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Blätter für deutsche und internationale Politik 52 (2007), 9

 

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Zeitschrift:Blätter für deutsche und internationale Politik
Herausgeber:Blätter Verlagsgesellschaft Herausgeberkreis: Norman Birnbaum, Micha Brumlik, Dan Diner, Jürgen Habermas, Detlef Hensche, Rudolf Hickel, Jörg Huffschmid, Walter Jens, Reinhard Kühnl, Claus Leggewie, Ingeborg Maus, Klaus Naumann, Jens G. Reich, Rainer Rilling, Irene Runge, Karen Schönwälder, Friedrich Schorlemmer, Gerhard Stuby und Rosemarie Will
ISSN:0006-4416
Verlag,
Erscheinungsort:
Blätter Verlag,
Bonn/Berlin
Preis:9,- Euro Einzelheft, 75,60 (erm. 58,20) im Jahresabo
Weitere Angaben:monatlich
Ausgabe:09/2007

Liebe Leserinnen und Leser,

am 31. August erscheint die September-Ausgabe der „Blätter“ mit Beiträgen u.a. von Yoshikazu SAKAMOTO, Peter BENDER, Rolf MÜTZENICH, Wolfgang ENGLER, Detlef HENSCHE, Dilek ZAPTCIOGLU u.v.a.

Yoshikazu Sakamoto
Krieg und Frieden nach 9/11

Die Welt ist nach „Nine-Eleven“ eine andere, lautet die gängige Lesart. Die Anschläge von New York gelten als Wasserscheide der Geschichte. Professor Yoshikazu Sakamoto von der Universität Tokio teilt diese Auffassung nicht. Geändert habe sich nicht die Welt, sondern Amerikas Weltsicht. Sakamoto analysiert die Auswirkungen dieser veränderten Wahrnehmung und fordert die Auseinandersetzung mit den entscheidenden Problemen der Welt, welche angesichts des „War on Terror“ immer mehr in Vergessenheit geraten.

Peter Bender
Nähe und Ferne
Das deutsch-amerikanische Verhältnis und die Zukunft des Westens

Der Einfluss der US-amerikanischen Übermacht schwindet, die „Emanzipation“ der Deutschen schreitet voran: Doch worauf gründet sich eigentlich noch unser Verhältnis zu den Vereinigten Staaten? Peter Bender, Publizist und langjähriger Korrespondent für ARD und WDR, resümiert die Vergangenheit und plädiert für die Zukunft der westlichen Allianz: Der rasante Aufstieg Asiens zwinge zu einer Renaissance der atlantischen Gemeinschaft, allerdings diesmal unter Einschluss Russlands.

Rolf Mützenich
Atomare Hegemonie
Das neue Wettrüsten im 21. Jahrhundert

Der Kalte Krieg ist vorbei, nicht aber das atomare Wettrüsten. Doch statt bloß zweier konkurrieren jetzt viele Staaten um die atomare Vormacht. Angesichts der fortgesetzten Erosion der US-Hegemonie plädiert Rolf Mützenich, Historiker, Politikwissenschaftler sowie abrüstungspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, für eine Wiederaufnahme der Rüstungskontrolle. Andernfalls werde dem atomaren Schlagabtausch Tür und Tor geöffnet.

Anselm Weidner
Diktatorensturz und Demokratieexport
Die „Junge Internationale“ als fünfte Kolonne?

Demokratisierung durch gewaltlosen Widerstand ist die Devise, die „fröhliche Farbrevolution“ das Schlagwort: Regelmäßig wird suggeriert, es handle sich bei den Umbrüchen in Osteuropa um spontane Volksaufstände, die zum Regimewechsel führen. Anselm Weidner, Jurist und Pädagoge aus Berlin, deckt auf, dass die „Revolutionen“ der vergangenen Jahre, von Serbien über die Ukraine bis zum Libanon, keineswegs so autonom waren, wie sie schienen. Im Gegenteil: Wenn die Vereinigten Staaten oder die EU kein Interesse daran haben, finden sie nicht statt. Diese Tatsache verlangt eine neue Interpretation der „revolutionären“ Entwicklungen.

Olaf Leiße und Melha Rout Biel
Kontinuierliche Katastrophe
Der arabisch-afrikanische Konflikt im Sudan

Ein verfehltes Nation-Building, eine fehlende politische Kultur und unfähige wie unwillige Eliten sorgen für eine permanente Krise im Sudan – mit Hunderttausenden von Toten. Doch, so die These der beiden Erfurter Politikwissenschaftler Melha Rout Biel und Olaf Leiße, wenn es nicht gelingt, das Regime in Khartum nachhaltig zu pazifizieren, wird es auch zukünftig keinen dauerhaften Frieden im Sudan geben.

Wolfgang Engler
Arbeit als Option
Plädoyer für das „Recht auf Leben ohne Arbeit“

Käse oder Schinken, Hemd oder Hose, Single oder Lebensabschnittspartner: Die westliche „Multioptionsgesellschaft“ stellt scheinbar alles zur Wahl. Nur eine Wahl bleibt uns versagt: zu arbeiten oder nicht zu arbeiten. Gegen die Verengung der Debatte auf ein bürokratisches Grundeinkommen stellt deshalb Wolfgang Engler, Professor für Kultursoziologie und Rektor der Berliner Ernst-Busch-Hochschule für Schauspielkunst, die Lohnarbeit als solche zur Disposition. Er plädiert für die freie Entfaltung der menschlichen Fähigkeiten und für ein „Recht auf Leben ohne Arbeit“.

Roland Meister
Von Hartz bis Ackermann:
Der Deal im deutschen Strafprozess

Der Prozess um den ehemaligen VW-Personalvorstand Peter Hartz hat es ebenso gezeigt wie der „Fall Mannesmann“: Der deutsche Strafprozess unterliegt einer radikalen Veränderung, weg vom Recht und hin zum Kuhhandel zugunsten der Privilegierten. Roland Meister, Professor em. für Staats- und Völkerrecht aus Jena, kritisiert die zunehmende Annäherung an das amerikanische plea bargaining und zeigt die verheerenden Konsequenzen dieser „Amerikanisierung“ für den deutschen Rechtsstaat.

Manfred Mai
Der neue Technikpopulismus:
Technokratie oder Demokratie?

Zum Ende der 80er-Jahre schien die Technokratie-Debatte eigentlich erledigt. Heute jedoch zeigt sich, dass die Dominanz technischer Systeme nicht geringer geworden ist. Im Gegenteil: Manfred Mai, Politikprofessor an der Universität Duisburg-Essen, zeigt auf, wie neue Technologien unsere Lebenswelt und die politischen Strukturen prägen wie nie zuvor. Die neuen smarten Technologien, vom Handy bis zum iPod, werden alltäglich millionenfach konsumiert und desensibilisieren auch gegenüber den Risiken der Großtechnik. So mutiert die Technokratie mehr und mehr zum Technikpopulismus.

Inhalt:

KOMMENTARE UND BERICHTE

Lokführer als Avantgarde? Von Detlef Hensche S. 1029

Atomkraft: Vom Konsens zum Störfall von Jochen Stay S. 1032

Neoliberaler Islamismus à la Erdogan von Dilek Zaptçıoglu S. 1036

Japans Bruch mit der Friedensverfassung von Eiichi Kido S. 1041

Lichtblick für Osttimor? Von Henriette Sachse S. 1044

Deutsche Afrikapolitik in der Sackgasse von Armin Osmanovic S. 1047

Sponsoren des Terrors von Behrooz Abdolvand und Nima Feyzi Shandi S. 1051

KOLUMNE
Ein anderes Russland haben wir nicht von William Pfaff S. 1054

MEDIENKRITIK
Tod und Tarantinismus von Günter Giesenfeld S. 1056

ANALYSEN UND ALTERNATIVEN
Krieg und Frieden nach 9/11 von Yoshikazu Sakamoto S. 1057

Nähe und Fern. Das deutsch-amerikanische Verhältnis und die Zukunft des Westens von Peter Bender S. 1072

Atomare Hegemonie. Das neue Wettrüsten im 21. Jahrhundert von Rolf Mützenich S. 1079

Diktatorensturz und Demokratieexport. Die „Junge Internationale“ als fünfte Kolonne? Von Anselm Weidner S. 1088

Kontinuierliche Katastrophe. Der arabisch-afrikanische Konflikt im Sudan von Olaf Leiße und Melha Rout Biel S. 1099

Arbeit als Option. Plädoyer für das „Recht auf Leben ohne Arbeit“ von Wolfgang Engler S. 1111

Der Deal im deutschen Strafprozess von Roland Meister S. 1122

Der neue Technikpopulismus: Technokratie oder Demokratie? Von Manfred Mai S. 1132

WIRTSCHAFTSINFORMATION
Vom Tanktourismus zur EU-Verbrauchsteuer von Margit Schratzenstaller S. 1143

DOKUMENTE ZUM ZEITGESCHEHEN
„Drohgebärde gegen den freien Journalismus.“ Gemeinsame Protesterklärung von sieben Chefredakteuren vom 3.8.2007 (Wortlaut) S. 1146

Abenteuerliche Anklage. Offener Brief an die Generalbundesanwältin Monika Harms vom 9.8.2007 S. 1147

CHRONIK ZUM ZEITGESCHEHEN
Chronik des Monats Juli 2007 S. 1149
1152 Impressum und Autoren

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Tel. 030/3088 3640
Fax 030/3088 3645

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