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C. Beuret: Stadion Wankdorf

 

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Zuerst erschienen in: Berner Zeitschrift für Geschichte, Jg. 66, Nr. 4, Bern 2004, S. 236f. <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/infoclio/id=14245>
Autor(en):;
Titel:Stadion Wankdorf. Geschichte und Geschichten
Ort:Bern
Verlag:Benteli Verlag
Jahr:
ISBN:978-3716513620
Umfang/Preis:207 S.; € 45,00

Christian Lüthi, Universitätsbibliothek Bern
E-Mail: <christian.luethiub.unibe.ch>

Das Wankdorfstadion gehört zu den bekanntesten modernen Gebäuden der Stadt Bern. Dank den Spielen des Fussballklubs Young Boys, den Länderspielen und dem Cupfinal, der seit 1929 hier stattfand, erlangte das Stadion nationalen Ruhm. Mit der Fussballweltmeisterschaft 1954 erreichte der Name Wankdorf auch internationale Bekanntheit.

1902–1925 trugen die Young Boys ihre Spiele auf dem Sportplatz Spitalacker aus. 1925 entstand das erste Fussballstadion auf dem Wankdorffeld. Bis zu 22'000 Zuschauerinnen und Zuschauer kamen hier zu den Matches des besten Berner Clubs. Für die Weltmeisterschaft 1954 erweiterte man die Tribünen auf eine Publikumszahl von 65 000 Personen. Dieser Bau diente bis 2001 dem Fussball und weiteren Veranstaltungen. Im Sommer 2001 gab die Sprengung des Stadions den Startschuss für einen modernen Neubau, der 2005 eingeweiht wird.

2004 zeigte das Stadtarchiv Bern eine Ausstellung im Erlacherhof zum 50-Jahr-Jubiläum der Weltmeisterschaft. Dazu gaben der Sportjournalist Charles Beuret und Mario Marti, Mitarbeiter des Stadtarchivs, den vorliegenden Band heraus. Gemeinsam mit weiteren Autoren lassen sie die sportlichen und gesellschaftlichen Höhepunkte, die sich im Wankdorfstadion abspielten, nochmals aufl eben. Dazu gehören legendäre Spiele, «grosse» Spieler, die Geschichte des Bauwerks und ein Kapitel zur Weltmeisterschaft 1954. Als anekdotisches Intermezzo wird Walter Brönnimann vorgestellt, der 1953 bis 1987 als Platzwart arbeitete. Das Schlusskapitel führt unter dem Titel «Die Welt zu Gast in Bern» ins Jahr 1954. Damals war Bern nicht nur die Hauptbühne des Weltfussballs, sondern auch Austragungsort weiterer Grossveranstaltungen: Die Hospes (schweizerische Fremdenverkehrs- und internationale Kochkunst-Ausstellung) im Mai/Juni mit 1,45 Millionen Besucherinnen und Besuchern, die Motorsporttage im August mit rund 100'000 Schaulustigen, die Leichtathletik-Europameisterschaften im August mit 94'000 Zuschauern sowie ein Staatsbesuch des äthiopischen Kaisers Haile Selassie im November. Die Häufung dieser Anlässe beanspruchte die städtische Infrastruktur aufs Äusserste.

Im Anhang präsentieren die Autoren eine Statistik aller Schweizer Fussballländerspiele, Cupfinals und der Weltmeisterschaftsspiele im Wankdorfstadion. Der Band ist mit zahlreichen Fotos und Abbildungen von Fussball-Devotionalien schön illustriert und bietet einen unterhaltsamen Überblick über ein wichtiges Kapitel der Berner Sportgeschichte.

Zitierweise Christian Lüthi: Rezension zu: Beuret, Charles; Marti, Mario: Stadion Wankdorf. Geschichte und Geschichten, Bern, Benteli, 2004, 207 S., ill. Zuerst erschienen in: Berner Zeitschrift für Geschichte, Jg. 66, Nr. 4, Bern 2004, S. 236f. <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/infoclio/id=14245>
 
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