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Blaetter fuer deutsche und internationale Politik 51 (2006), 7

 

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Zeitschrift:Blätter für deutsche und internationale Politik
Herausgeber:Blätter Verlagsgesellschaft Herausgeberkreis: Norman Birnbaum, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Jörg Huffschmid, Walter Jens, Reinhard Kühnl, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby und Rosemarie Will
ISSN:0006-4416
Verlag,
Erscheinungsort:
Blätter Verlag,
Bonn/Berlin
Preis:8,50 Euro (Einzelheft), im Abo 70,80 Euro (54,60 ermäßigt)
Weitere Angaben:monatlich
Ausgabe:07/2006

Planet der Slums – Globalisierung, Armut und Gewalt

Am 29. Juni erscheint die Juli-Ausgabe der „Blätter für deutsche und internationale Politik“ mit Beiträgen von Mike Davis, Birgit Mahnkopf, Jutta Limbach, Volker Perthes, Eva Wegner, Jörg Huffschmid u.a.

Mike Davis
Planet der Slums

Wachstum der Menschheit bedeutet heute Wachstum der Slums. Mehr als eine Milliarde Menschen leben in Elendsvierteln – und ihre Zahl wächst stündlich. Mike Davis, US-amerikanischer Publizist und Bestseller-Autor, zeigt auf, wie die weltweite Polarisierung explodiert und die Grundlagen des Überlebens erodieren. Während einige wenige Privilegierte in ihren „gated communities“ immer größeren Reichtum anhäufen, fristen immer mehr „Überflüssige“ ein Leben unter immer elenderen Bedingungen.

Birgit Mahnkopf
Globalisierung, Armut und Gewalt

Nach dem Ende des Kalten Krieges beherrschte Optimismus die politische Landschaft; doch anderthalb Jahrzehnte später sind die Hoffnungen verflogen. Statt Abrüstung und „Friedensdividende“ regieren Aufrüstung, Krieg und Gewalt. Birgit Mahnkopf, Professorin für europäische Gesellschaftspolitik in Berlin, dekonstruiert die „Mär von der zivilisierenden Macht der Märkte“. Armut und Krieg seien die „Kollateralschäden der Globalisierung“; nur der Bruch mit dem neoliberalen Sozialdarwinismus biete die Chance zu einer anderen Politik.

Volker Perthes, Eva Wegner
Black Box Teheran
Iranische Interessen und Fraktionen im Atomkonflikt

Es gibt wieder Bewegung in der iranischen Atomfrage. Nach jahrelangem Zögern haben sich die Vereinigten Staaten entschlossen, das Tabu ihrer Außenpolitik zu brechen und Gespräche mit Teheran aufzunehmen. Doch was bedeutet „Teheran“? Volker Perthes, Direktor der Stiftung Wissenschaft und Politik, und Eva Wegner, Politologin und wissenschaftliche Mitarbeiterin der SWP, zeigen auf, dass von einer monolithischen Führung nicht die Rede sein kann. Im Gegenteil: Interessen und Fraktionen gehen weit auseinander – und dementsprechend auch die erforderlichen Politikansätze der westlichen Staaten.

Wulf D. Hund
Bikini – die unglücklichen Inseln

Vor 60 Jahren, am 1. Juli 1946, fand auf Bikini der erste von insgesamt 23 Kernwaffenversuchen statt. Die Bewohner des Atolls waren zuvor „zum Wohle der Menschheit“ umgesiedelt worden. In seinem Essay zeichnet Wulf D. Hund, Professor für Soziologie an der Hamburger Universität für Wirtschaft und Politik, die historischen Zusammenhänge sowie die verborgenen Sehnsüchte und sexualisierten Insel-Imaginationen der „Zivilisierten“ nach – von Columbus über Bikini bis in die Gegenwart.

Oliver Schmidtke
Kultur der Einwanderung oder Krise der Integration
Nordamerika und Europa im Vergleich

Wurde Multikulturalismus noch vor wenigen Jahren vorrangig als Bereicherung wahrgenommen, gilt er weiten Teilen der europäischen Öffentlichkeit inzwischen als unwiderruflich gescheitert. Oliver Schmidtke, Professor für Politikwissenschaft und Neuere Geschichte an der University of Victoria in Kanada, setzt der öffentlichen Hysterie einen nüchternen Vergleich der Einwanderungs- und Integrationspolitik in Nordamerika und Europa entgegen. Gegen die defensive „Kulturalisierung der Integrationsfrage“ in der europäischen Debatte plädiert Schmidtke am Beispiel Nordamerikas für eine progressive „Kultur der Einwanderung“.

Silke Schütter
Vom Kind zum Fall
Die Kinderschutzpolitik von New Labour

Ob Schulverweigerung oder Kindesvernachlässigung – seit geraumer Zeit ist der Streit um den richtigen Umgang mit „Problemkindern“ und ihren Eltern voll entbrannt, werden lautstark größere Eingriffsmöglichkeiten des Staates gefordert. Um einen Vorgeschmack auf die mögliche Entwicklung zu bekommen, richtet die Historikerin und Wissen- schaftsjournalistin Silke Schütter den Blick nach England. Denn dort befindet sich die Debatte bereits in einem ganz anderen Stadium – nämlich dem der administrativ-repressiven Umsetzung.

Jutta Limbach
Sprache, Macht und Politik

Sprache ist ein Politikum. Sie steht im Dienst der Macht und ist zugleich Gegenstand politischen Ehrgeizes. Die Präsidentin des Goethe-Instituts und ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichtes Jutta Limbach plädiert sowohl für weitgehende staatliche Enthaltsamkeit, zum Beispiel in Sachen Rechtschreibreform, als auch für entschiedene Abwehr einer sprachlichen Monokultur in Europa. Gegen die Reduktion auf die Weltsprache Englisch komme Deutsch und Französisch – und damit Deutschland und Frankreich – eine entscheidende Rolle für den Erhalt der europäischen Sprachenvielfalt zu.

Rudolph Bauer
Bertelsmann: Kommerz statt Kommune

Dass die Bertelsmann-Stiftung in der Bildungspolitik über großen Einfluss verfügt, ist inzwischen zunehmend bekannt. Weit weniger hat sich herumgesprochen, dass die Stiftung auch auf dem Feld der Kommunalpolitik intensiv tätig ist. Rudolph Bauer, Politikwissenschaftler und Prof. em. für Sozialpädagogik an der Universität Bremen, zeichnet nach, wie die Stiftung die schleichende „Bertelsmannisierung“ der Kommunen betreibt, nämlich ihre Umstellung von Gemeinwohl- auf Profitorientierung.

Außerdem:

Jörg Huffschmid sieht die aktuelle deutsche Wirtschaftspolitik im Kampf gegen der „Rest der Welt“ Albrecht von Lucke dekonstruiert den in der Patriotismus-Debatte beschworenen „Willen zum Wir“ Martin Staiger erkennt in der Diskussion um den „Missbrauch“ von Hartz IV „Sozialneid nach unten“ Jan Schneider kritisiert Angela Merkels „Ersatzpolitik“ als Fortsetzung der „Räterepublik“ Gerhard Schröders mit anderen Mitteln Alexander Neu diskutiert die „präemptive Erweiterung“ des Vertei-digungsbegriffs in der internationalen und nationalen Politik Kurt Nelhiebel wendet sich gegen die Gleichsetzung von Vertreibung und Völkermord durch die Sudetendeutsche Landsmannschaft Daniel Oppermann geht den Gefängnisrevolten in Brasilien auf den Grund Volker Böge untersucht die regionale Hegemonialpolitik Australiens

Inhaltsverzeichnis:

KOMMENTARE UND BERICHTE

Deutsche Wirtschaftspolitik gegen den Rest der Welt von Jörg Huffschmid S. 773

Der Wille zum Wir von Albrecht von Lucke S. 777

Hartz IV oder Sozialneid nach unten von Martin Staiger S. 781

Angela Merkels Ersatzpolitik von Jan Schneider S. 785

Verteidigung grenzenlos von Alexander Neu S. 788

Vertreibung und die Rhetorik des Völkermords von Kurt Nelhiebel S. 791

Revoltierendes Brasilien von Daniel Oppermann S. 795

Australischer Hinterhof von Volker Böge S. 798

KOLUMNE
Die Fadenscheinigkeit imperialer Macht von William Pfaff S. 803

ANALYSEN UND ALTRNATIVEN

Planet der Slums vin Mike Davis S. 805

Globalisierung, Armut und Gewalt von Birgit Mahnkopf S. 817

Black Box Teheran
Iranische Interessen und Fraktionen im Atomkonflikt von Volker Perthes und Eva Wegner S. 829

Kultur der Einwanderung oder Krise der Integration
Nordamerika und Europa im Vergleich von Oliver Schmidtke S. 837

Vom Kind zum Fall
Die Kinderschutzpolitik von New Labour von Silke Schütter S. 845

Sprache, Macht und Politik von Jutta Limbach S. 855

Bertelsmann: Kommerz statt Kommune von Rudolph Bauer S. 863

Bikini – die unglücklichen Inseln von Wulf D. Hund S. 870

WIRTSCHAFTSINFORMATION

Die Multis aus dem Süden von Jörg Goldberg S. 879

UMWELTINFORMATION

Abgashandel von Angela Null S. 882

DOKUMENTE ZUM ZEITGESCHEHEN

„Heimat ist mehr als ein geographischer Bezugspunkt“
Rede von Salomon Korn anlässlich der Trauerfeier für Paul Spiegel am 28. Mai 2006 (Wortlaut) S. 885

„Wo war Gott in jenen Tagen?“
Ansprache von Papst Benedikt XVI. in Auschwitz vom 28. Mai 2006 S. 887

Für einen palästinensischen Staat in den Grenzen von 1967
Das „Nationale Versöhnungsdokument“ palästinensischer Gefangener vom 11. Mai 2006 S. 890

Chronik des Monats Mai 2006 S. 893

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Mit freundlichen Grüßen

Ihre „Blätter“-Redaktion

Kontakt:

Blätter-Redaktion Berlin
Albrecht von Lucke, Annett Mängel, Dr. Albert Scharenberg
Torstraße 178
10115 Berlin

Tel. 030/3088 3640
Fax 030/3088 3645

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