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3. Tag der sachsen-anhaltinischen Landesgeschichte 2012: „Transformationen der Region. Sachsen-Anhalt im 19. und 20. Jahrhundert“

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Historische Kommission für Sachsen-Anhalt; Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt; Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt; Professur für Zeitgeschichte, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg; Lehrstuhl für Geschichte der Neuzeit, Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg
Datum, Ort:30.11.2013, Magdeburg

Bericht von:
Juliane Tauchnitz, Institut für Geschichte, Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg
E-Mail: <juliane.tauchnitzgeschichte.uni-halle.de>

Die Historische Kommission für Sachsen-Anhalt veranstaltete gemeinsam mit dem Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, der Landeszentrale für politische Bildung Sachsen-Anhalt sowie den Professuren für Zeitgeschichte an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und für Geschichte der Neuzeit an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg den 3. Tag der sachsen-anhaltinischen Landesgeschichte in Magdeburg. Unter dem Motto „Transformationen der Region. Sachsen-Anhalt im 19. und 20. Jahrhundert“ unternahm die Tagung eine Art „Experiment“ (Patrick Wagner, Halle) und fragte danach, ob die Ergebnisse der interdisziplinären Transformationsforschung für die landeshistorische Forschung fruchtbar sein können. Das Programm testete dies an den gesellschaftlichen Teilsystemen Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und drei Transformationsphasen im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts[1]: jene vom Beginn der napoleonischen Kriege bis zur Revolution von 1848, der Zeit um 1900 bis zum Ende der Weimarer Republik sowie jene der Genese der DDR. Die als Prototyp einer Transformation zu sehende Phase ab 1989 bis in die heutige Zeit wurde aus genau diesem Grund nicht inhaltlich gesondert thematisiert, sondern galt als Fluchtpunkt der Betrachtung.

In seinem Eröffnungs- und Impulsvortrag gab EVERHARD HOLTMANN (Halle) einen Einblick in die sozialwissenschaftliche Transformationsforschung, deren Heuristik von einer „challenge response history“ (Arnold J. Toynbee) ausgeht und hob „das Prozesshafte der Transformation“ hervor. Die Dynamik einer Transformation bestimmen dabei entschieden die beteiligten Akteure, die in unterschiedlichen Konstellationen vor einer Herausforderung – „challenge“ – stehen und im Zuge einer „response“ mit „Verzweigungspunkten“ konfrontiert sind: verschiedene Handlungsoptionen, „Pfade“, für die sie sich unter hohem Zeitdruck entscheiden müssen. Das Abschreiten des Pfades sei so in Folge von einem „Paradigma der permanenten Unsicherheit“ geprägt, da sowohl der Verlauf wie auch der Ausgang des Weges ungewiss sind. Holtmann skizzierte dies am Beispiel der deutschen Einigung als „dynamisches Drei-Phasen-Modell des Systemwandels“. Dieses Modell besteht aus der Transition, Transformation und Posttransformation. Stufenweise, jedoch nicht linear, findet der institutionelle, normative und personale Transfer statt. Die noch stark durch Improvisation gekennzeichnete Phase der Transition, gleitet in die Transformation über, welche die Konstitution dauerhafter Veränderungen gewährleisten soll, was letzten Endes zur Posttransformation, dem Einsetzen einer „neuen Normallage“, führt.

PETER HERTNER (Halle) ging der Frage nach, wie sich die mitteldeutsche Industrielandschaft im 19. Jahrhundert entfaltete und welche Branchen und Unternehmen sich letztlich wann und warum in der Region niederließen. Offen blieb im Vortrag die Betrachtung der Veränderungen und Folgen der Industrialisierung im sozialen Bereich. Vielmehr erörterte Hertner die natürlichen Gegebenheiten des Gebietes. Das Territorium zeichnet(e) sich durch eine hohe Bodengüte (zum Beispiel die Magdeburger Börde), Bodenschätze (unter anderem Kupferschiefer, Kalisalze, Wasser, Braunkohle) sowie Wasserreichtum und eine gut ausgebaute Infrastruktur aus – all dies beeinflusste positiv Industrialisierungsprozesse. Bereits seit dem Mittelalter blühte in dem Gebiet um Magdeburg der Getreidehandel, ab den 1840er-Jahren kam der massenhafte Anbau von Zuckerrüben dazu. Begünstigt durch die preußische Zollpolitik entstand so eine Art „industrial district“. Das Braunkohlevorkommen in der Region förderte maßgeblich die Entstehung einer Industrielandschaft und begünstigte unter anderem die Ansiedlung der von der AEG gegründeten Elektrochemischen Werke in Bitterfeld. Die BASF baute ab 1916 ein Stickstoffwerk in Leuna, wobei die Braunkohle aus dem nahegelegenen Geiseltal herantransportiert und das Wasser der vorbei fließenden Saale entnommen wurde. Letzten Endes fehlte es jedoch der Region fortwährend „an weiter verarbeitenden kleinen und mittelgroßen Unternehmen handwerklicher oder kleinindustrieller Provenienz“. So sei nach Hertner die „Unternehmerlücke“ Sachsen-Anhalts denn auch als historisch gewachsen zu bewerten und nicht einzig Produkt der Zentralverwaltungswirtschaft der DDR. Im Zuge auf das „Experiment“ bliebe nunmehr zu prüfen, ob die Industrialisierungsprozesse im Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts nicht bereits schon bestimmte Entwicklungs„pfade“ vorgaben.

Auch FRIEDERIKE SATTLER (München) kam zu einem ähnlichen Urteil. Sattler untersuchte die mitteldeutsche Chemieindustrie und deren Investitions- und Arbeitsmarktpolitik zwischen 1890 und 1960. Auch hier zeigte sich erneut: Die hiesigen Werke – fast ausschließlich Tochterfirmen in anderen Regionen ansässiger Konzerne – galten als „verlängerte Werkbänke“ und sollten vor allem massenhaft produzieren. Entscheidungen bzw. „strategische Weichenstellungen“ wurden nicht „vor Ort“, sondern in den „auswärtigen Unternehmenszentralen“ getroffen. So seien wirtschaftliche Transformationsprozesse maßgeblich von den Unternehmen und ihren Strategien abhängig gewesen. Dies wies Sattler anhand von vier chronologischen und den politischen Zäsuren folgenden Zeitabschnitten nach: 1.) die Phase der Expansion aus den Ballungsräumen und die Rüstungsinvestitionen im Ersten Weltkrieg, 2.) die Zeit zwischen Revolution und Weltwirtschaftskrise, 3.) die Periode im Zeichen von Autarkie und Aufrüstung und 4.) die Phase der Kriegsfolgen und des Wiederaufbaus. Die Industrieregion des südlichen Sachsen-Anhalt veränderte sich beispielsweise stark im Zuge der Rüstungsinvestitionen des Ersten Weltkrieges. Die Wahl des Standortes Leuna für das von der BASF errichtete Ammoniakwerk fiel ganz bewusst – die Lage fernab von Kriegsschauplätzen, die bereits bei Hertner skizzierten guten naturräumlichen Gegebenheiten und ein relativ niedriges Lohnniveau beförderten die Investition. Sattler verdeutlichte aber auch eine Verquickung unternehmerischer Strategien mit den Interessen der jeweiligen politischen Akteure. Demnach orientierten sich die Investitionsentscheidungen der Unternehmen oft an staatsdefinierten Zielen, was jedoch zu Lasten möglicherweise langfristig kommerziell erfolgreicher Alternativen ging.

MATHIAS TULLNER (Magdeburg) hob in seinem Vortrag hervor, dass die Ereignisse von 1848 auch in die Region strahlten und die preußische Provinz Sachsen wie Anhalt in ihrer Entwicklung beeinflussten, was in der bisherigen Forschung viel zu wenig beachtet wurde. Die politischen Kräfte polarisierten sich – einerseits gab es eine liberale bzw. radikale Gruppe, andererseits eine stark konservative Fraktion, im Süden formierte sich ein republikanisch-demokratisches Lager. In der Provinz Sachsen, Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen kam es zu revolutionären Handlungen und Vertreter der Provinz nahmen auch an Aktionen in Berlin teil. Die Verfassung vom Oktober 1848 der Herzogtümer Anhalt-Dessau und Anhalt-Köthen war außergewöhnlich demokratisch, auch jene Anhalt-Bernburgs.[2] Zu einer dauerhaften Transformation führten die Veränderungen jedoch aus bekannten Gründen nicht, aber es bildeten sich neue „Traditionen“ und bereits bestehende „Traditionen“ wurden verstärkt. Daher plädierte Tullner denn auch in der Diskussion dafür, das Transformationsmodell um den Traditionsbegriff zu erweitern. Ob etwa eine solche „Tradition“ vorliegt, bleibt im Falle der von DOROTHEA SCHUMANN (Halle) erörterten Polarisierung der politischen Kultur(en), die ja bereits nach Tullner schon in der Zeit des Vormärz entstand, an dem Beispiel der Stadt Halle während der Weimarer Republik zu prüfen.

Schumann stellte in ihrem Vortrag heraus, dass in Halle zwei gegensätzliche politische Lager – nationales versus sozialistisches – existierten, die die politische Situation vor Ort prägten, zur Erosion einer politischen Mitte führten und exemplarisch für die Radikalisierung in der Weimarer Republik standen. Ebenso als „Traditionslinie“ kann die Tatsache gesehen werden, dass der Regierungsbezirk Halle-Magdeburg aufgrund der vielen Industriearbeiter zu einer kommunistischen Hochburg, dem „roten Herzen Mitteldeutschlands“, wurde. Ab 1930 war Halle jedoch „definitiv braun und als Hochburg der NS zu bezeichnen“. Die Radikalisierung und den Aufstieg der NSDAP erklärte Schumann vor allem durch die Gewalt auf der ‚Straße‘ sowie die Auflösung bestehender Parteibindungen im nationalen Lager, die Auflösung des traditionellen Bürgerblocks als auch die „Übernahme“ des Stahlhelms.

Die Umbuchperiode nach 1945 thematisierte DANIEL BOHSE (Magdeburg) und konturierte die Abhängigkeit vom politischen Akteur als konstitutiv für den Transformationsprozess. So fielen Demokratisierungstendenzen der Vormacht der sowjetischen Militäradministration (SMAD) letzten Endes zum Opfer. Die Prämissen der Transformationspolitik verschoben sich und die Entwicklung der Region wurde in eine völlig andere Richtung gelenkt. Was 1945 unter anderem mit dem Neuaufbau von Behörden und Verwaltungen begann, 1946 mit Gemeinde-, Kreistags- und Landtagswahlen sowie der Vollendung der bereits 1929 vom damaligen Landeshauptmann Erhard Hübener anvisierten Gründung des Landes Sachsen-Anhaltes 1947 weitergeführt wurde, konnte sich gegen die parallel verlaufende Sowjetisierung und die damit verbundenen Zentralisierungsinteressen nicht behaupten. Exemplarisch dafür benannte Bohse die Bodenreform ab 1945, die Zwangsvereinigung von KPD und SPD sowie die zunehmende Verfolgung Andersdenkender. In deren Folge trat der erste Ministerpräsident Sachsen-Anhalts, der liberale Hübener, zurück und 1950 fand der erste politische Schauprozess der DDR unter anderem gegen die beiden führenden Landespolitiker Leo Herwegen (CDU) und Willi Brundert (SED-SPD) statt. Damit war das Ende einer demokratisch-föderativen Zukunft für die Region besiegelt und wich dem bedingungslosen Aufbau des staatssozialistischen Systems sowie der Auflösung Sachsen-Anhalts zugunsten der Bezirke Halle und Magdeburg 1952. Bohse machte abschließend auf den Unterschied einer verdeckten Sowjetisierung unter dem Deckmantel der Demokratisierung versus einer ‚offenen‘ Sowjetisierung aufmerksam, was Folgen für die jeweiligen Zäsuren im Transformationsprozess hat. Insgesamt konnte besonders an dem Beispiel der Transformation der Region nach 1945 in diesem Block herausgestellt werden, dass die Anwendbarkeit des von Holtmann vorgestellten Modells in der Historiografie an Grenzen stößt. So sei der Transformationsprozess nur multidimensional, multikausal und zeitlich längerfristig erklärbar.

SILVIO REICHELT (Heidelberg) beschrieb die Entwicklung des protestantischen Erinnerungsortes Wittenberg in fünf unterschiedlichen politischen Systemen – von der Kaiserzeit über die Zeit der Weimarer Republik, der NS-Zeit, der DDR bis in die Gegenwart. Als konstitutiv für den jeweiligen Transformationsprozess erwies sich erneut der Einfluss der Akteure. Demnach fand zu keiner Zeit ein reiner Rekurs auf die Reformationsgeschichte in Wittenberg statt, sondern dieser wurde je nach politischem Akteur unterschiedlich aufgeladen, streckenweise funktionalisiert. Dennoch zeigten sich zu jeder Zeit dabei faktische Grenzen. So entwickelte sich Wittenberg zwar von einem reinen religiösen Bekenntnis- und Sozialisationsraum zu einem immer stärker erlebnisorientierten Touristik- und Touristenzentrum, die „Tradition“ des Ortes blieb und bleibt jedoch Fluchtpunkt der Betrachtung.

Die „Tradition“ bürgerlicher Kultur hob THOMAS GROßBÖLTING (Münster) hervor. Er stellte die Frage, inwieweit die DDR-Gesellschaft wirklich „entbürgerlicht“ war. Auch wenn sie dezidiert als antibürgerlich propagiert und in der Forschung vielfach dahingehend untersucht wurde, betonte Großbölting jedoch, dass bürgerliche Relikte in der DDR-Alltagswelt, wenn auch stark modifiziert, präsent blieben. Dem SED-Regime gelang es schlichtweg nicht, einen eigenen, kontrastiven Lebensstil zu kultivieren, was die Annahme bestätigt, dass tradierte Lebensformen nicht durch politische Wandlungsprozesse allein nivelliert werden können, was zugleich erneut die Grenzen des Transformationsbegriffes für die Historiografie aufzeigt. Großbölting exemplifizierte dies zum einen an der Magdeburger Abendsprache wie aber auch zum anderen am kontrastiven Beispiel der Bundesrepublik Deutschland, wo sich ebenso bestimmte bürgerliche Erscheinungsmerkmale (re-)etablierten und Strukturierungsmerkmale einer sozialen Formation blieben.

WALTER PRIGGE (Dessau) ging auf einen anderen bereits konstatierten elementaren Bestandteil sachsen-anhaltinischer Transformationsprozesse ein. Die Veränderung der Region durch die kulturelle Moderne forcierte ihren Status als „Durchgangsland“, was Parallelen zu der für den wirtschaftlichen Bereich festgestellten These einer „verlängerten Werkbank“ aufwies. So gab es nach Prigge im anhaltinischen Raum „Innovationslabore“, die von ‚außen‘ erbrachte Impulse aufbereiteten und wieder zurückgaben. Am Beispiel des hauptsächlich durch Fritz Hesse nach Dessau geholten und von Walter Gropius geplanten Bauhauses hob er hervor, wie „wenig Anhalt“ dennoch hier zu finden war. Andererseits betonte er die Strahlkraft des Bauhauses für die Region und dessen immensen Anteil an der Entstehung der mitteldeutschen Kulturlandschaft. Dazu leisteten ebenso andere von Prigge erwähnte Orte einen Beitrag: die Entwicklung Halles zu einer modernen Großstadt und die dort ansässige Burg Giebichenstein oder auch die Formierung Magdeburgs zum „Zentrum des neuen Bauens“ unter Bruno Taut.

Abschließend diskutierten die Teilnehmer nochmals dezidiert die Chancen und Grenzen des sozialwissenschaftlichen Transformationsmodells für die Geschichtswissenschaft. So müsste zunächst der „Verlegenheitsbegriff“ Transformation (Großbölting) genauer definiert werden. Das von Holtmann vorgestellte Modell bietet zudem zwei Angebote für die landeshistorische Forschung: einerseits könnte es als Beschreibungsmuster Anwendung finden, andererseits ließe sich damit möglicherweise ein Narrativ für die Regionalgeschichtsschreibung Sachsen-Anhalts entwickeln. Insgesamt konturierten die Vorträge und Diskussionen folgende Punkte aus den einzelnen vorgestellten Transformationsprozessen für die Historiografie Sachsen-Anhalts: 1.) Es gab/gibt bestimmte regionale Entwicklungs„pfade“, die aufgrund der gegebenen Voraussetzungen bestimmte Wege vorstrukturier(t)en. 2.) Ein Beispiel für die langsame wirtschaftliche Entwicklung der Region könnte in der Tatsache wurzeln, dass der Raum Sachsen-Anhalts als „verlängerte Werkbank“ ökonomisch stark geprägt wurde. 3.) So existieren augenscheinlich auch transformationsleitende Traditionen, deren Wirkungskraft für die Region eruiert werden müssen. 4.) Das Transformationsmodell eignet sich vor allem zur Beschreibung politischer Veränderungsprozesse. Ein schleichender oder komplexer gesellschaftlicher Wandel lässt sich mithilfe des Modells nur begrenzt schildern. Die Dichte des Modells widerspricht streckenweise dem wissenschaftlichen Denken von Historikern. Dennoch – so das Fazit der Tagung – sollte der Reiz des Transformationsmodells zum Beispiel für die Formulierung von Fragen an die Landesgeschichte weiter getestet werden.

Konferenzübersicht:

Begrüßung: Ulrike Höroldt (Magdeburg)

Silke Satjukow (Magdeburg) / Patrick Wagner (Halle): Transformationen einer Region. Zum Konzept der Tagung

Everhard Holtmann (Halle): Diskussionsimpuls aus Sicht eines in der Transformationsforschung engagierten Politikwissenschaftlers

Sektion 1: Transformationen der Wirtschaft

Peter Hertner (Halle): Die Entwicklung einer mitteldeutschen Industrielandschaft im 19. Jahrhundert

Friederike Sattler (München): Im „Laboratorium der Moderne“: Investitions- und Arbeiterpolitik in der mitteldeutschen Chemieindustrie der 1890er bis 1950er Jahre

Sektion 2: Politische Transformationen

Mathias Tullner (Magdeburg): 1848. Die Revolution im Schatten der Metropole. Die Provinz Sachsen und Anhalt

Dorothea Schumann (Halle): Antibürgerliche politische Lagerbildung in der Weimarer Republik. Halle als Beispiel für die Polarisierung der politischen Kultur(en) in Mitteldeutschland

Daniel Bohse (Magdeburg): Von der Demokratisierung zur Sowjetisierung. Die Transformation von Politik und Gesellschaft in Sachsen-Anhalt nach 1945

Sektion 3: Transformationen bürgerlicher Kultur

Silvio Reichelt (Heidelberg): Wittenberg. Genese und Entwicklung eines modernen Erinnerungsortes für das protestantische Bürgertum im 19./20. Jahrhundert

Walter Prigge (Dessau): Bauhaus: Kulturelle Modernität in der mitteldeutschen Region

Thomas Großbölting (Münster): Kontinuität - Neuanfang - Marginalisierung: Bürgerlichkeit und Entbürgerlichung nach 1945

Abschlussdiskussion: Was können politologische und historische Transformationsforschung voneinander lernen? - Impuls und Moderation: Patrick Wagner (Halle)

Anmerkungen:
[1] Der Begriff ‚Region‘ wird im Folgenden für das Gebiet des heutigen Sachsen-Anhalts verwendet. Das Bundesland Sachsen-Anhalt ist relativ „jung“ – es existiert(e) nur zwischen 1946 und 1952 und ab 1990. Im Rekurs auf die Landesgeschichte steht demnach die Geschichte des Raumes. Vgl. auch z.B. Mathias Tullner, Geschichte des Landes Sachsen-Anhalt. 2., überarbeitete und erweiterte Auflage, Magdeburg 1996.
[2] Die Verfassung Dessau/Köthens blieb bis 1851 bestehen, jene Bernburgs wurde nicht ratifiziert.

ZitierweiseTagungsbericht 3. Tag der sachsen-anhaltinischen Landesgeschichte 2012: „Transformationen der Region. Sachsen-Anhalt im 19. und 20. Jahrhundert“. 30.11.2013, Magdeburg, in: H-Soz-u-Kult, 16.02.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4684>.

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