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| Veranstalter: | FQS - Forum Qualitative Sozialforschung |
FQS Review: Ein Online-Rezensionsdienst für qualitative Forschung
Günter Mey und Katja Mruck
FQS - Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research <www.qualitative-research.net
FQS Review wurde im Juni 2000 als eigene Rubrik in das Angebotsspektrum von FQS aufgenommen und hat sich mittlerweile als fester Bestandteil etabliert (zur Zwischenbilanz siehe Mruck & Mey 2001, Mey 2002): Bis Januar 2002 sind über 70 Rezensionen bzw. Rezensionsaufsätze (in deutsch und/oder englisch)[1] erschienen, und neben dem im Mai 2001 veröffentlichten Special Issue: FQS Reviews I <www.qualitative-research.net
1. Ansprüche und Zielsetzungen des Rezensionsdienstes in FQS
Zunächst waren für die Rubrik FQS Review vorrangig Besprechungen zu dem Themenbereich "Methodologie und Methoden" vorgesehen, da diese für die Leserinnen und Leser als besonders relevant erachtet wurden. Mehr und mehr wurden dann auch zusätzliche Anwendungsfelder qualitativer Forschung berücksichtigt, so dass bereits früh zwei weitere Themenbereiche - "Zeichen - Kultur - Identität" und "Online-Forschung - (Neue) Medien" - entstanden sind. Neben diesen mittlerweile zum Standardrepertoire von FQS Review gehörenden Bereichen befinden sich andere im Aufbau, u.a. "Arbeit - Beruf - Schule - Familie - Institution" und "Studien zu Gesundheit und Medizin". Die Ausweitung des Themenspektrums wurde vor allem notwendig, weil FQS als transdiziplinäres Angebot konzipiert ist und von unterschiedlichen Personen (-kreisen) genutzt wird - wobei qualitative Forschung als gemeinsame Klammer leitend bleibt. Letzteres unterscheidet den Adressant(inn)enkreis von FQS Review auch von anderen originären Print-Rezensionszeitschriften, die sich zumeist auf eine bestimmte Disziplin spezialisieren (wie etwa "Contemporary Psychology" <www.apa.org
Am ehesten finden sich - was den deutschsprachigen Raum angeht - Überschneidungen mit zwei 2000 gegründeten Print-Zeitschriften für qualitative Sozialforschung - Zeitschrift für qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung <mlucom6.urz.uni-halle.de
Im Unterschied zu Print-Zeitschriften war FQS Review von Anfang an so konzipiert, dass die Potentiale, die mit Online-Angeboten einhergehen können, offensiv genutzt werden sollten: Insbesondere wurden anfängliche Überlegungen bald verworfen, für Besprechungen Zeichen- oder Wortvorgaben als Orientierung für die Rezensierenden zu geben, bzw. es wurde angesichts der flexiblen Platzressourcen forciert, dass jeder Beitrag in Umfang und Gestaltung so anzulegen ist, wie dies aus Sicht des/der Rezensierenden und bezogen auf die jeweils behandelte Medieneinheit notwendig und sinnvoll erscheint. Diese Entscheidung war auch notwendig, weil Rezensionen in FQS nicht wie in vielen Zeitschriften üblich nur als knappe Wiedergaben des Inhalts (-verzeichnisses) angelegt sein sollten, sondern sie sollten als konstruktiv-kritische Auseinandersetzungen mit der besprochenen Medieneinheit - eingebettet in den jeweiligen Forschungskontext - verfasst werden (zu Ansprüchen von und ersten Erfahrungen mit FQS Review siehe ausführlicher Mey 2000).
FQS kooperiert mit unterschiedlichen Verlagen, die Besprechungsexemplare bereitstellen (siehe hierzu die Liste verfügbarer Medieneinheiten <qualitative-research.net
2. Formen und Formate
Im Rahmen von FQS Review werden vorrangig Neuerscheinungen behandelt, teilweise aber auch Medieneinheiten aus zurückliegenden Jahren (also älter als zwei Jahre), wenn sie für qualitativ Forschende besonders interessant erscheinen. Vorgesehen ist zudem, "Klassiker" zu besprechen oder aber wichtige ältere Rezensionen, die bereits (in Print-Zeitschriften) veröffentlicht wurden, kommentiert neu zu publizieren.
Unabhängig davon, um welche Art von Medieneinheit es sich handelt und ob eine oder mehrere Medieneinheiten als "Sammelrezension" in einen Beitrag behandelt werden, stehen unterschiedliche Formate zur Auswahl. Allerdings dominieren bisher - trotz der eigens auf unseren Seiten gegebenen Hinweise zur Besprechung von Medieneinheiten <www.qualitative-research.net
Hingegen konnten Review-Symposien - obwohl seit Beginn von FQS Review vorgesehen - bisher nicht realisiert werden. Gegenüber Mehrfachbesprechungen, mit denen die mit einer Medieneinheit verbundene Rezeptions- und Darstellungsbreite verdeutlicht werden kann, bieten (moderierte) Review- Symposien noch mehr die Möglichkeit, divergierende Sichtweisen auf eine Medieneinheit zu entfalten (Beispiele für [unterschiedlich organisierte] Review Symposionen gibt etwa die Rubrik Review-Symposium von H-Soz-u-Kult <hsozkult.geschichte.hu-berlin.de
3. Ausblick
Anliegen von FQS Review - dies sollte die vorangegangene Darstellung verdeutlichen - ist es nicht nur, über (neue) Medieneinheiten zu informieren, sondern mittels Rezensionen sollen für interessierende Themengebiete zusätzliche Perspektiven gefördert und möglicherweise sogar wissenschaftliche Diskurse neu eröffnet werden: Rezensionen "are not infrequently cited as sources of ideas", so die Editoren von Contemporary Psychology in ihren an die Rezensierenden verschickten Guidelines. Dies macht deutlich, welcher Stellenwert Rezensionen zukommen kann, wenn eine Medieneinheit wirklich zum Anlass genommen wird, Schwierigkeiten und Entwicklungsmöglichkeiten in einem Forschungsfeld aufzuzeigen, statt nur deren Inhalt nachzeichnend vorzustellen. Mit einer solchen Orientierung kann mittelfristig auch eine Aufwertung von Rezensionen (und von dem Rezensieren als wissenschaftlicher Tätigkeit) einhergehen entgegen dem "Schattendasein", das Rezensionen bisher in vielen Zeitschriften führen (und wohl wegen der eingeschränkten Platzressourcen weiterhin führen müssen), weshalb Buchbesprechungen oft - und was ihre Potentiale angeht: zu Unrecht - als Beiträge minderer Art gelten (also z.B. bei der Abfrage so genannter Leistungsdaten, die zukünftig für die Budgetierung an Universitäten herangezogen werden, unberücksichtigt bleiben).
Literatur
Mey, Günter (2000, Dezember). Editorial Note: Wozu Rezensionen? oder: Warum Rezensionen eigenständige Beiträge sein sollten [20 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum Qualitative Social Research [Online- Journal], 1(3). [Verfügbar über: www.qualitative-research.net
Mey, Günter (2002, Mai). Editorial Note: 2 Jahre FQS Rezension - Eine Zwischenbilanz [16 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum Qualitative Social Research [Online-Journal], 2(2). [Verfügbar ab Mai 2002 über: www.qualitative-research.net
Moes, Johannes (2000, Januar). Von der Text- zur Hypertextanalyse: Konsequenzen für die Qualitative Forschung [15 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 1(1). [Verfügbar über: qualitative-research.net
Mruck, Katja (2000, Januar). FQS - Idee, Realisierung, Perspektiven [25 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [Online Journal], 1(1). [Verfügbar über: www.qualitative-research.net
Mruck, Katja & Mey, Günter (2001, Mai). FQS - In eigener Sache [45 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On- line Journal], 2(2). [Verfügbar über: www.qualitative-research.net
Mruck, Katja & Mey, Günter (2001, im Druck). Wissenschaftliches Publizieren in Online-Zeitschriften: Über das schwierige Vertrautwerden mit einem neuen Medium. Zeitschrift für Qualitative Bildungs-, Beratungs- und Sozialforschung, 4.
Roth, Wolff-Michael (2001, Mai). The Politics and Rhetoric of Conversation and Discourse Analysis. Review Essay [21 Absätze]. Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research [On-line Journal], 2(2). [Verfügbar über: www.qualitative-research.net
Zu den Autor(inn)en:
Günter Mey; Dr. phil, Diplom-Psychologe; wissenschaftlicher Assistent im Fachgebiet Entwicklungspsychologie an der Technischen Universität Berlin; Forschungsschwerpunkte: qualitative Methodologie und Methoden, Identitätsforschung, kultur- und ökologisch orientierte Psychologie; Online- Kommunikation/-Publishing; Günter Mey ist Book Review-Editor von FQS - Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (www.qualitative-research.net
Anschrift: Technische Universität Berlin, Fakultät VII - Architektur Umwelt Gesellschaft, Institut für Soziologie; Fachgebiet Entwicklungspsychologie, Sekr. HAD 40, Hardenbergstr. 4-5; D-10623 Berlin; Email: mey
Katja Mruck; Dr. phil, Diplom-Psychologin; Projektleitung/Koordination des DFG-Projektes "Ausbau der wissenschaftlichen Online-Zeitschrift FQS zum Informations-, Kommunikations- und Vernetzungsportal qualitative- research.net"; Forschungsschwerpunkte: qualitative Methodologie und Methoden; Online-Kommunikation/-Publishing; Katja Mruck ist Geschäftsführende Herausgeberin von FQS - Forum Qualitative Sozialforschung / Forum: Qualitative Social Research (www.qualitative-research.net
Anschrift: Freie Universität Berlin, FB 12, WE 09 - FQS / qualitative-research.net, Habelschwerdter Allee 45, D-14195 Berlin; Email: mruck
[1] Vereinzelt werden Besprechungen (ebenso wie andere Beiträge in FQS) auch in zusätzlichen Sprachen veröffentlicht (französisch oder spanisch); seit September 2001 werden für alle Rezensionen - unabhängig von der Sprache des Volltextes - Abstracts in deutsch, englisch und spanisch erstellt.
[2] Bislang wurden Rezensionen aus folgenden Zeitschriften in FQS "zweit-" bzw. zum Teil auch vorveröffentlicht: "Handlung Kultur Interpretation", "Journal für Psychologie", "Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie", "Psychomed. Zeitschrift für Psychologie und Medizin" sowie "Psychotherapie und Sozialwissenschaft". Auch umgekehrt besteht die Möglichkeit, dass Rezensionen aus FQS in Print-Zeitschriften - in Absprache mit uns und den jeweiligen Autor(inn)en und unter Angabe des Erstveröffentlichungsortes - ein zweites Mal veröffentlicht werden, ein Verfahren, das für andere Beiträge in FQS bereits praktiziert wird (u.a. mit "Historical Social Research / Historische Sozialforschung" und mit der tschechischen Zeitschrift "Biograf").
[3] In Review Notes (Rezensionen) werden Medieneinheiten nach einer knappen Skizze des Forschungsgebietes in ihren wesentlichen Umrissen vorgestellt, gerahmt durch eine kurze einleitende Standortbestimmung und eine abschließende Bewertung. Gegenüber diesem Besprechungsformat wird in Review Essays (Rezensionsaufsätze) das jeweilige Forschungsfeld - auch mit Hinweisen auf andere Publikationen - umrissen, um davon ausgehend den speziellen Beitrag zu verdeutlichen, den die vorgestellte Medieneinheit (nicht) leistet; zu weiteren Ansprüchen an die Formate und an FQS Review generell, siehe Mey 2000.
[4] Die mit dem Internet gebotene Möglichkeit auch experimenteller Schreibpraxen (etwa über die Nutzung verschachtelter Hyperlink-Strukturen) wird bislang nur in Ausnahmen realisiert. Für einen ersten Versuch siehe den in FQS erschienenen Review Essay "The Politics and Rhetoric of Conversation and Discourse Analysis: A reflexive, phenomenological hermeneutic analysis" <qualitative-research.net
| Kontakt: | Anschrift: Freie Universität Berlin, FB 12, WE 09 - FQS / qualitative-
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