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Luther und die Evangelisch-Lutherischen in Ungarn und Siebenbürgen. Augsburgisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Márta Fata, Institut für donauschwäbische Geschichte und Landeskunde und Eberhard Karls Universität Tübingen; Anton Schindling, Seminar für Neuere Geschichte, Eberhard Karls Universität Tübingen
Datum, Ort:22.11.2012-24.11.2012, Tübingen

Bericht von:
Dennis Schmidt, SFB 923 „Bedrohte Ordnungen“, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
E-Mail: <d.schmidtuni-tuebingen.de>

Die von Márta Fata und Anton Schindling organisierte internationale Tagung zum Luthertum in Ungarn und Siebenbürgen im Tübinger Stift knüpfte konzeptionell an eine von denselben Personen veranstaltete Konferenz über „Calvin und Calvinisten in Ungarn und Siebenbürgen. Helvetisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918“ aus dem Jahr 2008 an [1], so dass ein systematischer Vergleich beider Konfessionen ermöglicht wurde. In thematischen Blöcken standen die Spezifik des ungarländischen Luthertums, seine Ausbreitung, seine modernisierende Wirkung auf die ungarische und siebenbürgische Gesellschaft und seine Rolle für das Selbstverständnis verschiedener Gruppen im Mittelpunkt.

Das erste Themenfeld, das durch ZOLTÁN CSEPREGI (Budapest) eingeleitet wurde, hatte das „Augsburgische Bekenntnis in Ungarn und Siebenbürgen“ zum Inhalt. Mit seinen Thesen zu den „Merkmale[n] der lutherischen Reformation im Donau- und Karpatenraum“ bot Csepregi zahlreiche Anknüpfungspunkte für die folgenden Vorträge und Diskussionen. Das 16. Jahrhundert charakterisierte er als eine Phase konfessioneller Offenheit und Unbestimmtheit, was er auch auf Sprachbarrieren zurückführte; erst im 17. Jahrhundert sei es zu einer konfessionellen Stabilisierung gekommen, die Effekte der Konfessionalisierung sichtbar werden lassen. Im 18. Jahrhundert hätte dann die konfessionelle Identität eindeutig gegenüber der geographischen oder ethnischen überwogen. Seine Argumentation unterstrich er durch Gesangbücher in verschiedenen Sprachen, die Übernahmen und Traditionen erkennen lassen, welche sich mit gängigen Paradigmen nicht decken. In einem buchhistorischen Vortrag stellte ISTVÁN MONOK (Eger/Szeged) die Frage nach der Verbreitung von „Luthers und Melanchthons Werke[n] in ungarischen und siebenbürgischen Bibliotheken in der frühen Neuzeit“. Deutlich wurde dabei auch in quantitativer Hinsicht die Bedeutung Melanchthons als Ideengeber für die ungarische und siebenbürgische Reformation. Der Zusammenhang zwischen der Bedeutung Melanchthons auf innerprotestantischen Ausgleich bedachter Theologie und der – nach Csepregi – konfessionell noch wenig definierten Phase des 16. Jahrhunderts wurde in der anschließenden Diskussion thematisiert.

Im zweiten Block wurde nach „Wege[n] der Vermittlung“ lutherischen Gedankenguts in Ungarn und Siebenbürgen gefragt. RUDOLF LEEB (Wien) ordnete die Vermittlung in den Rahmen der Habsburgermonarchie ein. Er zeigte Beziehungsgeflechte zwischen den Erblanden und dem westungarischen Raum auf, wobei deutlich wurde, dass es hierbei vielfach Überschneidungen gab und kaum von einer verlangsamten Rezeption protestantischer Theologie in Westungarn gesprochen werden kann. Die Diskussions- und Rezeptionsräume waren hier keineswegs an Ländergrenzen gebunden. Einer wichtigen protestantischen Institution Oberungarns, nämlich dem evangelischen Kollegium Eperies (Prešov), widmete sich PETER KÓNYA (Prešov) in seinem Vortrag. Als Ausbildungsstätte für den lutherischen Bevölkerungsteil hatte es eine Bildungsfunktion, diente zugleich durch die Jahrhunderte als Vermittler und Katalysator neuer evangelischer Bewegungen, wie dem Pietismus, wobei im Vortrag unterstrichen wurde, welche Rolle hier gerade einzelne Funktionsträger spielten.

Auf die Rolle von Personen als Träger und Vermittler theologischer Ideen verwiesen auch die beiden anschließenden Vorträge von EVA KOWALSKÁ (Bratislava) und LÁSZLÓ SZELESTEI NAGY (Piliscsaba). Kowalská thematisierte die Rolle der Exulanten der 1670er-Jahre, die auf Grund der gegenreformatorischen Bestrebungen im Zuge des ersten Kuruzenkriegs Ungarn verlassen mussten. Die Exulanten entfesselten eine europaweite Kampagne und erreichten beispielsweise die Befreiung der Glaubensbrüder, die mit Galeerenstrafe belegt wurden. Der Kurfürst von Sachsen war einer ihrer wichtigen politischen Unterstützer; viele Exulanten kehrten von dort aus nach dem Abebben der offenen Verfolgungen zurück und brachten neue Ideen – wohl vielfach schon geprägt durch Philipp Jacob Spener – mit. Auch Nagy nahm in seinem Vortrag pietistisch geprägte Glaubensvermittler in den Blick. Seine Protagonisten jedoch waren keine Exulanten, sondern Schüler August Hermann Franckes, die in Halle studierten. Zurück in Ungarn gelang es ihnen zumindest teilweise pietistische Frömmigkeitsformen in einzelnen Gemeinden zu etablieren. Jedoch wurde deutlich, dass der Pietismus – trotz der in den Vorträgen deutlich gewordenen Impulse – in Ungarn und Siebenbürgen nicht die Bedeutung erlangen konnte, die ihm in den lutherischen Teilen des römisch-deutschen Reichs zukam. Vielmehr blieb das Luthertum weiter stark durch die symbolischen Bücher des 16. Jahrhunderts geprägt.

Den ersten Tag beschloss die dritte Sektion der Tagung, mit Einblicken in die gegenwärtige Situation der lutherischen Kirchen an der Donau. KARL W. SCHWARZ (Wien), im österreichischen Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur für die protestantischen Kirchen zuständig, sprach über die Zusammenarbeit der evangelischen Kirchen in Österreich, der Slowakei und Ungarn. Dabei spannte Schwarz den Bogen von der Ausgangslage verschiedener evangelischer Landeskirchen in der Habsburgermonarchie, über protestantische Reichskirchenpläne im 19. Jahrhundert, die 1819 gegründete Protestantisch-Theologische Lehranstalt in Wien und den Staatsvertrag 1955 bis hin zu Initiativen die gegenwärtig um einen Ausgleich der Konfessionen bemüht sind. Besonders verwies er dabei auf die Charta Oecumenica von 2001 und das Programm Healing of memories, zu dem die Tübinger Tagungen zu Calvin und Luther aus seiner Sicht einen Beitrag leisten. GERGELY PRÖHLE (Budapest), Landeskurator der evangelischen Kirche in Ungarn und stellvertretender Staatssekretär im ungarischen Außenministerium, lieferte in seiner Präsentation eine Bestandsaufnahme der evangelisch-lutherischen Kirche Ungarns. Sie ist mit ca. 300.000 Mitgliedern eine kleine Glaubensgemeinschaft, die jedoch über stark frequentierte Bildungseinrichtungen verfügt. Die gegenwärtige Situation beschrieb Pröhle als Krise, die Chancen eröffne, sowohl die evangelisch-lutherische Kirche zu modernisieren als auch konfessionslose oder verunsicherte Menschen anzusprechen. Dabei betonte er vor allem die Bedeutung der Bildungsstätten als potentiellen Missionsraum.

Der Freitag wurde mit der dritten Sektion „Ethnie und Konfession“ eröffnet. Die teilweise bis heute präsenten Fragen der Verknüpfung nationaler Identitäten und Konfessionen, bildeten schon einen Hauptaspekt der Calvin-Tagung 2008 und erwiesen sich erneut als fruchtbar. ULRICH A. WIEN (Landau) behandelte in seinem Vortrag das nicht immer einfache Verhältnis von Landeskirche und Nationsuniversität, der Selbstverwaltungsorganisation der Siebenbürger Sachsen. Nach einleitenden Worten zur Verteilung des Landes zwischen Szeklern, ungarischem Adel und Siebenbürger Sachsen, zeigte er auf, wie die Frage nach der Konfession stark auch durch die politische Institution der Nationsuniversität vorgegeben war, die eine lutherische Linie verfolgte und diese auch durchsetzen konnte. MÁRTA FATA (Tübingen) nahm sich einer anderen evangelischen Gruppe an, nämlich den deutschsprachigen Kolonisten in der Batschka und in Syrmien im 18. und 19. Jahrhundert. An Hand einzelner Kirchengemeinden wurde ein sich durch neue Kolonisten ausbreitendes Netzwerk deutlich, das sich von schon bestehenden Gemeinden entwickelte. Töchtergemeinden entstanden, die im Laufe der Zeit selbst neue Töchtergemeinden gründeten, wodurch eine durch ethnische und konfessionelle Elemente konstituierte Identität gebildet werden konnte.

Dies galt nicht nur für die Deutschen, sondern auch für die Slowaken in Oberungarn. Die identitätsstiftende Funktion der lutherischen Konfession wurde von PETER ŠOLTÉS (Bratislava) betont. Für die Konstruktion des Nationalbewusstseins spielte die Konfession als Element der Abgrenzung – vor allem gegenüber den Ungarn – eine wichtige Rolle. Mit der wechselhaften Geschichte der lutherischen Kirchen in Pest um 1800 beschäftigte sich MÁTYÁS KÉTHELYI (Budapest) in seinem Vortrag. Er machte deutlich, wie konfessionelle Identitätskonstruktionen durch nationale in Frage gestellt wurden. In Pest existierten drei lutherische Gemeinden: eine ungarische, eine deutsche und eine slowakische, die im 18. Jahrhundert noch auf Basis derselben Konfession ein gemeinschaftliches Zusammenleben pflegten; dieses sei im Laufe der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts jedoch in Frage gestellt worden. Für Pest zeigte Kéthelyi dies an Pfarrerwechseln, die teilweise recht scharfe Kehrtwenden im Verhältnis zu den anderssprachigen lutherischen Gemeinden nach sich zogen.

Die folgende Mittagssektion stand unter der Frage nach modernisierenden Aspekten des Luthertums. JULIA RIEDEL (Stuttgart) eröffnete mit einem Vortrag über Maria Dorothea von Württemberg, die 1819 den österreichischen Erzherzog Joseph, den Palatin von Ungarn, heiratete, ihren evangelischen Glauben jedoch behalten durfte. Von Württemberg brachte sie das Gedankengut eines sozial-karitativ ausgerichteten Pietismus mit nach Ofen, wo sie – so zeigte Riedel an verschiedenen Beispielen karitativer Tätigkeit – durchaus als eine „Mitbegründerin der ungarischen Sozialfürsorge“ bezeichnet werden darf. Das Thema auch hinsichtlich der theologischen Dimension des Wirkens der Palatinissa zu erweitern, gelang GERHARD HAUSMANN (Bad Neustadt/Saale), der über ihren Seelsorger Johann Georg Bauhofer (1806–1864) referierte. Er war ein Vertrauter Maria Dorotheas, auch noch, als sie nach dem Tod ihres Mannes Ofen verlassen musste, der im Geiste der Erweckungsbewegung auf sie wirkte und die lutherische Gemeinde auf der rechten Donauseite begründete. BOTOND KERTÉSZ (Budapest) nahm sich ebenfalls der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts an. Dabei ging es jedoch um ungarische lutherische Protagonisten in der Zeit vor und um 1848. Im Vortrag trat zu Tage, wie schwer es hier oftmals fällt, bestimmte Haltungen und Positionen als spezifisch lutherisch zu kennzeichnen, wie das Beispiel des ungarischen Revolutionsführers Lajos Kossuth aufzeigte.

Vom Ungarn des 19. Jahrhunderts ging es ins Siebenbürgen des 16. Jahrhunderts und zu dessen sächsischen Kirche, die zu Beginn ihres Bestehens (1550–1600) von Richtungskämpfen geprägt war. Den Vortrag übernahm EDIT SZEGEDI (Cluj-Napoca), die dem Thema eindrucksvoll gerecht wurde. Sie betonte, dass für den Reformator Johannes Honterus eine konfessionelle Zuordnung zu einer Ausprägung der Reformation kaum möglich sei, was sich auch in einer gewissen konfessionellen Unbestimmtheit der Kirche der Siebenbürger Sachsen im 16. Jahrhundert zeige; so konnten dort auch calvinistische Pfarrer wirken. Deshalb spreche man bis ins zweite Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts besser von einer „Kirche Wittenberger Prägung“. Über die „Volkskirche“ im Siebenbürgen des 19. und frühen 20. Jahrhunderts referierte KRISTA ZACH (München), die ausgehend von Adolf Schullerus eine Untersuchung des Volkskirchenbegriffs in Siebenbürgen präsentierte, der in seiner Ambiguität für verschiedene Interpretationen Raum bot und auch eine ethnische Exklusivität ermöglichte.

Den Vortrag am Freitagabend hielt VOLKER LEPPIN (Tübingen). Auf Basis siebenbürgischer Kirchenordnungen des 16. Jahrhunderts beschäftigte er sich mit der Rezeption Luthers und Melanchthons in der frühen Zeit der siebenbürgisch-sächsischen Kirche, wobei sich dies thematisch gut mit dem Vortrag von Szegedi ergänzte. Leppin fragte nach dem Einfluss der beiden Varianten der Confessio Augustana auf die Ordnungen der siebenbürgisch-sächsischen Kirche. Dabei machte er deutlich, dass bei diesen theologisch normativen Quellen eine der invariata eher entsprechende Ausrichtung erkennbar ist.

Am Samstag stand die sechste Sektion an, die sich den Selbst- und Fremdbildern der Lutherischen widmete. Den ersten Vortrag hierzu hielt TIBOR PICHLER (Bratislava), der über den Modernisierungs- und Nationsdiskurs bei wichtigen Protagonisten der slowakisch-evangelischen Intelligenz im Vormärz sprach. Dabei stellte er eine Reihe verschiedener Nationsentwürfe vor, die von einem eigenständigen slowakischen Nationalstaat, über die Rolle einer eigenen Nation im Königreich Ungarn bis hin zu panslawischen Überlegungen reichten. Mit einem weiteren Identifikationsmerkmal der Slowaken, nämlich dem Sprachdenkmal der Kralicer Bibel beschäftigte sich TIMOTEA VRABLOVA (Bratislava). Gerade im Verhältnis zu den Tschechen sei diese Bibelübersetzung des 16. Jahrhunderts von wechselseitigen Inanspruchnahmen geprägt gewesen, die aber auch zur Betonung einer tschechoslowakischen Gemeinsamkeit Anlass bieten konnten.

Mit dem heute slowenischen Prekmurje wurde ein anderer historischer Raum beleuchtet. FRANCE M. DOLINAR (Ljubljana) sprach über die lutherische und reformierte Kirch in diesem ehemals zum Königreich Ungarn gehörenden Gebiet, in dem sich die dort lebenden Slowenen – im Gegensatz zum Herzogtum Krain – zu ihrem evangelischen Glauben bekennen durften. Dolinar verwies darauf, dass die alte kirchliche Raumorganisation auch für die Kirchen der Reformation prägend war.

Zwei Vorträge beschäftigten sich mit Selbst- und Fremdbildern verschiedener Gruppen, wobei die Basis jeweils unterschiedliche Quellengattungen bildeten. Die Zipser Sachsen standen im Mittelpunkt der Überlegungen von TÜNDE KATONA (Szeged). Ihre Ausführungen, in denen sie die Interdependenzen von konfessionellen und ethnischen Zuschreibungen verdeutlichte, stützen sich auf Leichenpredigten des 16. und 17. Jahrhunderts. Die aus evangelischen Gesangsbüchern der Frühen Neuzeit ersichtlich werdenden Selbst- und Fremdzuschreibungen erörterte GABRIELLA HUBERT (Budapest) in ihrem Vortrag. Hierbei wurden hinsichtlich konfessioneller Abgrenzungsstrategien erneut viele Anknüpfungspunkte an die zu Beginn von Csepregi vorgestellten Thesen möglich, die sich auch bei dieser Detailstudie als stichhaltig erwiesen. In einem illustrierten Beitrag warf der Kunsthistoriker BÉLA LÁSZLÓ HARMATI (Budapest) Schlaglichter auf die Bedeutung Luthers und Melanchthons in der ungarischen Erinnerungskultur bis in die Gegenwart. Es ergab sich ein ambivalentes Bild in Bezug auf die Rolle der beiden Reformatoren. Im Vergleich zu Johannes Calvin scheinen die beiden zumindest in der ungarischen Memorialkultur jedoch unterrepräsentiert zu sein.

Nach einer Schlussdiskussion übernahm NICOLETTE MOUT (Leiden) den abschließenden Kommentar, in dem sie unter anderem auf den harmonischen Verlauf der Tagung verwies, auf der ethnische und nationale Konflikte auf die Quellen beschränkt blieben – dies sei in der Vergangenheit nicht immer der Fall gewesen.

Das breite Panorama, das die Tagung zum Luthertum in Ungarn und Siebenbürgen bot, verweist auf einen Raum, der durch seine ethnische wie religiöse Vielgestaltigkeit geradezu prädestiniert erscheint, Paradigmen und theoretische Ansätze empirisch, auch in mikrogeschichtlichen Studien, zu überprüfen. Der Tagungsband, der in der Reihe „Reformationsgeschichtliche Studien und Texte“ erscheinen soll, wird auf Basis der eindrucksvoll präsentierten Forschungsergebnisse sicherlich in deutscher Sprache hierzu seinen Beitrag leisten.

Konferenzübersicht

I. Augsburgisches Bekenntnis in Ungarn und Siebenbürgen

Zoltán Csepregi (Budapest): Merkmale der lutherischen Reformation im Donau- und Karpatenraum vom 16. bis zum 19. Jahrhundert

István Monok (Eger/Szeged): Luthers und Melanchthons Werke in ungarischen und siebenbürgischen Bibliotheken in der frühen Neuzeit

II. Wege der Vermittlung

Rudolf Leeb (Wien): Die Beziehungen zwischen dem Protestantismus in den habsburgischen Erblanden und dem westungarischen Raum in der Frühen Neuzeit

Peter Kónya (Prešov): Die Bedeutung des Evangelischen Kollegiums Eperies von 1667 bis 1918 für die Evangelisch-Lutherischen in Ungarn

Eva Kowalská (Bratislava): Exulanten aus dem Königreich Ungarn als Vermittler von neuen theologischen Ideen im 17. Jahrhundert

László Szelestei Nagy (Piliscsaba): Francke-Schüler aus Halle an der Saale als Vermittler pietistischer Impulse im Königreich Ungarn

III. Evangelisch an der Donau heute: Budapest – Bratislava – Wien

Karl W. Schwarz (Wien): Solidarität und Einheit der Protestanten? Integration und Kooperation in den protestantischen Kirchen im Habsburgerreich

Gergely Pröhle (Budapest): Aktualität des evangelischen Glaubens. Aufgaben der evangelisch-lutherischen Kirche in Ungarn

IV. Ethnie und Konfession

Ulrich A. Wien (Landau): Politik – Macht – Glaube. Kontroversen, Konflikte und Konsensbemühungen in Siebenbürgen zwischen Landeskirche und Nationsuniversität von der Mitte des 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts

Márta Fata (Tübingen): Konfessionelle Behauptung deutsch-evangelischer Kolonisten in der Batschka und in Syrmien im 18. und 19. Jahrhundert

Peter Šoltés (Bratislava): Die Rolle der evangelisch-lutherischen Konfession in den Gruppenbildungsprozessen der Slowaken im 18. Jahrhundert und am Anfang des 19. Jahrhunderts

Mátyás Kéthelyi (Budapest): Zusammenleben und Trennung der ungarischen, deutschen und slowakischen Evangelisch-Lutherischen in der königlichen Freistadt Pest im 18. Jahrhundert und am Anfang des 19. Jahrhunderts

V. Luthertum und Modernisierung von Staat und Gesellschaft

Julia Riedel (Stuttgart): Palatinissa Maria Dorothea von Württemberg (1797–1855), Mitbegründerin der ungarischen Sozialfürsorge

Gerhard Hausmann (Bad Neustadt/Saale): Johann Georg Bauhofer (1806–1864), Seelsorger der Palatinissa und Gründungspfarrer der evangelisch-lutherischen Gemeinde von Ofen

Botond Kertész (Budapest): Evangelisch-lutherische Persönlichkeiten in der ungarischen Reformzeit und in der Revolution von 1848

Edit Szegedi (Cluj-Napoca): Richtungskämpfe in der jungen sächsischen Kirche Siebenbürgens (1550–1615)

Krista Zach (München): 'Volkskirche' in Siebenbürgen im 19. Jahrhundert und am Anfang des 20. Jahrhunderts zwischen Differenzierung und Integration

Abendvortrag

Volker Leppin (Tübingen): Luthers und Melanchthons theologische Wirkung in europäischer Perspektive

VI. Selbstbilder und Fremdbilder

Tibor Pichler (Bratislava): Diskurs über Modernisierung und Nation bei der slowakisch-evangelischen Intelligenz im Vormärz

Timotea Vrablova (Bratislava): Die Bedeutung der Kralicer Bibel für das Selbstverständnis der Slowaken vom 16. Jahrhundert bis 1918

France M. Dolinar (Ljubljana): Die Lutherischen und Reformierten Kirchen im Prekmurje (Übermurgebiet) von der Mitte des 16. Jahrhunderts bis 1733

Tünde Katona (Szeged): Selbstbilder und Fremdbilder der evangelischen Zipser Sachsen in den Leichenpredigten des 16. und 17. Jahrhunderts

Gabriella Hubert (Budapest): Selbstbilder und Fremdbilder in den ungarischen evangelischen Gesangbüchern vom 16. bis zum 18. Jahrhundert

Béla László Harmati (Budapest): Luther und Melanchthon in der ungarischen Erinnerungskultur vom 19. bis zum 21. Jahrhundert – aus Sicht der Kunstgeschichte

Schlusskommentar

Nicolette Mout (Leiden)

Anmerkung:
[1] Márta Fata / Anton Schindling (Hrsg.), Calvin und Reformiertentum in Ungarn und Siebenbürgen. Helvetisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918 (Reformationsgeschichtliche Studien und Texte, Bd. 155), Münster 2010, 2. Aufl. 2011.

ZitierweiseTagungsbericht Luther und die Evangelisch-Lutherischen in Ungarn und Siebenbürgen. Augsburgisches Bekenntnis, Ethnie und Politik vom 16. Jahrhundert bis 1918. 22.11.2012-24.11.2012, Tübingen, in: H-Soz-u-Kult, 18.03.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4702>.

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