Ankunft des „Wertewandels“ im Betrieb missverstanden werden. Stattdessen seien es gerade die fachliche Leistung der Aktivisten und ihre alltägliche Präsenz bei der Arbeit gewesen, die ihnen die Unterstützung vieler Kollegen einbrachten. Diese Unterstützung schwand immer dann, wenn sich die Plakat-Gruppe mit Umwelt- oder Friedensthemen von den Arbeitsbedingungen im Betrieb entfernte. Unterhalb postmaterieller Semantiken sei daher ein starkes Fortwirken des Ideals guter Arbeit und eines alten Facharbeiterethos zu konstatieren. FELIX HEINRICHS (Düsseldorf) beschäftigte sich mit dem „wilden“ Streik beim Autozulieferer Pierburg in Neuss 1973, einem der ersten von (überwiegend weiblichen) Arbeitsmigranten getragenen Streiks in der Bundesrepublik, den er als Indiz für einen Umbruch in der Gewerkschaftspolitik bewertete. Heinrichs beschrieb ausführlich Vorgeschichte und Ablauf des erfolgreich geführten Streiks, in dem es primär um das Lohnniveau ging, und zog hieraus allgemeine Schlussfolgerungen: Die IG Metall hätte sich seit den 1970er-Jahren bemüht, Migranten und Frauen stärker einzubinden und sich hierdurch selbst gewandelt, da die betriebliche Basis insgesamt mehr Einfluss erlangt hätte. Auch DIMITRIJ OWETSCHKIN (Bochum) widmete sich am Beispiel von Opel in Rüsselsheim dem Wandel betrieblicher Mitbestimmung in der Automobilindustrie. Die 1970er-Jahre seien zum einen durch den konjunkturellen Einbruch 1973/74 und die rasche Erholung der folgenden Jahre geprägt gewesen, zum anderen hätte das Aufkommen linker basisorientierter Gruppen auch hier die etablierte Interessenvertretung herausgefordert, wobei aber in Rüsselsheim eine Spaltung verhindert werden konnte. Der hiesige Betriebsrat agierte bei der Bewältigung der Krisenfolgen offensiv und erfolgreich. Diesem „kämpferisch-konfliktorientierten Typus“ stellte Owetschkin einen „korporativ-partnerschaftlichen Typus“ gegenüber, für den vor allem der VW-Betriebsrat in Wolfsburg stehe, der stärker auf Interessenausgleich bedacht, aber nicht minder erfolgreich gewesen sei.

Am zweiten Tag der Tagung standen drei Panels auf dem Programm, die sich mit Machtaushandlungen, mit Gesundheit, Körper und Macht und mit Konfliktkommunikationen im Betrieb beschäftigten. Die mit dieser Gliederung anvisierte klare inhaltliche Systematik ging jedoch stellenweise verloren. Im dritten Panel untersuchte zunächst WERNER MILERT (Berlin) die Sozialbeziehungen bei Siemens in den 1950er-Jahren. Das bisher vorherrschende Bild einer aus der Bewältigung der Mängel der Nachkriegszeit resultierenden harmonischen Zusammenarbeit zwischen Konzernleitung und Betriebsrat sei falsch, da diese Dekade ausgehend vom Streit um das Betriebsverfassungsgesetz 1952 tatsächlich als Phase harter Konflikte bezeichnet werden müsse. So seien die Sozialbeziehungen im Siemens-Konzern erst infolge der Gründung eines Gesamtbetriebsrats und des gescheiterten bayerischen Metallarbeiterstreiks 1954 neu ausgehandelt worden. Erst jetzt hätten beide Seiten zu einem neuen Kurs gegenseitiger Anerkennung gefunden. Die Soziologin KAROLINA MIKOŁAJEWSKA (Warschau) präsentierte anschließend Befunde aus einem Forschungsprojekt zur Erfahrung der Privatisierung polnischer Industriebetriebe in den frühen 1990er-Jahren. In ihrer auf Interviews basierenden vergleichenden Analyse biographischer Narrative des langjährigen Vorstandsvorsitzenden und eines Solidarność-Funktionärs bei der 1991 an ausländische Investoren verkauften Warschauer Süßwarenfabrik E. Wedel stellte sie heraus, dass beide Akteure für sich in Anspruch nahmen, das Wohl der Firma und ihrer Arbeiter zu vertreten, die diesbezüglichen Leistungen des jeweils anderen im Transformationsprozess aber negierten. Die innerbetrieblichen Akteursgruppen hätten sich nach 1989 voneinander entfernt, wozu nicht zuletzt der gewerkschaftsfeindliche Kurs der Neuerwerber und ihr Einfluss auf das polnische Management beigetragen hätten.

Im vierten Panel skizzierte HASSO SPODE (Hannover) Bestrebungen zur Mäßigung des Alkoholkonsums unter Arbeitern seit den 1880er-Jahren, die er als eine zweite Thematisierungskonjunktur des in langen Wellen verlaufenden Diskurses über Schaden und Nutzen von Alkohol einordnete. Wie zuvor im Vormärz ging es erneut primär um den Branntweinkonsum, neu waren aber der Bezug zum Arbeitsprozess und die Argumentation mit drohenden Störungen der betrieblichen Ordnung. Die bürgerlichen Reformbestrebungen, denen sich auch Gewerkschaften anschlossen, führten in den 1890er-Jahren dazu, dass insbesondere dort, wo die Mechanisierung stark vorangeschritten war, der Alkoholkonsum zurückging. ANNE KLEIN (Bonn) befasste sich in ihrem anschließenden Vortrag weniger mit einer historischen Fragestellung, sondern ging vor dem Hintergrund ihrer hochschuldidaktischen Erfahrungen der Frage nach, wie die Betriebsgeschichte besser vermittelt werden könne. Im Anschluss an poststrukturalistische Theorien plädierte Klein für eine Fokussierung auf betriebliches Nichtfunktionieren und charakterisierte den Betrieb als „Nichtort“, weil die dort tätigen Subjekte ihn kaum selbst gestalten könnten. Hingegen käme es darauf an, sich den Betrieb als eigenen Ort anzueignen. HANNAH AHLHEIM (Göttingen) kehrte mit ihrem Vortrag zur Geschichte von Schlaf und Arbeit in der Bundesrepublik der 1950er- bis 1980er-Jahre wieder näher zum Thema des Panels zurück und nahm die Entwicklung der Schlafforschung in den Blick. In den 1950er-Jahren rezipierten deutsche Forscher erstmals Befunde der Schlafforschung in den USA, die dort mit dem Ziel der Leistungsoptimierung von Soldaten und Arbeitern seit zwei Dekaden florierte, und begannen selbst mit der Vermessung des Schlafs von Nacht- und Schichtarbeitern. Ende der 1970er-Jahre erfuhr die deutsche Schlafforschung im Kontext der Diskussion um flexible Arbeitszeiten und die Humanisierung der Arbeit dann eine starke Expansion und stieß bei Unternehmern wie Gewerkschaften auf großes Interesse. Anhand einer betrieblichen Einzelstudie verdeutlichte Ahlheim die ambivalenten Folgen dieser Entwicklung: die Ergebnisse der Schlafforschung konnten sowohl zum Schutz der Arbeiter als auch zur Leistungsoptimierung herangezogen werden und die Forschung trug zugleich dazu bei, Betrieb und privaten Lebensraum eng zu verknüpfen, womit die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit durchlässiger wurden.

Zu Beginn des fünften Panels zeigte auch KARSTEN UHL (Darmstadt) mit seinem Vortrag über Raum, Macht und Geschlecht in der fordistischen Fabrik, wie die Kultur- und Sozialgeschichte der Arbeit ertragreich zusammengebracht werden können. Uhl ging zunächst auf die Arbeitswissenschaft ein und hob hervor, dass diese stets die Anpassung des Menschen an die Arbeit und der Arbeit an den Menschen zum Ziel hatte, es also schon seit den 1920er-Jahren um Rationalisierung und Humanisierung der Arbeit gegangen sei. In der Praxis des Personalmanagements identifizierte er dabei aber geschlechtsspezifische Differenzen, wie er an zwei betrieblichen Fallbeispielen zu Versuchen der Rücknahme externer Überwachung von Arbeit veranschaulichte. Während im einen Fall männliche Facharbeiter zu „Selbstkontrolleuren“ und „Selbstkalkulatoren“ erhoben wurden, um ihre Potentiale besser auszuschöpfen, setzte man im anderen Fall gegenüber der weiblichen Belegschaft auf arbeitsplatzgestaltende Maßnahmen zur Störungsvermeidung, wie etwa den Bau von Nischen, um Gespräche zu unterbinden. Sofern aber die Leistung stimmte, kam es Uhl zufolge jedoch auch hier zur Duldung von Freiräumen. Im Anschluss gab CHRISTIAN TESTORF (Bonn) einen Überblick über die normativ-rechtliche und sozialwissenschaftliche Erforschung der Mitbestimmung in den letzten 50 Jahren und unterschied hierbei zwei Phasen. Vor 1989 standen qualitative Aspekte der Mitbestimmung als Element innerbetrieblicher Demokratie im Zentrum, seit 1990 seien hingegen die Folgen der Mitbestimmung verstärkt ins Blickfeld und sie selbst unter Rechtfertigungsdruck geraten. Testorf wies darauf hin, dass die Forschung stark durch Drittmittel finanziert und interessengeleitet war, behandelte ihre Ergebnisse jedoch zugleich als gültige Aussagen über die historische Realität, weshalb in der anschließenden Diskussion zurecht die Berücksichtung des Quellencharakter der zitierten Studien und eine stärkere Historisierung der Mitbestimmungsforschung angemahnt wurden.

Die Beiträge des letzten Panels zeigten beispielhaft eine bereits angeklungene, in Teilen auch qualitative Differenz zwischen solchen Beiträgen auf, die im engeren Sinne die betriebliche Mitbestimmung erforschen, und solchen Beiträgen, die sich im Kontext weiter gefasster Projekte zur Geschichte der Arbeit mehr oder weniger stark auch mit Gewerkschaften und Betriebsräten befassen. Für die Veranstalter wies JOHANNES PLATZ (Bonn) zu Beginn der Abschlussdiskussion in einer Systematisierung aller Vorträge indirekt auch selbst auf diese Differenz hin. Einerseits sind der enge Fokus der erstgenannten Projekte und das hiermit verbundene Interesse vieler Teilnehmerinnen und Teilnehmer an einem Mehrwert historischer Forschung für die gegenwärtige Gewerkschaftsarbeit selbstredend legitim. Doch andererseits scheinen die größten Chancen für die anvisierte und notwendige Neuorientierung der historischen Forschung zu gewerkschaftlichen Themen gerade darin zu liegen, den Untersuchungsgegenstand etwas weiter zu fassen und neue Ansätze und Perspektiven, die derzeit auf dem Feld der Geschichte der Arbeit entwickelt werden, sehr viel stärker aufzugreifen, als dies bisher geschehen ist. In diesem Sinne hatten auch einige Anregungen aus der Abschlussdiskussion ihre Berechtigung, die für eine stärkere Berücksichtigung der Technikentwicklung, eine Ausweitung der verengten Perspektive auf Großbetriebe der Metallindustrie, mehr Sensibilität für verschiedene Gruppen von Arbeitnehmern oder eine Überwindung nationaler Grenzen plädierten. Für das Beschreiten neuer Wege bot die insgesamt sehr interessante Tagung jedenfalls zahlreiche Anregungen.

Konferenzübersicht:

Panel 1: Historisch-sozialwissenschaftliche Verortungen

Thomas Welskopp: Produktion als soziale Praxis. Praxis-theoretische Aspekte der Geschichte der Arbeitsbeziehungen.

Morten Reitmayer: Das ökonomische Feld – Sozialraumanalyse und Betrieb.

Timo Luks: Heimat, Umwelt, Arbeitsplatz. Diskurse um den Industriebetrieb (1920-1970).

Panel 2: Die 1970er-Jahre als Konfliktjahrzehnt gewerkschaftlicher Betriebspolitiken?

Jörg Neuheiser: Postmaterialismus am laufenden Band? Mitbestimmung, Demokratie und die „Humanisierung der Arbeitswelt“ in den Konflikten zwischen „plakat-Gruppe“ und IG-Metall bei Daimler-Benz in Untertürkheim.

Felix Heinrichs: Der „Pierburg“-Streik von 1973 – Indiz für den Umbruch der Gewerkschaftspolitik.

Dimitrij Owetschkin: Die Wandlungen der betrieblichen Mitbestimmung in den 1970er-Jahren. Das Beispiel der Automobilindustrie.

Panel 3: Machtaushandlung im Betrieb

Werner Milert: Der steinige Weg in die Konfliktpartnerschaft. Sozialbeziehungen bei Siemens nach Inkrafttreten des Betriebsverfassungsgesetzes.

Karolina Mikołajewska: Privatization and the „new Polish capitalism“ from the viewpoint of the director and the leader of a trade union of a privatized Polish company.

Panel 4: Gesundheit, Körper und Macht im Betrieb

Hasso Spode: Branntwein, Industrie und Mäßigung. Zur Ernüchterung der Arbeitswelt im Kaiserreich.

Anne Klein: Ein normaler Betrieb? Erschöpfte Arbeiter im (Post-)Fordismus.

Hannah Ahlheim: Die Geschichte von Schlaf und Arbeit in der Bundesrepublik Deutschland (1958-1985).

Panel 5: Konfliktkommunikation im Betrieb

Karsten Uhl: Humane Rationalisierung? Raum, Macht und Geschlecht in der fordistischen Fabrik.

Christian Testorf: Die Betriebs- und Unternehmensmitbestimmung im sozialwissenschaftlichen Diskurs.

Anmerkungen:
[1] Vgl. zuletzt: Lars Bluma / Karsten Uhl (Hrsg.), Kontrollierte Arbeit – Disziplinierte Körper? Zur Sozial- und Kulturgeschichte der Industriearbeit im 19. und 20. Jahrhundert, Bielefeld 2012; Knud Andresen / Ursula Bitzegeio / Jürgen Mittag (Hrsg.), „Nach dem Strukturbruch“? Kontinuität und Wandel von Arbeitsbeziehungen und Arbeitswelt(en) seit den 1970er-Jahren, Bonn 2011.
[2] Zu den vorangegangenen Konferenzen: Tagungsbericht Arbeitswelten und Arbeitsbeziehungen als Gegenstand historischer Forschung – neue Perspektiven auf die Gewerkschaftsgeschichte. 08.10.2009-09.10.2009, Bonn, in: H-Soz-u-Kult, <hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2972> (28.11.2012); Tagungsbericht Arbeit in der sich globalisierenden Welt – historischer Wandel und gegenwärtige Effekte. Neue Perspektiven auf die Gewerkschaftsgeschichte II. 11.11.2010-12.11.2010, Bonn, in: H-Soz-u-Kult, <hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3420> (28.11.2012)

ZitierweiseTagungsbericht Der Betrieb als sozialer und politischer Ort. Neue Perspektiven auf die Gewerkschaftsgeschichte III. 15.11.2012–16.11.2012, Bonn, in: H-Soz-Kult, 19.01.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4585>.

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