Konferenz
Medien zwischen Fiction-Making und Realitätsanspruch – Konstruktionen historischer Erinnerung
Informationen zu diesem Beitrag
| Veranstalter: | Collegium Carolinum, München; Projekt "Musealisierung der Erinnerung – Zweiter Weltkrieg und nationalsozialistische Besatzung in Museen, Gedenkstätten und Denkmälern im östlichen Europa" München |
| Datum, Ort: | 03.09.2009-05.09.2009, Historisches Kolleg, München |
| Deadline: | 31.08.2009 |
(Massen-)Medien kommt eine entscheidende Rolle in der breitenwirksamen Kommunikation historischer Ereignisse zu. Historische Narrative werden einerseits mit Hilfe verschiedener Medien kommuniziert; andererseits generieren Medien – abseits wissenschaftlicher und politischer Vorgaben – ihrerseits Inhalte und prägen damit das Denken über Vergangenes und mithin die kollektive Erinnerung. Wenn in diesem Prozess aus Fakten Perspektiven werden, kann das Deutungsmonopol der Geschichtswissenschaften nicht mehr als unangefochten gelten. Es wird zunehmend unmöglich, die Grenze zwischen „historischer Wahrheit“ einerseits und „Fiction-Making“ andererseits zu bestimmen.
Für die Geschichtswissenschaft, insbesondere die historischen „memory studies“, ergeben sich daraus methodologische Desiderate: Die Notwendigkeit, mediale Träger von Erinnerungen zu analysieren und zu interpretieren, lassen die Zusammenarbeit von Historikern mit Kommunikations- und Medienwissenschaftlern sinnvoll erscheinen. Diesen Austausch zwischen den Disziplinen zu ermöglichen und einen methodischen Zugang zu den medialen Darstellungsweisen von historischen Ereignissen zu diskutieren, ist das Anliegen der von Monika Flacke, Peter Haslinger, Monika Heinemann, Hannah Maischein und Martin Schulze Wessel im Rahmen des von der VolkswagenStiftung geförderten Forschungsprojekts „Musealisierung der Erinnerung. Zweiter Weltkrieg und nationalsozialistische Besatzung in Museen, Gedenkstätten und Denkmälern im östlichen Europa“ konzipierten Tagung.
Donnerstag, 3. September 2009
13.15 Uhr, Begrüßung durch Prof. Dr. Martin Schulze Wessel
13.30 – 15.30 Uhr, Panel 1: Bilder
Moderation: Prof. Dr. Martin Schulze Wessel
Hannah Maischein: Sekundäre Augenzeugen der Shoah? Fragen zur dokumentarischen Bildpraxis.
Florian Arndtz: Der graue Krieg – Phänomenologische Fragestellungen zu den Wirkungen fotografischen Materials zwischen Dokumentation und Irrealität.
Sandra Starke: Signal Corps – amerikanische Kriegsfotografen und -filmer im Auftrag der US-Army 1941–1945. Produktion, Rezeption, Re-education und Ausstellungspraxis.
15.30 – 16.30 Uhr, Kaffepause
16.30 – 18.30 Uhr, Panel 2: Film
Moderation: Prof. Dr. Hubertus Kohle
Andreas Schneider: „Emotionale Archäologie“ vor „Shoah“. Niederländische KZ-Fernseh-dokumentarfilme der 1970er Jahre zwischen Inszenierung und Authentizitätsanspruch.
Michael Zok: „Selbst das Lagerorchester ist authentisch!“ Zur Konstruktion von Besatzungs- und Lagerrealität im polnischen Film und deren Wahrnehmung.
Dr. Jürgen Kniep: Virtuelle Musealisierung? Produktion, Zensur und Rezeption von Kriegsfilmen in den fünfziger und sechziger Jahren.
18.30 – 19.30 Uhr, Pause
19.30 – 21.00 Uhr Öffentlicher Abendvortrag:
Prof. Dr. Frank Stern: Das Jüdische auf der Leinwand: Imagination und Ambivalenz von Erinnern und Vergessen im deutschsprachigen Film.
Moderation: Prof. Dr. Monika Flacke
Freitag, 4. September 2009
10.15 – 12.15 Uhr, Panel 3: Bild und Text/Bildliteratur
Moderation: Prof. Dr. Michael Zimmermann
Prof. Dr. Bettina v. Jagow: Das Fiktive der Erinnerungsräume. Kommunikation als Dematerialisierung.
Dr. Kathrin Kollmeier: Bestiarium und „polar noir“: Die Erfahrung der deutschen Besatzung Frankreichs in bildliterarischen Erzählungen.
Christian Hißnauer: Hybride Formen des Erinnerns: Vorläufer des Doku-Dramas in den 1970er Jahren.
12.15 – 14.15 Uhr, Mittagspause
14.15 – 16.15 Uhr, Panel 4: Ausstellungen
Moderation: Prof. Dr. Monika Flacke
Monika Heinemann: Emotionalisierungsstrategien in historischen Ausstellungen am Beispiel ausgewählter Warschauer Museen.
Dr. Bernadette Fülscher: Geschichte „live“ erleben? Möglichkeiten und Grenzen von Szenografie in historischen Ausstellungen.
Dr. habil. Birgit Schwelling: Gedächtnis, Materialität und Emotion. Die Ausstellung „Wir mahnen. Erlebnis ist Aufgabe“ und ihre Objekte als Medien der Erinnerung.
16.15 – 17.00 Uhr, Kaffepause
17.00 – 19.00 Uhr, Podiumsdiskussion: „Gedenken und Erinnerung – Fragen zur Vergegenwärtigung des Zweiten Weltkriegs in Museen und Gedenkstätten“
Prof. Dr. Monika Flacke (Deutsches Historisches Museum, Berlin)
Prof. Dr. Volkhard Knigge (Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora), angefragt
Dr. habil. Piotr M. Majewski (Museum des Zweiten Weltkriegs, Danzig)
Dr. Jörg Morré (Deutsch-Russisches Museum Berlin-Karlshorst)
Moderation: Prof. Dr. Peter Haslinger
Sonnabend, 5. September 2009
10.15 – 12.15 Uhr, Panel 5: Denkmäler
Moderation: Monika Heinemann
Dr. des. Godehard Janzing: Freiheits- und Einheitsdenkmal in Berlin: Künstlerische Strategien der Auslassung in Bezug auf den Zweiten Weltkrieg.
Ekaterina Makhotina: Symbole der Macht, Orte der Trauer – Ehrenmale, Soldatenfriedhöfe und Gedenkrituale des Zweiten Weltkrieges im postsowjetischen Raum.
Dr. Stephan Scholz: „Dem Vergessen entrissen“? Denkmäler als Medien der Erinnerungskultur (unter besonderer Berücksichtigung der bundesdeutschen Vertriebenendenkmäler).
12.15 – 13.30 Uhr, Mittagspause
13.30 – 15.30 Uhr, Panel 6: neue Medien
Moderation: Hannah Maischein
Dr. des. Steffen Bender: „You don‘t play, you volunteer“ – Erinnerungskonstruktionen des Zweiten Weltkriegs in Computerspielen.
Dr. habil. Thomas Weber: Das WWW als „Lieu de Mémoire“. Immersion, Emersion und Transmersion als Gestaltungsstrategien historischer Vermittlungsarbeit.
Michael J. Eble: Das Gestern im Heute 2.0: (Re-)Konstruktion und Vermittlung historischer Erinnerungen mittels Wikipedia.
Um eine Anmeldung bis zum 31. August 2009 bei Hannah Maischein (hannah.maischein
| Kontakt: | Monika Heinemann
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| URL: | http:/ |
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