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Österreichische Zeitschrift für Volkskunde 115 (2012), 1+2

 

Informationen zu diesem Beitrag

Zeitschrift:Österreichische Zeitschrift für Volkskunde
Herausgeber:Für den Verein für Volkskunde herausgegeben von Margot Schindler unter Mitwirkung von Franz Grieshofer und Konrad Köstlin
ISSN:0029-9668
Verlag,
Erscheinungsort:
Selbstverlag,
Wien
Preis:€ 19,00 (exkl. Versandkosten)
Weitere Angaben:4 Ausgaben in 2 Heften / Jahr
Ausgabe:115 (2012), 1+2

ÖSTERREICHISCHE ZEITSCHRIFT FÜR VOLKSKUNDE, LXVI/115, 2012, Heft 1+2

INHALT

ABHANDLUNGEN

Martin Scharfe: Gestalt und Heiligkeit der Groteske. Leopold Schmidt zum hundertsten Geburtstag, S. 3–53.

Katharina Eisch-Angus: »The borders of the heart.« Raum, Gedächtnis, Ethnographie: ein Gespräch in Nordirland, S. 54–75.

Ina Dietzsch: Was kommt nach Otto Normalverbraucher? Aktuelle Neuschneidungen von ökonomischem, sozialem und politischem Handeln im Zeitalter von Consumer Citizenship, S. 77–97.

MITTEILUNG

Olaf Bockhorn, Herbert Nikitsch: »…die venia legendi für Volkskunde erteilt…« Die beiden Habilitationen von Leopold Schmidt – eine kommentierte Dokumentation, S. 101–128.

neuerDINGS

»Zuweisung an das k.k. Museum für österreichische Volkskunde«. Eine Silberfiligranarbeit in der Sammlung des Österreichischen Museums für Volkskunde (Dagmar Butterweck), S. 131–133.

Die Vendetta-Maske, Anonymous und das Museum (Matthias Beitl), S. 134–140.

CHRONIK DER VOLKSKUNDE

Jahresbericht des Vereins und des Österreichischen Museums für Volkskunde 2011 (Margot Schindler), S. 143–184.

Wissenschaftspreis des Landes Vorarlberg 2012. Laudatio für Reinhard Johler und Bernhard Tschofen (Alois Niederstätter), S. 184–186.

Mein, dein, unser Museum (Kathrina Dankl), S. 187–194.

Weltenmaschine Museum (Matthias Beitl), S. 194–197.

Superstition – Dingwelten des Irrationalen (Maria Maierhofer), S. 197–205.

LITERATUR DER VOLKSKUNDE

Gerlinde Malli: »Sie müssen nur wollen«. Gefährdete Jugendliche im institutionellen Setting; Gilles Reckinger: Perspektive Prekarität. Wege benachteiligter Jugendlicher in den transformierten Arbeitsmarkt; Diana Reiners: Verinnerlichte Prekarität. Jugendliche MigrantInnen am Rande der Arbeitsgesellschaft (Silke Meyer), S. 209–215.

Daniel Habit: Die Inszenierung Europas? Kulturhauptstädte zwischen EU-Europäisierung, Cultural Governance und lokalen Eigenlogiken (Markus Tauschek), S. 215–217.

Karl C. Berger, Margot Schindler, Ingo Schneider (Hg.): Erb.gut? Kulturelles Erbe zwischen Wissenschaft und Gesellschaft (Stefan Groth und Arnika Peselmann), S. 218–223.

Fernand Kreff, Eva-Maria Knoll, Andre Gingrich (Hg.): Lexikon der Globalisierung (Jens Wietschorke), S. 223–226.

Anne Kwaschik, Mario Wimmer (Hg.): Von der Arbeit des Historikers. Ein Wörterbuch zu Theorie und Praxis der Geschichtswissenschaft (Klara Löffler), S. 226–228.

Andreas Suttner: »Beton brennt«. Hausbesetzer und Selbstverwaltung im Berlin, Wien und Zürich der 80er (Anna Orgler), S. 229–231.

Elsbeth Wallnöfer: Geraubte Tradition. Wie die Nazis unsere Kultur verfälschten (Edith Hessenberger), S. 231–234.

Kaspar Maase: Die Kinder der Massenkultur. Kontroversen um Schmutz und Schund seit dem Kaiserreich (Jens Wietschorke), S. 234–239.

Andrea Nießner: Arme Haut. Die Wiederkunft des Wasenmeisters mit einem Thesaurus zu Tier- und Menschenkörpern (Timo Heimerdinger), S. 239–241.

Eingelangte Literatur (Hermann Hummer)
Internationale Zeitschriftenschau (Hermann Hummer)
Verzeichnis der Autorinnen und Autoren

ABSTRACTS

Martin Scharfe: Gestalt und Heiligkeit der Groteske. Leopold Schmidt zum hundertsten Geburtstag / Gestalt and sanctity of the grotesque. Leopold Schmidt on his hundredth birthday

Leopold Schmidt wäre am 15. März 2012 hundert Jahre alt geworden – es ist Zeit, mit den Versuchen einer späten und reifen Würdigung zu beginnen. Doch wie macht man das, wie läßt sich einer würdigen, der Abertausende von Druckseiten in erstaunlicher thematischer Weite vorgelegt hat – wie wird man dem Polyhistor gerecht? Vielleicht kann Würdigung nur gelingen, indem man sich bescheidet und den Blick beschränkt auf ein einziges Motiv, etwa auf das Thema der Groteske und des Grotesken, das für Schmidts Werk – so die Behauptung – bezeichnender ist, als man zunächst erwarten und meinen mag. Die Betrachtung des Grotesken (als eines ,Lebens in überlieferten Unordnungen‘) könnte auch dazu anreizen, an der Groteske die Schmidtsche These der Gestaltheiligkeit zu überprüfen – also die These, dass allein schon die Gestalt oder äußere Form einer kulturellen Objektivation besondere Bedeutung habe.

On March 15, 2012, Leopold Schmidt would have turned one hundred, so it is time to give him the late and mature praise he deserves. But how, how does one celebrate someone who has published thousands of pages on a broad range of subjects? How can one do justice to this polyhistor? Perhaps it is only possible if one isn’t too ambitious and limits one’s gaze to a single motif, for example the theme of the grotesque and grotesqueness, which they say is more characteristic of Schmidt’s work than one would at first expect and suppose. The view of the grotesque as a ‘life in passed-down disarrangements’ could also provoke one to reexamine Schmidt’s thesis of gestalt sanctity on the basis of the grotesque – that is, the thesis that even the gestalt or external form of a cultural objectivation has a special significance.

Katharina Eisch-Angus: „The borders of the heart.“ Raum, Gedächtnis, Ethnographie: ein Gespräch in Nordirland / “The Borders of the Heart.“ Space, Memory, Ethnography: a Conversation in Northern Ireland

Eine irritierende Zeichenlandschaft in der nordirischen Stadt Derry regte am Rande des SIEF-Kongresses 2008 eine Kurz-Ethnographie an, die im Stadtraum und kollektiven Gedächtnis den Verwerfungslinien des Nordirlandkonflikts nachspürte und schließlich in ein Bargespräch mit einer lokalen Männerrunde mündete. Über die Rollenzuweisungen, Abgrenzungen und Grenzüberschreitungen zwischen der fremden Forscherin und den einheimischen Gesprächspartnern und Zeitzeugen zeigt sich das Gespräch als „archäologische“ Erkundung unsichtbarer „borders of the heart“ in Derry. Aus der Erfahrung von Antagonismus und Krieg, ihren Ambivalenzen und Paradoxien entfalten sich Sicherungs- und Überlebensstrategien, aber auch die polyvalenten, grenzüberschreitenden Kräfte der Alltagskultur.

An irritating sign cityscape in the Northern Irish City of Derry experienced at the side of the 2008 SIEF conference inspired a short ethnography, which evolved into a tracking of the fault lines of the Irish “Troubles” spatially, and in collective memory, and which finally led into a bar talk with a group of male regulars. Via the allocations of roles and the delineations and border-crossings between the foreign researcher and the local interlocutors and contemporary witnesses the talk developed into an “archaeological” exploration of the invisible „borders of the heart“ in Derry. From the experiences of antagonism and war, and their ambivalences and paradoxes, there unfolded strategies of safeguarding and survival, as well as the polyvalent and border-crossing dynamics of everyday culture.

Ina Dietzsch: Was kommt nach Otto Normalverbraucher? Aktuelle Neuschneidungen von ökonomischem, sozialem und politischem Handeln im Zeitalter von Consumer Citizenship / What comes after the ‘average consumer’? Current redefinitions of economic, social, and political action in the age of consumer citizenship

Der Text untersucht kulturanalytisch, wie ökonomisches, soziales und politisches Handeln verschiedener Akteure zusammenwirken. Er stellt die Person des Normalverbrauchers und die Auflösung ihres integrativen Charakters als kulturellen Ausdruck spezifischer historischer Verhältnisse dar und diskutiert im Anschluss, auf der Grundlage empirischer Forschung in einer schrumpfenden Stadt und vor dem Hintergrund aktueller Wachstumskritik, die Entstehung und Reichweite einer neuen Figur – des Consumer Citizen.

This paper takes a cultural-analytical look at the interaction of the economic, social, and political behavior of various subjects. It portrays the figure of the average consumer and the disintegration of its integrative character as the cultural expression of specific historical relationships and, based on empirical research in a shrinking city and against the backdrop of the current critique of growth, it discusses the emergence and scope of a new figure – the consumer citizen.

Kontakt:

Anschriften der Redaktion

Aufsätze, Mitteilungen und Chronik:
Birgit Johler, Verein für Volkskunde, c/o Österreichisches Museum für Volkskunde, Laudongasse 15-19, A-1080 Wien;

Rezensionen:
Herbert Nikitsch, Institut für Europäische Ethnologie der Universität Wien, Hanuschgasse 3, A-1010 Wien
Johann Verhovsek, Institut für Volkskunde und Kulturanthropologie, Karl-Franzens-Universität Graz, Attemsgasse 25/I, A-8010 Graz

URL:http://www.volkskundemuseum.at/index.php?id=15
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