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Der Körper als Gedächtnis? Potenziale und Grenzen praxistheoretischer, alltags- und körpersoziologischer Zugänge zu sozialem Erinnern und Vergessen

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Arbeitskreis Soziales Gedächtnis, Erinnern und Vergessen in der Sektion Wissenssoziologie und Sektion Soziologie des Körpers und des Sports der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS); Oliver Dimbath, Lehrstuhl für Soziologie, Universität Augsburg; Michael Heinlein, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München; Larissa Schindler, Institut für Soziologie, Ludwig-Maximilians-Universität München; Peter Wehling, Lehrstuhl für Soziologie, Universität Augsburg
Datum, Ort:07.03.2013–08.03.2013, München

Bericht von:
Anja Kinzler, Augsburg
E-Mail: <anjakinzlergooglemail.com>

In weiten Teilen der interdisziplinären Diskussion rund um die Themenfelder des Gedächtnisses, des Erinnerns und Vergessens werden vorwiegend Bewusstseinsvorgänge und mentale Prozesse als gedächtnishafte Äquivalente herangezogen und verhandelt. Die Soziologie verfügt jedoch darüber hinaus über eine Reihe von Theorieangeboten, die dazu einladen, die Gedächtnistrias als ebenso körpergebunden zu denken. Der Arbeitskreis Soziales Gedächtnis, Erinnern und Vergessen in der Sektion Wissenssoziologie der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS) hatte aus diesem Grund in Zusammenarbeit mit der Sektion Soziologie des Körpers und des Sports der DGS dazu aufgerufen, im Rahmen seiner zweiten Thementagung den weitgehend bewusstseinsbasierten „Mainstream“ der Auseinandersetzung von einer anderen – körperbezogenen – Seite aus zu diskutieren. Bereits im Verlauf der ersten Arbeitskreistagung, welche im Jahr 2012 in Augsburg zu Fragen des Gedächtnisses im Kontext soziologischer Theorien stattfand[1], hatte sich die Theoretisierung des Körpergedächtnisses als ein prägnantes Thema herausgestellt. Das gesteckte Ziel der diesjährigen Tagung war daher das Ausloten der jeweils unterschiedlichen theoretischen, analytischen und methodischen Potenziale und Grenzen eines körpergebundenen Gedächtniskonzeptes, um dessen aktuelle Relevanz und Reichweite inner- wie interdisziplinär zu reflektieren.

Das erste Panel mit dem Titel „Zur Soziologie des Körpergedächtnisses – Theorie- und grundlagenorientierte Fragestellungen“ wurde von JÖRG MICHAEL KASTL (Reutlingen) eröffnet. Ein basaler Zugang zum Verständnis des Körpergedächtnisses sei zunächst in der Analyse mentaler Prozesse zu suchen. Denn bevor Kompetenzen in „Fleisch und Blut“ übergehen könnten, bedürfe es notwendigerweise der dafür grundlegenden synaptischen Verknüpfungen. Anhand der Aufarbeitung des Streitfalls der Soziologen Omar Lizardo und Stephen Turner über die Bedeutung von Spiegelneuronen für die Soziologie, filterte Kastl den Zusammenhang sensorischer und motorischer Momente in dieser Grundform des menschlichen Lernens heraus. Die „Fleischwerdung von Sozialität“ oder die Frage, wie soziale Einflüsse letztlich zu einem körperlichen Ablauf gelangen können, hätten damit einen ‚greifbaren‘ empirischen ‚Ort‘ – das Gedächtnis. Gerade non-deklarative Gedächtnisprozesse fänden bis dahin kaum Beachtung in der (Wissens-)Soziologie, obwohl erfahrungsabhängige Verhaltensänderungen oder etwa informelle ‚organische‘ Sozialisationsabläufe (Training, Drill oder Übung) sowie die Analyse unbewusst evolutionär automatisierter Hirnprozesse (Zombiesysteme) interessante Anschlussstellen bieten würden. Kastl plädierte daher in seinem Vortrag ganz bewusst für die Etablierung einer eigenständigen Wissenssoziologie, welche sich auf sozial- und neuropsychologische Erkenntnisse sowie die Resultate der experimentellen Psychologie stützen müsse. Die Untersuchung der Grundformen des sozialen Lernens und deren Einbettung in die (wissens-)soziologische Forschung hielten bisher unbeachtete Antworten auf die Frage der Inkarnation von Sozialität bereit.

Auch GERD SEBALD (Erlangen-Nürnberg) setzte bei seinen Überlegungen zu „Körpergedächtnis und Emotionalität“ auf ein neurowissenschaftliches Fundament. Allerdings fokussiert er stärker auf den Wissensbegriff als Gedächtnisäquivalent und insbesondere in seiner phänomenologisch-sinnhaften Bedeutung. In der Wechselwirkung des Körpers mit dem Sozialen werde implizites (Körper-)Wissen in der Wiederholung bestärkt, generalisiert und übe damit simultan eine Resonanz auf die Umwelt aus. Die Emotionalität beziehe sich – in Anlehnung an die Konzeptionen von Max Scheler und Alfred Schütz – auf sozial geprägte Schemata und fungiere gleichermaßen als ein Selektionsmechanismus impliziter Erfahrungen. Der Körper sei folglich ein „Organ des (impliziten) Wissens“. Emotionen, die als Resultate vergangener Ereignisse oder Erfahrungen begriffen werden können, schrieben sich je gegenwärtig im Sinne eines ‚passiven Modus‘ in die sozialen Schemata ein. So könnte eine Vergessensanalyse des Misslingens ebenso aufschlussreich sein wie die Erforschung der systemischen Fundierung der Emotion bei Niklas Luhmann.

ULRIKE TIKVAH KISSMANN (Eichstätt-Ingolstadt) trug mit ihrem Beitrag der wachsenden Bedeutung der Visualität innerhalb der qualitativen Sozialforschung Rechnung. Den Mittelpunkt ihrer videobasierten Analyse von Interaktionen bildeten Gesten, die sie als intersubjektiv verstehbare Formen des außersprachlichen Handelns interpretierte. Der theoretische Hintergrund der sequentiellen Videoanalyse basierte sowohl auf Merleau Pontys Definition der Zwischenleiblichkeit, als auch auf einer Erweiterung von Thomas Luckmanns sozio-historischem Apriori durch die explizite Einbeziehung nicht-sprachlicher, körperlicher Ausdrucksformen. In gegenwärtigen face-to-face Situationen könnten wechselseitige Erinnerungen an die Handlungen des Anderen sichtbar gemacht und durch die Trennung der vorikonografischen von der ikonografischen Ebene (Panofsky) auf deren objektiven Sinngehalt geprüft werden. Kissmann vertritt damit die These, objektiv verstehbare Gestik wie auch Mimik schreibe sich in die leibliche Motorik und Wahrnehmung ein und sei dabei dennoch (sozial) veränderlich. Die von ihr präferierte Methode berge demnach die Möglichkeit, „das Visuelle aus dem Dunkel der Nicht-Handlung zu heben“.

Das erste Panel beschlossen MANFRED GABRIEL (Salzburg) und DOMINIK GRUBER (Linz) mit ihrem Verweis auf „Die begriffliche Problematik und Grenzen des Körperlichen in der akteurszentrierten Soziologie“. Nebst gängigen Inkorporationsparadigmen fragten die Referenten nach immateriellen Entitäten des Körpers und deren exakter theoretischer Trennung und Fassbarkeit. Damit verwiesen sie explizit auf Schwierigkeiten hinsichtlich der Körperauffassung innerhalb der „Geist-Gehirn-Debatte“ und auf den damit verbundenen forschungsinternen Umgang mit „ontologisch vorbelasteten Begriffen“. Im Gegensatz zu dualistischen Ansätzen plädierten Gabriel und Gruber für eine vereinheitlichte, „monistische“ Neudeutung des Körperbegriffs.

Das zweite Tagungspanel mit dem Titel „Der Körper als Spiegel der (gesellschaftlichen) Vergangenheit“ stellte die Stabilität des Körpergedächtnisses im Gegensatz zu mentalen Gedächtnisprozessen zur Debatte und fragte weiter nach verborgenen sozialen Einschreibungen.

E. HOLLISTER MATHIS-MASURY (Stuttgart/London) deutete dies im Kontext des Tanzes, indem sie anhand der Stuttgarter Romeo-und-Julia-Inszenierung von John Cranko aus dem Jahr 1962 somatische Transmissionen eines kulturellen Gedächtnisses untersuchte. Die tänzerische Aufführung wurde hierbei – in Anlehnung an die Praxistheorie Theodore R. Schatzkis – als eine Inkorporation der regionalen Vergangenheit interpretiert.

HEIKE KANTER (Berlin) fokussierte performatorische Erinnerungen im Verhältnis zu gängigen öffentlichen Bildpraktiken am Beispiel von Politikerfotografien in der Presseberichterstattung. Wie der Körper eines Einzelnen (medial) dargestellt und letztlich aufgrund des Bildmaterials erinnert werde, stehe einerseits im Zusammenhang mit der Selbstdarstellung des jeweils Abgebildeten, werfe aber anderseits auch die Frage nach der ‚In-Szene-Setzung‘ jener auf, die das Bild produzieren. Diese Art der selektiven Auswahl forme die öffentliche Erinnerung, insofern sie spezifische Facetten betone und andere ausblende. Kanter rückt demzufolge mit der – in Kooperation mit Ralf Bohnsack – entwickelten Methode die interaktionalen Bezüge zwischen Abbildenden und Abgebildetem in den Mittelpunkt ihrer wissenschaftlichen Betrachtungsweise, um die Omnipräsenz der Bildermacht empirisch greifbar zu machen.

TERESA KOLOMA BECK (Berlin) wurde im Verlauf ihrer Feldforschung im Nachkriegs-Angola auf „Das Körpergedächtnis des Krieges“ aufmerksam. Sie interpretierte in ihrem Vortrag ihre empirischen Ergebnisse vor dem Hintergrund des häufig auf institutionelle Verarbeitungsprozesse verengten Theorieangebots der Friedens- und Konfliktforschung. Die empirische Fragwürdigkeit der Deutung einer über 40 Jahre währenden kriegerischen Auseinandersetzung als ‚Ausnahmezustand‘ rufe die Definition von Normalität auf den Plan. Wie lässt sich Normalität fassen und wie lassen sich die dabei gewonnenen Erkenntnisse auf Kriegssituationen übertragen? Beck entdeckte zweierlei: Einerseits entstünden neue habituelle Praktiken infolge der Normalisierung von Gewalt. In der Rekrutierung von Kombattanten vollziehe sich eine gezielte und erzwungene Veränderung des Habitus, der als verkörpertes Gedächtnis des Krieges zu erkennen sei. Andererseits würden alltägliche habituelle Gewohnheiten dem Krieg angepasst und ermöglichten somit ein „unauffälliges Weitermachen des Alltags“. Die von ihr aufgezeigte Wechselwirkung von Habitualisierung und Transitivität wirft ein neues Licht auf die Verarbeitung traumatischer Erfahrungen und auf die Möglichkeiten und Grenzen inkorporierte Erinnerungen gezielt zu vergessen.

ALOIS HAHNs (Trier) „Keynote“-Vortrag über „Narben und andere Körperinschriften als unvergessliche Identitätszeichen“ bildete den Abschluss des ersten Programmtages. Anhand vielfältiger Beispiele schlug Hahn eine Brücke zwischen den Narben des Orest, jenen des Martin Guerres und den Wundmalen Christi bis hin zu aktuellen Zeichen der Identität in Form von Fingerabdrücken oder Iris-Fotos. Jene Körperzeichen seien dabei nicht an sich lesbar, sondern würden es erst durch die Bedeutungszuweisung eines Gegenübers. Seit jeher finde demnach eine Identifikation (vermeintlich) untrügerischer Verweise der Identität statt, die als erzwungene Ehrlichkeit des Leibes gedeutet würden. Derartige Details könnten daher zur Erläuterung eines Körpergedächtnisses herangezogen werden; ob jedoch deren gesamter Facettenreichtum in einer Meta-Theorie plausibilisiert werden könne, sei fraglich. Nichtsdestotrotz bildeten die zuhandenen Theorien ‚Lichtkegel‘ auf der Suche nach Antworten auf dem Gebiet des (Körper-)Gedächtnisses, des Erinnerns und Vergessens.

Der zweite Tag stand im Zeichen von „Körpergedächtnis und Körperwissen“. Welche Grenzen lassen sich zwischen dem Gedächtnisterminus und dem des Wissens ziehen? Sind Formen des Körperwissens in einem Körpergedächtnis enthalten und gibt es Systematisierungen und Differenzierungen?

SOPHIE MERIT MÜLLER (Tübingen) fragte nach dem Er-innern (sic!) von Wissen am Beispiel des Ballett-Trainings. Wissen werde wegen der situativ-erzwungenen Praxisrelevanz erinnert und dadurch in seinem Ablauf als „körperliches Tun“ beobachtbar. Aus der Datenbasis ihrer ethnografischen Studie ergaben sich vier Kategorien der Erinnerungsarbeit: Das Re-minding, Re-calling, Re-membering und Re-collecting werde jeweils aufgrund eines aktuell relevanten Anlasses ‚aktiviert‘ und ergäbe sich gleichsam während des (Nach-)Vollzugs der entsprechenden Übungen.

HILMAR SCHÄFER (Frankfurt/Oder) stützte seinen Beitrag zunächst auf die Rekapitulation aktueller Bestrebungen zum Schutz und der Weitergabe eines immateriellen Kulturerbes. Der Körper würde darin – so sein vorläufiger Befund – kaum expliziert, obwohl dieser im Rahmen von Ritualen und Ähnlichem eine durchaus tragende Rolle spiele. Das allgemeine Verständnis von einem Körper als Speicher, als Agens der Übertragung oder als Wahrnehmungsorgan habe bereits Eingang in die körpersoziologische Debatte gefunden. Der Forschungsfokus der Praxistheorie akzentuiere jedoch stärker das inkorporierte Wissen und könne aufgrund seines relationalen Verständnisses von Körper und Struktur deren Reproduktionen und Dynamiken analytisch präzise erfassen. Schäfer schlug infolgedessen ein praxistheoretisches Konzept der Wiederholung vor. Anhand der drei miteinander verbundenen Dimensionen von sich wiederholender, wiederholter und wiederholbarer Formationen ließe sich im Anschluss ebenso nach Effekten des Vergessens fragen, wie auch nach Auswirkungen von spezifischen Wahrnehmungen auf das immaterielle Kulturerbe.

Die Vergangenheit als körperliche Gegenwart wurde von HANNA HAAG (Hamburg) in dem letzten Tagungsvortrag diskutiert. Gerade das Gesicht enthalte „Zeichen der Zeit“, welche – ähnlich wie die von Alois Hahn thematisierten Narben – als Verweise einer Lebensgeschichte dechiffriert werden könnten. Als exzentrisches Wesen sei der Mensch unabdingbar dem Blick der Anderen ausgeliefert, wodurch speziell das Gesicht als primärer Ausdruck in der Wahrnehmung relevant würde. Haag bezog sich dabei auf Simmels Soziologie der Sinne und Plessners Relation von Körperhaben und Körpersein, um diese Art des ‚Lesens‘ der Physiognomie theoriegestützt zu deuten. Im Blick der Anderen werde das Gesicht zu einem körperlichen „Speicher der Vergangenheit“ und damit zu einem (vermeintlichen) „Spiegel der Seele“.

PETER WEHLING (Augsburg) reflektierte in einem ersten Tagungsresümee nochmals relevante Anschlussstellen und Forschungsfragen, die sich im Fortgang der Beiträge herauskristallisiert hatten. Unterschieden werden könne ein weites und ein engeres Verständnis von Körpergedächtnis. Das erstere beziehe auch mentale Gedächtnisvorgänge als körperliche, neuronale Prozesse mit ein, letzteres unterscheide hingegen zwischen der sprachlichen oder bildhaften Repräsentation vergangener Geschehnisse und Erfahrungen einerseits sowie deren körperlichem Ausagieren andererseits. Trotz dieser analytischen Unterscheidung sei ein dichotomes Verhältnis zwischen Körpergedächtnis und mentalen Gedächtnisprozessen nur schwer aufrechtzuerhalten. Aus den empirischen Fallbeispielen gehe hervor, dass das Gedächtnis des Körpers nicht stringent unbewusst und mentale Prozesse nicht durchgehend einem bewussten ‚Zugriff‘ unterstellt seien. Im Fall des sportlichen Trainings und infolge der Wiederholung werde der Körper freiwillig an erforderliche Abläufe angepasst. Das paradoxe Ziel der bewussten Übung bestünde letztlich in der Herausbildung einer unbewussten Fertigkeit. Die erzwungene und zumindest teilweise unbewusste habituelle Anpassung an Kriegssituationen deute demgegenüber auf einen anderen Modus inkorporierter Erinnerung hin. Aufschlussreich wäre auch die Ergründung und Klassifikation von Phänomenen des körperlichen Vergessens oder Verlernens in einer möglichen Verbindung zum Emotionskonzept. Nicht nur in der Erforschung vergessener oder ‚abgesunkener‘ Fertigkeiten gelte es, die feinen Unterschiede und die häufig fließenden Übergänge zwischen impliziten, unbewussten und nicht-bewussten Prozessen zu beachten, weshalb eine weitere soziologische Vertiefung als aufschlussreich erscheine.

Am Beispiel der Narbe ließe sich aufzeigen, wie sich die Vergangenheit in einem Körper niederschlage – „Wir sind also unsere Vergangenheit“. Um daraus jedoch ein Wissen entstehen zu lassen, bedürfe es stets des ‚Blicks eines Anderen‘ (im Sinne der Identifikation). Damit zeichnen sich theoriespezifische Systematisierungen und Differenzierungen von Körperwissen und -gedächtnis ab, die möglicherweise auch in empirischen Untersuchungen zum Thema der Authentizität ertragreiche Ergebnisse liefern könnten.

Die Tagung legte damit den ersten Grundstein für die weitere Erforschung des Körpergedächtnisses, welches – wie bereits dem Call[2] zu entnehmen ist – noch immer unerschlossene Anschlussstellen bereithält. Unter Umständen kann das Querdenken ‚klassischer‘ Definitionen und Thesen zu Themen des Körpers und des (sozialen) Gedächtnisses nicht nur für die Soziologie wegweisend sein. Ob und wie die (noch weitgehend unbeachteten) Spuren jedoch künftig – inter- wie innerdisziplinär – gelesen werden und welche Grenzen und Potenziale sie bergen, liegt nicht zuletzt am wissenschaftlichen Engagement der interessierten Forscher(innen).

Konferenzübersicht:

Panel I: Zur Soziologie des Körpergedächtnisses – Theorie- und grundlagenorientierte Fragestellungen

Jörg Michael Kastl (Reutlingen): Inkarnierte Sozialität – Körper, Bewusstsein, non-deklaratives Gedächtnis

Gerd Sebald (Erlangen-Nürnberg): Körpergedächtnis und Emotionalität

Ulrike Tikvah Kissmann (Eichstätt-Ingolstadt): Merleau-Pontys Zwischenleiblichkeit: Visuelle Verhaltensäußerungen jenseits des Logozentrismus von Sprache

Manfred Gabriel (Salzburg)/Dominik Gruber (Linz): Die begriffliche Problematik und die Grenzen des Körperlichen in der akteurszentrierten Soziologie

Panel II: Der Körper als Spiegel der (gesellschaftlichen) Vergangenheit

E. Hollister Mathis-Masury (Stuttgart/London): Ballett als somatische Transmission kultureller Gedächtnisse

Heike Kanter (Berlin): Performatorische Erinnerungen? Öffentliche Bildproduktionen als ikonisch fundierte Praktiken

Teresa Koloma Beck (Berlin): Das Körpergedächtnis des Krieges

Keynote
Alois Hahn (Trier): Narben und andere Körperinschriften als unvergessliche Identitätszeichen

Panel III: Körpergedächtnis und Körperwissen

Sophie Merit Müller (Tübingen): Er-innern: Wissen als körperliche Tätigkeit am Fall des Ballett-Trainings

Hilmar Schäfer (Frankfurt/Oder): Immaterielles Kulturerbe und Körpergedächtnis

Hanna Haag (Hamburg): Das Körpergedächtnis und die Soziologie der Sinne: Eine Perspektive auf das Gesicht als Narbe der Vergangenheit

Anmerkungen:
[1]Zur entsprechenden Tagungs- und Konferenzübersicht siehe Tagungsbericht Gedächtnis, Erinnern und Vergessen im Kontext soziologischer Theorien. 22.03.2012-23.03.2012, Augsburg, in: H-Soz-u-Kult, 14.05.2012, <hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4225> (16.04.2013).
[2]siehe <www.wissenssoziologie.de/wp-content/uploads/koerper_als_gedaechtnis_cfp.pdf>(16.04.2013).

ZitierweiseTagungsbericht Der Körper als Gedächtnis? Potenziale und Grenzen praxistheoretischer, alltags- und körpersoziologischer Zugänge zu sozialem Erinnern und Vergessen. 07.03.2013–08.03.2013, München, in: H-Soz-Kult, 30.04.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4782>.

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