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Praktiken und ihre Körper. Was für ein Artefakt ist der Leib? 2. Mainzer Symposium der Sozial- und Kulturwissenschaften

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Forschungszentrum Sozial- und Kulturwissenschaften Mainz (SoCuM) und Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften (HKW) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Stefan Hirschauer (Soziologie); Matthias Krings (Ethnologie); Jörg Rogge (Geschichtswissenschaft)
Datum, Ort:25.04.2013–27.04.2013, Mainz

Bericht von:
Jeanne Labigne, Forschergruppe COME Cultures of Mobility in Europe, Institut für Volkskunde / Europäische Ethnologie, Albert-Ludwigs-Universität Freiburg
E-Mail: <jeanne.labigneeu-ethno.uni-freiburg.de>

„Praktiken und ihre Körper“ – unter dieser Überschrift fand das zweite internationale Symposium des Forschungszentrums Sozial- und Kulturwissenschaften Mainz (SoCuM), in Zusammenarbeit mit dem Forschungsschwerpunkt Historische Kulturwissenschaften (HKW) der Johannes Gutenberg-Universität Mainz, statt. Nachdem SoCuM im Jahr 2011 ein Symposium zum Thema „Matrialität. Herausforderungen für die Sozial- und Kulturwissenschaften“ veranstaltet hatte, wurde dieses Jahr insofern die Richtung beibehalten, als dass die Organisatoren gezielt nach Beiträgen fragten, welche sich menschlichen Körpern als Teil materieller Kultur nähern. So wurde drei Tage lang in der alten Aula der Mainzer Campus-Universität darüber gesprochen, wie sich menschliche Körper in verschiedenen historischen und kulturellen Settings praktisch manifestieren.

Obgleich der Begriff der Praktik auf der Tagung omnipräsent war, wurde kaum diskutiert was genau eine Praktik ausmacht. Der Praxistheoretiker Theodore R. Schatzki etwa, welcher eine Praktik als kleinste Einheit des Sozialen versteht, definiert diese als routinierten und durch geteiltes Wissen zusammengehaltenen „temporally unfolding and spatially dispersed nexus of doings and sayings“[1]. Andreas Reckwitz, der die Auseinandersetzung mit Praxistheorien im deutschsprachigen Raum maßgeblich geprägt hat, formulierte in einem einschlägigen Aufsatz, dass Praktiken zunächst, auf einer ersten empirischen Ebene, nichts anderes als Körperbewegungen seien.[2] In diesem Sinne nahmen sich viele der eingeladenen Vorträge der empirischen Umsetzung eines theoretischen „practice turns“ an, wobei überwiegend explizit „körperbetonte“ Forschungsfelder adressiert wurden (Geburt, Schwangerschaft, Essen, Gesundheit, Bewegung, Sport, Theater, Medizin, Sterben usw.).

Auch wenn bereits im Titel der Tagung deutlich der Perspektive sozialer Praktiken Vorrang vor den Entitäten menschlicher Körper an sich gegeben wurde, wurde doch in der beigefügten Frage nach dem Leib zugleich impliziert, dass es auf dem Symposium auch für anderweitig geprägte kultur-, sozial- und geschichtswissenschaftliche Blicke aus den Körpern und auf Körper Raum geben würde. So kam in acht thematisch sortierten Sessions und fünf Keynotes ein vielfältiges Programm aus insgesamt 35 internationalen – überwiegend auf Englisch gehaltenen – Beiträgen zusammen.

Eröffnet wurde die Tagung mit einer Keynote des Körpersoziologen CHRIS SHILLING (Kent, UK). Shilling plädierte in seinem Beitrag für eine Re-Konzeptualisierung eines (sich vom Bourdieuschen Habitus-Begriff absetzenden) Habitus-Konzepts. Zwar seien die Theorien der Körpersoziologie der 1980er-Jahre, wonach sich der Habitus einer Person infolge von Internalisierungsprozessen im Laufe der Primärsozialisation in einem spezifischen sozialen Feld herausbildet, bahnbrechend für die Überwindung der Vorstellung eines von der Umwelt abgetrennten „homo clausus“ gewesen. Allerdings sei diese Perspektive auf die Körperlichkeit des Sozialen infolge der konstatierten „neuen Materialitäten“ im Sinne diverser, über die Körpergrenze hinausgehender Vernetzungen und Verstrickungen und auch infolge „radikalisierter Reflexivitäten“, heute nicht mehr tragfähig. Mit dem Ziel, die Diskontinuitäten der post-traditionellen Gegenwart in ein neues Habitus-Konzept der „Intra-Aktionen“ zu integrieren, griff Shilling auf Bruno Latours multi-realistische Ansätze zurück und entfaltete seinen Vorschlag am Beispiel der Herstellung des „religiösen Habitus“. Durch körperpädagogische Praktiken und äußere „body marker“ werde über einen „offenen“ und durchlässigen Körper, aktiv und reflexiv ein Seins-Zustand erzeugt, welcher Handeln, Fühlen und Denken an der Schnittstelle von weltlicher und jenseitiger Realität lokalisiere. Sinnliche Erfahrungen würden dabei derart transformiert, dass diese konkrete Auswirkungen auf die Ausrichtung der Lebensführung haben können.

In der Session „Distributed Bodies and Collectives“ wurden transzendentale Erfahrungen von EHLER VOSS (Siegen) aus einer gänzlich anderen Perspektive beleuchtet. Er ging der Familienaufstellung nach Bert Hellinger auf den Grund. Der Frage nachgehend, woher Anhänger der Familienaufstellung trotz kritischer Stimmen bezüglich der reaktionären Idee einer wiederherzustellenden „gesunden Familienordnung“ und des esoterisch anmutenden Vorgehens, ihre Überzeugung beziehen, zeigte Voss, wie es Therapeut und Patient in einer gemeinsamen „Performance“ gelingt, andere Teilnehmer (Stellvertreter der zu heilenden Familie) so stark einzubinden, dass sie die erwarteten emotionalen Zustände spüren. Nach dem Motto „wenn ich weinen muss, dann muss es doch echt sein“, sei es die Intensität der leiblich erfahrbaren Gefühle, welche die Teilnehmer überzeuge, so das Fazit des Beitrags.

STEFANIE HUSELs (Düsseldorf) Beitrag befasste sich mit performativ-kommunikativen Praktiken im Theaterraum. Der Beitrag näherte sich bislang wenig beachteten Praktiken des „Sinn-Machens“ auf Seiten des Theaterpublikums, hier „audiencing practices“ genannt. Methodisch innovativ gelang der Zugang zu den (in dunklen Zuschauerräumen schwer beobachtbaren) Praktiken durch Audioaufnahmen, welche im angeführten Beispiel hauptsächlich Lachen und Schweigen im Zuschauerraum dokumentierten. Auf Grundlage der Audiospur-Graphiken, entwickelte Husel ihr Argument, dass das Theaterpublikum als ein aktives, körperlich agierendes, höchst komplex koordinierendes, kommunikatives Publikum zu fassen sei.

Der erste kürzere Tagungstag schloss mit einer geschichtswissenschaftlichen Keynote zu Männlichkeit und Gesundheit im Wandel der letzten 150 Jahre. MARTIN DINGES (Stuttgart) legte überzeugend dar, weshalb ein historischer Zugang zu Gesundheitsverhalten ein notwendiges Korrektiv zu den Lebenswissenschaften biete. Er problematisierte die essentialisierenden Mythen und Defizitdiskurse, wonach „Männer ungesund seien“. So sei die geschlechtsspezifische Differenz der Lebenserwartung (welche 1850 in Deutschland für Frauen und Männer noch gleich war), ebenso wie feststellbare Unterschiede bei der Inanspruchnahme medizinischer Versorgung auf soziale und historische Faktoren zurückzuführen, etwa geschlechtstypische Arbeit oder Unterschiede im Umgang mit risikobehafteten Tätigkeiten, welche häufig an Vorstellungen von „Männlichkeit“ geknüpft würden.

In der Session „Practicing & Embodying” wurden am Vormittag des zweiten Tagungstages Einübungs- und Verkörperungspraktiken genauer betrachtet. Selbst ehemals professioneller Balletttänzer und inzwischen intensiv Taijiquan praktizierend untersuchte ROBERT MITCHELL (Oldenburg) Details der Bewegungsgrammatiken dieser beiden „Bewegungsordnungen“. Er stellte die Frage, inwieweit die unterschiedlichen „körperlichen Artefakte“ und Erfahrungen des klassischen Balletts und der Kampf- und Meditationskunst Taijiquan in einem Körper vereinbar seien. Eine kurzfristigere Form der Verkörperung wurde bei KLAUS-CHRISTIAN ZEHBE (Cottbus) angesprochen. An der Schnittstelle von Theater und Anthropologie befasste sich Zehbe mit Theatermasken und „psycho-physischen“ Transformationsprozessen. Ausgehend von der Korrelation von Gesichtsausdrücken und körperlich-physischer Form wurde gezeigt, wie der ritualisierte Akt des Aufsetzens von Masken in einer auf Identifikation basierenden spontanen Transformation der Körperlichkeit resultieren kann.

GESA LINDEMANN (Oldenburg) hielt eine Keynote zum Thema Gewalt. In ihrem aktuellen Buchprojekt, sowie in ihrem Vortrag zur „Verleiblichung des Sozialen durch Gewalt“ will Lindemann „das Soziale von seinen Grenzen her denken“. Gewalttaten seien – sofern sie durch die Anwesenheit eines Dritten symbolisch bedeutsam werden – Ausdruck davon, wer als sozialer Akteur anerkannt werde, wessen Erwartungen zählen und welche Enttäuschungen von Erwartungen nicht akzeptabel seien. Aufbauend auf einer durch Plessners Positionalitätstheorie inspirierten allgemeinen Ordnungstheorie der Grenzrealisierung, unternahm Lindemann den Versuch, drei idealtypische Ordnungen der Gewalt zu differenzieren.

In der Session „Representations & Reconstructions: Deciphering historic bodies“ wurden historische Beispiele und geschichtswissenschaftliche Perspektiven auf den menschlichen Körper besprochen. Zwischen prähistorischer Archäologie, Vogtherrs Kunstbüchlein und einem Beitrag zu vergeschlechtlichtem Fleischkonsum zeigte WILLEMIJN RUBERG (Utrecht) in ihrem methodologisch interessierten Vortrag zur Körpergeschichtsforschung einige Lücken in den geschichtswissenschaftlichen Überblickswerken auf. Mit positivem Bezug auf die Historikerin Greetje Mak sprach sich Ruberg im Hinblick auf methodisch-theoretische Zugänge bei der Erforschung von Körpergeschichte(n) für die Integration von Praxeographie, Diskursanalyse und Stimmen der Akteure aus.

Die Session „Mediated Bodies & Body Language“ widmete sich dagegen mit aktuellen Beispielen von Körperkultur, etwa der als Parkour bekannten „art du deplacement“ oder den Messtechnikern der „Quantified-Self“-Bewegung ganz der Gegenwart, bevor es gegen Abend des zweiten Tagungstages in einen als Keynote und „Georg Foster Lecture 2013“ angekündigten inhaltlichen Höhepunkt der Tagung überging.

ANNEMARIE MOL (Amsterdam) habe, so die einleitenden Worte des gastgebenden Körpersoziologen und Praxistheoretikers STEFAN HIRSCHAUER (Mainz), mit ihrer vielbeachteten Veröffentlichung „The Body Multiple“[3] einen Meilenstein der Körperforschung gesetzt. Wo ist mein Körper? Mit dieser Frage führte Mol in ihre Anmerkungen zur topologischen Komplexität der Praktiken des Essens eines – hier ihres eigenen Körpers – ein. Zunächst stellte Mol fest, dass ihr Körper, je nach Praktik ein unterschiedlicher und somit bereits topologisch multi-dimensional sei, um weiterhin anschaulich zu zeigen, wie beispielsweise ein „essender Körper“ im Zuge der Praktiken des Essens (über den Konsum andernorts produzierter Lebensmittel, durch das Kochen oder Verzehren raum-zeitlich „entpackbarer“ Gerichte oder durch Diät- und Kalorienkontrollverfahren, welche ihrerseits auf situiertem Wissen basierten) als ein multilokaler, gar global verstreuter Körper gedacht werden kann. Folgt man Mols Perspektive, so hat dies drei Konsequenzen: Dann ist der körperliche Raum erstens ein multi-dimensionaler Patchwork-Raum, zweitens ein unebener Raum (in welchem Fakten und Antworten situiert sind und sich in jedem neuem Kontext ändern) und drittens ein gefalteter Raum (folded space), was bedeutet, dass Orte und Kontexte ineinander, nebeneinander und auch gegeneinander laufen. Dabei ging es Mol wohl weniger um Körperräume an sich als vielmehr um eine im Rahmen ihrer „Empirischen Philosophie“ aufgestellten anthropologisch-philosophischen an Praktiken (und ihrem jeweiligen Wissen) orientierten ontologischen Perspektive auf Körperlichkeit, eine – wie sie sagt – 90grad Drehung weg von einer hierarchisch-überlagernden (natur-)wissenschaftlichen Vorstellung von Realität.

Weiteren grundlegenden Körperfunktionen wandte sich am Morgen des dritten Tagungstages die Session „Body Functions: Living & Dying“ zu. DAVID LINTON (New York) etwa untersuchte kulturelle Unterschiede des „menstruierenden Körpers“. Bei der Bibel ansetzend, vollzog Linton einen weiten Bogen über die Bedeutung von „Freiheit und Sauberkeit“ hin zur ersten deutschen Tampax-TV Werbung, bis zu einem 2008 ausgestrahlten US-amerikanischen Werbespot für Frauenhygieneprodukte, in welchem eine veränderte – nämlich individualisierte und liebevolle – Beziehung von Frauen zu ihrem Intimbereich abzulesen sei. (Dieser wurde im betreffenden Werbespot in Anlehnung an einen in den USA verbreiteten Euphemismus für weibliche Genitalien, durch Biber repräsentiert, welche die Frauen wie Haustiere bei sich trugen.)

Die letzte Keynote der Tagung wurde einer ganz grundsätzlichen und allgemein gestellten Frage des Tagungsthemas gewidmet: Wenn nicht den Praktiken selbst Subjektstatus zugesprochen werden soll, wie genau werden dann die Dispositionen der Praktiken zu einem Teil des praktizierenden Subjekts?

Ausgehend von ethnografischer Beobachtung von Trainingssituationen des Volleyball-Spiels führten THOMAS ALKEMEYER und MATTHIAS MICHAELER (beide Oldenburg) aus, wie sich die Spieler die Mitspielfähigkeit – im Sinne von „Knowhow“ und Zeichenträgerschaft – aneignen. Die auf ein spezifisches Spiel gerichteten Körper würden dabei zu handlungsfähigen, intelligiblen, zurechenbaren „Umgangskörpern“. Auf der Suche nach einer Alternative zu mentalistischen Handlungstheorien einerseits, (von einigen Praxistheoretikern vertretenen) Vorstellungen eines routinierten Automatenkörpers andererseits, schlugen die Autoren ferner den Begriff des „Umgangsleibes“ vor, mit welchem sie die aktive, selbstreflexive und kreative Subjektfähigkeit im Spiel zu benennen suchten, ohne dabei auf den holen Begriff des „Körperwissens“ verwiesen zu bleiben. Dem „Umgangsleib“, so betonte Alkemeyer, liege kein phänomenologisches, vor-kulturell gedachtes Leib-Konzept zugrunde, sondern es sei hier eine sozial konstruierte, reflexive Modalität des Körpers gemeint. Es handele sich also um einen erlernten „Umgangsleib“, der nicht etwa Zentrum der Praktiken sei, sondern nur im praktischen Vollzug existiere.

„Es bleibt tastend.“ In diesem Kommentar der auf den letzten Beitrag folgenden Diskussion kam zum Ausdruck, dass das Verhältnis zwischen dem Körper als materiellem Artefakt spezifischer sozio-materieller Gefüge und dem Körper als Fundament leiblich-sinnlicher Wahrnehmung und Ort der Subjektivität weiterhin schwierig zu fassen ist. Letztlich blieb der Eindruck, dass es sich bei der gestellten Frage nach dem Subjekt um eine (bei weitem nicht irrelevante) Nuancierung des alten Leib-Seele- bzw. Körper-Geist Problems handelt. Insgesamt machten auf dieser Tagung viele Beiträge deutlich, dass eine Forschungsperspektive auf Praktiken dieses alte Dilemma gerne hinter sich lassen möchte: Was der menschliche Körper ist, schien kaum zu interessieren. Stattdessen fragten die meisten Teilnehmer, wie Praktiken mit dem Körper vollzogen werden und Körper so (eventuell) zu dem werden, was sie „sind“. Eines konnte man auf dieser Tagung über „den Körper“ dennoch lernen: dass es eine beeindruckende Vielzahl an Möglichkeiten gibt, ihn zu denken.

Ganz im Stil der rundum hervorragenden Organisation des Symposiums, wurde im Vorlauf der Konferenz ein kleiner Abstract-Band zusammengestellt. All jene Interessierten, die gerne mehr über den Inhalt der (teils parallel gehaltenen) Vorträge erfahren möchten, haben die Möglichkeit dort weiterzulesen.[4]

Konferenzübersicht

Begrüßung und Einführung
Stefan Hirschauer (Mainz)

Keynote
Chris Shilling (Kent): The Dys/Appearance of Material Bodies: Entangled Emergences, Involved Reflexivities and the Problem of the Habitus

Session 1 Distributed Bodies & Collectives

Haruka Okui (Kyoto): Puppet, the Lived Body: Sustained Collaboration in Animating a Puppet in the Awaji Theatre

Cornelia Schadler (Wien): To Be One and Many. Solid-transforming Bodies During the Transition to Parenthood

Ehler Voss (Siegen): The Body as Medium with Multiple Meanings in Family Constellations according to Bert Hellinger

Stefanie Husel (Düsseldorf): »Audiencing« –Making Sense as a Collective Bodily Practice

Session 2 Cooking, (Over)Eating, Tasting
Elsa Mescoli (Milano): Nourishing the Body, Crafting the Self, Facing the Other. Subjectivities and Encounters through Moroccan Food in Italy

Anna Mann (Amsterdam): Tasting in Practice. Engaging the World

Else Vogel (Amsterdam): What the Body Wants: ›Natural‹ Bodies in Practices of Obesity Care and Prevention

Cora Bender (Heidelberg): What’s Eating Native America: An Ethnographic Perspective on Commodity Food

Keynote
Martin Dinges (Mannheim): Historical Research and the Present Day Discussion on Male Health

Session 3 Practicing & Embodying

Sophie-Merit Mueller (Tübingen): Becoming Involved – Recruitment of Bodies by the Practice in Ballet Training

Robert Mitchell (Oldenburg): Movement Orders and their Bodies. The Lived Bodies of Ballet and Taijiquan

Cassis Kilian (Mainz): The Actor as Anthropologist – Strange Methods of Exploring Bodies

Klaus-Christian Zehbe (Cottbus): Physical Shape and Shaping Physicality: Theatrical Masks and the Performer’s Creation of Physicality

Session 4 Deviant Bodies, Social Differences

Madalina Florescu (Porto): The Mundele’s Body as a Living Artefact of Luso-African History and Trace in the Colonial Archive: Notes from an Ongoing Research

Barbara Holler (Falmer/Sussex): They always look at us funny: The Morality of Consumption

Anika Skotak (Mannheim): Anti-Körper – Der Leib als perverses Artefakt in L.A. Raevens Wild Zone 1

Ellen Koban (Mainz): »Androgyn ist in«: der Laufsteg als Bühne performativer Reflexion

Keynote
Gesa Lindemann (Oldenburg:) Die Verkörperung des Sozialen durch Gewalt

Session 5 Representations & Reconstructions: Deciphering Historic Bodies

Melanie Augstein (Leipzig): Körper zwischen Materialität und Konstruktion. Körperkonzepte und Prähistorische Archäologie

Jaya Remond (Harvard): The Human Body in a German Art Primer: Vogtherr's Kunstbüchlein

Ole Fischer (Marburg): Das Fleisch, der Körper und das Geschlecht – Ernährung als vergeschlechtlichte Körperpraxis am Beispiel des Fleischkonsums

Willemijn Ruberg (Utrecht): The Application of Praxiography to Body History: a Critical Approach

Session 6 Mediated Bodies & »Body Language«

Ines Braune (Marburg): The ›Parkourian‹ Body as Double(d) Performativity

Anita Wohlmann (Mainz): Self-Knowledge Through Numbers: Online Self-Tracking in the Quantified Self-Movement

Roberta Raffaetà & Silvia Gherardi (Trento): Using Bodily Perceptions as an Artifact for Sport Training

Katrin Amelang (Göttingen): Making Silent Organs Visible – Liver Transplanted Bodies and ›Organ Talk‹

Georg Foster Lecture 2013
Annemarie Mol (Amsterdam): Where is my Body? Notes on Eating and Topology

Session 7 Body Functions: Living & Dying

David Linton (New York): Creating The Menstruating Body

Lisa Malich (Berlin): Feeling Hormone Levels Change: The History of the Endocrinological Model of Pregnancy

Thorsten Benkel (Frankfurt): Leib trifft Körper: Sterben als Praktik

Session 8 Interventions: Clinics and their Bodies

Sandra Bärnreuther (Heidelberg): Endocrine Tales: Communicating with and through Bodies in IVF clinics in India

Edmund Coleman-Foutain (Newcastle): Re-Shaping Young Disabled Bodies: Exploring the Implications of and Reasons for Different Forms of Medical and Self-Intervention

Stefan Reinsch (Berlin): Limits to multiplicities: On the constraints to knowing and doing medically engineered bodies once they leave the hospital

Keynote
Thomas Alkemeyer & Matthias Michaeler (Oldenburg): Die Produktion von »Umgangskörpern«. Theoretisch-empirische Überlegungen am Beispiel des Volleyball-Spiels

Schlusswort
Matthias Krings (Mainz)

Anmerkungen
[1] Theodore R. Schatzki, Social Practices. A Wittgensteinian approach to human activity and the social, Cambridge 1996, S. 89.
[2] Andreas Reckwitz, Grundelemente einer Theorie sozialer Praktiken. Eine sozialtheoretische Perspektive, in: Zeitschrift für Soziologie 32 (2003/4), S. 282-301, hier S. 290.
[3] Annemarie Mol, The Body Multiple. Ontology in Medical Practice, Durham 2002.
[4] www.symposium2013.socum.uni-mainz.de/wordpress/wp-content/uploads/PUIKBookletWeb.pdf (26.6.2013).

ZitierweiseTagungsbericht Praktiken und ihre Körper. Was für ein Artefakt ist der Leib? 2. Mainzer Symposium der Sozial- und Kulturwissenschaften. 25.04.2013–27.04.2013, Mainz, in: H-Soz-Kult, 27.06.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4896>.

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