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Die Geisteswissenschaften in den deutschen Feuilletons (18.04.-24.04.2007)

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Wissenschaftsjahr 2007

"Die Geisteswissenschaften in den deutschen Feuilletons" ist eine wöchentliche Presseschau, die der Perlentaucher in Kooperation mit dem Wissenschaftsjahr 2007 "Die Geisteswissenschaften. ABC der Menscheit" herausgibt. H-Soz-u-Kult veröffentlicht als Medienpartner der Initiative eine Auswahl der Beiträge für den Bereich der Geschichtswissenschaften.

Weitere Perlen aus den Feuilletons finden Sie auf der Website "ABC der Menscheit" <www.abc-der-menschheit.de/>

Themen der Woche

Kritik an geisteswissenschaftlichen Max-Planck-Instituten

Eigentlich geht es in Jürgen Kaubes Artikel in der FAZ zunächst nur um die sich verzögernde Neubesetzung der Direktorenstelle am Frankfurter Max-Planck-Institut für Rechtsgeschichte. Die Kritik weitet sich aber unversehens ins Grundsätzliche. Zwar gebe es einzelne, hervorragend funktionierende Institute - "und doch ist die Frage nicht von der Hand zu weisen, ob die Max-Planck-Gesellschaft wirklich genau weiß, was sie mit den Geisteswissenschaften will. Und ob nicht der Mangel an Klarheit wie Phantasie bei ihrer Beantwortung mit dazu führt, dass sie so lange braucht, um sich im Einzelfall zu entscheiden."
FAZ, 18.4.2007

Historiker diskutieren deutsch-polnischen Dialog

Im brandenburgischen Schloss Neuhardenberg diskutierten deutsche und polnische Intellektuelle unter dem Titel "Passion Europa" über das Verhältnis Deutschlands und Polens und beider Nationen zu Europa. Für den Deutschlandfunk dokumentiert Martin Sander die Begegnung, an der unter anderem der Zeithistoriker Arnulf Baring und der Historiker Krysztof Pomian teilnahmen.
Deutschlandfunk, 22.4.2007
www.dradio.de/dlf/sendungen/kulturheute/617769/

Tod des Historikers René Remond

In der FAZ schreibt Jürg Altwegg einen Nachruf auf den Historiker René Remond: "Er war schon praktizierender Katholik, als das Gegenteil Mode war, blieb im Ton stets moderat und den Argumenten der Vernunft verpflichtet. Als Professor hat er zwei Generationen von Politologen und Journalisten geprägt. Sein Einfluss war so groß, dass er mit dem weiten geographischen Begriff einer 'Rémondie' zusammengefasst wurde."
FAZ, 21.4.2007

In der FR bespricht Rudolf Walther Ernst Klees "Kulturlexikon zum Dritten Reich". Zwar versteht er nicht, warum der Autor auch Sportler oder Generäle aufgenommen hat, lobt aber: "Es ist ein Verdienst von Klees Lexikon, dass es sich bei der Bewertung solcher Lebensläufe nicht hinter vermeintlich wissenschaftlicher Objektivität und Neutralität versteckt, sondern mit pointierten Zitaten und scharfen Charakterisierungen ('Frontdichter') seine Position deutlich macht."
FR, 18.4.2007
www.fr-online.de/in_und_ausland/kultur_und_medien/literatur/?em_cnt=1116979

Trotz leiser Kritik sehr angetan zeigt sich in der NZZ Caroline Schnyder von Lyndal Ropers Studie "Hexenwahn. Geschichte einer Verfolgung": "Eindrucksvoll ist auch die imaginäre Welt der Kunst und Literatur, die die Autorin durchstreift, von Hans Baldung Griens Hexendarstellungen - im Buch zusammen mit vielen anderen abgedruckt - über Goethes 'Faust' bis zu den Aufzeichnungen von 'Hänsel und Gretel' der Brüder Grimm. Auf diesem reichen Materialteppich entfaltet die Darstellung eine große, manchmal zu suggestive Kraft."
NZZ, 18.4.2007
www.nzz.ch/2007/04/18/fe/articleF1QJJ.html

So verblüffend wie überzeugend findet Martin Krumbholz in der NZZ Wolfgang Matz' Essay "1857", der Gustave Flaubert, Adalbert Stifter und Charles Baudelaire als alles andere denn zufällige Zeitgenossen nebeneinander stellt – Krumbholz resümiert: Matz "hält sich nicht mit der heroischen Askese einer werkimmanenten Auslegung auf, sondern stürzt sich hinein in die raren Freuden und zahlreichen Aporien jener Lebensläufe, deren jeweiliger ästhetischer Ertrag in den zur Debatte stehenden Meisterwerken kulminiert."
NZZ, 24.4.2007
www.nzz.ch/2007/04/24/fe/articleF2PT9.html

Konferenzen und Tagungen

Thomas Mann und die Politik

In der FAZ fasst Edo Reents eine Tutzinger Tagung zum Thema "Thomas Mann, die Deutschen und die Politik" zusammen – und erlebte die Rehabilitierung des Autors als "Vordenker der Nation": "Thomas Mann tritt, nach dem Wegfall der ideologischen Lager und mit vertrauter Verzögerung in eine neue Phase seines Wirkens ein. Politisch dürfen wir ihn nun nicht mehr für unzurechnungsfähig oder minderbemittelt erklären, noch auch mit nachträglichen Ansprüchen überfrachten."
FAZ, 24.4.2007

Kontakt:

Die Geisteswissenschaften in den deutschen Feuilletons.
Eine Kooperation von Perlentaucher, H-Soz-Kult und dem Jahr der Geisteswissenschaften.

Redaktionsbüro Jahr der Geisteswissenschaften
Quartier 207 / Friedrichstraße 78
10117 Berlin

Telefon: 030 / 700186-740
Fax: 030 / 700186-710

URL:http://www.abc-der-menschheit.de/
URL zur Zitation dieses Beitrageshttp://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/websites/id=275

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