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Grenzöffnung – Grenzen im Kopf – Grenzüberwindung. Österreich 1989: Innen- und Außenperspektiven

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Dr. Wilfried-Haslauer-Bibliothek, Forschungsinstitut für politisch-historische Studien, Salzburg
Datum, Ort:08.11.2012–10.11.2012, Salzburg

Bericht von:
Andrea Brait, Institut für Geschichte, Universität Wien; Catharina Cazan / Marie Radl / Jasmina Toplev, Wien
E-Mail: <andrea.braitunivie.ac.at>

Die vom Zukunftsfonds der Republik Österreich geförderte Tagung befasste sich ausgehend von der These, dass die Geschehnisse von 1989 auch für das neutrale Österreich bedeutende Veränderungen, insbesondere in den Beziehungen zu den östlichen und südöstlichen Nachbarstaaten, brachten, mit Bewertungen dieses Umbruchjahres. Das Ziel bestand darin, diese Frage aufgrund von Quellen österreichischer Provenienz zu beleuchten und die Ergebnisse mit Außensichten zu kontrastieren und zu vergleichen.

ERNST BRÜCKMÜLLER (Wien) betrachtete in seinem Keynote-Vortrag „Prag liegt entfernter als New York. Beobachtungen und Vermutungen zu den Ursachen des österreichischen Antislawismus“ zunächst Umfragedaten des Gallup Instituts von 1991, die zeigten, dass viele meinten, dass insbesondere Serben und Slowenen durch ihr Verhalten Feindseligkeit fördern würden. Auf die Frage „Wen hätten Sie lieber nicht als Nachbar?“ benannten die Befragten in erster Line Roma und Sinti, Slowenen, Türken, Polen und Rumänen. Bruckmüller präsentierte drei Thesen zur Erklärung dieses Antislawismus: Die Position im und zum Staat nach der gescheiterten Revolution von 1848, die Erschütterungen des kulturellen Überlegenheitsgefühls (bei den „Deutschösterreichern“ aufgrund der sprachlichen und kulturellen Emanzipation der Nationalitäten) und die Veränderungen der nationalen Konkurrenzlagen im Kampf ums Dasein, was auf die Entwicklungen in Folge des Ersten Weltkrieges zurückzuführen sei. Die antislawistischen Vorurteile wurden im 20. Jahrhundert bekräftigt, von den Nationalsozialisten aufgegriffen und später durch das neue Feindbild „Bolschewismus“ erweitert. Dass diese Ressentiments und Vorbehalte bis heute nicht vollständig überwunden werden konnten, macht etwa die zögerliche Haltung der österreichischen Verkehrspolitik in Fragen des Straßenausbaus in Richtung Slowakei und Tschechien deutlich.

FRITZ BREUSS (Wien) legte in seinem Vortrag „Auswirkungen der Ostöffnung 1989 auf Österreichs Wirtschaft“ eine wirtschaftliche Integrationsgeschichte dar, die 1989 mit der „Ostöffnung“ begann und über die EU-Erweiterungen 2004/07 bis 2013-15 zu den Ländern führt, die vielleicht der EU betreten werden. Breuss zeigte anhand zahlreicher Statistiken unter anderem die zunehmende Globalisierung über den Außenhandel auf und wies nach, dass Österreichs Wirtschaft im Schnitt immer schneller als die der anderen EU-Staaten wuchs – ein klares Zeichen für die enorme Bedeutung der Ostöffnung für diese Alpenrepublik.

OLIVER KÜHSCHELM (Wien) analysierte in seinem Vortrag „Den ‚Osten’ öffnen. Zeitgenössische Perspektiven 1989 am Schnittpunkt von Politik, Unternehmerexpertise und Öffentlichkeit“ wie in der Folge der Umbrüche von 1989 das Dispositiv des „Osthandels“ durch das der „Ostöffnung“ abgelöst wurde. Am Beispiel der Geschichte des Donaueuropäischen Instituts zeigte er, welche Bedeutung dabei solche Schnittstellen hatten und wie gemeinsame Narrative, allen voran die Beschwörung von gutnachbarlichen Beziehungen und einer gemeinsamen Vergangenheit, die Praktiken der Kontaktherstellung und der Beziehungspflege beeinflussen konnten.

MICHAEL GEHLER und MARCUS GONSCHOR (beide Hildesheim) lieferten unter dem Titel „Die USA und der Umbruch in Mittel- und Osteuropa 1989/90“ einen umfangreichen Beitrag über die Beziehungen zwischen den USA, Mittel- und Osteuropa. Marcus Gonschor beschäftigte sich anhand von politischen Memoiren mit den persönlichen Kontakten zwischen Ronald Reagan, George H. W. Bush sen. und Helmut Kohl, in dem er diese hinsichtlich ihrer retrospektiven Einschätzungen zu den Umbruchsjahren in Mittel- und Osteuropa analysierte und mit zeitgeschichtlichen politischen Befunden verglich. Dabei wurde insbesondere die große Bedeutung der immer wiederkehrenden persönlichen Besprechungen deutlich, die zu einem starken gegenseitigen Vertrauen führten, was alle drei Politiker als ein wichtiges Element der globalen Politik empfanden. Michael Gehler analysierte auf Basis diplomatischer Berichte des österreichischen Außenministeriums die Umbrüche in Mittel- und Osteuropa. Er zeigte, dass der KSZE-Nachfolgeprozess von Wien genutzt wurde, um sich im zu Ende gehenden Kalten Krieg in Europa nicht nur zu positionieren, sondern auch zu profilieren. Den amerikanischen Einschätzungen zufolge wurde die österreichische Mittelosteuropa-Expertise geschätzt, die geopolitische Lage des neutralen Österreichs allerdings als Schwachstelle für die transatlantische Konzeption und die Verteidigung Westeuropas beurteilt. Die Annäherungen der Großmächte USA und UdSSR wurden von Wien begrüßt.

Unter Berücksichtigung von Berichten der Grundorganisation der SED in Wien und ostdeutscher Akten erläuterte MAXIMILIAN GRAF (Wien) in seinem Vortrag „Österreich und das ‚Verschwinden’ der DDR 1989/90. Ostdeutsche Perspektiven im Kontext der Langzeitentwicklungen“ die Entwicklung der bilateralen Beziehungen Österreichs zur DDR im Verlauf der Jahre 1989 und 1990, wobei er sich genauer mit dem Besuch von Bundeskanzler Franz Vranitzky in der DDR (24. November 1989), der ostdeutschen Wahrnehmung der Rolle Österreichs bei der Massenflucht der DDR-Bürger aus Ungarn und den unterschiedlichen Einstellungen der österreichischen Regierungsparteien zur deutschen „Wiedervereinigung“ beschäftigte.

HELMUT WOHNOUT (Wien) befasste sich in seinem Vortrag „Vom Durchschneiden des Eisernen Vorhangs bis zur Anerkennung Sloweniens und Kroatiens. Österreichs Außenminister Alois Mock und die politischen Umbrüche 1989–1992“ mit der Haltung Österreichs gegenüber den Reformbewegungen im Osten bis zum Frühherbst 1989, der Haltung von Mock zur deutschen Frage nach dem Mauerfall sowie mit der Politik gegenüber den Nachfolgestaaten Jugoslawiens 1991/92. Wohnout zufolge handelte Mock dabei nur ein einziges Mal als politischer Akteur, nämlich als er den Eisernen Vorhang gemeinsam mit Ungarns Außenminister Guyla Horn durchschnitt. Das Bild löste eine Fernsehrevolution aus: Ab diesem Zeitpunkt wusste die ganze Welt, dass es eine ungesicherte Grenze gab, was den Prozess der Desintegration der DDR beschleunigte.

ANDREAS PUDLAT (Hildesheim) beschäftigte sich in seinem Beitrag „(Grenz-)Polizeiliche Wendejahre? Zum österreichischen Grenzschutz in Zeiten von Systemkollaps und ‚Schengen’“ mit den Umbrüchen von 1989 aus polizeiwissenschaftlicher Perspektive und analysierte Veränderungen in der polizeilichen Praxis hinsichtlich des Grenzschutzes. Pudlat stellte einen allgemeinen Trend zur Militarisierung fest und zeigte auf, dass nicht nur Politiker, Gesetzgeber und die Exekutive, sondern auch die breite Öffentlichkeit ein Adressat von Kriminalpolitik ist.

ANGELA SIEBOLD (Heidelberg) gab in ihrem Vortrag „Österreich im ‚grenzenlosen Europa’. Die (Nicht-)Wahrnehmung des österreichischen Schengen-Beitritts in polnischen und deutschen Printmedien“ einen Überblick über die Auswirkungen des Falles des Eisernen Vorhangs für Europa. Dabei argumentierte sie insbesondere, dass Österreich bei seiner Aufnahme in den Schengen-Raum nicht als Akteur wahrgenommen wurde und spezifische Perspektiven Österreichs nicht berücksichtigt wurden. Österreich wurde vielmehr als Transitraum angesehen. Polen verband mit dem Beitritt Österreichs insbesondere die Hoffnung, seine eigene Position als Schengen-Grenzland zu verbessern.

In seinem Vortrag „Österreich als Tor der Freiheit und Demokratie“ lieferte FERENC CSERESNYÉS (Pécs) einen Einblick in die Gesellschaftsgeschichte Ungarns um 1956. Er konzentrierte sich auf die Akzeptanz Ungarns vor und nach 1956 durch Österreich: Durch die Geschehnisse in diesem Jahre habe sich die Rolle Österreichs als Brücke zur westlichen Welt für Ungarn herausgebildet. In der Folge wandelte sich, so Cseresnyés, die Haltung Österreichs jedoch und die geflohenen Ungarn seien eher eine Last geworden, was sich in der Wahrnehmung bis 1989 nicht ändern sollte. Der Vortrag löste eine lebhafte Diskussion aus.

Das Wort „Erweiterung“ – so OLIVER SCHWARZ (Duisburg) in seinem Vortrag „Die Erweiterung der EU. Zum Wandel eines außenpolitischen Überinstruments“ – sei ein politisches Narrativ und vermittle eine Erfolgsstory. Es täusche über den komplexen Prozess, der mit den Beitrittsverhandlungen verbunden war, hinweg. Schwarz zeichnete, ausgehend von 1989, den Wandel und die heutige Ausgestaltung der EU nach und betonte, dass das Integrationsangebot der EU in dieser Zeit entscheidend dazu beigetragen habe, dass sich einige der mittel- und osteuropäischen Staaten zu stabilen Demokratien entwickelten.

GUNTHER HAUSER (Wien), der sich in seinem Beitrag „Das Jahr 1989 aus österreichischer und internationaler sicherheitsstrategischer Perspektive“ mit europäischen Sicherheitsfragen und den sich daraus ergebenden Aufgaben des österreichischen Bundesheeres befasste, berichtete über die geopolitische Konstellation nach dem Ende des Kalten Krieges, über die steigende internationale Vernetzung der österreichischen Außenpolitik und die Diskussionen um die Zukunft des Bundesheeres, die insbesondere aufgrund des EU-Beitrittsprozesses verkompliziert wurden.

Anhand einer Karikatur, die eine Schweizer Kuh zeigt, die in Österreich, Deutschland und Italien grast, verdeutliche GEORG KREIS (Basel) in seinem Beitrag „Österreichs europapolitischer Aufbruch 1988–1995 aus der Sicht des Nachbarn Schweiz“, wie die Schweiz den Beitritt Österreichs zur EU interpretierte. Die Schweiz hatte offenkundig Angst, Österreich als „Futterquelle“ zu verlieren. Neben diesem Grundtenor konnte Kreis in den von ihm analysierten 25 Artikeln der „Neuen Zürcher Zeitung“ aus acht Jahren ebenso Anerkennung als auch Neid gegenüber Österreich und seinem Verhältnis zur EU ablesen.

FELICITAS SÖHNER (Hagen) gab in ihrem Vortrag „Der Umbruch von 1989: Soziokulturelle Auswirkungen eines Paradigmenwechsels“ einen Überblick über das große historische Datum des 27. Juni 1989 und beschäftigte sich mit den Narrativen, die im Zusammenhang mit dem Umbruch von 1989 auftauchen. Es wurde von einem „neuen Zeitalter“, von einer „Rückkehr nach Europa“ oder einer „künstlichen Teilung Europas“ gesprochen. Der slawische Raum sprach von einem „Wechsel“, der deutsche Raum von einer „Wende“. Auch die Bezeichnung „friedliche Revolution“ tauchte auf, die jedoch zu hinterfragen sei, wie Söhner betonte.

JULIANE DAMM (Bamberg) legte ihrem Vortrag „Grenzen der Grenzüberschreitung. Eine Analyse lebensgeschichtlicher Interviews mit DDR-Flüchtlingen des Jahres 1989“ elf narrative Interviews mit Flüchtlingen aus der DDR zugrunde, die hinsichtlich der Erinnerungskultur in der eigenen Biographie und der eigenen Wahrnehmung von Fluchtmotiven, dem Ablauf der Flucht sowie den Integrationsformen nach der Flucht analysiert wurden. Dabei zeigte sich, dass der Auslöser für die Flucht meist ein zentrales Ereignis war; die Befragten gaben durchgehend zu verstehen, dass man nicht nur wegen materieller Fragen geflüchtet war. Für alle zeigte sich, dass man sich die weitere Aufnahme in der Bundesrepublik völlig anders vorgestellt hatte, denn hier wurde ihnen nichts geschenkt.

MICHAEL GEHLERs (Hildesheim) aktenkonzentrierter Vortrag „Bonn, Berlin-Ost, Budapest, Wien und die Erosion des SED-Regimes 1989/90“ gab einen Überblick über die zentralen politischen Ereignisse und befasste sich eingehend mit der Rolle einzelner Akteure. Dabei widmete er sich unter anderem Hans Dietrich Genscher, der am 14. September 1989 eine von der Forschung bislang völlig unbeachtet gebliebene Rede in der Österreichischen Nationalbibliothek hielt, in der er bereits ausführte, dass es für ihn nur eine deutsche Nation gäbe – ein Versuch, wie Gehler argumentierte, die deutsche Bevölkerung auf die kommenden Entwicklungen in der deutschen Botschaft Prag vorzubereiten. Während Genscher für Wien Zuständigkeit bewies, wendete sich Kohl mehr Budapest zu und würdigte die Haltung der Regierung Nemeth bei der Grenzöffnung.

ANDREAS SCHIMMELPFENNIG (Hildesheim) setzte sich in seinem Vortrag „1989 und die österreichische Identität der Minderheiten“ mit begrifflichen Definitionen der verschiedenen Minderheitengruppen in Österreich auseinander und verglich diese mit Minderheitenzahlen ausgewählter europäischer Staaten. Ausgehend von dem unter Bruno Kreisky verabschiedeten Volksgruppengesetz befasste er sich schließlich mit den Forderungen der autochtonen Minderheiten, die auch nach 1989 weitgehend unerfüllt blieben.

ANDREA BRAIT (Wien) verdeutlichte in ihrem Vortrag „Zur Konstruktion eines europäischen Gedächtnisortes. Blicke auf 1989 in den Jahren 1999 und 2009“ welche Bedeutung die „Magie der runden Zahl“ hat und mit welchen Mitteln der Staat in Jubiläumsjahren Geschichtspolitik betreibt. Der „Gedächtnisort 1989“ folgt bislang stark einem internationalen und noch wenig einem transnationalen Ansatz. Sowohl in der medialen Berichterstattung als auch bei wissenschaftlichen Tagungen und bei Ausstellungen stand der nationale Blick im Zentrum beziehungsweise wurde höchstens nach Wechselwirkungen und Interaktionen zwischen Staaten gefragt.

CHRISTOPH KÜHBERGER (Salzburg) stellte in seinem Beitrag „1989 im Geschichtsunterricht. Eine österreichische Perspektive“ die These auf, dass es keinen Erinnerungsort „1989“ gibt. Anhand von Fotos aus einem Familienurlaub zeigte er, dass sich die politischen Veränderungen in diesem Sommer nicht in den Lebenserinnerungen der Österreicher finden. Eine Analyse von wissenschaftlichen Längsschnittdarstellungen zur Geschichte Österreichs im 20. Jahrhundert zeige ebenso wie ein Blick auf Zeitleisten in Schulbüchern, dass 1989 für die Periodisierung österreichischer Geschichte nicht das ausschlaggebende Datum sei.

LÁSZLÓ J. KISS (Budapest) erörterte in seinem Beitrag „Ungarische Reaktionen auf Österreichs Politik im Zuge des Umbruchs 1989/90 und im Zusammenhang mit der Osterweiterung der EU“ die ungarische Außenpolitik im Zuge des Systemwechsels von 1989/90 und bezog die österreichische Wahrnehmung dazu ein. Kiss sprach von einer asymmetrischen Wahrnehmung der Grenzöffnung: Was für Österreich eine Ostöffnung war, war für Ungarn eine Westöffnung. Aus der „geteilten Grenzöffnung“ resultierte eine geteilte Erinnerung, was in Ängsten vor einer Destabilisierung und negativen Auswirkungen auf die Neutralität Österreichs resultierte.

SIMON GRUBER (Bratislava) zeigte in seinem Vortrag „So nah und doch so fern. Slowakische Wahrnehmungen der Beziehungen zu Österreich 1989/1990“, dass Österreich in der Slowakei zunächst als „gelobtes Land“ galt sowie ein Symbol für Lebensstandard, Sauberkeit und Geld war. Ende der 1990er-Jahre kam es aber zu einer Abkühlung des Verhältnisses, was auf Spannungen hinsichtlich der grenznahen Atomkraftwerke zurückzuführen war sowie auf Österreichs Zögern bei der Inangriffnahme von Infrastrukturprojekten. Dies wurde als Enttäuschung erlebt, denn bereits 1993 zeigte eine Umfrage, dass sich die slowakische Bevölkerung eine weitere Grenzöffnung wünschte.

Insgesamt zeigte die Tagung, dass die Bedeutung des Jahres 1989 für Österreich noch lange nicht ausverhandelt und hinreichend erforscht ist. Auf Basis neuer Quellen wurde aber aufgezeigt, welche Möglichkeiten diesbezüglich der Blick auf spezifische Akteure bietet. Wünschenswert sind vertiefende Forschungen zu den Zusammenhängen von verschiedenen Politikbereichen sowie zu den Einflüssen von Narrativen, die sich unter anderem in der Kulturaußen- und in der Wirtschaftspolitik finden.

Konferenzübersicht:

Ernst Bruckmüller (Wien): Prag liegt entfernter als New York. Beobachtungen und Vermutungen zu den Ursachen des österreichischen Antislawismus

Wirtschaftliche Ost-Kontakte

Fritz Breuss (Wien): Auswirkungen der Ostöffnung 1989 auf Österreichs Wirtschaft

Oliver Kühschelm (Wien): Den „Osten“ öffnen. Zeitgenössische Perspektiven 1989 am Schnittpunkt von Politik, Unternehmerexpertise und Öffentlichkeit

Diplomatie und Einzelakteure

Michael Gehler/Marcus Gonschor (beide Hildesheim): Die USA und der Umbruch in Mittel- und Osteuropa 1989/90

Maximilian Graf (Wien): Österreich und das „Verschwinden“ der DDR 1989/90. Ostdeutsche Perspektiven im Kontext der Langzeitentwicklungen

Helmut Wohnout (Wien): Vom Durchschneiden des Eisernen Vorhangs bis zur Anerkennung Sloweniens und Kroatiens. Österreichs Außenminister Alois Mock und die politischen Umbrüche 1989–1992

Grenzen im Wandel

Andreas Pudlat (Hildesheim): (Grenz-)Polizeiliche Wendejahre? Zum österreichischen Grenzschutz in Zeiten von Systemkollaps und „Schengen“

Angela Siebold (Heidelberg): Österreich im „grenzenlosen Europa“. Die (Nicht-)Wahrnehmung des österreichischen Schengen-Beitritts in polnischen und deutschen Printmedien

Ferenc Cseresnyés (Pécs): Österreich als Tor der Freiheit und Demokratie

Erweiterung Europas, Sicherheitspolitik und Nachbarschaftsperzeptionen

Oliver Schwarz (Duisburg): Die Erweiterung der EU. Zum Wandel eines außenpolitischen Überinstruments

Gunther Hauser (Wien): Das Jahr 1989 aus österreichischer und internationaler sicherheitsstrategischer Perspektive

Georg Kreis (Basel): Österreichs europapolitischer Aufbruch 1988–1995 aus der Sicht des Nachbarn Schweiz

Aspekte zum Ende der DDR

Felicitas Söhner (Hagen): Der Umbruch von 1989: Soziokulturelle Auswirkungen eines Paradigmenwechsels

Juliane Damm (Bamberg): Grenzen der Grenzüberschreitung. Eine Analyse lebensgeschichtlicher Interviews mit DDR-Flüchtlingen des Jahres 1989

Michael Gehler (Hildesheim): Bonn, Berlin-Ost, Budapest, Wien und die Erosion des SED-Regimes 1989/90

1989–2012: Folgen der Umbrüche

Andreas Schimmelpfennig (Hildesheim): 1989 und die österreichische Identität der Minderheiten

Andrea Brait (Wien): Zur Konstruktion eines europäischen Gedächtnisortes. Blicke auf 1989 in den Jahren 1999 und 2009

Christoph Kühberger (Salzburg): 1989 im Geschichtsunterricht. Eine österreichische Perspektive

Österreichs Politik aus Sicht der Nachbarn

László J. Kiss (Budapest): Ungarische Reaktionen auf Österreichs Politik im Zuge des Umbruchs 1989/90 und im Zusammenhang mit der Osterweiterung der EU

Simon Gruber (Bratislava): So nah und doch so fern. Slowakische Wahrnehmungen der Beziehungen zu Österreich 1989/1990

Miroslav Kunštát (Prag): Tschechische Reaktionen auf Österreichs Politik im Zuge des Umbruchs 1989/90 (Vortrag abgesagt)

ZitierweiseTagungsbericht Grenzöffnung – Grenzen im Kopf – Grenzüberwindung. Österreich 1989: Innen- und Außenperspektiven. 08.11.2012–10.11.2012, Salzburg, in: H-Soz-u-Kult, 14.03.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4719>.

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