Colloquium
"Dreiländerspiel". Verbindungen ungarischer Oppositioneller in das geteilte Deutschland in den 70er und 80er Jahren
Informationen zu diesem Beitrag
| Veranstalter: | Die Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (BStU) Berlin |
| Datum, Ort: | 09.12.2009, BStU Bibliothek, Karl-Liebknecht Straße 31/33, 10178 Berlin |
Die Abteilung Bildung und Forschung der Bundesbeauftragten für die Stasi-Unterlagen der ehem. DDR (BStU) lädt auch in diesem Winter zu einem semesterbegeleitenden Kolloquium in ihre Bibliothek ein, [Karl-Liebknecht Straße 31/33, 10178 Berlin]. In den Vorträgen wechseln sich Wissenschaftler der BStU mit externen Forschern ab, die jeweils ihre laufenden Forschungsprojekte vorstellen und mit den Zuhörern diskutieren. Im Mittelpunkt dieser Werkstattberichte steht selbstverständlich die Staatssicherheit DDR und ihre Arbeit, das Kolloquium ist aber auch offen für andere Themen. Das konkrete Programm entnehmen Sie bitte dem Semesterprogramm. Die Veranstaltung steht für alle Interessenten offen.
Kurze Vorstellung des Themas vom 09.12.2009:
Ab den 70er Jahren verstärkte sich – argwöhnisch beäugt und eifrig behindert von Stasi und ihrem ungarischen Pendant - der Gedankenaustausch zwischen Oppositionellen Ungarns und der DDR sowie kritischen linken Intellektuellen aus der Bundesrepublik. Exemplarisch hierfür steht von Anfang an der Verbindungskreis um den Ostberliner Reinhard Weißhuhn, 1986 Gründungsmitglied der Initiative Frieden und Menschenrechte (IFM) sowie Autor und Mitherausgeber verschiedener in der DDR illegaler Publikationen. Er unterhielt intensive persönliche Kontakte zu ungarischen Schriftstellern wie György Konrád, György Dalos und Miklós Haraszti. Diese pendelten damals zwischen Gleichgesinnten in ihrer Heimatstadt Budapest sowie Ost- und Westberlin, wo sie zeitweise lebten. Bedingt durch den schikanösen Umgang staatssozialistischer Behörden mit Andersdenkenden lösten sich viele kritische Geister in der DDR und ihre ungarischen Leidensgenossen schnell von anfänglichen naiven, oft linken Träumereien, von Vorstellungen einer Verbesserbarkeit des Sozialismus. Die Opposition betätigte sich in Ungarn, ähnlich wie in Polen, über zwei Jahrzehnte wesentlich erfolgreicher als in der DDR. Nicht nur die sich permanent verschärfende Wirtschaftslage Ungarns sondern auch die erstarkende politische Kraft der Opposition bewirkten die Veränderungen am Ende der 80er Jahre. Sie zielten auf die Umwandlung des sozialistischen Gesellschaftssystems in eine Demokratie nach westlichem Vorbild und in eine freie Marktwirtschaft. Dies führte u. a. zum Abbau des ungarisch-österreichischen Grenzzaunes und zur massenhaften Ausreise von DDR-Touristen aus Ungarn in die Bundesrepublik. Diese Ereignisse trugen wesentlich zum Fall der Berliner Mauer und zum Sturz des Kommunismus im gesamten Ostblock bei.
09.12.2009
Referent: Hans-Jürgen Rother (BStU - Bildung und Forschung)
Thema: „Dreiländerspiel“. Verbindungen ungarischer
Oppositoneller in das geteilte Deutschland in den 70er und 80er Jahren“
Ort: Bibliothek
Zeit: 18:15 Uhr
26.01.2010
Referent: Tobias Scheufele (BStU - Öffentlichkeitsarbeit)
Thema: Integration einer heterogenen Bewegungspartei.
Politische Kommunikationsformen der GRÜNEN in ihrer ersten Legislaturperiode im Bundestag 1983-1987
Ort: Bibliothek
Zeit: 18:15 Uhr
24.02.2010
Referentin: PD Dr. Daniela Münkel (BStU - Bildung und Forschung)
Thema: "Das Ende der Vollkollektivierung der Landwirtschaft im Spiegel der ZAIG-Berichte des Jahres 1960"
Ort: Bibliothek
Zeit: 18:15 Uhr
| Kontakt: | Helge Heidemeyer BStU-Karl-Liebknecht Straße 31/33, 10178 Berlin Helge.Heidemeyer |
Copyright (c) 2010 by H-Net and Clio-online, all rights reserved. This work may be copied and redistributed for non-commercial, educational use if proper credit is given to the author and to the list. For other permission, please contact H-SOZ-U-KULT
