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Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (VSWG)

 

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Herausgeber:Prof. Dr. Günther Schulz, Prof. Dr. Jörg Baten, Prof. Dr. Markus A. Denzel, Prof. Dr. Gerhard Fouquet
ISSN:0340-8728
Verlag,
Erscheinungsort:
Franz Steiner Verlag,
Stuttgart
Preis:Abo jährl. € 221,40 plus Versandkosten, Einzelheft € 61,80
Weitere Angaben:Jährlich 4 Hefte zu je 140 Seiten

Aufsätze, Miszellen, Besprechungen

Die Vierteljahrschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte feiert ihr 100 jähriges Jubiläum

Zu diesem Anlass hat die Universität Bonn am 06.01.2004 die nachfolgende Presse-Information herausgegeben:

Die Rente ist seit jeher Dauerthema
Zeitschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte wird hundert

Steigende Rentenbeiträge, sinkende Leistungen, private Vorsorgemodelle: Um die Altersversorgung in Deutschland steht es momentan nicht gut. Das schien vor 30 Jahren noch anders: Im Rentenreformgesetz von 1972 beschloss die Sozialliberale Regierung eine deutliche Ausweitung der Rentenleistungen - und erhielt dabei sogar kräftigen Rückenwind von der starken CDU/CSU-Opposition, die sich mit der Regierung ein wahres Wettrennen um die meisten rentenpolitischen Wohltaten lieferte. Das Hin und Her um das Dauerthema Rente findet auch seinen Niederschlag in der Vierteljahrsschrift für Sozial- und Wirtschaftsgeschichte (VSWG), die in diesen Tagen ihr 100. Jubiläum feiert. Aus diesem Anlass stellen die Herausgeber am 23. Januar im Festsaal der Universität Bonn einen Sonderband vor, der in 26 Beiträgen die Facetten des Fachs beleuchtet. Zu der Veranstaltung, die um 14 Uhr beginnt, sind auch Vertreter der Medien herzlich eingeladen.

"Die VSWG ist das Flaggschiff der deutschen Wirtschafts- und Sozialgeschichte", erklärt der Herausgeber Professor Dr. Günther Schulz vom Bonner Historischen Seminar nicht ohne Stolz. "Sie ist die älteste Fachzeitschrift für dieses Gebiet im deutschen Sprachraum und hat als Vorbild die Gründung weiterer bedeutender historischer Fachzeitschriften im In- und Ausland angeregt." Schon die Zahlen sind in der Tat beeindruckend: In 100 Jahren entstanden 90 Bände mit über 55.000 Seiten. Beinahe 1000 Autoren und Rezensenten schrieben für die VSWG. Würde man alle bisher erschienen Bände stapeln, wäre der Turm knapp vier Meter hoch - vier Meter Text, die Einblicke in innovative Lösungen, aber auch Sackgassen der Wirtschafts- und Sozialgeschichte vom Mittelalter bis heute geben. Das Spektrum umfasst die Geschichte der gesamten Volkswirtschaft wie auch die einzelner Unternehmen; die Beiträge behandeln Boomzeiten und Wirtschaftskrisen, Frauengeschichte oder das aufkommende Thema Umwelt. Sie spiegeln aber auch aktuelle Themen wie die Rentenreform 2003 vor dem Hintergrund der historischen Diskussionen.

Kapitaldeckung bei Bismarck

So galt die Invaliditäts- und Altersversicherung des Deutschen Reichs bei ihrer Gründung 1889 als das weltweit fortschrittlichste System ihrer Art. Ihr geistiger Vater Otto von Bismarck hatte erkannt, dass die traditionelle Form der Sicherung im Alter - die Versorgung der Alten im Haushalt ihrer Kinder - in den Großstädten des Industriezeitalters nicht mehr funktionierte. Allerdings waren die Leistungen gering: Die damalige Altersrente bewahrte vor dem Verhungern, viel mehr leistete sie nicht. Das Renteneintrittsalter lag bei 70 Jahren - einem Alter, das damals nur wenige erreichten. Daher erwirtschaftete die bismarcksche Rentenversicherung auch bis zum Ende des 19. Jahrhunderts - heute beinah unvorstellbar - Überschüsse, obwohl der durchschnittliche Beitragssatz nur 1,7 % betrug. Finanziert wurde die Versicherung übrigens durch ein Kapitaldeckungsverfahren, bis Konrad Adenauer 1957 den Schwenk zum "Generationenvertrag" vollzog: Seitdem zahlt die arbeitende Generation für die Rentner.

Die Regierung Adenauer passte die Rente den veränderten Bedingungen an. Im "Wirtschaftswunderland" sollte die Rente nicht mehr nur ein Zuschuss zum Überleben sein, sondern Ersatzeinkommen im Alter. Sie stiegen um rund 60 % und werden seither jährlich an den Anstieg der Arbeitseinkommen angepasst (dynamisiert). In der Phase des wirtschaftlichen Wachstums und der Vollbeschäftigung konnte selbst die stark erhöhte Rente problemlos durch die Beiträge gedeckt werden, ohne die Konjunktur zu belasten. Der "Generationenvertrag" wurde zu einem in der ganzen Welt bewunderten Erfolgsmodell. Doch war er - wie die bismarcksche Sozialreform auch - ein Kind seiner Zeit. Heute finanzieren immer weniger Beitragzahler immer mehr Senioren. Daher gilt die Kapitaldeckung, bei der jeder auf sein eigenes Rentenkonto einzahlt, bei vielen Experten inzwischen wieder als Mittel der Wahl, um die steigenden Beträge in den Griff zu bekommen.

Ansprechpartner:
Professor Dr. Günther Schulz
Abtlg. Verfassungs-, Sozial- und Wirtschaftsgeschichte
Institut für Geschichtswissenschaft der
Universität Bonn
Telefon: 0228/73-5172
E-Mail: G.Schulzuni-bonn.de

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Kontakt:

Prof. Dr. Günther Schulz
Dr. Regine Jägers
Universität Bonn
Institut für Geschichtswissenschaft
Konviktstr. 11
D-53113 Bonn
E-Mail: <vswguni-bonn.de>

Tel.: 0228 73 51 65
Fax: 0228 73 51 71

E-Mail:vswguni-bonn.de
URL:http://www.vswg-journal.de/
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