Fascism without Borders. Transnational Connections and Cooperation between Movements and Regimes in Europe from 1918 to 1945

Fascism without Borders. Transnational Connections and Cooperation between Movements and Regimes in Europe from 1918 to 1945

Organisatoren
Arnd Bauerkämper / Grzegorz Rossoliński-Liebe / Anna Lena Kocks / Silvia Madotto, Freie Universität Berlin
Ort
Berlin
Land
Deutschland
Vom - Bis
19.06.2014 - 21.06.2014
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Von
Verena Nöthig, Freie Universität Berlin; Alessandro Salvador, Università degli Studi di Trento

Die von der Fritz Thyssen Stiftung unterstützte Konferenz Fascism without Borders diente den internationalen Teilnehmern als Forum für angeregte Diskussionen über ihre Forschungen. Die thematisierte große Diversität von Verbindungen und Kooperationen faschistischer Bewegungen und Regime untereinander ließ erkennen, dass der Faschismus grenzüberschreitend wirkte und dennoch regional und national verschiedene Ausprägungen zeitigte. Die Konferenz machte so deutlich, dass, obwohl eine „faschistische Internationale“ als solche nicht institutionalisiert worden ist, Faschismus doch ein transnationales Phänomen war. Neuere Forschungen zu bisher wenig beachteten peripheren faschistischen Bewegungen erweiterten dabei die Perspektive auf den international agierenden Faschismus. Die Teilnehmer der Konferenz Fascism without Borders konnten so bisher in der Wissenschaft weitgehend vernachlässigte Verbindungen, Interaktionen und Verschränkungen der verschiedenen faschistischen Bewegungen aufzeigen.

Bei den Anfängen des Faschismus beginnend, setzte sich ARND BAUERKÄMPER (Berlin) mit Mussolinis frühem Erfolg auseinander, der seine Bewegung in vielen europäischen Ländern zum Vorbild derjenigen gemacht habe, welche die liberale Nachkriegsordnung ablehnten, sich durch den größer werdenden Einfluss kommunistisch-revolutionärer Ideen bedroht sahen, und konservativen Grundsätzen folgten, um das Recht auf Privateigentum gegen sozialistische und egalitäre Vorhaben zu schützen. GRZEGORZ ROSSOLIŃSKI-LIEBE (Berlin) hob in seinem Eröffnungsbeitrag hervor, dass Faschismus und transnationaler Faschismus in Deutschland aufgrund der Dominanz der Forschungen zum Nationalsozialismus bisher nur peripher behandelt worden seien. Eine transnationale Perspektive auf das Thema sei unterbunden worden, da die Fokussierung auf den Nationalsozialismus den Gegenstand isoliert und ihm seine transnationale Komplexität entzogen habe. CONSTANTIN IORDACHI (Budapest) widmete sich der Faschismusforschung, indem er bei Georg Mosse und dessen Streben nach einem komparativen Vorgehen ansetzte. Vergleichende Studien seien jedoch durch die Dominanz orthodoxer marxistischer Perspektiven unter Druck geraten, so dass sich bereits nach einigen Jahren ein radikaler Wandel in der Faschismusforschung vollzogen habe. Die theoretischen Ansätze der so in den 1960ern und 1970er Jahren veröffentlichten Forschungen Mosses und Renzo de Felices, hätten den transnationalen Umgang mit dem Thema jedoch wenig gefördert.

Um der Konferenz einen methodischen Rahmen zu geben, wurden im ersten Panel theoretische und methodische Aspekte bezüglich des transnationalen Faschismus analysiert. ROGER GRIFFIN (Oxford), dessen Beitrag von Arnd Bauerkämper präsentiert wurde, wies darauf hin, dass trotz der Eigentümlichkeit der verschiedenen Ausprägungen der nationalen Faschismen ein transnationales Muster existiert habe. Die Wurzel der Faschismen sah Griffin in dem verbreiteten Gefühl der Dekadenz der Moderne. Während diese Wahrnehmung der Dekadenz für ganz Europa gegolten habe, sei die Reaktion auf diese in den verschiedenen europäischen Staaten unterschiedlich ausgefallen, so dass diese mannigfaltigen Reaktionen jeweils verschiedene und unterschiedlich radikale Faschismen bedingt hätten, so dass man zwischen Faschismus und Proto-Faschismus differenzieren müsse. MATTEO PASETTI (Bologna) analysierte transnationale Verbindungen, welche die Verbreitung des Konzepts korporativer Organisation in Europa ermöglichten. Vor allem vom italienischen Faschismus gefördert, sei Korporatismus weithin als ein dritter Weg neben Sozialismus und Kapitalismus anerkannt gewesen. Die Übernahme des korporativen Modells, trotz nationaler Partikularitäten, habe den faschistischen Bewegungen gegenseitig als Erkennungsmerkmal gedient.

Der zweite Block der Konferenz befasste sich mit der Rolle und der Dimension von Propaganda bei der Transnationalisierung faschistischer Ideen. ANNA LENA KOCKS (Berlin) verglich Druckerzeugnisse der italienischen mit solchen der britischen faschistischen Jugendbewegung. Sie stellte fest, dass sich die auf die Jugend ausgerichteten Aktivitäten der British Union of Fascists (BUF) von denen der italienischen Faschisten hinsichtlich ihres Jugendverständnisses und der ihr zugedachten Rolle der Frau unterschieden. Während Frauen bei den Freizeitaktivitäten der BUF keine Berücksichtigung gefunden hätten, sei dies bei den italienischen Faschisten durchaus der Fall gewesen. Gleichzeitig habe sich die BUF in größerem Maße auf paramilitärisches Training konzentriert als die italienische faschistische Jugendorganisation. GORAN MILJAN (Budapest) konzentrierte sich in seinem Vortrag auf die Jugendorganisationen der Ustasha-Bewegung in Kroatien und der Hlinka-Jugend in der Slowakei. Er wies darauf hin, dass sowohl der italienische Faschismus als auch der deutsche Nationalsozialismus großen Einfluss auf das Zustandekommen beider Organisationen gehabt hätten. Beide faschistische Jugendbewegungen seien für das Streben des kroatischen und slowakischen Staates nach Unabhängigkeit und staatlicher Wiederherstellung von großer Bedeutung gewesen. CLAUDIA NINHOS (Lisboa) thematisierte die wechselseitigen Beziehungen zwischen deutschen und portugiesischen Jugend- und Arbeiterorganisationen, wobei sie die deutsche Kulturpropaganda als Instrument sah, kulturelle Hegemonie über andere faschistische Staaten zu etablieren. Dieses als deutscher Kolonialismus kritisierte Vorgehen habe bei den portugiesischen Faschisten durchaus auch Ablehnung hervorgerufen. Trotz der Veränderungen, die der Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in den diplomatischen Beziehungen zwischen Deutschland und Portugal bewirkte, seien zwischen der portugiesischen faschistischen Jugend und der Hitlerjugend weiterhin Jugendaustausche organisiert worden. Insgesamt warf der zweite Konferenzblock die von Bauerkämper formulierte Frage nach der Asymmetrie des Austauschs zwischen faschistischen Bewegungen auf.

Im dritten Block eröffnete MIGUEL ALONSO IBARRA (Barcelona) mit seinem Vortrag zu den Erinnerungen internationaler Freiwilliger im Spanischen Bürgerkrieg eine lebhafte Diskussion. Er rekonstruierte die Motive und den ideologischen Hintergrund junger Freiwilliger, die aus den verschiedensten Ländern nach Spanien gekommen waren, um auf franquistischer Seite zu kämpfen. Obwohl ihre ideologische Bindung an den Faschismus nicht immer stark gewesen sei, hätten sie die faschistische Ideologie gleichwohl als Mittel zur Selbstverwirklichung betrachtet. Der Spanische Bürgerkrieg habe als Zentrum für den Austausch, die Weitergabe und die Zusammenführung faschistischer Ideen gedient und der Ideologietransfer zwischen internationalen Freiwilligen und spanischen Kämpfern habe zudem die Entwicklung des Franquistischen Spaniens beeinflusst. Die folgenden Vorträge von Rossoliński-Liebe und Antonis Klapsis konzentrierten sich auf Konflikte zwischen faschistischen Regimen. ROSSOLIŃSKI-LIEBE (Berlin) sprach über drei beispielhafte Konflikte, bei denen die deutschen Nationalsozialisten, die Vaterländische Front in Österreich, die radikale Fraktion der Organisation ukrainischer Nationalisten und die Rumänische Eiserne Garde involviert waren. Anhand dieser Beispiele zeigte Rossoliński-Liebe, dass für die Nationalsozialisten bei der Wahl der Bündnispartner ideologische Ähnlichkeit keine Rolle spielte, geopolitische Interessen dagegen jedoch sehr wohl Beachtung fanden. So haben die Nationalsozialisten mit der Ustaša und der Hlinka-Partei zusammengearbeitet aber mit den ukrainischen Nationalisten und der rumänischen Eisernen Garde keine Kooperation aufgebaut. Es seien so in erster Linie pragmatische, wirtschaftliche und geopolitische Faktoren, die darüber entschieden, welche faschistischen Bewegungen sich mit Unterstützung der Nationalsozialisten in staatstragende Regime verwandelt und welche osteuropäischen Faschisten als Sonder- und Ehrenhäftlinge in Berliner Gefängnissen oder deutschen Konzentrationslagern inhaftiert worden seien.

Wie sein Vorredner stellte auch ANTONIS KLAPSIS (Cyprus) fest, dass strategische nationale Außenpolitik oft entgegen ideologischer Affinitäten zwischen faschistischen Parteien betrieben wurde. Gegenstand seines Vortrags war Metaxas Regime in Griechenland, welches sich trotz seiner ideologischen Nähe zu Mussolinis italienischem Faschismus, außenpolitischen Zielen Italiens im Mittelmeer und Mussolinis revisionistischen Gedanken zur europäischen Nachkriegsordnung stark widersetzte. Obwohl Metaxa das faschistische Italien nie offen kritisiert habe, habe er eine klare pragmatische Außenpolitik betrieben, die dazu geführt hätte, dass das griechische Regime mit Groß Britannien und seinen Alliierten kooperierte, statt die Achsenmächte zu unterstützen.

MARIO IVANI (Lisboa) analysierte im Zuge des den Akteuren der Transnationalisierung des Faschismus gewidmeten vierten Panels wie die italienische Regierung durch die Entsendung von Polizeioffizieren, Intellektuellen und Politikern versuchte ihre Ideologie in das faschistische Portugal Salazars zu exportieren, um die bilateralen Beziehungen zu stärken und die Kooperation zu fördern. Es sei bezeichnend, dass Mussolini den spanischen Nacional Sindicalismo zunehmend ignorierte, seine Beziehungen zu Salazar jedoch ausbaute. Diese Vorgehensweise zeige ebenfalls wie pragmatische Entscheidungen unabhängig von Ideologie getroffen worden seien. Im Gegensatz zu der an Institutionen und dem Handeln staatlicher Akteure orientierten Forschung Ivanis, setzte sich MARLEEN RENSEN (Amsterdam) in ihrem Vortrag mit den Gedanken eines einzelnen grenzüberschreitenden Akteurs auseinander: Robert Brasillach. Der französische Romancier, Poet und Kritiker unterhielt Kontakte zu hochrangigen deutschen Nationalsozialisten und kollaborierte während der deutschen Besetzung Frankreichs mit den Besatzern. Brasillach habe ein Konzept einer neuen europäischen Ordnung entworfen, in welche er den französischen Faschismus insofern integriert sah, als dass er den deutsch-französischen Beziehungen in dieser Ordnung eine zentrale Rolle zusprach. Auch RAUL CÂRSTOCEA (Flensburg) setzte sich in seinem Beitrag mit dem Wirken einer einzelnen Person auseinander. Ion Mota, der zweite Vorsitzende der rumänischen faschistischen Legion des Erzengels Michael habe mit seinen dezidiert antisemitischen Gedanken die ideologische Basis der sogenannten Eisernen Garden mitbegründet, jedoch komme in Bezug auf die Ideologie und das Selbstverständnis dieser Bewegung auch der Religion eine absolut essentielle Rolle zu. Die transnationalen Ambitionen der Legion des Erzengels Michael gründeten vor allem auf den antisemitischen Gedanken Motas, seien aber stark von der Vorstellung von international organisierten antifaschistischen Feinden geprägt, zu denen Mota neben den Juden auch die Kommunisten zählte. Nach Motas Überzeugung sei der so als international wahrgenommenen Bedrohung nur durch internationales Handeln der faschistischen Bewegungen beizukommen. Grenzüberschreitende Bedrohungen waren so laut Cârstocea Anlass zum grenzüberschreitenden Handeln der faschistischen Bewegungen.

Im Rahmen des den Visionen eines faschistischen Europas gewidmeten fünften Panels erläuterte MONICA FIORAVANZO (Padova), dass italienische Faschisten Mussolinis Regime als Zentrum einer neuen faschistischen Ordnung Europas etablieren wollten. Das Ziel der Hegemonie in Europa sei jedoch partiell modifiziert worden, sobald der Faschismus italienischer Couleur mit den hegemonialen Zielen der Nationalsozialisten konkurrieren musste. Mit der Einberufung des Comitati per l’Universalità di Roma (CAUR) im Jahr 1933 habe sich Mussolinis Regime explizit den Gedanken eines faschistischen Europas als zentralen Akteur auf der Bühne der Weltpolitik zu Eigen gemacht. Diese Idee sei in den faschistischen Bewegungen Europas in lebhaften Debatten diskutiert worden. JOHANNES DAFINGER (Klagenfurt) analysierte in seinem Beitrag die sich wandelnde NS-Propaganda und ihre völkischen Aspekte. Dafinger erklärte, dass viele faschistischen Bewegungen des Kontinents sich gezwungen sahen, ein positiv konnotiertes Konzept Europas zu entwickeln, obwohl sie selbst als Erben radikaler Nationalismen ursprünglich eine dezidiert antieuropäische Perspektive eingenommen hätten.

WOLFGANG WIPPERMANN (Berlin) lenkte die Aufmerksamkeit der Konferenzteilnehmer im gleichnamigen sechsten Panel auf den transnationalen Antifaschismus. Er wies darauf hin, dass es Antifaschismus als solchen heutzutage nicht mehr gäbe, während Faschismus durchaus noch anzutreffen sei. Gemäß Wippermann lenkten Debatten über die Differenzierung zwischen Faschismus, Para-Faschismus und Autoritarismus von aktuellem Faschismus ab und verhinderten gleichzeitig diesen als solchen zu identifizieren. Zudem forderte er zu überdenken, ob nicht auch der außereuropäische Kontext des Faschismus miteinbezogen werden sollte. Wippermann forderte auf diese Weise die Grenzen des Konzepts der Konferenz heraus. Auf diese Herausforderung reagierten Rossoliński-Liebe und Bauerkämper als Organisatoren der Konferenz in der folgenden Diskussion, indem sie auf die Zäsur des Zivilisationsbruchs Holocaust hinwiesen, auf welchen die nach 1945 aktiven faschistischen Bewegungen hätten reagieren müssen, indem sie ihr Gesicht wandelten. Darüber hinaus böten schon die Forschungen zu den internationalen Verflechtungen des europäischen Faschismus viele neue Erkenntnisse, so dass ein Blick über den Atlantik, weg vom europäischen Herkunftsort des Faschismus hin zu Staaten, in welche dieser exportiert worden sei, eines größeren Rahmens bedürfe, als diese Konferenz bieten könne.

In Bezug auf den zuvor von Wippermann thematisierten internationalen Antifaschismus, behandelte FRANCESCO DI PALMA (Berlin) die Zusammenarbeit der Exil-SPD SOPADE mit der italienischen Widerstandsgruppe Giustizia e Libertà. Trotz ideologischer Differenzen hätten beide Gruppen gut miteinander kooperiert, lehnten die Zusammenarbeit mit Kommunisten und radikaleren antifaschistischen Gruppierungen jedoch ab. Obwohl sie den Faschismus als eine internationale Gefahr erkannten und internationale antifaschistische Aktionen unterstützten, hätten beide Organisationen jedoch vor allem einen ideologischen Antifaschismus betrieben. Einen anderen Akteur des antifaschistischen Widerstands thematisierte SILVIA MADOTTO (Berlin), indem sie sich in ihrem Beitrag dem akademischen Widerstand an Universitäten widmete. Mal in Zusammenarbeit mit nicht-universitären Netzwerken, mal international und mal regional agierend, sei von Widerstandsgruppen an europäischen Universitäten sowohl theoretischer als auch praktischer Widerstand ausgegangen. Madotto hob in ihrem Vortrag die Schwierigkeit der Grenzziehung in Bezug auf die Definition von Widerstand hervor. Wenn man praktische Unterstützung des Antifaschismus und gegenseitige Hilfe oder kleinere Sabotage-Akte erforsche, werde man damit konfrontiert, dass zwischen aktivem Widerstand und pragmatischer persönlicher Einflussnahme zugunsten von bestimmten Personen in sehr spezifischen Situationen eine sehr schwer zu ziehende Grenze bestehe.

In seinen die Konferenz beschließenden Worten definierte Bauerkämper Transnationalismus als Zusammenarbeit mehrerer Akteure, von denen mindestens einer eine Nichtregierungs- bzw. staatsunabhängige Organisation sein müsse. Transnationaler Faschismus habe sich auf Visionen, Ansprüche und Ziele bezogen und habe zu grenzüberschreitenden Aktionen geführt, die ungeachtet der großen Diversität faschistischer Bewegungen realisiert worden seien. Transnationaler Faschismus spiegele sich so im zu beobachtenden Transfer von Ideologien und Praktiken, sowie den mehr oder weniger asymmetrischen Verflechtungen zwischen den verschiedenen Akteuren wider. Auch einseitige Einflussnahme einer faschistischen auf eine andere faschistische Bewegung könne als transnationaler Faschismus bezeichnet werden. Methodisch böten sich bei der Investigation des transnationalen Faschismus verschiedene Vorgehensweisen an, wie etwa diachrone Vergleiche faschistischer Bewegungen mit zeitgenössischen Phänomenen unter Einbezug transnationaler Handlungsebenen kultureller, ökonomischer und rassistischer Ausprägung. Es sei zu beachten, dass sowohl in faschistischen, wie auch antifaschistischen Bewegungen der Eindruck von Dekadenz ein maßgeblich sinnstiftendes Element gewesen sei, wobei Antifaschisten den Faschismus als Teil der Zivilisationskrise angesehen hätten und diesen zu bekämpfen als unabdingbares Element der Krisenbewältigung verstanden hätten. Bei der Erforschung des transnationalen Faschismus sei es wichtig, die Struktur von Netzwerken und die sich verändernden Zentren transnationaler Prozesse miteinzubeziehen.

Indem er abschließend auf die von Wippermann aufgeworfene Frage nach den zeitlichen und geographischen Grenzen dieser Konferenz zurückkam, hob Bauerkämper hervor, dass die Erforschung von Faschismus als transnationales Phänomen im außereuropäischen Kontext und auch nach 1945 wichtig sei. Jedoch seien die Folgen, die der Zivilisationsbruch Auschwitz unter den faschistischen Bewegungen zeitigte schwerwiegend, so dass 1945 in der Faschismusforschung als Zäsur angesehen werden sollte. Außerdem sei Europa als Ursprung des Faschismus von besonderem Interesse, da er sich hier unter spezifischen Bedingungen entwickelt habe und in außereuropäischen Kontexten als negatives Exportprodukt gelten müsse.

Konferenzübersicht:
Welcome and Introduction: Arnd Bauerkämper and Grzegorz Rossoliński-Liebe (Berlin)

Opening Address Constantin Iordachi (Budapest): From Comparative to Transnational History: New Perspectives on the Entangled History of European Fascism

Panel 1: Transnational Fascism – Theories, Concepts and Approaches
Chair: Arnd Bauerkämper (Berlin)

Roger Griffin (Oxford): “Die Krankheit Europas”: The International Dimension of Fascist Diagnoses of Decadence

Matteo Pasetti (Bologna): Corporatist Connections: Reflections on the Transnational Flow of Ideas and Experiences in Interwar Europe

Panel 2: Propaganda and Representations
Chair: Grzegorz Rossoliński-Liebe (Berlin)

Anna Lena Kocks (Berlin): Organizing Leisure: the Extension of Propaganda into New Spheres by the Italian and British Fascist Movements

Goran Miljan (Budapest): The ‘New Youth’ for the ‘New Future’ – A Comparative Case Study of the Ustasha and Hlinka Youth Connections and Exchanges

Cláudia Ninhos (Lisboa): German-Portuguese Relations (1933-1945): Science, Knowledge and Power

Panel 3: Conflicts and Violence
Chair: Anna Lena Kocks (Berlin)
Miguel Alonso Ibarra (Barcelona): Brother in Arms. Fascist Volunteers in the Spanish Civil War

Grzegorz Rossoliński-Liebe (Berlin): East European Fascists in Nazi Concentration Camps

Antonis Klapsis (Cyprus): A Fascist State with an Anti-Fascist Foreign Policy? Greek Diplomacy towards Italy During the Metaxas Dictatorship

Panel 4: Actors
Chair: Albrecht Betz (Sorbonne)

Mario Ivani (Lisboa): Exporting the Fascist Political Model of Salazar’s Estado Novo. Intellectuals, Diplomats, Journalists, Political Activists and Police Officers in the Service of the Fascist Idea between Italy and Portugal in the 1920s and 1930s

Marleen Rensen (Amsterdam): Robert Brasillach and the Fascist Spirit in Europe

Raul Cârstocea (Flensburg): Native Fascists, Transnational Anti-Semites: Ion I. Moţa and the International Section of the “Legion of the Archangel Michael”

Panel 5: Visions of a Fascist Europe
Chair: Paolo Fonzi (Napoli)

Monica Fioravanzo (Padova): Italian Fascism in Transnational Perspective: the Debate on the New European Order (1930-1945)

Johannes Dafinger (Klagenfurt): The Nazi “New Europe” – Fascist or “Volkish”? Cultural and Academic
Exchange within the “Axis” Sphere of Influence

Panel 6: Transnational Antifascism
Chair: Constantin Iordachi (Budapest)

Wolfgang Wippermann (Berlin): Transnational Antifascism

Silvia Madotto (Berlin): Transnational Aspects of the Antifascist Resistance at European Universities during the Second World War

Francesco Di Palma (Berlin): German and Italian Democratic Socialists in Exile: Fascism Interpretations and Transnational Aspects of Resistance in the Sopade and Giustizia e Libertà

Conclusion: Arnd Bauerkämper: Comment and Perspectives of Research