Informationen zu diesem Beitrag
| Zeitschrift: | vorgänge. Zeitschrift für Bürgerrechte und Gesellschaftspolitik |
| ISSN: | 0507-4150 |
| Verlag, Erscheinungsort: | BWV Berliner Wissenschaftsverlag, Berlin |
| Preis: | 12,00 € |
| Weitere Angaben: | 4 Ausgaben pro Jahr |
| Ausgabe: | 50 (2011), 4 - Was will Europa? |
Die neue Ausgabe der vorgänge widmet sich, quasi stellvertretend, der Frage: „Was will Europa?“ Denn obgleich es die Nachrichten dominiert, ist dieses Europa als politischer Akteur in den letzten Monaten kaum in Erscheinung getreten. Damit sind wir beim Kern einer Krise, die sich vordergründig in der Verschuldung einzelner Staaten und dem Unvermögen, eine gemeinsame Strategie zu deren Eindämmung zu finden, manifestiert. Das verweist auf das Gebrechen einer Währungs-Union, der es an einer finanz-, wirtschafts- und sozialpolitischen Entsprechung fehlt. Diese lässt sich wiederum nur realisieren durch eine gegenüber den Einzelinteressen der Nationalstaaten neutralen Exekutive, und sie lässt sich nur legitimieren durch die entsprechende Ausweitung parlamentarischer Befugnisse.
Doch so offensichtlich diese Perspektive ist, so schwierig gestaltet sich die Konkretion. Denn die komplexen Wechselbeziehungen zwischen Finanzkapitalinteressen und staatlichen Finanztransfers, Schuldenabbau und Staatssanierung, exekutivem Handeln und demokratischer Legitimation verweigern sich einer eindeutigen Einordnung auf der Richterskala europapolitischen Fortschritts. Das Leitbild Europa lässt sich nicht mehr allein aus der Vergangenheit begründen, soll es wieder Akzeptanz gewinnen muss der Blick sich vielmehr den Widrigkeiten der Ebene zuwenden. Dazu will diese Ausgabe der vorgänge einen Beitrag leisten.
INHALTSVERZEICHNIS
Anne Faber
Zwischen „Muddling Through“, „Doomsday“ und „Saut Qualitatif“
Europas Weg aus der Krise (4)
Fritz W. Scharpf
Die Währungsunion ist das Problem (17)
Daniela Schwarzer
Die EU zwischen Integrationszwängen und Legitimationsmängeln (25)
Konrad Ott
Solidarität in Europa und der „Fall Griechenland“
Ein Argument für einen ökologischen Marshallplan (34)
Andreas Fisahn
Europa braucht einen neuen Gesellschaftsvertrag (48)
Arne Heise
Das Europäische Sozialmodell als Kollateralschaden der Euro-Krise (61)
Christa Randzio-Plath
Die Krise als Chance nutzen (71)
Felix Butzlaff, Matthias Micus
Der europapolitische Januskopf der Sozialdemokratie (78)
Ivan Krastev, Mark Leonard
Das Gespenst eines multipolaren Europas (86)
Florian Hartleb
Zwischen Europskeptizismus und nationalem Populismus
Formationen des europäischen Rechtspopulismus (95)
Alexandra Lindenthal
Erfolgsfaktoren der europäischen Klimaschutzpolitik (105)
Essay
Markus Holzinger
Kosmopolitische Weltordnung oder Demokratie?
Fragen an Jürgen Habermas‘ Konzept einer Weltinnenpolitik ohne Weltregierung (113)
Klaus-Michael Kodalle
Das „hörende Herz“
Papst Benedikt XVI. vor dem Deutschen Bundestag (127)
Joachim Perels
Die Normierung der Verbrechen gegen die Menschlichkeit
Zur Aktualität des Buches „Kriegsverbrecher vor Gericht“ von Fritz Bauer (136)
Autorinnen und Autoren (141)
| Kontakt: | Redaktion vorgänge
Haus der Demokratie und Menschenrechte
Tel.: 030/2175 0858
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