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Alma mater antisemitica. Akademisches Milieu, Juden und Antisemitismus an den Universitäten Europas, 1918–1939

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Datum, Ort:15.06.2012–16.06.2012, Wien

Bericht von:
Matthias Kopp, Verein Gedenkdienst, Wien / Ina Markova, Institut für Zeitgeschichte, Wien
E-Mail: <matthias.koppgedenkdienst.at>

Welchen Anteil hatte die „trahison des clercs“ (Julien Benda), der „Verrat der Intellektuellen“ an der Aufklärung, bei der Ausbreitung des Antisemitismus an europäischen Universitäten in den 1930er-Jahren? Dieser Frage ging eine internationale Tagung des Wiener Wiesenthal-Instituts für Holocaust-Studien (VWI) unter dem Titel „Alma Mater Antisemitica“ nach: Während jüdische Professoren und Studierende an Universitäten in ganz Europa lehrten und lernten und erstere zu den führenden Kräften ihrer Disziplinen zählten, wurde speziell in Deutschland und Österreich, aber auch in Polen, Rumänien, Ungarn et cetera ein antisemitisch geprägtes akademisches Milieu stark, dessen AkteurInnen JüdInnen aus der alma mater vertreiben wollten, sei es durch Anwendung plumper Gewalt, durch die Forderung nach Numeri Clausi oder durch Maßnahmen symbolischer Diskriminierung. In Kooperation mit der Akademie der Bildenden Künste und gefördert vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung, dem Zukunftsfonds der Republik Österreich sowie der Stadt Wien, setzten sich WissenschafterInnen unterschiedlicher Disziplinen zwei Tage lang mit der Entstehung, den Hintergründen und den konkreten Erscheinungsformen antisemitischer Bewegungen und Gewalt in Mitteleuropa sowie Gegenreaktionen darauf auseinander. Fragen nach der Transnationalität von JüdInnenfeindschaft sowie Überlegungen hinsichtlich einer möglichen Vorreiterrolle des akademischen Antisemitismus bei der gesamtgesellschaftlichen Radikalisierungsgeschichte in den 1930er-Jahren standen dabei im Vordergrund.

Eingeleitet wurde die Konferenz durch einen Vortrag KONRAD H. JARAUSCHs (Chapel Hill).[1] Jarausch skizzierte die Grundzüge der Entfremdung der deutschen (und österreichischen) Studierenden von Republik und aufklärerischem, universitären Ideal, hin zu einer „fortschreitenden Korruption von Innen“ heraus. In pointierten Thesen beschrieb er dabei die groben Entwicklungslinien des akademischen Antisemitismus, dessen Wurzeln er schon in den 1880er-Jahren, ausgelöst durch die soziokulturellen Verwerfungen der Modernisierung, lokalisierte, eine Bewegung, welche sich durch den Ersten Weltkrieg, den folgenden Bruch mit der Weimarer Republik und die Wirtschaftskrise ausweiten sollte. Jarauschs Beschreibung des „faustischen Pakts“ zwischen Wissenschaft und MachthaberInnen blieb unwidersprochen, herausgestrichen wurde auch, wie viele MedizinerInnen und JuristInnen sich als MittäterInnen an Kriegseinsatz und Durchführung von NS-Verbrechen „hervorgetan“ hätten. Die These Jarauschs von einer „gewissen Eigenlogik von Forschung und Lehre“ im Sinne eines Spannungsverhältnisses zwischen Fachkompetenz und Pseudowissenschaften bot aber Ansatzpunkte für eine lebhafte Diskussion. Auch die Gründe für die verstärkte Radikalisierung von AkademikerInnen waren Thema, wobei PETER LONGERICH (London) hier auf das argumentative Spannungsverhältnis zwischen Ökonomie und Ideologie als Erklärungsmuster verwies.[2]

In Panel 1 wurde die Genese antisemitischer studentischer Bewegungen in Rumänien und Polen diskutiert. RAUL CARSTOCEA (London) beschrieb die Entstehung der Eisernen Garde aus der antisemitischen Studierendenbewegung der 1920er-Jahre. Der Wunsch nach kultureller Homogenisierung, heftige Reaktionen gegen die späte staatliche jüdische Emanzipation (1923) sowie die Gleichsetzung von JüdInnen mit KommunistInnen hätten dabei den Nährboden für diese frühe faschistische Bewegung, die stark auf Mittel der Gewalt gesetzt hätte, bereitet; die studentischen AntisemitInnen hätten, so Carstocea, überhaupt erst das faschistische Lager in Rumänien etabliert. Die Formel des „Judeo-Bolschewismus“ hätte aber auch in Polen, so GRZEGORZ KRZYWIEC (Warschau), eine wesentliche Rolle gespielt. Krzywiec zeigte den Verlauf der Bestrebungen, in polnischen Unis einen Numerus Clausus für jüdische Studierende einzuführen, auf und bezeichnete die Hochschulen als eine Art „testing ground“ für diskriminierende Gesetzgebung. In der Diskussion spielte der vom Vortragenden konstatierte Übergang von einem „säkularen“ zu einem „klerikalen“ Faschismus sowie generell die Rolle der christlichen Religion im Selbstverständnis der antisemitischen AkteurInnen eine Rolle.

Über den ganzen Nachmittag verteilt war das zweite Panel, welches antijüdische Maßnahmen und physische Gewalt an mitteleuropäischen Universitäten, aber auch deren „zweite Geschichte“ zum Thema hatte. MÁRIA KOVÁCS (Budapest) zeigte eindrucksvoll auf, wie etwa in Ungarn „mitigated legends, created by the interwar government“ nur sehr spät beziehungsweise teilweise immer noch nicht von HistorikerInnen hinterfragt würden: Das Dokument, welches in Ungarn 1920 einen gezielt anti-jüdischen Numerus Clausus an Hochschulen einführte, wurde so erst 2011 öffentlich gemacht. ZOFIA PRZYBYSZ (Łódz) versuchte in ihrem Beitrag, antisemitische Diskriminierungsmaßnahmen wie etwa die Einführung separater Sitzreihen für JüdInnen („Ghetto Benches“) als Spielfeld unterschiedlicher Intentionen und Handlungsoptionen zu zeichnen: Welche Maßnahmen wurden gefordert, wie reagierten (jüdische) Studierende, Professoren und Rektoren darauf? Auch KURT BAUER (Wien) beschrieb den „Hochschulnationalsozialismus“ Wiener Ausprägung als Handlungsstrategie, als „kalkulierte Eskalation“. Nicht nur, dass die NationalsozialistInnen in der Mehrheit und gut auf Gewalt vorbereitet gewesen sein, sie hätten sich bei dieser bewussten Eskalation auch der stillschweigenden Unterstützung durch das Rektorat, die ProfessorInnen sowie der Polizei sicher sein können.[3]

MARIJA VULESICA (Berlin) widmete sich in ihrem Vortrag einem, wie sie unterstrich, in der Historiographie noch eher stiefmütterlich behandeltem Thema: dem jugoslawischen Antisemitismus. Speziell in Zagreb seien durchaus heftige antisemitische Ausschreitungen zu beobachten zu gewesen, auch hier erschienen jüdische Studierende als „Projektionsfläche für politische und soziale Frustration“. IRINA NASTAŞA-MATEI (Babes-Bolyai/Babes-Bolyai Tudományegyetem, Cluj/Kolozsvár) beschrieb in ihrem Vortrag, der sich auch dem studentischen Antisemitismus in Rumänien widmete, diesen als „primär kulturellen Antisemitismus“, der sich vor allem durch seine antikommunistische Schlagseite und die Betonung der Wurzeln in der rumänischen Orthodoxie ausgezeichnet hätte. Die den ersten Tag abschließende Diskussion versuchte, den akademischen Antisemitismus als transnationales, europäisches Phänomen zu fassen und Licht auf die Frage zu werfen, wie es von Propaganda und Worten zu konkreter, physischer Gewalt an Menschen kommen konnte.

Der zweite Konferenztag setzte mit einem Panel über „antisemitische Akteure und Netzwerke“ fort, das SABRINA LAUSEN (Paderborn) mit einem Vortrag über den antijüdischen Kampf der studentischen Verbindungen auf den Universitäten Polens 1918 bis 1939 eröffnete. Lausen betrachtete aus deutscher Perspektive das polnische Pendant zu den in Deutschland gut erforschten Burschenschaften, ihren Rechtsruck und ihre Funktion zur Elitenbildung. Tatsächlich bestanden ab 1918 mehr als 100 Verbindungen an Polens Universitäten, deren Entstehung sich oft auf Organisationen polnischer Studierender an deutschen Universitäten zurückführen lässt. Die Adaption und Polonisierung deutschen Brauchtums ging mit dem Zweck des Erhalts des Polentums im fremdsprachigen Ausland einher. Antisemitische Agitation und Gewalt, auch gegen korporierte jüdische Studierende, kulminierte 1921 im Arierparagraph des Dachverbands ZPKA (Związek Polskich Korporacji Akademickich).

Die Behandlung des nationalistischen Diskurses der Zweiten Polnischen Republik wurde mit dem Beitrag von NATALIA ALEKSIUN (New York) fortgesetzt, die über die „Leichenaffäre von Vilnius“ sprach: Neben dem Numerus Clausus, der Propaganda und physischer Gewalt gegen jüdische Studierende schuf die ab November 1926 eingeführte Bestimmung, jüdische Studierende der Medizin in Vilnius sollten nur noch an jüdischen Leichen arbeiten, obwohl die Halacha erfordert, die Körper unversehrt zu begraben, einen weiteren Mechanismus, Jüdinnen und Juden von den Universitäten zu vertreiben. Unter dem Vorwand der polnischen nationalen Selbstverteidigung und der Forderung „gleicher Rechte und Pflichten“, vielmehr aber auch wegen des Glaubens an die „Kontamination durch Minderwertige“, sollten die jüdischen Studierenden nicht mehr an Leichen von ChristInnen arbeiten dürfen.

KLAUS TASCHWER (Wien) setzte mit einem Beitrag über die Bärenhöhle, eine nach einem Besprechungsraum an der Paläobiologie der Universität Wien benannte, geheime antisemitische Professorenclique an der Universität Wien, fort. Er befasste sich mit einigen Protagonisten, die ihren Einfluss an der Universität einsetzten, um den Aufstieg jüdischer und/oder linker Wissenschaftler in der Zwischenkriegszeit zu verhindern. Seine Forschungsarbeit kann sich dabei kaum direkt auf überlieferte Quellen stützen, da diese Vereinigung nicht dokumentiert wurde. Vielmehr konnte er viele gescheiterte Habilitationen auf die Bärenhöhle zurückführen. Taschwer skizzierte auch die Kontinuitäten und Folgen der Bärenhöhle bis in die Zweite Republik, wobei sie wohl kaum die einzige Verbindung zur Verhinderung wissenschaftlicher Karrieren darstellte, was die Diskussion der TeilnehmerInnen, die sich zentral um die karge Quellenlage drehte, betonte.

Das erste Nachmittagspanel befasste sich unter dem Titel „jüdische Studenten und Professoren zwischen Anpassung und Gegenwehr“ mit den Handlungsspielräumen und Identitäten der Betroffenen.

FERENC LACZÓ (Jena) erforschte das Rabbinerseminar in Budapest während der Horthy-Ära und des Nationalsozialismus. Er identifizierte die jüdisch-religiöse Forschung und Ausbildung im Ungarn der Zeit als modern und wegweisend. Unter den Bedingungen des politischen und identitären Konflikts zwischen deutscher und ungarischer Sprache verstanden sich die Wissenschaftler als moderne Ungarn, wobei die Universität in Budapest härtere antisemitische Ausgrenzungspolitik anwendete als der ungarische Staat. Nach Auswertung jüdischer Schriften aus der Zeit ermittelte Laczó mehrere „Identitätsoptionen“ für ungarische Juden, die sich zwischen dualem (ungarisch und jüdisch) und non-dualem (primär jüdisch) Selbstverständnis verorteten.

NICOLA D’ELIA (Trento) diskutierte das Verhältnis zwischen dem faschistischen italienischen Staat und dem jüdischen Universitätsdozenten Giorgio del Vecchio, wobei er den Bezug zum, in der jüngeren Forschung in den Hintergrund getretenen, von Renzio de Felice geprägten Bild von der aus außenpolitischer Notwendigkeit institutionalisierten Judenfeindlichkeit im italienischen Faschismus, herstellte. Mussolini genoss von Anfang an die Unterstützung einiger jüdischer Akademiker, del Vecchio wurde 1925 sogar Rektor der Universität Rom. Auch nach Erstarken des systematischen Antisemitismus in Italien stellte del Vecchio den Faschismus als Zivilreligion Italiens dar, die keinen Widerspruch zwischen jüdischer und italienischer Identität konstituiere. D’Elia vermutete in der Anwendung von Rassengesetzen an akademischen Institutionen den primären Zweck, die Elite zu faschisieren.

Im letzten Panel der Konferenz wurden transnationale Verflechtungen dargestellt. STEPHEN NORWOOD (Oklahoma) begann mit der Schilderung der exklusiven Verankerung amerikanischer und deutscher Eliten in Politik und Universität. Er dokumentierte, dass das Ansehen des nationalsozialistischen Staats in den USA bis Kriegsbeginn eher zunahm, wozu viele, selbst antisemitisch geprägte, amerikanische Universitäten in ihren Publikationen beitrugen. Die seit 1933 von amerikanischen jüdischen Organisationen initiierten Protest- und Boykottmaßnahmen wurden weder von der Regierung noch von den Universitäten unterstützt oder aufgegriffen, sie trugen lediglich zur identitären Festigung späterer jüdischer US-Soldaten bei.

MARTINA STEER (Wien) betrachtete in ihrem stark quantitativ ausgerichteten Beitrag die Hintergründe und Motivationen jüdischer Frauen an deutschen und polnischen Universitäten in der Zwischenkriegszeit. Für die relevanten Fächer stellte Steer jeweils den Anteil der jüdischen bzw. weiblichen Studierenden fest und belegte, dass deutsche und polnische Frauen die doppelte Hürde Antifeminismus und Antisemitismus unterschiedlich wahrnahmen: In autobiographischen Berichten deutscher jüdischer Frauen wird fast immer auf die Erfahrung von Misogynie verwiesen, wobei polnische jüdische Frauen Antisemitismus als Hauptgrund für die Migration an westliche Universitäten nannten.

JOHANNES WIGGERING (Leipzig) schloss die Konferenz mit seinem Vortrag über jüdische Professoren und Studierende an der Weißrussischen Staatsuniversität 1921–1939, indem er zunächst die Darstellung derselben als philosemitische Umgebung durch die weißrussische Forschung zum friedlichen Nebeneinander abschwächte. Tatsächlich genossen Jüdinnen und Juden unter anderem aufgrund des stärkeren Urbanisierungsgrads der jüdischen Bevölkerung strukturelle Vorteile und waren an der Universität stark vertreten. Mit der Gründung der weißrussischen Akademie der Wissenschaften 1928 und der Umwandlung der Universität in ein Polytechnikum ging die Abwertung der Weißrussifizierung als Nationalismus einher, während diese zuvor das säkulare Judentum indirekt gefördert hatte; der Klassenkampf hielt in der Immatrikulationspolitik Einzug und bevorzugte ArbeiterInnen- und Bauern-/Bäuerinnenfamilien. Ab 1933 erstarkte der Antagonismus zum jetzt nationalsozialistischen Deutschland, unter welchem JüdInnen, die aufgrund der niedrigen Sprachschwelle Jiddisch-Deutsch und anderer Vorurteile unter ständigem Kollaborationsverdacht standen, verstärkt zu leiden hatten.

Der zweite Konferenztag brachte mit Länderbeispielen viele Facetten antisemitischer Tendenzen an Universitäten zur Debatte, die sich nicht nur wegen unterschiedlicher Kontexte der Einzelfälle schwierig gemeinsam diskutieren ließen: Der methodische Zugang der vertretenen WissenschafterInnen und ihre Erkenntnisinteressen waren ebenso breit gestreut. Die Tagung hinterließ durch die vielen Ansätze ein Bündel an Anknüpfungspunkten, die durchaus noch stärker miteinander verknüpft hätten werden können. Teilweise überschnitten sich die Themen einiger Vortragenden auch. Trotz aller Kritik: Weg vom oftmaligen Fokus auf Deutschland und Österreich, präsentierten die Vortragenden einen Einblick in die vielfältigen Formen von akademischem Antisemitismus in Europas Universitäten der Zwischenkriegszeit. Im Fokus stand dabei die Verflechtungsgeschichte von antisemitischen Tendenzen speziell in mitteleuropäischen Ländern. Ob letztlich Deutschland und Österreich als „antisemitische Modellfälle“ diskriminatorischer und verbrecherischer Praxis herauszustreichen sind, konnte die Tagung selbstverständlich nicht beantworten; letztlich wollte sie dies aber auch nicht: Vielmehr zeigte sie auf, welches Ausmaß von Antisemitismus speziell im akademischen Milieu (von dem man sich vielleicht mehr erwartet hätte, wie hin und wieder in persönlicher gefärbten Antworten der Vortragenden durchschimmerte), konstatiert werden muss. Speziell auch die Beschäftigung mit den Anfängen der faschistisch-antisemitischen Bewegungen erwies sich als fruchtbar. Auch gelang es den Vortragenden, durch den Fokus auf Handlungsoptionen, Kalküle und Strategien aufzuzeigen, dass der universitäre Antisemitismus die almae matris nicht unaufhaltsam überrollt hat, sondern manchmal auch schlicht an Indifferenz gewachsen ist.

Konferenzübersicht:

Begrüßung: Eva Blimlinger/Béla Rásky (beide Wien)

Eröffnungsvortrag: Konrad H. Jarausch (Chapel Hill): Universität und Nationalsozialismus. Aspekte einer erschreckenden Beziehung

Panel 1: Retrograde Avantgarde: Studierende als Vorhut faschistischer Massenbewegungen

Raul Carstocea (London): Students don the Green Shirt. The Roots of Romanian Fascism in the Antisemitic Student Movements of the 1920s

Grzegorz Krzywiec (Warschau): Crusade for a Numerus Clausus in 1922–1923. Preliminaries of Polish Fascism in the Central and East European Context

Panel 2: Antijüdische Maßnahmen und physische Gewalt an den Universitäten

Mária Kovács (Budapest): Numerus Clausus in Hungary. Ideology, Apologia and Legends

Zofia Przybysz (Łódz): „Ghetto Benches“ at Polish Universities. Ideology and Practice

Kurt Bauer (Wien): Kalkulierte Eskalation. Antisemitische Ausschreitungen an den Wiener Universitäten und Hochschulen in den frühen 1930er-Jahren

Marija Vulesica (Berlin): Juden und Antisemitismus an den jugoslawischen Universitäten 1918–1941

Irina Nastasa-Matei (Babes-Bolyai/Babes-Bolyai Tudományegyetem, Cluj/Kolozsvár): University and Violence. Student Antisemitism in Interwar Romania

Panel 3: Antisemitische Akteure und Netzwerke

Sabrina Lausen (Paderborn): Der antijüdische Kampf der studentischen Verbindungen an den Universitäten Polens in den Jahren 1918 bis 1939

Natalia Aleksiun (New York): The Cadaver Affair. Antisemitism and the Training of Medical Doctors in the Second Polish Republic

Klaus Taschwer (Wien): Die Bärenhöhle und ihr langer Schatten. Über das Wirken und Nachwirken einer geheimen antisemitischen Professorenclique an der Universität Wien nach 1918

Panel 4: Jüdische Studenten und Professoren zwischen Anpassung und Gegenwehr

Ferenc Laczó (Jena): The Rabbinical Seminary of Budapest. The Horthy Era and the History of Nazism

Nicola d’Elia (Trient): Der Faschismus und die jüdischen Dozenten an der Universität Rom. Der Fall Giorgio Del Vecchio

Panel 5: Transnationale Verflechtungen

Stephen Norwood (Oklahoma): Forging Friendly Ties. American Universities and Nazi Germany

Martina Steer (Wien): Despite Anti-Feminism and Antisemitism. Jewish Women at European Universities

Johannes Wiggering (Leipzig): Die Abschaffung des „bourgeoisen“ Antisemitismus. Jüdische Professoren und Studierende an der Weißrussischen Staatsuniversität 1921–1939

Anmerkungen:

[1] Jarausch hatte schon 1984 ein immer noch als Standardwerk geltendes Buch zu diesem Thema geschrieben: Konrad H. Jarausch, Deutsche Studenten. 1800–1970, Frankfurt am Main 1984.
[2] kürzlich erschienen: Robert P. Ericksen, Complicity in the Holocaust. Churches and Universities in Nazi Germany, Cambridge 2012.
[3] vgl. als guten Überblick über die Auswirkungen des „Anschluss“ 1938 an den österreichischen Universitäten: Gert Dressel, Doris Ingrisch, Herbert Posch, „Anschluss“ und Ausschluss 1938, Wien u.a. 2008.

ZitierweiseTagungsbericht Alma mater antisemitica. Akademisches Milieu, Juden und Antisemitismus an den Universitäten Europas, 1918–1939. 15.06.2012–16.06.2012, Wien, in: H-Soz-u-Kult, 15.02.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4643>.

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