Informationen zu diesem Beitrag
| Zeitschrift: | Osteuropa |
| Herausgeber: | Deutsche Gesellschaft für Osteuropakunde |
| ISSN: | 0030-6428 |
| Verlag, Erscheinungsort: | BWV Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin |
| Preis: | 24,00 € |
| Weitere Angaben: | monatlich |
| Ausgabe: | 12/2011 - Quo vadis, Hungaria? Kritik der ungarischen Vernunft |
| ISBN: | 978-3-8305-1947-8 |
Einst war Ungarn ein Schrittmacher für Demokratie und Freiheit, ein Vorbild für wirtschaftliche Reformen. Heute steckt es in einer tiefen Krise. Nach einem Jahrzehnt hemmungslos populistischer Politik liegt die Wirtschaft danieder, die Verschuldung wächst, das Sozialsystem ist marode, und die Korruption frisst sich tief in die Gesellschaft. Dafür tragen alle Parteien Verantwortung.
Nach seinem Wahlsieg hat jedoch der Fidesz unter Viktor Orbán ein Element institutioneller Machtbeschränkung nach dem anderen beseitigt und Grundlagen der liberalen Demokratie und der Rechtsstaatlichkeit verletzt.
Zwei Dutzend Autoren nehmen das Land unter die Lupe: die Demontage des liberalen Rechtsstaats und deren Ursachen, die ökonomische Lage und die Wirtschaftspolitik, die Geschichte und die aktuelle Geschichtspolitik, das kulturelle Erbe und der politische Umgang mit diesem. Eins zeigen alle Studien: Will Ungarn aus der Sackgasse herausfinden, muss es sich vom Populismus jeglicher Couleur verabschieden. Und: Ungarns Zukunft liegt in Europa. Wenn die Bürgersich Rechenschaft über die Lage ablegen, hat Ungarn die Chance auf einen Neubeginn.
Der Band hat 432 Seiten, enthält 27 Beiträge, 29 Karten, zwei Dokumente, zwei Chroniken, Wirtschaftsdaten, zahlreiche Abbildungen und 12 Graphiken des Künstlers László Rajk.
INHALT
Editorial
Quo vadis, Hungaria 7
Joachim von Puttkamer
Blicke auf ein gespaltenes Land
Die ungarische Nation und ihre Geschichte 9
POLITIK UND RECHT
László Darvasi
Das Land der Lautsprecher 31
Ellen Bos
Ungarn unter Spannung
Zur Tektonik des politischen Systems 39
András Bozóki
Autoritäre Versuchung
Die Krise der ungarischen Demokratie 65
Bálint Magyar
Autokratie in Aktion
Ungarn unter Orbán 89
Krisztina Koenen
Feinde, überall Feinde
Die Welt, wie sie Viktor Orbán sieht 105
Rudolf Ungváry
„Tief ist der Brunnen der Vergangenheit“
Ungarns gescheiterte Übergänge nach Europa 119
Herbert Küpper
Mit Mängeln
Ungarns neues Grundgesetz 135
Gábor Halmai
Hochproblematisch
Ungarns neues Grundgesetz 144
Mária Vásárhelyi
Angriff auf die Pressefreiheit
Die Medienpolitik der Fidesz-Regierung 157
Zoltán Kiszelly
Laboratorium der Politik
Ungarns Parteien und ihre Wähler 167
Karin Rogalska
Wider den „Viktátor“
Ungarn auf der Straße 177
Jürgen Dieringer, Ákos Tóth
Ungarns Europapolitik
Geschichte und Befindlichkeiten 185
WIRTSCHAFT UND GESELLSCHAFT
Esther Kinsky
Hinterland
Oder: punk is not d 205
Sándor Richter
Im Würgegriff des Populismus
Ungarns Volkswirtschaft 213
András Deák
An der Weggabelung
Der Energiesektor in Ungarn 231
Antal Örkény
Die Untertanen
Nationale Identität und Geschichtsbewusstsein 249
Heiko Fürst
Über die Grenzen
Die ungarische Nation als Konfliktfaktor 255
Kornélia Magyar
Elend
Roma in Ungarn 265
ERINNERUNG UND KULTUR
Zsófia Bán
Der Sommer unseres Missvergnügens
Die negative Befähigung als Ausweg 275
Krisztián Ungváry
„Lager und Fahne sind eins“
Fatale Traditionen in Ungarns Erinnerungskultur 281
Balázs Ablonczy
Trauma, Tabu, Kult
Trianon und die Auslandsungarn 303
Ferenc Laczó
Ungarn und der Holocaust
Geschichtspolitik und historische Verantwortung 315
Gerhard Seewann
Fremde im Spiegel
Bilder von Ungarn und Deutschland 335
Dorothea Redepenning
Ein kosmopolitischer Patriot
Franz Liszt und Ungarn 349
László J. Györi
Zwischen Romantik und Atonalität
Wege der ungarischen Musik im 20. Jh. 373
Attila Bombitz
Grausam und rätselhaft
Zeitgenössische ungarische Literatur 383
András Rényi
Staatskunst und ihre Abgründe
Ein Gespräch über den Geist der Zeit 393
DOKUMENTE
Präambel des Grundgesetzes von Ungarn
Deklaration über die nationale Zusammenarbeit
CHRONIKEN und DATEN
Ungarn unter Orbán
Chronik eines Systemumbaus
Ungarns Wirtschaft in Daten
Terror gegen Roma
Eine Chronik
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Schaperstraße 30
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