Workshop
Verantwortung Wahrnehmen. Provenienzrecherche: Praxis - Dokumentation - Restitution
Informationen zu diesem Beitrag
| Veranstalter: | Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste in Zusammenarbeit mit den Kultusministerien der Länder Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Saarland |
| Datum, Ort: | 09.11.2006-09.11.2006, Karlsruhe, Badisches Landesmuseum Karlsruhe |
| Deadline: | 07.11.2006 |
Als Ergebnis der viel beachteten Washingtoner Konferenz von 1998 zum Umgang mit Vermögenswerten aus der Zeit des Holocaust wurden die „Grundsätze in Bezug auf Kunstwerke, die von den Nationalsozialisten beschlagnahmt wurden“ formuliert. Diese schreiben die Identifizierung und Rückerstattung solcher Objekte vor, die zwischen 1933 und 1945 ihren meist jüdischen Eigentümern entzogen wurden und infolgedessen u.a. in öffentliche Sammlungen gelangten.
Vor dem Hintergrund dieser Washingtoner Grundsätze verabschiedeten 1999 Bundesregierung, Länder und kommunale Spitzenverbände die gemeinsame „Erklärung zur Auffindung und zur Rückgabe NS-verfolgungsbedingt entzogenen Kulturgutes, insbesondere aus jüdischem Besitz“ und richteten in Magdeburg die Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste ein. Diese unterstützt durch ihre Informations- und Dokumentationsarbeit über www.lostart.de öffentliche Einrichtungen und Privatpersonen bei der Identifizierung von verfolgungsbedingt entzogenem Kulturgut sowie bei der Suche nach eigenen Verlusten. Die Internetdatenbank www.lostart.de ist weltweit öffentlich und kostenfrei recherchierbar.
Die Weiterbildungsveranstaltung bildet ein Forum des Informations- und Erfahrungsaustausches. Eines der Ziele ist insbesondere, die Umsetzung politischer Appelle in der Praxis der betroffenen Einrichtungen zu erleichtern, wobei Fragestellungen im Kontext von Kulturgütern jüdischer Provenienz in den Sammlungen öffentlicher Einrichtungen das zentrale Thema sind.
Die Veranstaltung bietet für Vertreterinnen und Vertreter der Museen, Bibliotheken und Archive aus Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und dem Saarland eine Gelegenheit, sich grundlegend über die aus der Gemeinsamen Erklärung von 1999 resultierenden Aufgaben zu informieren. Darüber hinaus bilden Praxisberichte und Diskussionen den informativen und kommunikativen Rahmen für Anregungen, Fragen und für den Erfahrungsaustausch.
10.30 Begrüßung
Prof. Dr. Harald Siebenmorgen
Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Joachim Uhlmann
Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg
Grußwort
Heidi Schumacher
Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kunst Rheinland-Pfalz
10.45 Uhr NS-verfolgungsbedingt entzogene Kulturgüter: Hintergründe, Wiedergutmachung Dokumentation
Probleme um die NS-Raubkunst und die Beutekunst
Wolfgang Maurus, Referatsleiter bei dem Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien
Lostart.de – Transparenz, Dokumentation und Information
Dr. Andrea Baresel-Brand, Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste
Die Tätigkeit der Claims Conference – Nachfolgeorganisation
Dr. Jens Hoppe, Conference on Jewish Material Claims against Germany, Office for Germany
Diskussion
Mittagspause
13.15 Uhr Berichte aus den Häusern
„Raubkunst“ im Badischen Landesmuseum?
Prof. Dr. Harald Siebenmorgen, Direktor Badisches Landesmuseum Karlsruhe
Provenienzforschung und Restitutionsfälle im Saarlandmuseum
Dr. Ralph Melcher, Vorstand der Stiftung Saarländischer Kulturbesitz und Direktor des Saarlandmuseums
Erwerb und Restitution eines Nachlasses. Die Albert Weisgerber Sammlung im Museum Sankt Ingbert
Andrea Fischer M.A., Wiss. Mitarbeiterin, Museum St. Ingbert, Albert Weisgerber Stiftung
Diskussion
Kaffeepause
14.45 Provenienzforschung am Landesmuseum Mainz
Dr. Isabella Fehle, Direktorin Landesmuseum Mainz
Das Jüdisches Gemeindearchiv Worms und sein Schicksal 1938-1957
Dr. Gerold Bönnen, Leiter des Stadtarchivs und des Jüdischen Museums Worms
Das ‚Augsburger Geschlechterbuch’ – ein Kriegsverlust
PD Dr. Hans-Martin Kaulbach, Oberkonservator für deutsche und niederländische Graphik, Staatsgalerie Stuttgart, Graphische Sammlung
Umsetzung politischer Appelle in der Praxis der Kommunen. Politische Grundhaltung und kulturelle Praxis in Leipzig [Rückgabe der Slg. Hinrichsen durch die Stadt Leipzig]
Eckhard Braun, Jurist, Kulturmanager, Kulturforscher, ehem. Referent und Justiziar im Kulturamt der Stadt Leipzig
Diskussion
17.00 Uhr Veranstaltungsende
| Kontakt: | Andrea Baresel-Brand Koordinierungsstelle für Kulturgutverluste
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