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Pietismus und Ökonomie, circa 1650–1750

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Wolfgang Breul, Evangelisch-Theologische Fakultät, Johannes Gutenberg-Universität Mainz; Alexander Schunka, Forschungszentrum für kultur- und sozialwissenschaftliche Studien Gotha, Universität Erfurt
Datum, Ort:01.11.2012-03.11.2012, Mainz

Bericht von:
Ann-Kathrin Heil, Seminar für Kirchengeschichte, Johannes Gutenberg-Universität Mainz
E-Mail: <akheilgmx.de>

Mit dem Verhältnis zwischen der protestantischen Reformbewegung des Pietismus und frühneuzeitlichem wirtschaftlichen Denken und Handeln befasste sich vom 1. bis 3. November 2012 in Mainz eine internationale und interdisziplinäre Tagung („Pietismus und Ökonomie, circa 1650–1750“). Die gemeinsam vom Seminar für Kirchengeschichte der Johannes Gutenberg-Universität Mainz (Wolfgang Breul) und dem Forschungszentrum Gotha der Universität Erfurt (Alexander Schunka) organisierte Veranstaltung lenkte das Augenmerk auf eine Epoche, die sich durch die Herausbildung neuer Wirtschaftsweisen und Märkte, aber auch durch die Entstehung neuer Frömmigkeitskulturen innerhalb und jenseits der etablierten Konfessionskirchen auszeichnete. Die Beziehung des Pietismus zur Ökonomie lässt unterschiedliche und auf den ersten Blick gegenläufig erscheinende Facetten erkennen: Etwa eine wohlwollende Einstellung gegenüber ökonomischer Rationalität in der meist selbstverständlichen Anwendung moderner technischer Mittel (Bibeldruck, Bergbau, Buchhandel, Medikamentenvertrieb etc.), ökonomischer Prinzipien und effizienter Organisations- und Verwaltungsstrukturen, zugleich aber auch eine Kritik an Begleiterscheinungen der zeitgenössischen ökonomisch-gesellschaftlichen Praxis wie der Vernachlässigung der Armen und ihrer religiösen Erziehung oder Invektiven gegen höfisches Leben und den Konsum von Luxusgütern. Die vielschichtige Beziehung der pietistischen Reformbewegung zu ökonomischem Denken und Handeln wurde in insgesamt 25 Vorträgen aus den Bereichen Theologie, Kirchengeschichte, Geschichte der Frühen Neuzeit, Literatur- und Kulturwissenschaften sowie Wirtschaftsgeschichte vermessen. Die Referate widmeten sich drei Schwerpunkten: Der ökonomischen Praxis pietistischer Einrichtungen, den sie begleitenden zeitgenössischen ökonomischen Diskursen und Modellen und schließlich bestimmten ökonomischen Denkmustern in der pietistischen Lebenswelt, Frömmigkeit und Theologie. Die Tagung wurde gefördert durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Universitäten Mainz und Erfurt (Forschungszentrum Gotha) sowie die Katholischen Akademie „Erbacher Hof“ in Mainz.

Anknüpfend an bislang bereits etablierte Themen der Pietismusforschung mit oft recht naheliegenden Bezügen zum Thema Ökonomie widmeten sich mehrere Vorträge dem Wirtschaftshandeln pietistischer Institutionen im frühen 18. Jahrhundert, wobei erwartungsgemäß Halle und Herrnhut häufig im Fokus standen. ULRIKE GLEIXNER (Wolfenbüttel) wies anhand der dänisch-hallesch-englischen Indienmission nach, dass effektives ökonomisches Handeln die Finanzierung der kostenintensiven Mission gleichsam bedingte, weshalb der missionarische Einfluss vorrangig von wirtschaftlichen Faktoren abhing. ANN-KATHRIN HEIL (Mainz) sprach über die Bemühungen zum obrigkeitlich verordneten Seidenbau in den Franckeschen Stiftungen, die zwar zu den erfolgreicheren Bestrebungen ihrer Art in Preußen gehörten, sich aber letztlich dennoch als ökonomische Fehlschläge erwiesen, die von Gotthilf August Francke, dem Leiter der Stiftungen, als göttliche Prüfung interpretiert wurden. RÜDIGER KRÖGER (Herrnhut) beschäftigte sich mit dem wechselhaften Verhältnis der Luxusmöbelproduzenten Abraham und David Roentgen zur Herrnhuter Brüdergemeine: zwischen den Polen wirtschaftlicher Absatzhoffnung und Verstößen gegen innere Regeln der Gemeinschaft. ANNE MOELLER (Warwick) thematisierte die Hallesche Medikamentenexpedition in außereuropäische Gebiete unter besonderer Berücksichtigung der Akkumulation materiellen und immateriellen Kapitals seitens der reisenden Akteure. ALEXANDER SCHUNKA (Gotha) wiederum sprach über Zeitmanagement bei pietistischen Kollektenreisen und verwies darauf, dass Reisen im pietistischen Umfeld häufig auch der Geldsammlung dienten und daher minutiös geplant waren. Dabei griff man auf verbreitete Techniken der SpendenAkquise zurück und perfektionierte Techniken der Informationsgewinnung.

Die Bedeutung der frühneuzeitlichen Medienlandschaft für Vermarktung und Popularisierung des Pietismus wurde deutlich in den Vorträgen von ELISABETH QUAST (Göttingen) zum Berliner Unternehmer Canstein, der als wirtschaftspolitischer Netzwerker und insbesondere durch die Revolutionierung des Bibeldruckverfahrens bekannt ist, von KAI LOHSTRÄTER (Hamburg), der die im Unterschied zu pietistischen (Missions-)Zeitschriften bisher wenig beachtete Geschichte der pietistischen Hallesschen Zeitungen in einem sich rasch ändernden Medienmarkt des 18. Jahrhunderts analysierte sowie von HANS JÜRGEN SCHRADER (Genf), der die prekäre Finanzierung der monumentalen Berleburger Bibel (acht Foliobände) mit Hilfe von Spenden und sogar einer Lotterie untersuchte.

Mehrere Vorträge spannten den Bogen zwischen pietistischen Vergemeinschaftungsformen und arbeits- bzw. wirtschaftsethischen Vorstellungen und Praktiken. MATTHIAS PLAGA-VERSE (Siegen) zeigte anhand von radikalpietistischen Gruppen (Ernst Christoph Hochmann von Hochenau, Eva von Buttlar und ihre Sozietät sowie die Ronsdorfer Zioniten) unterschiedliche Wirtschaftspraktiken auf, deren Spektrum von Arbeitsverweigerung und Verzicht auf Eigentum bis zur Bildung abgeschlossener ökonomischer Einheiten mit Subsistenzwirtschaft reichte. HEIDRUN HOMBURG (Freiburg im Breisgau) präsentierte eine Demographie der Herrnhuter Brüdergemeine unter besonderer Berücksichtigung ihrer spezifischen Wirtschaftsformen und dem spezifischen Beitrag von Frauen. PETER VOGT (Niesky) setzte sich kritisch mit der These Max Webers auseinander, dass die asketische und utilitaristische Lebensweise der Herrnhuter deren wirtschaftlichen Erfolg begünstigt habe, ihre Betonung der Gnade (im Sinne Martin Luthers) den wirtschaftlichen Erfolg aber hemmen konnte. Vielmehr beruhe der partielle Erfolg ihrer Ökonomie darauf, dass Arbeit eine so große Rolle in der gemeinschaftlichen Solidarität gespielt habe, dass sie geradezu einen liturgischen Charakter erhalten habe. KATHERINE CARTÉ ENGEL (Dallas) unterstrich für die wichtigste Siedlung der Herrnhuter in Nordamerika (Bethlehem, Pennsylvania) eine relativ große Offenheit im ökonomischen Denken, wobei religiöse Strukturen die Marktorientierung weder im Inneren der kommunitären Lebensgemeinschaft noch nach außen zurückgedrängt hätten. JAN VAN DE KAMP (Amsterdam) arbeitete in seiner Untersuchung des Verhältnisses von Pietismus und Ökonomie bei reformierten Kaufleuten südniederländischer Herkunft heraus, dass diese im Exil an ihren religiösen, sozialen und kulturellen Prägungen festhielten, ihre Überzeugungen aber radikalisierten und erwirtschaftete Gewinne zur Sozialfürsorge von Gesinnungsgenossen verwendeten.

Viele Vorträge der Tagung legten nahe, wie wichtig eine Kontextualisierung pietistischen Wirtschaftshandelns und -denkens mit parallelen und zeittypischen Entwicklungen anderer Gemeinschaften und Einrichtungen ist, um anhand vergleichender Analysen mögliche pietistische Besonderheiten klarer hervortreten zu lassen. Zwei Beiträge sind hervorzuheben: THOMAS MAX SAFLEY (Philadelphia) fragte im Blick auf das Waisenhaus im bikonfessionellen Augsburg danach, inwieweit „pietistische“ Wirtschaftsformen denn überhaupt als besondere, „fromme“ Wirtschaftsformen der Zeit angesehen werden könnten. A. GREGG ROEBER (Penn State) verglich pietistische Wirtschaftsunternehmungen in Wernigerode mit ähnlich gelagerten ökonomischen Vorhaben im katholischen Eichsfeld und kam zum Ergebnis, dass die Pietisten erfolglos blieben, weil sie die Bevölkerung nicht für ihre Vorhaben gewinnen konnten, während den Katholiken dies eher gelungen sei.

Eine weitere Gruppe von Vorträgen rückte das Verhältnis von Wirtschaft und zeitgenössischen ethischen bzw. moralischen Vorstellungen in den Vordergrund. JUSTUS NIPPERDEY (Saarbrücken) konstatierte in seinem Vergleich pietistischen Wirtschaftsdenkens mit dem vorherrschenden ökonomischen Denken des (Früh-)Kameralismus beachtliche Parallelen (Forderung des Praxisbezugs, Semantik des Nutzens und der Verbesserung). JARED POLEY (Atlanta) beschäftigte sich mit Schriften des Halleschen Gelehrten Christian Thomasius über Habgier. Thomasius habe vor dem Hintergrund einer auseinanderbrechenden Barockgesellschaft um die Wende zum 18. Jahrhundert Gier als ein „Gedankenverbrechen“ verstanden, das gemeinschaftsschädigend sei und Unruhe verursache. JOACHIM JACOB (Gießen) widmete sich einer ‚Ökonomie‘ der Freundschaft im pietistischen und nichtpietistischen Schrifttum der Jahrhundertmitte, wobei er im gemäßigten Pietismus eines Friedrich Karl von Moser eine bemerkenswerte Ökonomisierung gerade der „Herzens-Freundschaft“ und ihrer religiösen Aspekte konstatierte. PETER YODER (Mainz) untersuchte August Hermann Franckes theologische Haltung zum Reichtum anhand seiner Bußpredigten. Ein an irdischem Besitz orientiertes Herz verursache Francke zufolge Gier und Diebstahl; die Bekehrung zu Christus dagegen bringe moralischeres Handeln mit sich – auch und gerade in wirtschaftlicher Hinsicht.

Damit berührte die Tagung den anfangs erwähnten Problemkreis zwischen pietistischen Wirtschaftsstrukturen und der pietistischen Kritik an ‚falschen‘ Wirtschaftspraktiken, die nicht der Ehre Gottes dienten. Das Spannungsfeld von Frömmigkeit und Luxusökonomie am Beispiel des Berliner Hoflebens unter Friedrich Wilhelm I. und die kritische Haltung von Vertretern des Halleschen Pietismus wurde von BENJAMIN MARSCHKE (Arcata) thematisiert. Während der Preußenkönig und die Pietisten im Ideal der Arbeitsamkeit und in der Ablehnung von „Divertissements“ weitgehend übereinstimmten, gab es zur königlichen Jagd und zur Sonntagsheiligung teilweise offen formulierte Differenzen. CORINNA KIRSCHSTEIN (Leipzig) setzte sich mit der Theaterfeindlichkeit im Halleschen Pietismus auseinander. Zeit sollte sinnvoll und gottgefällig genutzt werden, ohne sich dabei durch weltliche Vergnügungen ablenken zu lassen – dies galt für Könige ebenso wie für die Stadtbürger im Umfeld A. H. Franckes.

Die Problematik zwischen göttlich legitimierter und ‚weltlich-unnützer‘ Ökonomie wurde schließlich unter heils-ökonomischer Perspektive aufgegriffen: WOLFGANG BREUL (Mainz) untersuchte die Inanspruchnahme der „göttlichen“ Ökonomie in A. H. Franckes Spendenwerbung für die Anstalten in Glaucha und konstatierte Ansätze ökonomischen Denkens auch in der Soteriologie Franckes, traditionell das Kernstück protestantischer Theologie. VERONIKA ALBRECHT-BIRKNER (Siegen) arbeitete heraus, wie sich A. H. Franckes publizistisch verbreitete Argumentation mit dem wunderhaften ökonomischen Erfolg ab dem Siebenjährigen Krieg gegen die von ihm gegründeten Anstalten in Glaucha wandte, weil die Öffentlichkeit ihnen einen – nicht vorhandenen – sagenhaften Reichtum unterstellte.

Abgerundet wurde die Tagung durch drei öffentliche Abendvorträge, die Kernaspekte der Sektionen aufnahmen und vertieften. UDO STRÄTER (Halle) analysierte August Hermann Franckes Umgang mit der Zeit. Ausgehend von einer eschatologischen Erwartung, welche die Gegenwart als besondere Gnadenzeit qualifizierte, in der man zugunsten des Reiches Gottes handeln müsse, habe A. H. Francke ein rigides Zeitmanagement für alle in den Franckeschen Stiftungen tätigen Mitarbeiter entwickelt. Auch wenn Francke sich von seinem Image unaufhörlicher Geschäftigkeit distanzieren wollte, habe die klare Ausrichtung jeglicher Tätigkeit auf das Reich Gottes faktisch zu einem sehr wirtschaftlichen Umgang mit der Zeit geführt. DANIEL FULDA (Halle) sezierte die Entwicklung und Auffächerung des Ökonomiebegriffs im 18. Jahrhundert aus der „Haus-Wirtschaft“. Das Haus mit seiner Ökonomie und Moralität waren jedoch Ort und Thema der Komödie, sodass dort latent und offen ökonomische Fragen verhandelt wurden. Insofern sich der Pietismus offener für die neuen ökonomischen Formen zeigte und in seinen moralischen Auffassungen von der Komödie unterschied, ergab sich trotz einiger Konvergenzen ein spannungsvolles Verhältnis wechselseitiger Kritik zwischen Pietismus und Komödie. HANS SCHNEIDER (Marburg) widmete sich schließlich am Beispiel Ysenburg-Büdingens dem Verhältnis zwischen religiöser Toleranz und merkantilistischer Ökonomie. Laut Schneider seien die Ursachen für weitreichende religiöse Zugeständnisse weniger rein wirtschaftspolitischen Motiven, sondern eher kirchenpolitischen Akteuren und Entscheidungsprozessen sowie schließlich einem fürstlichen Alleingang zuzurechnen. Auch wenn die Verknüpfung von Wirtschaftspolitik und Toleranz zunächst nachrangig gewesen sei, habe das Edikt doch eine besonders effektive Rechtsgrundlage für die Ansiedlung anderskonfessioneller Untertanen bilden können.

Die Tagung zeigte eine beachtliche Vielfalt pietistischer Ökonomie(n) und der sie begleitenden Modelle und Diskurse. Sie hat deutlich gemacht, dass die ökonomische Haltung von Protagonisten und Einrichtungen des Pietismus nicht einseitig von bestimmten religiösen Überzeugungen abgeleitet werden kann. In einzelnen Bereichen ist eine große Offenheit für neue ökonomische Tendenzen zu erkennen; die ökonomische Praxis und Reflexion im Pietismus zeigen sich in vielen Bereichen durchaus abhängig von zeittypischen Phänomenen. Zugleich lassen sich Felder erkennen, für welche der Pietismus ein besonderes Interesse entwickelte (Publizistik, Sozialfürsorge) oder die er positionell besetzte (Zeitmanagement, Divertissements). So lässt sich die Frage nach Spezifika pietistischer Ökonomie oder einer pietistischen Haltung zur Ökonomie nur anhand konkreter Gruppierungen, Einrichtungen und Problemstellungen beantworten. Die Tagung hat gezeigt, dass eine Rückbindung pietistischen Wirtschaftens an die zeitgenössische Praxis, die sie begleitenden Diskussionen und sozialen und kulturellen Phänomene äußerst fruchtbar ist und fortgeführt werden muss. Eine Publikation der Ergebnisse ist vorgesehen.

Konferenzübersicht:

Sektion I: Ökonomische Praxis

Halle und die globale Ökonomie des 18. Jahrhunderts

Anne Moeller (Warwick/UK): Kultur und Ökonomie. Die Funktion materiellen, symbolischen und kulturellen Kapitals im internationalen Netzwerk der Halleschen Medikamentenexpedition

Ulrike Gleixner (Wolfenbüttel): Wirtschaften im Reich Gottes: Die dänisch-hallesch-englische Indienmission

Ann-Kathrin Heil (Mainz): „Ich habe die Sache blos aus gehorsam angefangen“. Gotthilf August Francke und der Seidenbau

Publizistik und Ökonomie

Elisabeth Quast (Göttingen): Baron Canstein (1667–1719) als Unternehmer

Kai Lohsträter (Hamburg): „Uebrigens wünsche ich, [...] insbesondere der Zeitungs-Casse, eine reiche Fülle des Göttl. Segens.“ Zum Verhältnis von frühneuzeitlichem Medienmarkt und pietistischer Ökonomie

Hans-Jürgen Schrader (Genf/CH): Fürstengnade und Lotterie: Modalitäten der Finanzierung der Berleburger Bibel

Akteure und Unternehmer

Rüdiger Kröger (Herrnhut): Roentgen, Stobwasser und Co. – Das Geschäft mit Luxusartikeln

Heidrun Homburg (Freiburg i.Br.): Glauben, Arbeiten, Wirtschaften: Zur Ökonomie der Herrnhuter Brüdergemeine im 18. Jahrhundert

Jan van de Kamp (Amsterdam/NL): Pietismus und Ökonomie bei deutschen reformierten Kaufleuten südniederländischer Herkunft (1650–1700)

Sektion II: Grenzziehungen, Diskurse und Modelle

Konfessionelle Grenzziehungen

Thomas Max Safley (Philadelphia/USA): The Question of a Pietist Economy as Opposed to a Pious Economy: Funding and Administering Social Institutions in Augsburg, 1650–1750

A. Gregg Roeber (University Park/USA): Wernigerode’s Pietists, Stewardship, and their Catholic Neighbors (1700–1750)

Peter Vogt (Niesky): "Let Our Commerce Be Holy Unto Thee" – The 18th Century Moravian Approach to Economics

Methodik und Diskurse

Katherine Carté Engel (Dallas/USA): Defining the Pietist Economy in Early America: A Methodological Investigation

Justus Nipperdey (Saarbrücken): Pietistische Wirtschaftsvorstellungen im Kontext des kameralistischen Diskurses um 1700

Jared Poley (Atlanta/USA): Christian Thomasius and the Morality of Greed

Modelle

Matthias Plaga-Verse (Siegen): „… so wird der Allmächtige dein Gold sein und wie Silber, das dir zugehäuft wird“ (Hiob 22,25) – Ökonomische Strukturen und theologisch motiviertes Wirtschaften in separatistisch-pietistischen Gemeinschaften des 17./18. Jahrhunderts

Sektion III: Soziale, kulturelle und theologische „Ökonomien“

Freundschaft, Zeitvertreib, Zeitplanung

Joachim Jacob (Gießen): Freundschaftsökonomie

Benjamin Marschke (Arcata/USA): What's Wrong with Divertissements? Eighteenth-Century Pietist Ascetic and Enlightenment Utilitarian Arguments Against Courtly Entertainments (and Against Each Other)

Corinna Kirschstein (Leipzig): "Pracht, Wollust und Uppigkeit" – Zeitverschwendung und Affektökonomie im Halleschen Pietismus

Alexander Schunka (Gotha): Zeitmanagement bei Kollektenreisen

Heil und Heiligung

Peter Yoder (Mainz): Riches and Repentance: August Hermann Francke’s theology of wealth in his Bußpredigten

Wolfgang Breul (Mainz): Admirabile commercium. Ökonomische Aspekte in Franckes Soteriologie

Veronika Albrecht-Birkner (Siegen): „Die Fußstapffen [...] GOTTES“. Theologisches Argumentieren mit ‚Wirtschaftswundern‘ im hallischen Pietismus bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts

Schlussdiskussion: Udo Sträter

Abendvorträge

Udo Sträter (Halle-Wittenberg) Zeitökonomie bei A. H. Francke

Daniel Fulda (Halle): Heilsökonomien. Pietismus und Komödie in Konflikt und Konvergenz

Hans Schneider (Marburg): Pietismus, Merkantilismus und Toleranz

ZitierweiseTagungsbericht Pietismus und Ökonomie, circa 1650–1750. 01.11.2012-03.11.2012, Mainz, in: H-Soz-u-Kult, 05.02.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4619>.

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