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Sozialistische Sechziger. Transnationale Perspektiven auf die Sowjetunion und Jugoslawien in ihrem „goldenen Zeitalter“

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Moritz Florin / Nathalie Keigel, Fachbereich Geschichte, Universität Hamburg; in Kooperation mit der Körber-Stiftung
Datum, Ort:07.02.2013–09.02.2013, Hamburg

Bericht von:
Karsten Brüggemann, Historisches Institut, Universität Tallinn
E-Mail: <karsten.bruggemanntlu.ee>

Was waren die „sozialistischen Sechziger“? Kann man auch für den Ostblock von einem Jahrzehnt des kulturellen und sozialen Umbruchs sprechen? Welche Rolle spielten westliche Vorbilder im (vermeintlich) verwestlichten Jugoslawien und in der (vermeintlich) hermetisch abgeriegelten UdSSR? Kann das für Jugoslawien weitgehend akzeptierte Etikett der „goldenen“ Sechziger auch auf die Sowjetunion zwischen „Tauwetter“ und „Stagnation“ gelten? Schließlich ging es dieser Tagung auch um die Frage, wie sich transnationale Fragestellungen fruchtbar machen lassen für zwei Länder hinter dem Eisernen Vorhang, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

MONICA RÜTHERS (Hamburg) bot ein faszinierendes Potpourri sowjet-sozialistischer Bilderwelten. Sie stellte die 1960er Jahre als eine „Sattelzeit“ dar, in der sich neue Werte in West und Ost durchsetzten. Der Alltag sei vor allem auch dadurch verändert worden, dass es mehr Raum für Freizeit, Tourismus und Konsum gab – auf beiden Seiten des „Nylon Curtain“ [1]. Die Idee des Überflusses habe zwar der Askese predigenden sozialistischen Moral widersprochen, doch löste Chruščevs Wohnungsbauprogramm zwangsläufig einen Konsumschub aus. Die UdSSR öffnete sich dem Westen insgesamt wie auch Moskaus Nachtleben westlichen Vorbildern nacheiferte. Die Zukunftserwartung sei nicht zuletzt durch die sowjetischen Erfolge im Kosmos befeuert worden. Zugleich jedoch vermitteln Bilder aus den neuen Wohnungen die traditionellen Geschlechterrollen. Als „golden“ gilt Rüthers vor allem die frühe Brežnev-Zeit. Der Anstieg des Lebensstandards erlahmte jedoch zusehends, weshalb die späteren 1970er Jahre als Zeit der unerfüllten Erwartungen einer ganzen Generation zu verstehen seien. Damit wären die sowjetischen „Sechziger“ eine „Zeit dazwischen“, in der sich einerseits immer mehr Lebensentwürfe realisieren ließen, doch die Utopie noch nicht verloren war.

Demgegenüber präsentierte HANNES GRANDITS (Berlin) in seiner keynote speech charakteristische Züge der jugoslawischen 1960er Jahre, wobei sich viele Parallelen zur UdSSR ergaben. Anhand von Filmdokumenten vermittelte er die Aufbruchsstimmung, den Traum der sozialistischen Moderne in Form der raschen Urbanisierung und der Umerziehung der Menschen zu kultivierten Städtern. Zudem stiegen bis Mitte der 1960er Jahre auch die Löhne, pflegte Jugoslawien doch Wirtschaftsbeziehungen mit West und Ost. Den Einbezug in das westliche Kreditsystem bezahlte das Land aber mit Inflation; zudem stieg nach dem Erlahmen des Booms die Arbeitslosigkeit. In der Folge strömten Hunderttausende Arbeitsemigranten in den Westen, während sich zugleich im Lande selbst an den Universitäten Kritik vernehmen ließ; 1968 gingen Studenten gegen die „rote Bourgeoisie“ auf die Straße, um einen gerechteren Sozialismus einzufordern. Das Regime habe darauf mit einem Föderalisierungsschub reagiert. Eindrucksvoll wurde gezeigt, wie Tito bei öffentlichen Auftritten rhetorisch geschickt die Masse zwischen sich und die Partei brachte und „objektive Probleme“ anprangerte. Gerade die Parallelen im propagandistisch untermauerten Aufbauoptimismus der Ostblockstaaten, dies zeigte die Diskussion, liefern zahlreiche gemeinsame Momente, die einer vergleichenden Untersuchung harren.

Was aber hieß es, sowjetisch (bzw. jugoslawisch) zu sein? RAYK EINAXs (Gießen) Ausführungen zur Einheitsidee des jugoslovenstvo blieben zwar an der Oberfläche, doch lieferte er einen interessanten Generalblick auf das Konstrukt des Sowjetvolks als supranationales Phänomen. Nach 1964 sei die Rhetorik der vollkommenen Verschmelzung aller Nationalitäten zum Sowjetvolk aufgegeben worden, auch wenn Russisch als lingua franca weiter protegiert wurde. So entstand ein Nexus zwischen dem Supranationalen und dem Russischen, auch wenn das Sowjetvolk eine „ideologiegebotene Kopfgeburt“ gewesen sei. Diese vorgestellte Gemeinschaft habe sich in Instanzen wie der Partei oder dem Komsomol realisiert. Wo aber konkret diese Identität zu finden sei, müssten weitere Studien zeigen. MARIANNA ZHEVAKINA (Hamburg) zeigte das Eingreifen der Staatsführung an der kirgisischen Peripherie, um mit einem Wirtschaftsprozess in den frühen 1960er Jahren das Sowjetische durchzusetzen. Als erzieherische Maßnahme zur Korruptionsbekämpfung hatte Chruščev drakonische Strafen für illegal abgezweigte Produktion durchgesetzt (21 Todesurteile), auch wenn das Gesetz erst nach den Taten verabschiedet worden war. Auch wenn derartige Praktiken kein lokaler Sonderfall waren, galt Kirgistan seither als korrupte Republik. Die das Vorgehen deckenden Beamten wurden weniger belangt als die Betriebsleiter. Korruption, das zeigte der Vortrag, umfasste umfangreiche Netzwerke vor Ort; der als Kampagne geführte Prozess sollte sowjetische Ideale propagieren, doch widersprach er dem Chruščev’schen Schlüsselkonzept der Legalität. ALEXANDRA OBERLÄNDER (Bremen) diskutierte den Umstand, dass Beschwerden über die Situation am Arbeitsplatz die sowjetischen Kernkategorien Gleichheit und Gerechtigkeit aussparten. Wer sich etwa über die ungleiche Bezahlung weiblicher und männlicher Arbeitskraft beschwerte, schrieb, dass man noch nicht weit genug auf dem Weg zum Kommunismus sei; wer entlassen wurde, beklagte den Entzug von Anerkennung, nicht ungerechte Behandlung. Letztlich habe das „wir“ dieser Beschwerden sich auf die Werktätigen als dem eigentlichen Sowjetvolk gestützt. In seinem konzisen Kommentar wies MANFRED ZELLER (Hamburg) darauf hin, wie erfolgreich auch in anderen Bereichen die offiziellen Kategorien angewandt worden seien; da in der Fabrik Forderungen im Rahmen des gesetzlich Möglichen blieben, war dies offensichtlich auch dort der Fall. Vermisst wurde jedoch insgesamt eine eingehendere Beschäftigung mit den multinationalen Zusammenhängen der sowjetischen Arbeitswelt.

EWGENIY KASAKOW (Bremen), TOBIAS RUPPRECHT (Florenz) und MORITZ FLORIN (Hamburg) beschäftigten sich mit typischen Themen der 1960er Jahre. Kasakow betonte die Parallelen im „langen 1968“ zwischen Ost und West. Er bezog sich auf die Keimkultur der späteren Dissidenten, die sogenannten „60er“ (šestidesjatniki), deren „nachholender Widerstand“ der Elterngeneration mangelnden Protest gegen den Stalinismus ankreidete, und schlug den Bogen zu transnationalen Verflechtungen: Im sowjetischen Kontext der „internationalen Solidarität“ habe der algerische Nationalismus als fortschrittlich gegolten, der ukrainische, litauische oder armenische jedoch nicht. So habe die Beschäftigung mit der Dritten Welt viele Protagonisten der „60er“ zu Nationalisten der eigenen ethnischen Gruppe gemacht. Demgegenüber zeigte Rupprecht anhand des Beispiels Kuba, dass der nach-stalinistische Internationalismus ein starkes integratives Moment besaß. Kuba wurde zu einem sozialistischen Sehnsuchtsort und die kubanische Revolution exotisch-erotisch aufgeladen, verkörpert durch Fidel Castro und Che Guevara. Dass die Öffnung nach außen integrierende Momente gebracht habe, zeigte auch Florin anhand der kirgisischen Peripherie. Die Kirgisen wurden als Sowjetbürger und ihre Republik als „Anti-Kolonie“ mit Vorbildfunktion für die Dritte Welt präsentiert. Für die Frage nach den sowjetischen Sechzigern ergibt sich daher, wie ESTHER MAIER (Hamburg) in ihrem Kommentar feststellte, eine deutliche Kontextabhängigkeit. Während die Wiederaufnahme von Repressionen nach 1968 die „60er“ marginalisierte, blieb der Mythos Kuba über diese Zäsur hinaus aktiv und die UdSSR in der Dritten Welt attraktiv – zumindest bis zur Afghanistan-Invasion 1979.

Anschließend standen die Funktionen des sozialistischen Films auf dem Programm. JANA GEORGE (Jena) und NAOMI RICHNER (Basel) untersuchten unterschiedliche Darstellungen von Nonkonformismus. George zeigte anhand von zwei in Jugoslawien und der UdSSR 1967 gedrehten Spielfilmen, wie „Freiheit“ gezeigt werden konnte. Im jugoslawischen Beispiel demonstriert der kleinkriminelle (Frauen)Held seine Ablehnung des Konzepts der sozialistischen Arbeit, während der im sowjetischen Film von Vladimir Vysockij verkörperte Geologe mit seiner Frau kontrastiert wird, die sich ihren Aufstieg in der sowjetischen Arbeitshierarchie erkämpft hat. In der Diskussion wurde überlegt, ob nicht diese Position der Frau das eigentlich Nonkonformistische sei, während der Geologe eine selbstbestimmte Nische in der sowjetischen Arbeitsrealität gefunden habe. Richner wiederum demonstrierte anhand des jugoslawischen „schwarzen Films“ (Crni Film), wie sich der Regisseur Želimir Žilnik zum Protagonisten seiner eigenen Dokumentation über Obdachlose macht. Kritik an der Gesellschaft spiele dabei nur indirekt eine Rolle, denn die eigentliche Aussage sei es gewesen, dass wer etwas ändern wolle die eigene Rolle beachten müsse. Tatsächlich seien die 1960er Jahre, dies betonte auch TATJANA SIMEUNOVIĆ (Basel) in ihrem Kommentar, eine goldene Zeit in Bezug auf Kreativität und Kultur in Jugoslawien gewesen.

Mit dem speziellen Laborcharakter des über ethnische und soziale Grenzen hinausweisenden Lageralltags in der UdSSR beschäftigte sich MANUELA PUTZ (Bremen). Ihr zufolge war die Lagererfahrung für die späteren Dissidenten prägend, wobei die Ende der 1950er Jahre Verhafteten recht vorteilhafte Lagerbedingungen vorfanden. Sie trafen im Lager auf Gesinnungsgenossen, mit denen sie eine lagerinterne Protestkultur entwickelten, die sich auf die internationale Charta der Menschenrechte berief. In ihrem Kommentar deutete CLAUDIA WEBER (Hamburg) dieses aus dem Systemversprechen herrührende Rechtsbewusstsein als Hinweis darauf, dass der Menschenrechtsdiskurs nach 1945 international zu einem signifikanten Faktor geworden sei. Auf ihre Frage, seit wann das Lager als notwendige „Lebensform“ der Opposition zu gelten habe, verwies Putz auf die Rezeption des GULag im Westen, welche die Erhebung der Haftzeit zu einem wesentlichen Element der Dissidentenbiografie begleitet habe.

THOMAS BÜRGISSER (Basel) analysierte das Jugoslawienbild der Schweiz seit Ende der 1950er Jahre: Von einer als exotisch geltenden Terra incognita habe sich das Land zu einem gastfreundlichen europäischen Nachbarn gewandelt. Als Gründe hierfür nannte er neben den intensivierten Wirtschaftsbeziehungen vor allem auch die verbesserten Reisemöglichkeiten. Insgesamt sei Jugoslawien als Sonderfall im Ostblock angesehen worden, der mit dem Eigenbild im Kontext des Kalten Krieges korrelierte, um jeden Preis die eigene Unabhängigkeit bewahren zu wollen. Kontakte über den Eisernen Vorhang hinaus behandelte auch BENEDIKT TONDERA (Hannover) in seinem Vortrag über den sowjetischen Westtourismus, wobei er die enttäuschte Erwartungshaltung der Organisatoren heraushob: Entweder waren die Bedingungen im Ausland feindselig oder die eigenen Leute verhielten sich ungebührlich. Der Auslandstourismus sei auch davon beeinflusst worden, dass mit Inturist und Sputnik zwei Organisationen mit unterschiedlicher Ausrichtung – „bürgerliches“ vs. „proletarisches“ Modell (Tondera) – versuchten, dem propagandistischen Auftrag gerecht zu werden. Gerade in den kostengünstigen, von Sputnik organisierten Zeltlagern jedoch sei es immer wieder zu schwer kontrollierbaren Beziehungen zu Westbürgern gekommen, die bei der politischen Aufladung dieser Reisen zum Politikum werden konnten. EVA PLUHAŘOVÁ-GRIGIENĖ (Hamburg) zeigte anhand von Bildbänden aus der Litauischen SSR, wie sich dieses Genre ab den 1960er Jahren auf das Ziel einstellte, neben der Popularisierung der Errungenschaften des Sozialismus den Tourismus zu fördern. Später habe es sogar eine Annäherung an die Bildersprache der älteren deutschen Bildbände etwa über die Kurische Nehrung gegeben, um das Ortsspezifische zu zeigen, ohne dass die deutsche Vergangenheit thematisiert wurde. Dies wiederum eröffnete litauischen Fotografen die Chance, sich auf das Ländliche als Wurzel der Nation zu konzentrieren, was späteren Bänden einen politischen Unterton verlieh, der aber in der unionsweiten Wende zur kritischen Betrachtung des Fortschritts aufgegangen sei. Befragt von der Kommentatorin ELKE BEYER (Zürich) nach ihrer Methodik erklärte Pluhařová-Grigienė, sich auf die Leseanleitungen zu konzentrieren, die in den Texten enthalten seien, und auf die Bildtraditionen, welche in den Fotos eingeschrieben seien. Gerade dieses Panel machte deutlich, welches Potential in einer kulturwissenschaftlich ausgerichteten Untersuchung der Zeit steckt.

NATALIA HERBST (München) diskutierte die sexuelle Revolution Jugoslawiens. In Abgrenzung zum spätstalinistischen Frauenideal sei bereits 1948 gefordert worden, dass sich Frauen hübsch machen dürfen. In den 1960er Jahren habe sich das Land dann gern als sexy präsentiert, vor allem, um mit FKK-Stränden und Kasinos westliche Touristen anzulocken. Tito posierte mit Sophia Loren und ein Zagreber Magazin kombinierte Qualitätsjournalismus mit einem Pin-Up-Girl in der Mitte. Allerdings habe es keine eigenen theoretischen Beiträge gegeben, abgesehen von der Kritik offizieller Verlautbarungen an der Kommerzialisierung des Körpers im Westen. Während bei Herbst die Verwurzelung neuer Wertevorstellungen in der Bevölkerung unklar blieb, konzentrierte sich NATHALIE KEIGEL (Hamburg) auf die Vermittlung dieser Werte in Modejournalen, in denen ihr zufolge sozialistische und kapitalistische Werte verhandelt wurden. In den 1960ern hätten Mannequins jedoch bei weitem noch nicht als Werbung für das Land, sondern als verrufene Personen gegolten. Trotzdem habe modische Kleidung, zunehmend auch für den Mann, Modernität signalisiert, wobei die Jugend zum Akteur geworden sei, der Mode entwarf und zur Orientierung für Ältere wurde. ALEKSANDAR RAKOVIĆ (Belgrad) ergänzte das Bild mit seinen Ausführungen zum jugoslawischen Rock’n’Roll, mit dem auch Politik gemacht werden konnte, wie die Staatsführung erkannte, als Elvis Presley GI wurde. Nachdem die erste langhaarige jugoslawische Band „Mladi“ um 1966 salonfähig geworden war, habe es bald auch lange Haare in der Partei gegeben. Erst in der Diskussion kam zur Sprache, inwieweit Rock die unterschiedlichen Traditionen aus Belgrad, Zagreb und Ljubljana spiegelte. In der Tat hätten die Musiker den offiziellen Auftrag gehabt, die Unterschiede in der Musik zu nivellieren – weitgehend ohne Erfolg.

Monica Rüthers’ Kommentar leitete dann schon in die Schlussdiskussion über. Sie warnte vor einer Differenzierung nach Generationen und forderte eine stärker an Alter, Klasse und Geschlecht orientierte Darstellung. Zudem stelle sich bei diversen Jugendphänomenen wie bei den sowjetischen „60ern“ stets die Frage, von wie vielen Personen wir eigentlich sprechen. Insgesamt blieb der Eindruck von den 1960er Jahren als einer Übergangsphase, in der das Sozialistische neu verhandelt wurde. Weitere Studien sind aber notwendig, um zu analysieren, inwieweit die im unterschiedlichen Maße erfolgte Öffnung sozialistischer Gesellschaften subversiv oder integrativ wirkte. Wie beeinflussten die zunehmend möglichen divergierenden Identitäten den supranationalen Patriotismus im sozialistischen Kontext? Schließlich bleibt auch die Frage nach der einheitlichen sozialistischen Kultur angesichts der Tatsache, dass just die Neubauten der 1960er Jahre dem Raum bis heute eine einheitliche Gestalt geben.

Konferenzübersicht:

Monica Rüthers (Hamburg): Einführender Abendvortrag

Sektion 1: Sowjetvolk und Jugoslovenstvo

Rayk Einax (Gießen): Dictum – Factum: Entdeckung, Entwicklung und Nachleben des „Sowjetvolks“

Marianna Zhevakina (Hamburg): Wirtschaftsverbrechen, sowjetische Identität und Antisemitismus in Chruščevs Sowjetunion

Alexandra Oberländer (Berlin): Gleichheit und Gerechtigkeit – Der Wertekanon sowjetischer Arbeitswelten?

Manfred Zeller (Hamburg): Kommentar

Sektion 2: Die Sowjetunion global, transnational und imperial

Ewgeniy Kasakow (Bremen): Šestidesjatniki, Dissidenten, 68er – „globales 1968“ in der Sowjetunion

Tobias Rupprecht (Florenz): Moscow Mambo. Die Kubanische Revolution und ihre Auswirkungen auf die sowjetische Politik, Kultur und Öffentlichkeit

Moritz Florin (Hamburg): Kolonie oder Antikolonie? Kirgistan und die Dekolonisation in der Dritten Welt

Esther Meier (Hamburg): Kommentar

Sektion 3: (Dokumentar-)Film in Jugoslawien und der Sowjetunion – Nonkonformismus und Funktionen

Jana George (Jena): Nonkonformisten im jugoslawischen und sowjetischen Film der 1960er Jahre: „Wenn ich tot und bleich bin“ (Kad budem mrtav i beo, 1967) von Ž. Pavlović und „Kurze Begegnungen“ (Korotkie vstreči, 1967) von K. Muratova

Naomi Richner (Basel): „Film: Waffe oder Scheiße?“ – Sozial engagierter Dokumentarfilm vom französischen Cinéma Vérité zum jugoslawischen Crni Film

Tatjana Simeunović (Basel): Kommentar

Sektion 4: Repression und Dissidenz in der Sowjetunion

Manuela Putz (Bremen): Politischer Protest verdichtet. Die Mordvinischen Lager für „besonders gefährliche Staatsverbrecher“ und das dissidentische Selbstverständnis in der UdSSR der 1960er Jahre

Claudia Weber (Hamburg): Kommentar

Hannes Grandits (Berlin): Keynote-Speech

Sektion 5: Tourismus und West-Ost-Vorstellungen

Thomas Bürgisser (Basel): Arbeitskräfte, Ferien, Investitionen: Schweizerische Jugoslawienbilder während der Hochkonjunktur der „goldenen Sechziger“

Benedikt Tondera (Hannover): „More fun and less serious“ – Der sowjetische Auslandstourismus der 1960er Jahre in die kapitalistischen Länder und die „Bruderstaaten“ als Indiz eines „verlängerten Tauwetters“?

Eva Pluhařová-Grigienė (Hamburg): Im Spannungsfeld von Selling Socialism und heimatlicher Nostalgie: Fotobildbände zur litauischen Küste in den 1960er und 1970er Jahren

Elke Beyer (Zürich): Kommentar

Sektion 6: Rock & Roll, sexuelle Revolution und Mode in Jugoslawien im transnationalen Vergleich

Natalja Herbst (München): Die „sexuelle Revolution“ im sozialistischen Jugoslawien

Nathalie Keigel (Hamburg): Vom Kostüm der Mutter zum Körper der Tochter: Mode in Jugoslawien als Verhandlungsort zwischen „kapitalistischem“ und „sozialistischem Körper“?

Aleksandar Raković (Belgrade): Rock & Roll in Yugoslav Socialist Society during the 60ies (with a view on similarities and differences of rock and roll in the Eastern Bloc and Yugoslavia)

Monica Rüthers (Hamburg): Kommentar

Nathalie Keigel / Moritz Florin: Abschlussdiskussion

Anmerkung
[1] György Péteri, Nylon Curtain – Transnational and Transsystemic Tendencies in the Cultural Life of State-Socialist Russia and East-Central Europe, in: Slavonica 10 (2004), S. 113–123.

ZitierweiseTagungsbericht Sozialistische Sechziger. Transnationale Perspektiven auf die Sowjetunion und Jugoslawien in ihrem „goldenen Zeitalter“. 07.02.2013–09.02.2013, Hamburg, in: H-Soz-u-Kult, 13.03.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4723>.

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