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Kulturelle Aneignung – kulturelle Verflechtung

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Caroline Heitz / Christian Guerra, Doktoratsprogramm der Basler Altertumswissenschaften (DBAW)
Datum, Ort:16.11.2012–17.11.2012, Basel

Bericht von:
Sarah Bühler / Francesco De Vecchi / Laura Diegel / Alexander Dotter / Anna Flückiger / Daniele Furlan / Christian Guerra / Caroline Heitz / Simone Mayer / Anne-Sophie Meyer / Cordula Portmann / Dirk Reichenecker / Sabine Rossow / Ann-Kathrin Stähle / Sarah Tausch / Stephanie Vieli / Daniel Zürcher, Departement Altertumswissenschaften, Universität Basel
E-Mail: <alexander.dotterunibas.ch>

Was geschieht, wenn Akteure mit kulturell „Fremdem“ oder „Neuem“ in Berührung kommen? Wie verändern sich kulturelle Elemente (Objekte, Ideen, Praktiken, Narrative etc.), wenn sie von einem kulturellen Kontext in einen anderen übergehen? Wie wird das „Eigene“ in der Konfrontation mit dem „Anderen“ neu ausgelotet?

Der Titel der dritten Graduiertentagung des Doktoratsprogramms der Basler Altertumswissenschaften (DBAW) bezieht sich auf die beiden im Rahmen der Ethnologie der Globalisierung formulierten Konzepte „Aneignung“ und „Verflechtung“. Ihr Hauptanliegen war es zu überprüfen, inwiefern diese Konzepte als operative Begriffe für eine kulturwissenschaftlich orientierte Altertumswissenschaft fruchtbar gemacht werden können. Beteiligt waren Forschende aus den Bereichen Ägyptologie, Alte Geschichte, Griechische Philologie, Klassische Archäologie, Lateinische Philologie, Ur- und Frühgeschichtliche und Provinzialrömische Archäologie sowie Vorderasiatische Altertumswissenschaft. Während die Konzepte „Aneignung“ und „Verflechtung“ in der aktuellen ethnologischen Forschung vor allem in Bezug auf den globalen Konsum von Gütern angewandt werden, sollten sie durch diese Tagung neu für Untersuchungen nicht nur an materieller Kultur, sondern auch an Textquellen nutzbar gemacht werden.

Nach der Begrüßung durch SUSANNE BICKEL gaben die Organisatoren CAROLINE HEITZ und CHRISTIAN GUERRA eine Einführung zum theoretischen Zugang, zu den Zielen und Fragestellungen der Tagung sowie zum Programm. Ereignisse aus der Argonautensage illustrierten dabei die Bedeutung der Konzepte und führten emblematisch durch die zwei Tage hindurch.

Der Keynote-Sprecher WALTER LEIMGRUBER (Basel) gab einen umfassenden Überblick über kulturanthropologische Konzepte und den Wandel des wissenschaftlichen Kulturbegriffs.

Hintergrund des Wandels seien Entwicklungen wie die zunehmende Deutung von Kultur als Prozess, die radikale Infragestellung großer Gedankengebäude, das Bewusstsein, dass mit dem Verfassen von Texten Realität nicht einfach abgebildet, sondern auch geschaffen wird, und der Verlust des Selbstverständnisses der Wissenschaft als unvoreingenommener Beobachterin. Die Herder’sche Interpretation von Kultur als abgeschlossener Einheit sei infolge dieses Wandels überwunden worden. Heute stehe der Mensch als handelndes Subjekt im Vordergrund.

In Bezug auf neuere Konzepte stelle sich die Frage, ob die Hinwendung zur agency nicht zu stark vollzogen worden sei und den Blick auf strukturelle Zwänge versperrt habe. Die alten Konzepte seien jedoch zu Recht verworfen worden, weil Kulturen nicht homogen, sondern vielschichtig, fragmentiert und widersprüchlich seien. Dazu gehöre auch, dass neben den komplexen Wechselwirkungen von Vermischung immer auch das Bedürfnis nach Stabilität vorhanden sei, worauf die neueren Konzepte keine Rücksicht nähmen. Sie müssten deshalb weiterentwickelt oder ersetzt werden.

PHILIPP W. STOCKHAMMER (Heidelberg) legte dar, dass, basierend auf B. Latours Actor-Network-Theorie, das Objekt eine aktive Rolle in der Beziehung mit dem Menschen einnimmt und daher in der Forschung mehr Beachtung erhalten sollte.

Von den vier Aspekten zur Aneignung von Dingen nach H. P. Hahn lassen sich in der Archäologie nur „Objektivierung“ und „Umdeutung“ beobachten, die sich durch die Einbindung von Dingen in soziale Praktiken niederschlagen. Dabei wird auch festgestellt, dass ein Objekt verschieden eingesetzt werden kann und in einem weiteren Schritt womöglich manipuliert wird.

Kulturelle Aneignungsprozesse als Strategie der Entfremdung eines Objektes, welche sich auf individueller, kultureller und lebensweltlicher Ebene manifestiert, hat STEFAN SCHREIBER (Berlin) beschrieben. Grundlegend dafür ist die Vorstellung von Kulturen als dynamische, vielfach verflochtene Komplexe. Die „De-Essentialisierung“ kultureller Einheiten bringt nach Schreiber die Idee mit sich, dass Kulturen nicht einfach bestehen, sondern in der Übersetzung und als Übersetzung im Rahmen von Aneignungsprozessen greifbar werden. Materielle Kultur wird dabei als Spiegel der ideellen Kultur verstanden, in welchem sich diese Prozesse ablesen lassen. Schreiber betonte, dass jede Formgebung kulturspezifisch ist. Ganz im Sinne des practical turn werden Handlungen als identitätsstiftend und identitätsdeterminierend verstanden.

CHRISTIAN RUSSENBERGER (Basel) stellte einen Prozess vor, der sich in Griechenland und Etrurien im 8. Jahrhundert v.Chr. und auf dem Monte Iato im Nordwesten Siziliens erst im 6. Jahrhundert v.Chr. vollzog. Dieser Prozess lässt sich an zwei Tatsachen festmachen: 1. Die spätarchaische Bildproduktion auf dem Monte Iato weist große Parallelen, auch auf stilistischer Ebene, mit derjenigen Griechenlands (geometrische Kulturen) und Mittelitaliens (Villanova-Kultur) auf. 2. Die Siedlungsstruktur des 6. Jahrhunderts v.Chr. auf dem Monte Iato mit Compound-artigen Wohnanlagen ohne Heiligtümer außerhalb des Hauses ist ebenfalls vergleichbar mit derjenigen, die in Griechenland und Etrurien seit spätgeometrischer Zeit nicht mehr auftreten. Die spätarchaische indigene Bevölkerung auf dem Monte Iato hat darauf verzichtet, die zeitgenössischen griechischen Vorbilder aufzunehmen, so dass keine hybride Zone errichtet, sondern, im Gegenteil, die eigene kulturelle Identität betont wurde. Entgegen bisheriger Annahmen ist keine gemeinsame kretisch-sikulische Bildproduktion greifbar.

DOMINIKA REICH (Basel) zeigte kulturelle Aneignung und Verflechtung anhand der Fußbodenmosaiken eines repräsentativen Peristylhauses mit langer Nutzungsdauer (ca. 3.-5. Jahrhundert n.Chr.) in Butrint (heutiges Albanien) auf. Sie wurden in zwei zu unterscheidenden Nutzungsphasen gelegt (3./4. Jahrhundert n. und um 400 n. Chr.). Die Darstellungen der Mosaiken (Theatermasken, Böses Auge, Efeuranken, peltae, Kreuze, Vögel) haben nach Reich – neben einer ausschmückenden und repräsentativen – alle auch eine apotropäische Funktion. Reich zeigte so, wie die Mosaiken die Veränderungen innerhalb des Römischen Reiches im Laufe des 4. Jahrhunderts n.Chr. widerspiegeln, da pagane Symbole übernommen werden (z. B. Theatermasken), die christlich uminterpretiert und durch christliche Elemente (z. B. Kreuze und Vögel) ergänzt wurden. Das apotropäische Gesamtprogramm sei jedoch auch in „christlicher Zeit“ fortgeführt worden.

Ein Modell der Entwicklung territorialer und kultureller Identitäten im frühholozänen Nordmesopotamien zu entwerfen, um dadurch den Entstehungsprozess von Siedlungsnetzwerken skizzieren zu können, stand im Mittelpunkt der Ausführungen von MARION BENZ (Freiburg im Breisgau).

Ausgangspunkt war eine vergleichende Analyse der Motive aus der bildhauerischen Produktion verschiedener Siedlungen in Südostanatolien und in der Levante, unter Berücksichtigung der jeweils vorhandenen Landschaftsbedingungen. Benz versteht dabei die Umwelt als Handlungsrahmen, die beim kontinuierlichen Prozess der Sesshaftwerdung für die Akteure gewisse Handlungsmöglichkeiten bietet und andere verwehrt. Der Bevölkerungszuwachs im PPNA und die höhere „Produktion“ von Nahrungsvorräten gingen mit neuen Regeln des sozialen Zusammenlebens einher. Dies führte zum einen zur Segregation von lokalen Gruppen, was sich in gruppenspezifischen Stilen zeigt. Zum anderen entstanden überregionale Konventionen in der Motivwahl, die aber wiederum lokal unterschiedlich umgesetzt wurden. Sie sind gleichzeitig Ausdruck von Verflechtung und territorialer Distinktion.

ANIKA KOLSTER (Basel) behandelte die Ägyptenrezeption in der europäischen Kultur am Beispiel von musealen Sonderausstellungen zum Alten Ägypten. Zum einen wird in diesen, durch den scheinbaren Wahrheitsanspruch der Ägyptologie, mit dem sie vor die Öffentlichkeit tritt, eine unmittelbar erfahrbare altägyptische Realität suggeriert, zum anderen bedienen sie sich der Motive der Ägyptomanie. Die Ägyptomanie ist ein kulturelles Phänomen des Abendlandes, das seit der Antike bis in die Gegenwart nachwirkt. Sie ist gekennzeichnet durch die Suche nach geheimem Wissen und Weisheit, aber auch durch eine okkulte Komponente.

Die Ägyptomanie evoziert ein Bild Altägyptens, welches Motive wie Unsterblichkeit und Grabschätze beinhaltet. Diese Motive werden oft bei der Konzeption und beim Marketing von ägyptischen Sonderausstellungen verwendet. Kolster schlägt vor, die ägyptomanischen Motive bewusst aufzugreifen, zu reflektieren und zu hinterfragen. Die Besucher sollten dafür sensibilisiert werden, dass die Ägyptologie nicht alle Antworten liefert und die Sonderausstellungen Vergangenheit nur vermittelnd und konstruiert darstellen können.

Mit der nonverbalen Kommunikation in den Historiae Alexandri Magni des Curtius Rufus befasste sich HARTMUT WULFRAM (Bielefeld/Wien). Anhand ausgewählter Beispiele aus den Büchern 3 und 4 zeigte er auf, wie der Erzähler das symbolische Handeln Alexanders, das dieser verwendete, um auf seine Zuschauer eine bestimmte Wirkung zu erzielen, als bewusst charakterisierte. Darüber hinaus setzte sich Curtius mit dieser „orientalischen“ Körperrhetorik, aus seiner eigenen römischen Perspektive, kritisch auseinander.

ULRICH GOTTER (Konstanz) untersuchte, inwiefern sich durch die Übernahme und Aneignung sogenannter „weicher“ Kapitalien aus Griechenland die Prestigeparameter der senatorischen Hierarchiebildung in Rom veränderten. Schriftstellerei, luxuriöse Gastmähler, Kunstverstand und -besitz etablierten sich als soziale Distinktionsmerkmale, die neben die traditionellen Kriterien wie Ämter und Vorfahren traten. Das ursprünglich Griechische trat dabei schnell in den Hintergrund.

Dass der Inhalt der anakreontischen carmina 34 und 61 Catulls sich nicht aus dem alleinigen Anakreon erklären lassen, sondern dass die gesamte Tradition, die Tragödie und Komödie umfasst, einbezogen werden muss, hat LUIGI BRAVI (CHIETI) aufgezeigt. Daher konnte Catull auch alle Register der „Anakreontik“ ziehen, von feierlich-hymnodischen über volkstümlichen bis zu ironischen Inhalten.

KATHARINA SUTER-MEYER (Basel) stellte eine Passage aus dem 1518 erschienenen Kommentar des Schweizer Humanisten Joachim Vadian zur Weltbeschreibung des antiken Geographen Pomponius Mela vor: Vadians Rheinlemma. Vadian ergänzt und kommentiert den antiken Text, indem er zunächst mit einer besonderen Auszeichnung des Flusses beginnt, weiterhin genauer angrenzende Gegenden, Volksgruppen und Städte, insbesondere die Helvetier und seine Heimat St. Gallen beschreibt, welche durch längere Digressionen besonders hervorgehoben werden. Vadian führt den antiken Text in seine eigene Zeit hinein und stellt einen regionalen und persönlichen Bezug her. Durch die Aneignung des antiken Textes wird eine diachrone Wissensvermittlung über die bekannte Welt gegeben.

Anhand von Portraitdarstellungen auf Grabsteinen in den Nordwestprovinzen des römischen Imperium zeigte URSULA ROTHE (UK) die vielfältigen Weisen auf, in denen kulturelle Aneignungs- und Verflechtungsprozesse zwischen dem 1. und 3. Jahrhundert n.Chr. stattfinden konnten.

Als Beispiele dienten sechs ausgewählte Szenarien mit jeweils unterschiedlichen Kombinationen römischer und einheimischer Kleidungspraxis. Immer wieder veranschaulichte Rothe, unter anderem mittels ethnographischer Vergleiche, mögliche der Kleidungswahl zugrundeliegende Prozesse oder Gegebenheiten. Zuletzt gelangte sie zu dem von ihr als „Third Way“ bezeichneten Typus der Frauenbekleidung, dem sich im 2. Jahrhundert n.Chr. verbreitenden, neu entstandenen „Gallic Ensemble“: Das zunehmend regelhafte Tragen von langärmliger langer Tunika, Rechtecksumhang und runder Haube dürfte mit sozialen Umstrukturierungen und einer dadurch erhöhten Mobilität in Zusammenhang stehen.

MELANIE WASMUTH (Basel) stellte verschiedene Möglichkeiten der Identifizierung von Ägyptern in den keilschriftlichen Urkunden und Verträgen Mesopotamiens aus der 1. Hälfte des 1. Jahrtausend v.Chr. vor, um daran das Potenzial einer Untersuchung der Wahrnehmung und Relevanz von Fremdheit im Alltag aufzuzeigen. Angesprochen wurde die Identifizierung von Ägyptern über die Namensetymologie oder die Bezeichnung als miṣiraju, „Ägypter“, wie auch indirekt durch Vergesellschaftung als Ägypter identifizierter Personen oder durch auf Ägypten hindeutende Berufe, aber auch durch Zuordnung in der Sekundärliteratur. Die Multifaktorialität der Zuschreibungen und die Multivalenz der Begriffe machen entsprechende Analysen sehr komplex, da sich bereits für die Antike unterschiedliche Faktoren für Identitätszuschreibungen belegen lassen.

Die Tagung zeigte, dass sich „Aneignung“ und „Verflechtung“ durch das Handeln der Akteure in zwei lebensweltlichen Dimensionen vollzieht, im physischen (gelebten) und sozialen (gedachten) Raum sowie in der Zeit. Der physische Raum stellt den Kontext sowohl von materiellen Gütern als auch von Texten dar; im sozialen Raum spielt sich Aneignung auf individueller, kollektiver oder eher gesellschaftlich-kultureller Ebene ab. Aus der lebensweltlichen Perspektive heraus wird deutlich, dass diese verschiedenen sozialen Ebenen durch die Verflechtung der Akteure untrennbar miteinander verbunden sind. In Aneignungsprozessen sind dabei aber nicht nur Mensch-Mensch-Verflechtungen von Bedeutung, sondern auch Mensch-Ding- und Ding-Ding-Verflechtungen, ebenso wie Mensch-Umwelt-Verflechtungen, die in den Altertumswissenschaften bislang in Bezug auf Prozesse kultureller und gesellschaftlicher Transformation noch wenig untersucht worden sind.

Durch die Begegnung mit Neuem, Anderem und Fremden eröffnet sich für die Akteure eine Vielzahl neuer Möglichkeiten der Wahrnehmung, des Handelns und Deutens. Identitäten, soziale Positionen und kulturelle Praktiken können dabei neu verhandelt und kreativ neu geschöpft werden. Dies wird in der materiellen Kultur und in den Texten fassbar.

Identitätszuschreibungen und Fremdbilder sind dabei ebenso relevant wie die formulierten Eigenbilder. Aneignung setzt stets eine gewisse Reflexivität über das Eigene (self) und das Andere (other) voraus, ist mit neuen Sinngebungen verbunden und selten konfliktfrei. Daher wären auch solche Brüche, Krisen und Reibungspunkte in Zukunft noch vermehrt zu untersuchen. Es sollte auch danach gefragt werden, wie strukturelle Zwänge wie etwa Macht- und Herrschaftskonstellationen sich auf kulturelle Aneignungen auswirken.

Ergänzend zum räumlichen Aspekt trat bei vielen Beiträgen die zeitliche Dimension in den Vordergrund: Die vergehende und vergangene Zeit wird zum kulturell relevanten Element, sobald der gedachte Raum zum Erinnerungsraum wird, zum Ort, an dem Historizität bewusst gemacht wird. Bedeutungen können sich wandeln, und im Lauf der Geschichte kann es gar zu radikalen Neudeutungen kultureller Phänomene kommen. Während diese diachronen Aneignungsprozesse bisher vor allem aus textwissenschaftlicher Perspektive untersucht worden sind, wäre eine solche Ausrichtung zukünftig auch in den Materialwissenschaften ein Desiderat.

Die Tagung hat gezeigt, dass gerade in den Altertumswissenschaften durch deren historische Perspektive nicht nur synchron, sondern prominent auch diachron ablaufende Prozesse der Aneignung und Verflechtung fassbar werden. Hierin sehen wir einen Beitrag historisch arbeitender Disziplinen zur allgemeinen geisteswissenschaftlichen Theoriediskussion.

Zusammenfassend scheint die Anwendung von Aneignungs- und Verflechtungstheorien auf der Makroebene komplex. Die Tagung hat allerdings aufzeigen können, dass anhand der ethnologischen Konzepte neue Forschungsperspektiven entstehen. Sie helfen, ältere essentialistische Kulturkonzepte zu überwinden: Stattdessen gelingt eine Annäherung an verschiedene Akteursperspektiven, und die Vielfalt der situativen, spezifischen, individuellen und kollektiven Sinngebungsprozesse und Bedeutungsproduktionen wird sichtbar.

Konferenzübersicht:

Begrüssung und Einführung/ Vorstellung des Tagungsprogramms
Susanne Bickel (Ägyptologie, Basel/ Departementsleitung), Caroline Heitz (Ur- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie, Basel) und Christian Guerra (Latinistik, Basel)

Keynote
Walter Leimgruber (Kulturwissenschaft und Europäische Ethnologie, Basel): Der Reiz kulturanthropologischer Konzepte

Session I: Practical Turn
Chair: Brigitte Röder (Ur- und Frühgeschichte und Provinzialrömische Archäologie, Basel)

Philipp W. Stockhammer (Ur- und Frühgeschichte und Vorderasiatische Archäologie, Heidelberg): Mensch-Ding-Verflechtungen und Dinganeignungen aus archäologischer Perspektive

Stefan Schreiber (Ur- und Frühgeschichte, Berlin): Aneignung als Praxis kultureller Übersetzung

Session II: Medialität und Bildlichkeit
Chair: Martin A. Guggisberg (Klassische Archäologie, Basel)

Christian Russenberger (Klassische Archäologie, Basel): Bildproduktion und gesellschaftliche Entwicklung der indigenen Kulturen Westsiziliens in archaischer Zeit

Dominika Reich (Klassische Archäologie, Basel): Von Dionysos bis Christus. Heidnische und christliche Elemente der apotropäischen Ausstattung des sogenannten Tri-Conch Palace in Butrint

Marion Benz (Vorderasiatische Archäologie, Freiburg im Breisgau): Netzwerke und regionale Identitäten frühholozäner Jäger und Sammler in der Südosttürkei

Session III: Rezeption
Chair: Sebastian Schmidt-Hofner (Alte Geschichte, Basel)

Anika Kolster (Ägyptologie, Basel): Die Konstruktion des Ägyptenbildes in der abendländischen Kultur

Hartmut Wulfram (Lateinische Philologie, Bielefeld): Mehr als tausend Worte. Nonverbale Kommunikation in den Historiae Alexandri Magni des Curtius Rufus (Buch 3–4)

Ulrich Gotter (Alte Geschichte, Konstanz): ‚Weiche‘ Kapitalien und soziale Innovation: Griechenland in Rom und die Dynamik von Prestige im republikanischen Rom (3.–1. Jh. v. Chr.)

Session IV: Integration
Chair: Henriette Harich-Schwarzbauer (Latinistik, Basel)

Luigi Bravi (Griechische Philologie, Chieti): Von Anakreon zu Catull: Entwicklung einer poetischen Form

Katharina Suter-meyer (Latinistik, Basel): Omnium Germaniae amnium celeberrimus – Joachim Vadians Ergänzungen zum Rhein in seinem Kommentar zu Pomponius Mela

Session V: Identität
Chair: Bruno Jacobs (Vorderasiatische Altertumswissenschaft, Basel)

Ursula Rothe (Classical Studies, UK): Kulturelle Prozesse in der Bevölkerung der römischen Nordwestprovinzen anhand von Kleidungspraxis

Melanie Wasmuth (Ägyptologie, Basel): Gelebte Multikulturalität – wer identifiziert hier wen? Ägypter im eisenzeitlichen Mesopotamien

ZitierweiseTagungsbericht Kulturelle Aneignung – kulturelle Verflechtung. 16.11.2012–17.11.2012, Basel, in: H-Soz-u-Kult, 13.03.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4697>.

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