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Promotionsstip. "Verarbeitung und Konsum naturaler Grundstoffe vom 18. bis 20. Jahrhundert" (GK Umweltgeschichte Univ. Göttingen)

 

Informationen zu diesem Beitrag

Institution:DFG-Graduiertenkolleg Interdisziplinäre Umweltgeschichte, Göttingen
Datum:01.12.2007-01.12.2008

Im Göttinger DFG-Graduiertenkolleg "Interdisziplinäre Umweltgeschichte" ist im Projektbereich C 2 "Verarbeitung und Konsum naturaler Grundstoffe vom 18. bis 20. Jahrhundert“ (Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Betreuer Prof. Dr. Hartmut Berghoff) zum 1. Januar 2008 ein Stipendium für eine Doktorandin bzw. einen Doktoranden zu vergeben.

Der Umgang mit naturalen Grundstoffen ist ein wirtschafts- und sozialgeschichtliches Kernthema, das vielfältige Herangehensweisen ermöglicht. Einerseits bietet sich eine unternehmenshistorische Längsstudie zum Gesamtthema an, in der sich Marktumwelten in den Blick nehmen lassen, die für die sozioökonomische Entwicklung zentral sind. Die Veränderungen der Umweltnutzung seit der Industriellen Revolution verliefen nicht konfliktlos, in ihnen konkretisieren sich vielmehr grundsätzliche ökonomische und soziale Richtungsentscheidungen, bei denen Unternehmen als ökonomische Akteure gerade auch in Bezug auf die Umwelt eine prägende Rolle spielten. Zur Untersuchung des Bedeutungswandels und der vielfältigen Verarbeitungsformen naturaler Grundstoffe ist es deshalb sinnvoll, eine Industriebranche mit einem großen Ressourcenbedarf (z.B. Holz, Wasser) oder besonders ausgeprägten Auswirkungen auf Landschaft und Umwelt (z.B. Bergbau) detailliert zu analysieren.

Erstrebenswert wäre andererseits auch die detaillierte Analyse der Auswirkungen der entstehenden Konsumgesellschaft auf Umweltnutzung und -wahrnehmung. Exemplarisch kann dies anhand einer Untersuchung des Wandels der Güterverpackungen vom 18. bis zum 20. Jahrhundert erfolgen. Anfangs vornehmlich als Schutz wertvoller Güter im Außen- und Großhandel gedacht, nahm die Zahl verpackter Güter seit dem späten 18. Jahrhundert deutlich zu. Die unterschiedlichen Ansprüche von Produzenten, Händlern, Verbrauchern und Staat erlauben fundierte Einblicke in die Umbrüche der Konsumgeschichte. Die wachsende Palette der verwandten Packstoffe (Holz, Papier, Glas, Kunststoffe) spiegelt nicht allein die Nutzung einer zunehmenden Zahl von Grundstoffen, sondern führte auch immer wieder zu Konflikten um den angemessenen Einsatz von Güterverpackungen.

Diese Ansatzpunkte sind jedoch lediglich als Vorschläge zu verstehen, es wird von den Bewerbern erwartet, eine eigenständige Projektidee innerhalb des thematischen Rahmens des Graduiertenkollegs und den Arbeitsschwerpunkten des Instituts für Wirtschafts- und Sozialgeschichte zu entwickeln.

BewerberInnen mit einem abgeschlossenen wissenschaftlichen Studium in einem projektrelevanten Fach (Geschichte, Wirtschaftsgeschichte, VWL, BWL) richten ihre Bewerbung mit den üblichen Unterlagen (Lebenslauf, Zeugnis des Hochschulabschlusses, Abschussarbeit, Gutachten über die Abschlussarbeit, Empfehlungsschreiben) an den Sprecher des Kollegs. Außerdem werden ein bis zu dreiseitiges Forschungsexposee zum Dissertationsthema und eine bis zu zweiseitige Stellungnahme über Leben und Arbeiten im Graduiertenkolleg erwartet. Für das Forschungsexposee wird eine vorherige Kontaktaufnahme mit dem Projektleiter empfohlen.

Das Bewerbungsalter sollte i. d. R. 28 Jahre nicht überschreiten. Die Bereitschaft zur intensiven Zusammenarbeit mit einem interdisziplinären Forschungsverbund wird vorausgesetzt. Die Universität Göttingen strebt an, den weiblichen wissenschaftlichen Nachwuchs zu fördern. Ausländische Bewerbungen sind ausdrücklich erwünscht. Für StipendiatInnen besteht Residenzpflicht in Göttingen.

Sprecher des Graduiertenkollegs Interdisziplinäre Umweltgeschichte:
Prof. Dr. Bernd Herrmann
Historische Anthropologie und Humanökologie
Georg-August-Universität
Bürgerstr. 50
37073 Göttingen

Projektleiter:
Prof. Dr. Hartmut Berghoff
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Georg-August-Universität Göttingen
Platz der Göttinger Sieben 5
37073 Göttingen

Kontakt:

Mathias Mutz
Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte
Platz der Göttinger Sieben 5
37073 Göttingen
0551-397241
0551-3912433
mmutzuni-goettingen.de

URL:http://www.anthro.uni-goettingen.de/gk/
URL zur Zitation dieses Beitrageshttp://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/chancen/id=2150&type=stipendien

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