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Subject matters: Subjects, Artefacts, Bodies. Internationale Graduiertenkonferenz

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Graduiertenkolleg „Selbst-Bildungen. Praktiken der Subjektivierung“, Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
Datum, Ort:07.02.2013-09.02.2013, Oldenburg

Bericht von:
Marie-Joana Münter / Christopher Müller / Maxi Berger, Graduiertenkolleg "Selbst-Bildung. Praktiken der Subjektivierung", Universität Oldenburg
E-Mail: <marie.joana.muenteruni-oldenburg.de>; <christopher.muelleruni-oldenburg.de>; <maxi.bergeruni-oldenburg.de>

Vom 7. bis 9. Februar 2013 fand an der Carl von Ossietzky Universität in Oldenburg die internationale Tagung „Subject matters: Subjects, Artefacts, Bodies“ statt. In drei Panels, „Subjects and Critique“, „Materiality-Artefacts-Space“ und „Subjects of the Body“ untersuchten die DoktorandInnen des DFG-Graduiertenkollegs und ForscherInnen deutscher und anderer europäischer Universitäten ein aktuell in den Geistes- und Kulturwissenschaften viel verhandeltes Thema: Die Bildung von Subjekten.

Dem praxeologischen Ansatz des Kollegs liegt die Annahme zugrunde, dass das Subjekt weder nur als ein autonom agierendes Individuum, noch ausschließlich als Effekt sozial vorbestimmter Strukturen begriffen werden kann. Stattdessen tritt der Prozess der Subjektbildung in den Vordergrund und damit die Frage, wie Subjekte in ihren Praktiken geschaffen werden und sich gleichzeitig aktiv ausbilden. Dabei wird nach theoretischen Modellen ebenso gefragt, wie nach dem Einfluss, den materielle Artefakte und die Räume, in denen Praktiken stattfinden, sowie die Körper der Akteure auf den Subjektivierungsprozess haben bzw. inwiefern sich theoretische Modelle und empirische Instanzen wechselseitig irritieren. Die Organisator/innen der Tagung beanspruchten weniger eine inhaltlich geschlossene Theorie der Subjektivierungspraxis vorzustellen, als vielmehr auf die unterschiedlichen Methoden und Perspektiven zu verweisen und nach interdisziplinären Verbindungen zu fragen. Vertreten waren unter anderem Philosoph/innen, Soziolog/innen, Historiker/innen, Kulturwissenschaftler/innen und Literaturwissenschaftler/innen. Organisiert wurde die Veranstaltung durch die Kollegat/innen und die Koordinatorin des Graduiertenkollegs Milena Weber.

Die Konferenz wurde durch THOMAS ALKEMEYER (Oldenburg), dem Sprecher des Graduiertenkollegs eröffnet. Er wies vor allem darauf hin, dass zwar viel über gelingende Subjektivierung, aber wenig über Reibungen und Brüche bei der Subjektbildung geforscht werde. Daher formulierte er als vorrangiges Ziel, klassischerweise mit dem Subjektbegriff verknüpfte Dimensionen der Selbstbestimmung, Reflexion und Kritik praxeologisch zu reformulieren, d.h. ihr Entstehen und ihren Vollzug zu untersuchen, ohne dabei in den traditionellen Subjekt-Objekt-Dualismus zu verfallen. Es gehe vor allem darum, das Subjekt nicht als eine Ein- oder Anpassung in eine bestimmte Form zu betrachten, sondern die in den Praktiken auftretenden transsituativen Selbstverhältnisse und Reflexionsfähigkeiten der Subjekte aufzudecken.

Panel 1: Subjects and Critique

Im ersten Panel wurden vor allem theoretische Modelle des Verhältnisses von Subjektivierung, gesellschaftlicher Ordnung und Praktiken anhand des Kritikbegriffs vorgestellt und diskutiert.

NILS BARATELLA (Oldenburg) eröffnete das Panel mit einer erkenntnistheoretischen Überlegung: Er fasste Subjektivierung als Spannungsverhältnis zwischen Stillstand und Bewegung. Diese Differenz sei konstitutiv, wenn man verstehen wolle, wie Subjekte eine kritische Perspektive zu den Prozessen ihres Werdens einnehmen könnten. In der Differenz werde deren Eigenständigkeit greifbar, weil dadurch eine vollständige An- oder Einpassung der Subjekte in eine still gestellte Subjektform ebenso verhindert wird, wie die vollständige Auflösung in Subjektivierungsprozesse.

Mit der Frage nach der politischen Dimension der „Sorge um sich Selbst“ in Foucaults Spätwerk führte THEOFANIS TASSIS (Berlin) das erste Panel fort. Subjektivierung werde häufig einseitig als Unterwerfung unter eine Regierungsweise begriffen, während der späte Foucault Subjektivierung auch emanzipatorisch gedacht habe. Dank der „Sorge um sich Selbst“ könne sich das Subjekt gestalten und sich gegen fremdbestimmte Manipulationstechniken von außen immunisieren. Das führe in letzter Konsequenz zu einem politischen Verhalten. Während also bei Baratella das Verhältnis von Subjekt und Kritik zunächst erkenntnistheoretisch entwickelt wurde, zeigte Theofanis Tassis auf, wie Selbstbestimmung zu einer praktischen Haltung wird.

Bei MARIO FARINA (Piemonte Orientale) wurde das Verhältnis von Subjekt und Kritik um den Aspekt der Gesellschaftskritik erweitert. In seinem Vortrag zum Subjektbegriff Adornos als Grundlage von Gesellschaftskritik zeigte er, dass der theoretische Begriff des Subjekts und die Objektivität als Inbegriff von Natur, Geschichte und Gesellschaft nur als wechselseitig vermittelte Begriffe denkbar sind, dass es also ohnehin problematisch ist, eine strenge Dualität von Subjekt und Objekt zu denken. Dieses zunächst erkenntnistheoretische Problem sei aber substantiell auf eine gesellschaftstheoretische Reflexion bezogen: Wenn das Verhältnis von Subjekten und Objekten nur als ein Wechselverhältnis denkbar ist, dann sei darin auch das Problem angelegt, unter welchen gesellschaftlichen Bedingungen sich die Subjekte einordnen oder kritisch positionieren können. Damit habe Subjektivierung immer auch normative Prämissen.

HANNO PAHL (Jena) thematisierte das Verhältnis von Ökonomiekritik und Subjektivierung. Den Ausgangspunkt seiner Überlegungen bildete die Auseinandersetzung mit poststrukturalistischer Ökonomiekritik. Er verwies darauf, dass insbesondere der geneaologische Kritiktyp für praxeologische Konzepte anschlussfähig sei, da er ohne normative Prämissen, ohne Postulate funktionaler Zusammenhänge und ohne Rekurse auf spezifische Formen der Subjektivität auskomme.

In den abschließenden Kommentaren gingen ANDREA KIRSCHNER und MARCUS HELD (Oldenburg) der Frage nach, wie Subjekte und Kritik in den Vorträgen des Panels jeweils ins Verhältnis gesetzt wurden und welche Folgerungen sich daraus für eine praxeologische Perspektivierung ergeben könnten.

Andrea Kirschner bezog sich dabei auf die Vorträge von Nils Baratella und Theofanis Tassis und sah vor allem eine Asymmetrie darin, dass bei Baratella der Subjektivierungsprozess im Verhältnis zu Objektivität und Macht produktiv werde, während Tassis dasselbe Verhältnis in seiner Destruktivität dargestellt habe. Zusammenfassend stellte sich für sie die Frage, inwieweit es einer transzendenten Instanz der Kritik bedürfe, wie es bei Tassis angedeutet wurde, oder ob die Eigenständigkeit der kritischen Subjekte nicht auch in alltäglichen Situationen aufzuzeigen sei.

Marcus Held kommentierte die Vorträge von Mario Farina und Hanno Pahl. In der Interpretation Adornos durch Farina sah Marcus Held den Hinweis, dass sich gerade in der kritischen Abgrenzung vom Gegenstand der Kritik Spielräume eröffneten, die ihrerseits als Praktiken der Subjektivierung für den praxistheoretischen Kontext fruchtbar gemacht werden könnten. Die Anknüpfungspunkte der Praxeologie an die Überlegungen Hanno Pahls und dessen Analysen poststrukturalistischer Ökonomiekritiken sah Marcus Held vor allem in dem Hinweis auf ökonomische Praktiken der Subjektivierung.

Panel 2: Materiality-Artefacts-Space

Am zweiten Konferenztag wurden die Rollen von Materialitäten, Artefakten und Räumen für die Praktiken der Subjektivierung aus kulturwissenschaftlicher, historischer und soziologischer Sicht untersucht.

SOPHIA PRINZ (Frankfurt/Oder) leitete das Panel mit der These ein, dass Selbstbildung stets auch an eine Auseinandersetzung mit materieller Kultur gekoppelt sei. Am Beispiel des Films „Citizen Kane“ (1941) demonstrierte sie, wie Objekte durch ihre Form, Gerüche und Haptik Subjekte irritieren oder längst vergessene Emotionen in Erinnerung rufen können. Dabei bildeten die materiellen Artefakte ein Bindeglied zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft und seien Teil der Subjektwerdung und des Subjektivierungsprozesses.

JOHANNA HARTMANN (Bremen) befasste sich mit Raumanordnungen und Subjektivierungspraktiken der Wohnlehre in den 1950er-Jahren. In den neu geschaffenen Wohnräumen der Nachkriegszeit seien durch Raumaufteilung und Anordnung der Einrichtungsgegenstände bestimmte Raumstrukturen geschaffen worden, durch die die Bewohner zugleich an bestimmte neue gesellschaftliche Ordnungsstrukturen gewöhnt werden sollten. Mit Hilfe von Ratgebern, Zeitschriften und Filmen analysierte Johanna Hartmann, wie die Subjekte entsprechend diesen Strukturen in ihren Positionen normativ gefestigt wurden und sich damit scheinbar passiv formen ließen, zugleich aber auch kreativ mit den vorgegebenen Raumstrukturen umgingen.

Die Möglichkeiten der autogeographischen Subjektanalysen veranschaulichte ERIC PILTZ (Dresden) im Kontext historischer Praktiken. Unter Rückgriff auf vier verschiedene Autobiographien aus dem 18. Jahrhundert zeigte er die Selbstverortung der Autoren hinsichtlich des Phänomens Stadt auf, wobei er sowohl untersuchte, wie Chroniken autogeographischer Praktiken Beziehungen zwischen dem Selbst und der sie umgebenden Orte kreieren, als auch umgekehrt die „sites of the social“ durch die Beschreibungen der frühneuzeitlichen Städte erschaffen und definiert werden.

LARS FRERS (Notodden, Norwegen) analysierte die Bedeutung von Intentionalität für Subjektivierungsprozesse: Er hatte Urlauber in Norwegen aufgefordert, sich zu filmen, während sie über ihre landschaftlichen Eindrücke berichten. Dabei zeigte sich, dass die Akteure ihrem Tun in Abhängigkeit von den jeweiligen Orten einen Sinn zusprachen, mit dem sie sich zugleich identifizierten.

ROMAN EICHLER (Oldenburg) machte in seinem Beitrag über das „Fixed Gear Cycling“ – dem Radfahren mit starrem Gang – deutlich, wie der (Stadt-) Raum als Element von Subjektivierung fungiert. Bei dieser urbanen Sportpraktik werden die angestammten Sonderräume des formell organisierten Sports verlassen; stattdessen wird der geplante, ‚eigentlich‘ funktional gegliederte städtische Raum erobert. In spezifischer Verknüpfung von Körpern und materiellen Arrangements wird so ein Subjekt hervorgebracht, das ‚den‘ Raum der Stadt situativ neu interpretiert und zur dynamischen Textur von Situationen der Selbst- und Welterprobung macht.

Mit ihrem Dokumentarfilm „Eine zukunftsweisende Vergangenheit“ bildeten die Filmemacher ARNE BUNK und BRITTA VON HEINTZE (Hamburg) den Abschluß der Diskussion des Verhältnisses von Subjektivierung und Raumordnungen. Bei ihnen wurde dieses Verhältnis am Beispiel von drei Hamburger Schulbauten der 1970er-Jahre thematisch. Die Besonderheit ihres Beitrages gegenüber den anderen bestand darin, dass es durch den Film möglich wurde, die durch die Raumordnungen bewirkten Eindrücke nachzuzeichnen und deren Wirkung spürbar zu machen.

Im abschließenden Kommentar zum zweiten Panel konstatierte CONSTANTIN RIESKE (Oldenburg), dass trotz der konstitutiven Rolle von Materialität und Räumen die Fragen blieben, wie der Zusammenhang beschrieben, analysiert und konzeptualisiert werden könne, und welche ethischen und moralischen Konsequenzen dieses kritisch zu betrachtende konstitutive Wechselverhältnis habe. Die Vielfalt der Methoden, mit denen die Referent/innen des zweiten Panels das Phänomen zu fassen versuchten, verdeutliche weiteren Diskussionsbedarf.

Panel 3: Subjects of the Body

Im dritten und letzten Panel der Tagung rückte der Körper als Träger verinnerlichten Wissens und kultureller Repräsentationen in den Blick.

Bereits der erste Vortrag des dritten Panels von DARA BLUMENTHAL (Kent) setzte sich kritisch mit vorherrschenden Körper-Konzepten auseinander. Rekurrierend auf Karen Barads Konzept der „onto-epistemology“ plädierte Blumenthal dafür, den Körper als corpus infinitum zu begreifen, der unmittelbar als Ursprung von Erfahrung, Wissen und Erkenntnis zu verstehen sei. Mit diesem Konzept betonte sie, dass Selbstbildung kein autonomer Akt sei.

ANGELIKA BAIER (Wien) thematisierte den intergeschlechtlichen Körper im und als Spiegel gesellschaftlicher Normierungskonzepte. Durch die Analyse verschiedener zeitgenössischer literarischer Texte und Filme, die von der Selbstverortung intergeschlechtlicher Menschen handeln, untersuchte sie die Metapher des Spiegels als Mittel und Bild der Selbstverortung von weder als Mann noch als Frau codierten Menschen. Es zeigte sich, dass die Protagonisten ihrer Suche nach geschlechtlicher Zugehörigkeit der gesellschaftlichen Normierung gemäß eine binäre Vorstellung von Geschlechtssubjekten zugrunde legten.

Am Beispiel des Yoga ging CLEMENS EISENMANN (Bielefeld) der Frage nach, welche Rolle der Körper und verkörpertes Wissen bei der Konstruktion von Spiritualität spielen. Seines Erachtens fungiert der Körper hierbei als ein Scharnier für die Vermittlung von Erfahrung und Wissen. Dabei machte Eisenmann deutlich, dass vielschichtige Dimensionen von Körperlichkeit wie z.B. das körperliche und nicht verbalisierbare Verstehen von Praktiken zu berücksichtigen sind.

ANNA MANN (Amsterdam) thematisierte „tasting bodies“. In ihren ethnographischen Studien und reflektierenden Betrachtungen zur Bedeutung des Schmeckens für das Körperwissen zeigte sie, dass es illusorisch ist, einzelne körperliche Praktiken isoliert zu beschreiben, da diese immer auch eng mit anderen Praktiken und Artefakten verknüpft seien.

Abschließend entwickelte CHRISTIAN FRITZ-HOFFMANN (Oldenburg) am Beispiel der Diagnostik von Muskeldystrophie das methodische Problem, inwieweit Wissen und Praktiken auf unterstelltes, in bestimmten Kontexten unartikuliertes Wissen (z.B. anderer Disziplinen) verwiesen sind. Mit dem Begriff der Latenz schlug er einerseits die interdisziplinäre Brücke zwischen den subjekttheoretischen Betrachtungen des ersten Panels zu den ethnographischen und diskursanalytischen Betrachtungen der anderen Panels. Andererseits bot er eine Möglichkeit an, die Schwelle des Übergangs von unartikuliertem Wissen zu expliziertem (Körper-)Wissen genauer zu bezeichnen.

ROBERT MITCHELL (Oldenburg) distanzierte sich im abschließenden Kommentar zum dritten Panel von Körpertheorien, die zunehmend den Blick auf ihren Untersuchungsgegenstand verlieren. Das Ziel des Panels habe gerade darin bestanden, den Körper aus Fleisch und Blut ins Zentrum der empirischen und theoretischen Analyse zu stellen und durch die unterschiedlichen Betrachtungsweisen die Vielfältigkeit der untersuchten „Materie“ ans Licht zu bringen.

Welche Relevanz die Beiträge der Konferenz für das Graduiertenkolleg haben, resümierte DAGMAR FREIST (Oldenburg) in ihrer Funktion als stellvertretende Sprecherin. Sie verwies mit den Begriffen Reflexion und Kritik nochmal auf die Bedingungen von Subjektivierung und fragte nach Möglichkeiten, diese für den praxistheoretischen Kontext beobachtbar zu machen, ohne den „Eigensinn“ der Subjekte einzuebnen. Dem liege etwas zugrunde, dass prinzipiell mit empirischen Mitteln nicht oder nur indirekt beobachtbar ist. Es sei deshalb interessant, dass in den Vorträgen immer wieder Differenzerfahrungen beschrieben worden seien, an denen sich die Irreduzibilität der Subjekte indirekt bemerkbar mache.

Im Sinne der Ausführungen von Dagmar Freist war das zentrale Thema der Tagung also das Verhältnis von Subjekt- und Praxistheorien. Über die theoretische Diskussion hinaus zeigten die Beiträge des zweiten und dritten Panels aber auch verschiedene Möglichkeiten, Differenzerfahrungen in der empirischen Forschungspraxis zu untersuchen. Schon die Vielfalt der Gegenstände und Methoden (Literatur, Videos, autoethnographische Beobachtungen usw.) legen nah, dass es nicht unbedingt einen Königsweg gibt, sich diesen Themen empirisch zu nähern. Vielmehr scheint die Vielfalt ein wichtiger Bestandteil praxistheoretischer Ansätze zu sein, die wissenschaftliche Konzepte nicht hypostasieren, sondern herausfordern möchten. Es war außerdem bemerkenswert, dass in einigen Vorträgen und Diskussionsbeiträgen die kulturelle Bedingtheit der eigenen wissenschaftlichen Praxis reflektiert wurde. Nicht nur im panel „Subjects and Critique“ drängte sich die Frage nach der Funktion und dem Wirkungsbereich von Kritik auf. Von den Teilnehmenden wurde ebenso die Frage aufgeworfen, welche sozialen und materiellen Bedingungen von Wissenschaft eine Praxistheorie hervorgebracht haben, die in ihren ursprünglichen Ansätzen davon ausgeht, dass Subjekte in Praktiken aufgehen und sich damit an diese Bedingungen ohne Kritik und Reflexivität hingeben. Es bleibt zu klären, inwieweit das eine Folge der Ökonomisierung von Wissenschaft ist.

Konferenzübersicht:

Panel 1: ‚Subjects and Critique

Alice Detjen (Universität Oldenburg): Begrüßung

Thomas Alkemeyer (Universität Oldenburg, Sprecher): Grußworte und Eröffnungsvortrag „Praktiken der Subjektivierung - Subjektivierung in Praktiken. Skizze eines Forschungsprogramms“

Nils Baratella (Universität Oldenburg): Kritik und Wandel. Subjektivität und die Herstellung von Veränderbarkeit

Theofanis Tasis (Technische Universität Berlin): Sich selbst regieren, freier leben. Subjekt, Machtverhältnisse und Wahrheit bei Foucault

Mario Farina (Università del Piemonte Orientale): Adorno's Theory of Subjectivity as Basis of Social Critique

Hanno Pahl (Universität Jena): Kritik und Subjektivität in Varianten genealogisch-poststrukturalistischer Ökonomiekritik

Kommentar und Diskussion: Andrea Kirschner, Marcus Held (Universität Oldenburg)

Panel 2: Materiality-Artefacts-Space

Sophia Prinz (Universität Frankfurt an der Oder): Die Spur der Dinge. Affektive Besetzungen und (Um)Bildungen des Selbst

Johanna Hartmann (Universität Bremen): Sich einrichten lernen. Raumordnungen und Subjektbildungen in der Wohnlehre der 1950er Jahre in der BRD

Eric Piltz (Technische Universität Dresden): Autogeographien. Selbstverortungen in der Frühen Neuzeit

Lars Frers (Høgskolen i Telemark): Diesseits der Intentionalität. Materiality, space, body – in motion

Roman Eichler (Universität Oldenburg): „Be fixed in between.“ Fixed gear cycling and the spatial arrangements of the self

Britta von Heintze (Freie Künstlerin), Arne Bunk (HFBK Hamburg): Eine zukunftsweisende Vergangenheit (Film)

Kommentar und Diskussion: Constantin Rieske (Universität Oldenburg)

Panel 3: Subjects of the Body

Dara Blumenthal (University of Kent): The Dis-Embodiment of Identity. Toward an onto-epistomology of materiality

Angelika Baier (Universität Wien): Der intergeschlechtliche Körper im/als Spiegel gesellschaftlicher Normierungskonzepte

Clemens Eisenmann (Universität Bielefeld): Yogapraxis zwischen Erfahrung und Wissen. Zur körperlichen Herstellung von Spiritualität?

Anna Mann (Universiteit van Amsterdam): Tasting Bodies. Engaging the World

Christian Fritz-Hoffmann (Universität Oldenburg): Der Körper im Spannungsfeld interdisziplinärer Perspektiven

Kommentar und Diskussion: Robert Mitchell (Universität Oldenburg)

Beobachtungen zum Abschluss: Dagmar Freist (Universität Oldenburg, Sprecherin)

ZitierweiseTagungsbericht Subject matters: Subjects, Artefacts, Bodies. Internationale Graduiertenkonferenz. 07.02.2013-09.02.2013, Oldenburg, in: H-Soz-u-Kult, 09.07.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4927>.

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