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Eine Kulturgeschichte der Fertilität

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:DFG-Forschungsgruppe „Wunschkindpille in der DDR“, Friedrich-Schiller-Universität Jena, Historisches Institut / Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Institut für Geschichte
Datum, Ort:10.01.2013–12.01.2013, Imshausen

Bericht von:
Annette Leo, DFG-Forschungsgruppe „Wunschkindpille in der DDR“, Jena / Berlin
E-Mail: <annetteleogmx.de>

Der interdisziplinäre Workshop, zu dem die DFG-Forschungsgruppe „Wunschkindpille in der DDR“ (Leitung Prof. em. Lutz Niethammer und Prof. Silke Satjukow) eingeladen hatte, widmete sich dem Umgang mit Sexualität, Schwangerschaft und Geburten von den vormodernen Gesellschaften bis ins Zeitalter der „Pille“. Dabei spielten unter anderem Aspekte des Alltagshandelns, Wandlungen der staatlichen Politik, rechtliche Regelungen, Fragen der Ethik und Moral, der Religion und die Macht der Mediziner eine Rolle. Die Gruppe wollte damit den eigenen Forschungsgegenstand in einen größeren historischen und thematischen Zusammenhang einbetten, nach Kontinuitäten und Brüchen fragen und gleichzeitig erste eigene Arbeitsergebnisse zur Diskussion stellen.

In seinem Einführungsvortrag bezeichnete LUTZ NIETHAMMER (Jena) die Zeitgeschichte als „vorläufige Wissenschaft“, die auf einem breiten Themenfeld agiere und sich dabei jeweils das vertiefende Wissen von Experten zu Hilfe hole. Einem solchen Erfahrungstransfer – in die eine wie in die andere Richtung – solle auch dieser Workshop dienen. SILKE SATJUKOW (Magdeburg) stellte in ihrem Einführungs-Ko-Referat einige Fragen an die Neuformulierung der Geschlechterbeziehungen in der DDR, die in einer Mittlerstellung zwischen den Einflüssen und Vorbildern Westdeutschlands und der Sowjetunion angesiedelt war und vielleicht sogar als „tertium comparationis“ einer westlichen und einer östlichen Moderne angesehen werden könne.

Im ersten Panel „Familienpolitik und Geburtenkontrolle in Ost und West. Neue Möglichkeiten – neue Perspektiven“ stellten die Mitglieder der Forschungsgruppe „Wunschkindpille in der DDR“ im Verbund mit zwei Kolleginnen, die verwandte Themen bearbeiten, erste Arbeitsergebnisse vor. Zu Beginn erläuterte LUTZ NIETHAMMER den produktgeschichtlichen wie erfahrungsgeschichtlichen Zugriff auf das Thema, bei dem einerseits Herrschafts- und Entscheidungsstrukturen und andererseits die individuellen Erzählungen der Frauen (und Männer) verschiedener Altersgruppen, sozialer und lokaler Milieus in den Blick genommen werden. Aus Gründen der historischen Chronologie – schließlich kam die Pille in der Bundesrepublik 1961, also vier Jahre vor der DDR, auf den Markt – gab EVA-MARIA SILIES (Berlin) zunächst einen Einblick in ihre bereits einige Jahre zurückliegende Befragung von Pillen-Nutzerinnen im Westen. Im Zusammenspiel mit dem Pendant-Referat von KATHRIN PÖGE-ALDER vom Projekt „Wunschkindpille“, die ausgewählte Erzählungen ostdeutscher Frauen vorstellte, offenbarte sich eine „histoire croisée“ (Niethammer): Während sich die Frauen im Westen den Zugang zu den hormonellen Kontrazeptiva im Verlauf einer kontroversen öffentlichen Debatte gegen den Widerstand von Kirchen und Medizinern erkämpften, wurde die „Wunschkindpille“ in der DDR staatlicherseits als moderne Errungenschaft propagiert, mit dessen Hilfe die Frauen Mutterschaft und Berufstätigkeit miteinander würden vereinbaren können. Dabei hätten die ostdeutschen Frauen die Pille jedoch keinesfalls „errungen“, vielmehr war sie ihnen vorgegeben worden. „Pillen-Verweigerinnen“ verstanden sich dann auch keineswegs als konservativ, sondern eher als widerständig bzw. modern, wenn sie beispielsweise in Seminaren der katholischen oder evangelischen Kirche Techniken zur „Natürlichen Familienplanung“ (NFP) erlernten und damit einerseits auf traditionelle Wissensbestände und Praxen zurückgriffen, andererseits jedoch direkten Anschluss an Ideen der westdeutschen und westeuropäischen Frauenbewegung der 1980er-Jahre fanden. Während für die Interviewpartnerinnen im Westen die Erfahrung mit der Pille mit den jahrzehntelang zurückliegenden erbitterten ideologischen Kontroversen untrennbar verbunden schien und ihre Äußerungen deshalb viele verteidigende und rechtfertigende Sequenzen – als Antwort auf Drohbilder enthemmter Sexualität und Promiskuität – enthielten, erzählten die ostdeutschen Frauen deutlich pragmatischer über ihren Umgang mit der Pille und stellten ihn in den Kontext ihrer Lebensgeschichten, eng verbunden mit den Partnerschaften und Trennungen, den Geburten der Kinder und der geradlinigen oder verschlungenen beruflichen Entwicklung. Einen weiteren Aspekt von Ost-West-Verflochtenheit bot der Beitrag von CHRISTIAN KÖNIG (Jena). Er berichtete über die Krise der „Wunschkindpille“ im Jahr 1970, ausgelöst durch einen Beitrag des DDR-Fernsehkommentators Karl-Eduard von Schnitzler, der den bundesdeutschen Skandal um die vermeintlich Krebs auslösende Antibaby-Pille Eumonin aufgriff, um wieder einmal die menschenverachtende Profitgier des Kapitalismus zu geißeln. Die Experten im DDR-Gesundheitsministerium und bei Jenapharm waren alarmiert. Was Schnitzler nämlich nicht wusste, war, dass die DDR-Pille Ovosiston ein deckungsgleicher „Nachbau“ des Westprodukts war.

Die Vorträge von ANNETTE LEO (Jena) und RAMONA KATRIN BUCHHOLZ (Bremen) schließlich widmeten sich der Liberalisierung der Abtreibung in der DDR, die in engem Zusammenhang mit der Wunschkind-Politik gesehen werden muss. 1972 wurde das Gesetz zur Fristenlösung – nicht zuletzt als Reaktion auf die zeitgleich laufende Debatte im westdeutschen Nachbarland – quasi „über Nacht“ vom Politbüro und der Volkskammer beschlossen. Obwohl das Gesetz ein unbestreitbarer Fortschritt war, offenbarte die Analyse von Interviews (Leo) die moralischen Dilemmata, in welche die betroffenen Frauen gerieten. In der gelenkten Medien-Öffentlichkeit der DDR gab es keinen Raum für solche Diskussionen. Diese offenkundige Leerstelle füllte die Belletristik aus (Buchholz). In Romanen und Gedichten wurden die seelischen Nöte und Zweifel der Protagonistinnen beschrieben, häufig auch ihre unwürdige Behandlung in einem Abtreibungs-Massenbetrieb.

Das zweite Panel bewegte sich von der Zeitgeschichte weg hin zum Umgang mit „Schwangerschaft, Geburt, Fruchtbarkeit und Verhütung in vormodernen Gesellschaften“ im 16./17. Jahrhundert, einer Zeit, in der die Frauen noch ganz und gar auf ihre Rolle als Mütter festgelegt waren. Das Körperwissen der Frauen um Schwangerschaft und Geburt – auch um Abtreibung – besaß noch ein deutlich größeres gesellschaftliches Gewicht als das Wissen der Mediziner, das „Gerätewissen“. Wie BARBARA DUDEN (Hannover), betonte, drückte sich dieses Verhältnis auch in einer bestimmten Begrifflichkeit aus: „Schwanger gehen“, „verfallen sein“, „stockendes Blut“, das wieder „in Gang gebracht“ werden müsse, wenn es sich um eine unerwünschte Schwangerschaft handelte. EVA LABOUVIE (Magdeburg) verwies auf die beachtliche Macht der ländlichen Frauengemeinschaften, denen die Deutungshoheit über die Feststellung einer Schwangerschaft oblag und die eine scharfe soziale Kontrolle ausübten, um das ungeborene Leben – auch bei unehelichen Müttern – zu schützen. JÜRGEN SCHLUMBOHM (Göttingen) verglich anhand demografischer Daten die Geburtenhäufigkeit, das Stillverhalten und die Kindersterblichkeit einer norddeutschen und einer süddeutschen Gemeinde und stellte dabei signifikante Unterschiede fest. Die Zahlen werfen Fragen nach den Motiven für das unterschiedliche Handeln auf, die aus dem vorliegenden Quellenmaterial indes nicht hinlänglich beantwortet werden können. Wussten die Frauen aus dem Norden, dass langes Stillen einen gewissen Schutz vor erneuter Schwangerschaft bot? Und warum beendeten die Dorfbewohnerinnen im Süden das Stillen so frühzeitig, obwohl häufigere Geburten und eine höhere Säuglingssterblichkeit die Folge waren?

EVA BRINGSCHULTE (Magdeburg) gab kulturgeschichtliche Einblicke in den Gebrauch des Kondoms in Westeuropa seit dem 16. Jahrhundert. Lange Zeit schienen vor allem Angehörige der gesellschaftlichen Oberschicht Präservative zu nutzen, sie zumindest stellten überwiegend die Kundschaft der in den Städten eröffnenden Kondomerien dar. Diskutiert wurde zudem, ob dieses neuartige Verhütungsmittel ein männliches Privileg blieb oder ob es auch von Frauen vorgehalten wurde. Letztlich ging es auch um die Frage, ob sich mit dem Kondom Usancen und Machtverhältnisse in Bezug auf Verhütung geändert haben.

Das dritte Panel mit dem Titel „Prekäre Mutterschaft“ versammelte Beiträge zum gesellschaftlichen Übergang im 18./19. Jahrhundert. An ausgewählten Beispielen stellten die Referentinnen dar, wie Juristen, Mediziner und staatliche Behörden mehr und mehr die Definitionsmacht über den Umgang mit Schwangerschaft und Geburt, Kindsmord und Unfruchtbarkeit erlangten. CAROLINE ARNI (Basel) gab einen Einblick in ihre aktuellen Forschungen über die Wissensgeschichte des Ungeborenen. Die Vorstellungen über die Art der Beziehung zwischen der Mutter und dem Fötus sowie über pränatale Prägungen entwickelten sich vom Volksglauben (Muttermal als Folge eines psychischen Schocks) hin zu wissenschaftlichen Erkenntnissen, die dem Fötus einen eigenständigen Status verschafften. Von Anfang an sei das „Konzept des Pränatalen“ mit Bestrebungen zur Vorsorge verbunden gewesen.

Den sehr widerspruchsvollen Umgang der Justiz mit Kindsmörderinnen zu Beginn des 20. Jahrhunderts zeichnete REGINA SCHULTE (Bochum) nach. Während Susanna Margaretha Brandt, „das Gretchen“ in Goethes Faust, für ihre Tat noch zum Tode verurteilt worden sei, sei die junge Kindsmörderin Hedwig Otto, die 130 Jahre später dem Schriftsteller Gerhard Hauptmann für sein Drama „Rose Bernd“ als Vorbild diente, „aus Mitleid“ von den Geschworenen freigesprochen worden. Die „Humanisierung“ der Strafgesetzgebung betraf allerdings nur uneheliche Mütter, deren Kinder als außerhalb des Gesetzes stehend galten. In den 1920er-Jahren, so Schulte, seien die sozialen Bezüge, Zwänge, in denen diese Frauen handelten, erneut aus der justiziellen Wahrnehmung verdrängt worden. Psychiater und Kriminalanthropologen erklärten sie zu „geborenen Verbrecherinnen“ oder zu „Geistesgestörten“.

CHRISTINA BENNINGHAUS (Bielefeld) wandte sich einem erst Anfang des 20. Jahrhunderts auftauchenden Aspekt der „prekären Mutterschaft“ zu. Sie sprach über staatliche und private Fürsorgeeinrichtungen, die begannen, uneheliche Kinder, die von ihren Müttern freigegeben wurden, nach bestimmten Kriterien an unfruchtbare Paare zur Adoption zu vermitteln. Das „passende Kind“ sei damit zum „Konsumartikel“ avanciert, das nun auch über Zeitungsannoncen gesucht oder angeboten wurde.

Das vierte Panel „Zeit der Extreme“ widmete sich den Kontinuitäten und Brüchen im Umgang mit Fertilität und Lust während der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus. Einleitend nannte DAGMAR HERZOG (New York) die erste Hälfte des Jahrhunderts eine „Zeit der aufwallenden Sehnsucht“ und stellte die Frage, wie sexual-liberal die Sitten in Deutschland um 1900/1940 tatsächlich waren. Der Beitrag von KATJA SABISCH (Bochum) über die wissenschaftliche Debatte über Hygiene und Degeneration um 1900 schloss inhaltlich an die Ausführungen von Regina Schulte an. Die Wissenschaft habe sich in dieser Zeit weg von sozialen hin zu biologischen Erklärungsmustern bewegt. Als Quellenmaterial, das sie auf neue Weise zum Sprechen brachte, dienten Sabisch unter anderem die überlieferten Protokolle von Psychiatern, die Prostituierte untersucht und befragt hatten, um deren „Degeneration“ nachzuweisen. ELISSA MAILÄNDER (Paris) sprach über die doppelgesichtige Geburtenpolitik während des „Dritten Reiches“. Politisch und gesellschaftlich unerwünschte Fortpflanzung wurde mit Sterilisation, später sogar mit massenhaftem Mord unterbunden. Dagegen erfolgte die Förderung von „rassisch“ erwünschtem Nachwuchs auch auf unkonventionelle Weise, indem zum Beispiel ledige Mütter in den „Lebensbornheimen“ umsorgt und betreut wurden. Auf der Grundlage von Gerichtsakten referierte CORNELIE USBORNE (London) über verbotene Beziehungen zwischen deutschen Frauen und französischen Kriegsgefangenen. Mit erstaunlichem Freimut hätten diese Frauen, nachdem sie erst einmal überführt waren, in den Vernehmungen über ihr Begehren, ihre Lust gesprochen. Sie hätten keinen Hehl daraus gemacht, dass sie selbst in den meisten Fällen die Initiative für eine sexuelle Beziehung ergriffen hätten. In dieser besonderen Konstellation des Krieges und der menschenabwertenden NS-Ideologie hatten sich die Machtverhältnisse zwischen Frauen und Männern scheinbar umgekehrt.

In der Abschlussdiskussion formulierte SILKE SATJUKOW einige Gedanken, um die vorgetragenen Beispiele aus der Geschichte der Fertilität an das Erkenntnisinteresse des Projekts „Wunschkindpille“ rückzubinden. Im Umgang mit Sexualität, Schwangerschaft und Geburten habe es offenbar zu allen Zeiten eine Realität der Alltagsusancen gegeben, die von den vorgegebenen Normativen abwich und die sich für vormoderne Zeiten im Rückblick kaum noch greifen lasse. Hier sehe sie eine große Chance für das Projekt, da die Zeitgeschichtler in der Lage seien, nach dem „scheinbar Unsagbaren“ zu fragen und in Chiffren womöglich sogar Antworten zu bekommen. Das Nebeneinander von „Körperwissen“ der Frauen und „Gerätewissen“ der Wissenschaftler sei auch in den Interviews deutlich geworden: Frauen sprächen darüber, was sie nach Einnahme der Pille fühlten, Mediziner berichteten von „subjektiven Nebenwirkungen“, die zu vernachlässigen seien. Satjukows Meinung nach handele es sich dabei jedoch weniger um eine „konträr aufeinander bezogene Dichotomie“, sondern um Teile eines alle Zeiten funktionierenden Kommunikationssystems. Die Rolle der Frauen als Medien und Vermittlerinnen zwischen den Autoritäten sollte stärker in den Blick genommen werden, denn Frauen seien in all diesen Prozessen stets gleichzeitig Subjekte und Objekte gewesen.

Die sehr unterschiedlichen Perspektiven auf das Thema Fertilität fügten sich auf diesem Workshop letztlich zu einem, zwar keineswegs vollständigen, aber doch sehr komplexen Bild, das – nicht nur für die Forscher/innen des Projekts „Wunschkindpille“ – Anregung zum Hinterfragen und zum Weiterdenken bot. Einen großen Raum und ein ganz eigenes Gewicht erhielten dabei die Diskussionen. Über die Grenzen von historischen Perioden und methodischen Zugriffen hinweg konnten so Kontinuitäten und Brüche sichtbar gemacht und die Machtverschiebungen zwischen den Geschlechtern ausgelotet werden.

Konferenzübersicht:

Einführungsvorträge

Lutz Niethammer (Jena)
Silke Satjukow (Magdeburg)

1. Panel: Familienpolitik und Geburtenkontrolle in Ost und West. Neue Möglichkeiten – neue Perspektiven
Chair: Lutz Niethammer (Jena)
Einführung

Eva Maria Silies (Berlin): Sprechen über „die Pille“. Erfahrungen mit hormoneller Verhütung in der Bundesrepublik Deutschland und in England (1960-1980)

Kathrin Pöge-Alder (Jena): Erzählungen über Lust und Frust. Die Wunschkindpille in der DDR

Christian König (Jena): Die Wunschkindpille und die Macht der Experten. Entscheidungszwänge, Abhängigkeiten und Kompetenzen

Annette Leo (Jena): Erlaubt, aber nicht empfohlen. Das Thema Abtreibung in den Interviews mit ostdeutschen Frauen

Ramona Katrin Buchholz (Bremen): „Meine ungeborenen Kinder“. Zum literarischen Abtreibungsdiskurs in der DDR

2. Panel: Des Leibes Früchte. Schwangerschaft, Geburt, Fruchtbarkeit und Verhütung in vormodernen Gesellschaften
Chair: Eva Labouvie (Magdeburg)
Einführung

Jürgen Schlumbohm (Göttingen): Natürliche Fruchtbarkeit? Variationen über Frauen, Kinder und Männer in der vorindustriellen Gesellschaft

Barbara Duden (Hannover): Ungewisse Empfängnis, ungewisses Schwangergehen. Überlegungen zu Begrifflichkeiten der Historikerin

Eva Brinkschulte (Magdeburg): „English overcoats“. Zur Geschichte der Kondome zwischen Krankheitsprävention und Schwangerschaftsverhütung vom 16. bis ins frühe 19. Jahrhundert

Eva Labouvie (Magdeburg): Abtreibung. Abbrüche zwischen Integration, Isolation und der Ökonomie des weiblichen Körpers

3. Panel: „Prekäre Mutterschaft"
Chair: Prof. Regina Schulte (Bochum)
Einführung

Caroline Arni (Basel): Vom Unglück des mütterlichen „Versehens“ zur Biopolitik des „Pränatalen“. Aspekte einer Wissensgeschichte der materal-fötalen Beziehung

Regina Schulte (Bochum): Der Entwurf des illegitimen Kindes und der Mutter-Kind-Beziehung im juristisch-psychiatrischen Diskurs um den Kindsmord

Christina Benninghaus (Bielefeld): Diskrete Geburten und verschenkte Kinder. Illegitimität und Adoption im frühen 20. Jahrhundert

4. Panel: Zeit der Extreme – Fertilität und Lust von der Jahrhundertwende bis zum 2. Weltkrieg: Diskurse, Politik, Praxis
Chair: Prof. Dagmar Herzog (New York)
Einführung

Katja Sabisch (Bochum): Riskante Sexualität: Die wissenschaftliche Debatte über Hygiene und Degeneration um 1900"

Elissa Mailänder (Paris): Reproduktionspolitik im Dritten Reich: Ein Blick auf die Brüche und Kontinuitäten

Cornelie Usborne (London): „Abweichendes“ Sexualverhalten im NS-Alltag. Frauen berichten über Abtreibung und Umgang mit Kriegsgefangenen

Abschlussdiskussion

ZitierweiseTagungsbericht Eine Kulturgeschichte der Fertilität. 10.01.2013–12.01.2013, Imshausen, in: H-Soz-u-Kult, 02.02.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4654>.

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