Informationen zu diesem Beitrag
| Zeitschrift: | Geschichte in Wissenschaft und Unterricht |
| Herausgeber: | Joachim Rohlfes, Michael Sauer, Winfried Schulze |
| ISSN: | 0016-9056 |
| Verlag, Erscheinungsort: | Erhard Friedrich Verlag, Seelze |
| Weitere Angaben: | monatlich |
| Ausgabe: | 02/2007 - Begegnung mit dem Fremden |
ABSTRACTS (S. 74)
EDITORIAL (S. 75)
BEITRÄGE
Herbert Prokasky
Das Eigene und das Fremde
Ein komparativer Ansatz zu einem Geschichtsunterricht in weltbürgerlicher Absicht (S. 76)
Annerose Menninger
Wie die alte Welt in die Neue kam
Zur Rekonstruktion der Kannibalen-Konzepte in den frühesten Reiseberichten über Amerika (S. 90)
BAUSTEINE FÜR DIE UNTERRICHTSPRAXIS
Joachim Rohlfes
Alexis de Tocquevilles „Über die Demokratie in Amerika“ (S. 105)
INFORMATIONEN NEUE MEDIEN
Sabine Büttner
„Information Highway“ mit vielen Schlaglöchern
Die „Digitale Kluft“ in Zahlen (S. 121)
LITERATURBERICHT
Udo Wengst
Deutschland nach 1945, Teil II (S. 123)
NACHRICHTEN (S. 138)
AUS DEM VERBAND DER GESCHICHTSLEHRER
Rolf Ballof
Überlegungen zu einer integrierten deutsch-jüdischen Geschichte im Unterricht (S. 142)
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Abstracts Heft 2, 2007
Abstracts
Herbert Prokasky
Das Eigene und das Fremde
Ein komparativer Ansatz zu einem Geschichtsunterricht in weltbürgerlicher Absicht
GWU 58, 2007, H. 2, S. 76–89
Weltgeschichte ist historiografisch kontrovers und didaktisch fragwürdig, da Welt und Menschheit „differenzlose Letztbegriffe“ außerhalb der Erfahrung von Schülern sind. Historisches Lernen muss von konkreter und konflikthafter Erfahrung von Alterität in und zwischen multikulturellen Gesellschaften ausgehen. So wie die Forschung komparatistisch vorgehen muss (Michael Brenner), sollte interkulturelles Lernen in Gegenüberstellung je zweier Gesellschaften geschehen. Die Curricula dazu sollten in internationalen Projekten von Lehrern aus beiden Kulturen an möglichst gemeinsamen Themen entwickelt werden.
Annerose Menninger
Wie die alte Welt in die Neue kam
Zur Rekonstruktion der Kannibalen-Konzepte in den frühesten Reiseberichten über Amerika
GWU 58, 2007, H. 2, S. 90–105
Im Mai 2006 hat sich der 500. Todestag von Christoph Kolumbus gejährt. Dieses Ereignis nimmt der Beitrag zum Anlass, um sich kritisch mit der „Macht der Bilder“, ihrem Ursprung und ihrer Genese auseinander zu setzen, die im kollektiven europäischen Gedächtnis die Vorstellung über jene Kulturen Altamerikas, auf die Kolumbus, seine Begleiter und Nachfolger gestoßen sind, prägten und dies bis heute tun. Das gilt nicht zuletzt für die als Kannibalen verrufenen Insel- und Festlandkariben sowie die brasilianischen Tupí. Zwar haben diese Kulturen bereits während der Frühen Neuzeit Mikrobenschock, Krieg und Versklavung nicht überlebt und selbst keine schriftlichen Zeugnisse über ihre Kulturgepflogenheiten hinterlassen. Dafür aber ist eine Reihe von Reiseberichten überliefert, verfasst von Europäern, die diesen Kulturen noch begegneten und die hierin einen Kriegskannibalismus versichern, der von den Indios praktiziert worden sei. Die ältesten dieser Quellen sucht der Beitrag auf ihre Glaubwürdigkeit bezüglich der Kannibalismus-Aussagen hin zu analysieren. Dabei versteht er sich auch als Fallbeispiel für Medienkompetenz und Interkulturelle Kompetenz.
| Kontakt: | Prof. Dr. Michael Sauer
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| URL: | http:/ |
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