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Blaetter fuer deutsche und internationale Politik 51 (2006), 3

 

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Zeitschrift:Blätter für deutsche und internationale Politik
Herausgeber:Blätter Verlagsgesellschaft Herausgeberkreis: Norman Birnbaum, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Jörg Huffschmid, Walter Jens, Reinhard Kühnl, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby und Rosemarie Will
ISSN:0006-4416
Verlag,
Erscheinungsort:
25fps-filmproduction,
Bonn
Preis:8,50 Euro (Einzelheft), im Abo 70,80 Euro (54,60 ermäßigt)
Weitere Angaben:monatlich
Ausgabe:03/2006

Die „Blätter“ im März

Das Ende der unipolaren Welt
und die verlorenen Dialoge der Zivilisationen

Am 2. März erscheint die neue Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ mit Beiträgen von Literaturnobelpreisträger Wole SOYINKA, Coral BELL, Behrouz KHOSROZADEH, Dario AZZELLINI, Chuan CHEN, Claudia PINL, Martin KUTSCHA, Stephan Kaufmann u.a.

Coral BELL Die Abenddämmerung der unipolaren Welt

Gegenwärtig scheint die Welt eine globale Machtumverteilung zu erleben: den Aufstieg des Nicht-Westens und Abstieg samt Spaltung des alten Westens. In ihrem Zusammenspiel, so die Analyse der australischen Verteidigungsexpertin Coral BELL, werden diese Entwicklungen die seit dem Ende des Kalten Krieges herrschende US-Unipolarität zerstören. Doch neben den Milliarden-Einwohner-Mächten Indien und China wird vor allem das neue Europa der Post-Blair-Koalition eine entscheidende Rolle spielen – in enger Partnerschaft mit dem wieder erstarkten Russland.

Wole SOYINKA Die verlorenen Dialoge der Zivilisationen

Während Huntingtons Rede vom „Clash of Civilizations“ derzeit Hochkonjunktur hat, geraten die mannigfaltigen Wechselbeziehungen zwischen den unterschiedlichen Kulturen immer mehr in Vergessenheit. Wole SOYINKA, nigerianischer Schriftsteller und Literaturnobelpreisträger, geht den durch koloniale Wahrnehmung verpassten Gelegenheiten nach. Dabei fragt er auch nach den Zusammenhängen von Geschichte und Kultur sowie nach dem „Preis des Fortschritts“. Das Schicksal von Ken Saro-Wiwa und den Ogoni im Erdölstaat Nigeria dient Soyinka als Erinnerung an die Kehrseite des zivilisatorischen Monumentalismus, aber auch an die verschwindende Idylle „kleiner“ Zivilisationen.

Behrouz KHOSROZADEH Countdown für Golfkrieg IV ?
Chronologie einer globalen Krise

Im Iran-Konflikt sind offensichtlich beide Parteien bereit, ihre Drohungen wahrzumachen. Die Allianz aus den Vereinigten Staaten und der Europäischen Union hat Russland und China auf ihre Seite gebracht, um die Regierung Ahmadinedschad zur Einstellung des Atomprogramms zu zwingen. Diese dagegen zeigt keine Bereitschaft zum Einlenken. Damit droht der ganzen Region ein heißer Krieg. Dem ging jedoch ein langer Kalter Krieg voraus – der Politikwissenschaftler Behrouz KHOSROZADEH zeichnet ihn nach und entwirft mögliche Ausstiegsszenarien.

Dario AZZELLINI Venezuela und das „Neue Lateinamerika“

Der venezolanische Präsidenten Hugo Chávez gilt heute als der einflussreichste Mann des lateinamerikanischen Subkontinents. Seine Außenpolitik, so der Politikwissenschaftler und Lateinamerikaexperte Dario AZZELLINI, zielt auf die kontinentale Integration, um einen lateinamerikanisch-karibischen Block aufzubauen, der souverän im Weltgefüge agieren kann. Die Absicht ist klar: Das „Neue Lateinamerika“ soll ein Gegengewicht zu hegemonialen Bestrebungen bilden – vor allem der USA, aber auch der Europäischen Union.

Chuan CHEN Chinas neue Sicherheitsdoktrin

Während der wirtschaftliche Aufstieg Chinas samt seiner ökologischen Folgeschäden und wachsenden sozialen Ungleichheit im Westen genau beobachtet wird, fristet die Außen- und Sicherheitspolitik der Volksrepublik in der politischen Öffentlichkeit immer noch ein Schattendasein. Chuan CHEN, Oberst i.G. und Stellvertretender Verteidigungsattaché an der chinesischen Botschaft in Berlin, legt daher in den „Blättern“ Chinas neue Sicherheitsdoktrin dar. Dabei thematisiert er auch die sensiblen Beziehungen der Volksrepublik zu Taiwan, den Vereinigten Staaten sowie Japan.

Wulf D. HUND White Australia oder der Krieg der Historiker

Vor wenigen Wochen machten rassistische Ausschreitungen am Strand von Sydney internationale Schlagzeilen. Die historischen Grundlagen der australischen Rassenpolitik werden dagegen nur selten wahrgenommen. Wulf D. HUND, Professor für Soziologie an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, analysiert den aktuellen australischen „Historikerstreit“, in dem um Ursprung und Wesen der „white Australia policy“ gestritten wird. War Australien eine „Herrenvolk democracy“, und erfordert das „Australiertum“ auch heute noch die bedingungslose Anpassung an „weiße“ Werte und Normen?

Martin KUTSCHA Erinnerung an den Sozialstaat

Der Begriff des Sozialstaates gilt zunehmend als Relikt aus alten Zeiten, in denen es erstens noch soziale Gegensätze und zweitens etwas zu verteilen gab. Alles, was den Markt einengt, wird zum sozialromantischen Ballast erklärt, der der Anpassung entgegensteht. Das war in der Geschichte der Bundesrepublik keineswegs immer so. Der Staatsrechtler Martin KUTSCHA zeichnet den Niedergang des Sozialstaatsprinzips nach – und entwirft den Sozialstaat der Zukunft.

Stephan KAUFMANN Der Sound des Sachzwangs

Politische Entscheidungen werden immer stärker als vermeintlich alternativlos kommuniziert und gerne mit der „Logik des Sachzwangs“ begründet. Dabei hat sich inzwischen auch eine neue „Sprache der Macht“ herausgebildet. Stephan KAUFMANN, Wirtschaftsredakteur der „Berliner Zeitung“, untersucht diesen „Power-Speak“ – eine aus Plastikwörtern wie „Modernisierung“, „Entwicklung“, „Struktur“ und „Globalisierung“ bestehende Lego-Sprache, in der interessen-fixierte Begriffe die tatsächlichen politischen und ökonomischen Entscheidungen wie Nebelkerzen verdunkeln.

Außerdem:

Albert SCHARENBERG analysiert den Karikaturenstreit als extremistische „Politik der Provokation“ Albrecht VON LUCKE verteidigt aus demselben Anlass den „Mut zur Meinung“ Claudia PINL beleuchtet den christdemokratischen Streit um die Familienpolitik Oliver NACHTWEY diskutiert den familialen Ökonomismus der SPD Dušan RELJIĆ untersucht den russischen Poker mit der Zukunft des Kosovo nach Rugova Arne SCHWEINFURTH analysiert den kanadischen Regierungswechsel Thomas SCHMIDINGER erkennt im Tschad und im Sudan einen Genozid in Zeitlupe Margit SCHRATZENSTALLER kritisiert die Familien- und Steuerpolitik der Großen Koalition Hans DIEFENBACHER fragt, ob „China tatsächlich vor dem Öko-Kollaps“ steht.

Inhaltsverzeichnis

KOMMENTARE UND BERICHTE

Politik der Provokation von Albert Scharenberg S. 263

Der Mut zur Meinung von Albrecht von Lucke S. 267

Christdemokratischer Familien-Krach von Claudia Pinl S. 269

Seid leistungsfähig und mehret Euch ! von Oliver Nachtwey S. 274

Russland und das kosovarische Exempel von Dušan Reljic S. 277

Kanada: Konservativ auf Bewährung von Arne Schweinfurth S. 281

Tschad vs. Sudan: Plündern und Herrschen von Thomas Schmidinger S. 285

MEDIENKRITIK

Die Wahrheit der Fiktion von Günter Giesenfeld S. 289

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN

Die Abenddämmerung der unipolaren Welt von Coral Bell S. 291

Countdown für Golfkrieg IV ? Chronologie einer globalen Krise von Behrouz Khosrozadeh S. 305

Venezuela und das „Neue Lateinamerika“ von Dario Azzellini S. 317

Chinas neue Sicherheitsdoktrin von Chuan Chen S. 325

Die verlorenen Dialoge der Zivilisationen Ein Essay des Literatur-Nobelpreisträgers Wole Soyinka S. 337

White Australia oder der Krieg der Historiker von Wulf D. Hund S. 345

Erinnerung an den Sozialstaat von Martin Kutscha S. 355

Der Sound des Sachzwangs von Stephan Kaufmann S. 365

INFORMATIONEN WIRTSCHAFT UND UMWELT

Besser verdient, besser bedient von Margit Schratzenstaller S. 375
China vor dem Öko-Kollaps ? von Hans Diefenbacher S. 378

DOKUMENTE ZUM ZEITGESCHEHEN

„Nukleare Abschreckung bleibt die grundlegende Garantie“
Rede von Staatspräsident Jacques Chirac vor den Luft und Seestreitkräften auf L'Ile Longue vom 19. Januar 2006 S. 381

„Erfordernis eines erneuerten Dialogs“
Gemeinsame Erklärung von Kofi Annan (UNO), Ekmeleddin Ihsanoglu (OIC) und Javier Solana (EU) zum „Karikaturenstreit“ vom 7. Februar 2006 (Wortlaut) S. 383

Chronik des Monats Januar 2006 S. 260

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DIE BLÄTTER AUF DER BUCHMESSE IN LEIPZIG

Auch in diesem Jahr sind der Blätter-Verlag und die Blätter für deutsche und internationale Politik auf der Buchmesse in Leipzig vertreten.

Wieder dabei: Blätter-Online – Erforschen Sie auf der Messe die Website unseres Verlages und testen Sie dabei in aller Ruhe unsere Online-Datenbank, mit allen Beiträgen der „Blätter“ von 1998 und 2006.

Oder Sie suchen auf dem Messeparkett einen kurzen Moment zum Luft holen? Dann schmökern Sie ohne Hektik in den letzten Jahrgängen der meistgelesenen politisch-wissenschaftlichen Monatszeitschrift in diesem Lande.

Darüber hinaus gibt es auch in Leipzig wieder eine Reihe von Sonderaktionen und Ermäßigungen für Messebesucher. Lassen Sie sich überraschen.

Sie finden uns vom 16. bis 19. März in Halle 5, Stand C 410.
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Mit freundlichen Grüßen

Ihre „Blätter“-Redaktion

Kontakt:

Blätter-Redaktion Berlin
Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg
Torstraße 178
10115 Berlin

Tel. 030/3088 3640
Fax 030/3088 3645

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