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Internationalismus, transnationale Solidaritätsnetzwerke, Antifaschismus und Antistalinismus in den 1920er-und 1930er-Jahren - Europäische Willi-Münzenberg-Arbeitstagung

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Zentrum für Zeithistorische Forschung (Potsdam); Rosa-Luxemburg-Stiftung (Berlin); Åbo-Akademie (Finnland); Institut für Soziale Bewegungen der Ruhr-Universität (Bochum); Grundstücksgesellschaft Franz-Mehring-Platz 1 (Berlin); Bernhard H. Bayerlein; Uwe Sonnenberg; Holger Weiss
Datum, Ort:12.10.2012–13.10.2012, Berlin

Bericht von:
Ralf Hoffrogge, Universität Potsdam
E-Mail: <ralf.hoffroggeuni-potsdam.de>

Die Biographie Willi Münzenbergs (1889-1940) spiegelt wie kaum eine andere die verschiedenen, sich nicht selten widersprechenden Facetten der kommunistischen Bewegung des 20. Jahrhunderts. Vom Wandergesellen und Schulabbrecher ohne formale Bildung fand Münzenberg in einem sozialdemokratischen Arbeiterverein zur Politik, radikalisierte sich im Widerstand gegen den Ersten Weltkrieg und wurde zum Organisator auf nahezu allen Gebieten, in denen die Weimarer KPD aktiv war: Er gründete die Kommunistische Jugendinternationale und die Internationale Arbeiterhilfe (IAH) ebenso wie die Liga gegen den Imperialismus. Berühmt wurde Münzenberg jedoch durch das bereits von Zeitgenossen als „Münzenberg-Konzern“ bezeichnete Mediennetzwerk mit Avantgarde-Publikationen wie der „Arbeiter Illustrierten Zeitung“. Mit Titelblättern von John Heartfield prägte sie Bildsprache und Ästhetik des politischen Journalismus weit über das engere Umfeld der KPD oder der politischen Linken hinaus.

Grundlage und Konstante des schillernden Wirkens von Willi Münzenberg war eine Idee vom proletarischen Internationalismus, welche ihn schließlich Ende der 1930er-Jahre zum Bruch mit Stalin und der KPD trieb. „Der Verräter, Stalin, bist Du!“ erklärte er 1939 nach dem Abschluss des Hitler-Stalin Paktes. Ein Ausspruch, der damals ungehört zu verhallen schien, jedoch bis heute zu Forschungen anregt.[1]

Nachdem erste Tagungen zu Münzenberg in Zürich 1989 und 1992 in Aix-en-Provence noch mit Zeitzeugen stattfinden konnten und ihren Gegenstand angesichts neu geöffneter Archive überhaupt als Forschungsthema einfordern mussten, ging es bei der aktuellen Tagung 20 Jahre später bereits um eine erste Bilanz.[2] Was lässt sich an der Biographie Münzenbergs über Transnationalismus und Internationalismus in der kommunistischen Bewegung der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts aussagen? Welche weiteren Fragestellungen können an diese Biographie herangetragen oder von ihr ausgehend entwickelt werden?

Dieser Herausforderung stellten sich im Oktober 2012 über 20 ReferentInnen aus sechs europäischen Ländern. Etwa 50 weitere Gäste beteiligten sich an den Debatten und brachten ihre eigenen Perspektiven ein. Interessant waren vor allem verschiedene Beiträge aus Finnland und Frankreich, zwei Staaten, in denen die Historische Kommunismusforschung weit weniger von tagespolitischen Debatten geprägt ist als in Deutschland, wo diese einer Historisierung des Staatssozialismus und der kommunistischen Bewegung oft im Wege steht.

In ähnlicher Weise halfen inter- und transdisziplinäre Fragestellungen und Gegenstände von der Arbeiterfotographie über die Historische Medienforschung bis hin zur Verlagsgeschichte dabei, traditionalistische Diskussionen über das „Erbe“ Münzenbergs zunächst zugunsten einer Bestandsaufnahme in den Hintergrund rücken zu lassen, ohne jedoch den Gegenstand entpolitisieren zu wollen. Die Bestandsaufnehmenden waren sich dabei trotz unterschiedlicher Perspektiven einig: eine Synthese zur Biographie Münzenbergs fehlt bisher nicht nur in Bezug auf die verschiedenen Forschungsfelder, sondern auch in Bezug auf die Ereignisgeschichte.

TANIA SCHLIE (Glückstadt) verdeutlichte dies in einem Kurzreferat zur seit 1990 erschienenen biographischen Literatur.[3] Obwohl in englischer und französischer Sprache mittlerweile drei verschiedene Monographien zu Münzenberg vorlägen, wiesen diese doch teilweise erhebliche Probleme auf. Insbesondere das 1994 erschienene Werk „Double Lives“ von Steven Koch sei nur dünn mit Quellen unterlegt und führe an einigen Stellen regelrecht in die Irre, wenn es etwa auf persönliche Gespräche mit Münzenbergs Lebensgefährtin Babette Gross verweise, dann aber doch nur deren bereits 1967 veröffentlichte biographische Aufzeichnungen zitiere. Deutlich differenzierter sei die 2008 erschienene Biographie von Alain Dugrand und Frédéric Laurent, aber weder diese noch das 2004 in den USA erschienene Werk „The Red Millionaire“ von Sean McMeekin entsprächen den Anforderungen an eine historisch-kritische Münzenberg-Biographie auf dem Stand der seit 1989 neu erreichbaren Quellen. Eine definitive Münzenberg-Biographie, insbesondere in deutscher Sprache, ist nach wie vor ein Desiderat.[4]

Die Referentinnen und Referenten bemühten sich im Folgenden, die Anforderungen an dieses Desiderat zu konkretisieren. Die Ergebnisse waren einerseits beeindruckend, präsentierten sie doch eine Art Querschnitt der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bis hin zur Katastrophe des Zweiten Weltkrieges. Andererseits zeigte sich gerade hier auch ein Problem der Tagung: es gelang nicht immer, die Biographie Münzenbergs im Einzelnen mit diesen übergreifenden Fragestellungen zu verbinden. Zudem gab es oft nicht die nötigen Rückbezüge auf den bereits erreichten Forschungsstand - von einer Teilnehmerin wurde insbesondere kritisiert, dass die bisher ertragreichste Biographie von Sean McMeekin kaum zur Kenntnis genommen würde.

In ihren verschiedenen Aspekten bot die Arbeitstagung dennoch überaus wertvolle Anregungen, die nicht nur weit über eine Einzelbiographie hinausgingen, sondern auch den Horizont der Historischen Kommunismusforschung erweiterten. Sie können hier nur umrissen werden.

Die Konferenz begann mit einem ersten Panel unter dem Titel „Die Welt als Raum der Solidarität“, in der Münzenbergs Arbeit in den internationalistischen Netzwerken der Zwischenkriegszeit thematisiert wurde. Diese bezogen sich besonders auf antikoloniale Kämpfe in Afrika und Asien, aber auch im Nahen Osten wie MARIO KEßLER (Potsdam) in seinem Referat ausführte. In all diese Regionen baute Münzenberg mit seinen Kampagnen und ständigen Organisationen von Berlin aus Schnittstellen auf. Berlin als „radical space“ (Holger Weiss) wurde zum Zentrum dieser Arbeit, weil, wie FREDRIK PETERSSON (Åbo) ausführte, die für diese Rolle vorgesehenen kommunistischen Parteien in Frankreich und England sich nicht in der Lage sahen, die Komintern mit Informationen und Kontakten über die Kämpfe in der Peripherie zu versorgen. Die Unterstützung durch die Solidaritätsnetzwerke verlief, was KASPER BRASKÉN (Åbo) betonte, nicht auf einer entwicklungshelferischen Einbahnstraße von den Metropolen in die Peripherie, sondern bisweilen auch in umgekehrte Richtung: Die IAH organisierte während der Inflation 1923 eine massive Hilfsaktion für die arbeitende Bevölkerung in Deutschland, welche inmitten des ökonomischen Zusammenbruchs unter einer massiven Hungerkrise litt.[5]

Der Mediengeschichte zugewandt, startete das zweite Panel und betrachtete Münzenberg als „Protagonist von Visual History“. Hier berichtete GÜNTER AGDE (Berlin) über die unter dem Label Mežrabpom-Film etablierte deutsch-sowjetische Filmproduktion, deren Erzeugnisse wie „Aelita“ oder „Panzerkreuzer Potemkin“ auf der diesjährigen Berlinale eine gefeierte Retrospektive erlebten. Danach gingen URSULA SCHLUDE (Berlin) und WOLFGANG HESSE (Dresden) von den bewegten zu den stehenden Bildern über und referierten über die unter anderem durch Münzenbergs „Arbeiter Illustrierte Zeitung“ initiierte Fotoamateurbewegung in Deutschland und ihr Pendant in der Sowjetunion. Festgestellt wurde der fehlende Einfluss beider Bewegungen auf die Ästhetik der Münzenberg-Presse, die im Wesentlichen doch von professioneller Avantgarde-Ästhetik geprägt blieb: das Foto als Kunstwerk und das Foto als Dokumentation des eigenen privat-politischen Handelns sprachen völlig unterschiedliche Bildsprachen.

Das dritte Panel „Gruppen und Milieus innerhalb der kommunistischen Bewegung“ orientierte sich an den Fragestellungen der Historischen Kommunismusforschung. Hier wies MARCEL BOIS (Hamburg) darauf hin, dass Münzenberg keineswegs von Anfang an zu den Kritikern Stalins gehörte, sondern durch seine Tätigkeit im ZK der KPD Ende der 1920er-Jahre die Ausschaltung der linken Opposition und somit die Stalinisierung der Partei billigte und vorangetrieben hatte. DIETER NELLES (Bochum) setzte hier an und beschrieb am Fallbeispiel von Fraktionskämpfen im französischen Internierungslager Gurs die Schwierigkeit bis Unmöglichkeit einer antistalinistischen Opposition nach 1933, als die kommunistische Bewegung in ihrer bisherigen westeuropäischen Hochburg Deutschland bereits geschlagen war.

Durch Ausfall einer Referentin wurde im Folgenden leider nicht über die Bedeutung von Babette Gross oder Margarete Buber-Neumann im direkten Umfeld Münzenbergs thematisiert, wodurch die Frage nach Frauen- und Männerbildern im Kommunismus der 1920er-und 1930er-Jahre nur kurz in einigen Diskussionsbeiträgen und Fragen thematisiert werden konnte.

Mit der „Rolle der Intellektuellen“ setzte sich dann das vierte Panel auseinander, wo ANNE HARTMANN (Bochum) am Beispiel Lion Feuchtwangers und seiner Apologie der Moskauer Prozesse ein Gegenbeispiel zum späten Antistalinismus Münzenbergs präsentierte: der Mythos Stalin beeinflusste nicht nur kommunistische, sondern auch viele bürgerliche Intellektuelle, welche in den 1930er-Jahren und noch einmal während der Anti-Hitler-Koalition ab 1941 Propaganda und Personenkult aktiv aufgriffen und außerhalb der Sowjetunion popularisierten. Grundlage dafür war auch eine Wende der Stalinschen Politik ab 1935: die antifaschistische „Volksfront“ unter Einbezug bürgerlicher Kräfte, über die URSULA LANGKAU-ALEX (Amsterdam) referierte. Münzenberg, der durch die IAH und über seine Verlage bereits über Kontakte zu bürgerlichen und linksliberalen Kräften verfügte, war auch hier eine der zentralen Figuren.

Dieser Phase widmete sich noch einmal ausführlicher das fünfte Panel, in der über Münzenbergs Tätigkeit als Antifaschist im Pariser Exil sowie seine Entwicklung zum „Renegaten“ diskutiert wurde. WERNER ABEL (Chemnitz) und RAIMUND WALIGORA (Berlin) stellten in einem gemeinsamen Beitrag fest, dass es weder zu Münzenbergs Pariser Exilverlagen noch zu seiner Verlagstätigkeit in den 1920er-Jahren einer Verlagsgeschichte gäbe. Danach sprach CHRISTIAN OPPETIT (Paris) über die „Zukunft“, ein Zeitungsprojekt Münzenbergs dessen Archiv als Glücksfall der Forschung komplett erhalten, jedoch wissenschaftlich bis heute nicht hinreichend ausgewertet ist. BERNHARD H. BAYERLEIN (Potsdam) hob die „Zukunft“ als Sammlungsbewegung hervor, welche die Zusammensetzung der Resistánce vorwegnahm und für eine deutsch-französische Einheit stand, die später unter veränderten Bedingungen zur Voraussetzung europäischer Integrationsprozesse wurde.

Im abschließenden Panel begab man sich auf die Suche nach „verborgenen Wirkungsgeschichten“ Münzenbergs. DIETER SCHILLER (Berlin) führte eine bewegende Selbstbefragung durch, gab Einblick in seine individuellen - zum Teil konträr oder nicht parallel zu den gesellschaftlich verlaufenden - Lernprozessen von den 1950er-bis 1990er-Jahren, konnte jedoch für die DDR Münzenbergs Anwesenheit nur als eine „stille Herausforderung“ feststellen, die lediglich verhalten und verklausuliert aufgegriffen worden sei. UWE SONNENBERG (Potsdam) beschrieb demgegenüber wie Teile der westdeutschen Neuen Linken Münzenbergs Wirken um 1970 als ein historisches Vorbild entdeckten, das ihnen im folgenden Jahrzehnt als „Anschauungshilfe und Reibefläche“ diente. Dabei wurden jedoch nicht selten schematisch die Rezepte der KPD auf eine mittlerweile nach ganz anderen Regeln funktionierende Gesellschaft und ihre ebenso veränderten politischen Milieus übertragen: Westberlin war nicht Weimar.

Mit der Debatte um politische Mobilisierungsformen in der Mediengesellschaft war die Tagung in der Gegenwart angekommen - konnte diese aber, wie auch viele andere Fragen, nur bruchstückhaft diskutieren. Das lag nicht zuletzt am sehr dichten Programm mit bis zu sechs SprecherInnen pro Panel. Auf der Abschlussdiskussion wurde daher über Fragestellungen und Perspektiven für eine Internationale Willi-Münzenberg-Konferenz 2014 debattiert. Die Notwendigkeit einer weiteren Auseinandersetzung mit dem Thema war Konsens. Gleichzeitig wurde das Grußwort zur Tagung von STEFAN BERGER (Bochum) wieder aufgegriffen, der Münzenberg als paradigmatische Figur für eine mögliche „generelle Neubestimmung der Geschichte der Arbeiterbewegung“ begriff. In diesem Sinne stünde an, die Biographie Münzenbergs nicht als alleinigen Gegenstand, sondern vielmehr als Anlass für die Diskussion verschiedener bislang nur unzureichend beantworteter, ja kaum gestellter Fragen an die Geschichte der Arbeiterbewegung zu nehmen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung und Grußbotschaft des Direktors des Instituts für Soziale Bewegungen der Ruhr Universität Bochum, Prof. Dr. Stefan Berger

Zur Einführung

Uwe Sonneberg: Der Münzenberg-Saal als Tagungsort und die Berliner Ausstellung „Vom Verschwinden des Willi Münzenberg“. Zur Geschichte einer Freilegung

Bernhard H. Bayerlein: Die Wiederentdeckung Münzenbergs nach Archivrevolution und Verdrängungsorgien im „realen Sozialismus“: Neue Quellen und Forschungsfelder, laufende und abgeschlossene Projekte.

Panel 1: Die Welt als Raum der Solidarität: Willi Münzenberg, Internationalismus und transnationale Solidaritätsnetzwerke in den 1920er-und 1930er-Jahren.

Impulsreferat: Holger Weiss (Åbo).

Kasper Braskén (Åbo): Creating Spaces of International Solidarity: Will Münzenberg and the Internationale Arbeiterhilfe (IAH) in Weimar Germany, 1921-1933.

Fredrik Petersson (Åbo): Transnational Networks and Practices of the League against Imperialism.

Dieter Nelles (Bochum): Eine neue Internationale – Edu Fimmen und Willi Münzenberg 1939/1940.

Mario Keßler (Potsdam/New York): Joseph Berger (1904-1978) – Muenzenberg´s Expert on the Middle East.

Panel 2: Protagonist von Visual History: Willi Münzenbergs Ort in der Mediengeschichte – Bilderwelten und Aufbau einer Gegenöffentlichkeit bei Publizisten, Filmemachern, Fotografen

Impulsreferat: Rainhard May (Berlin)

Günter Agde (Berlin): Mežrabpom-Film (1921 bis 1933/36) – das mobilste und modernste Scharnier zwischen Bildern und Utopien, zwischen Künstlern und Politikern, zwischen Russen und Deutschen.

Wolfgang Hesse (Dresden): Arbeiterfotografie – Lebenswelt und Pressepolitik.

Ursula Schlude (Berlin): Fotoamateurbewegung und deutsch-sowjetische Foto-Diplomatie.

Rainhard May (Berlin): Archivarbeit neu gesichtet: T. Marc: Mess Mend, der Leiter der deutschen Tscheka (1925). Ein Groschenkrimi als Realsatire.

Panel 3: Gruppen und Milieus innerhalb der kommunistischen Bewegung: Willi Münzenberg und die Komintern – Deutschland, Russland/Sowjetunion 1919-1943.

Impulsreferat: Bernhard H. Bayerlein (Potsdam).

Marcel Bois (Hamburg): Münzenberg und die Linke Opposition in der KPD.

Holger Weiss (Åbo): Hamburg als Ort der Internationale der Seeleute und Hafenarbeiter.

Norman Laporte (Cardiff): Münzenberg und die Führungsstile und -persönlichkeiten in der KPD.

Dieter Nelles (Bochum): Einheitsfront von unten – Die Auseinandersetzungen der internierten Spanienkämpfer im französischen Internierungslager Gurs.

_Panel 4: Zwischen sozialer und künstlerischer Revolution: Willi Münzenberg, die Rolle der Intellektuellen und ihr Beitrag zu einer „Ästhetik des Widerstands“.

Impulsreferat: Dieter Schiller (Berlin).

Anne Hartmann (Bochum): Münzenberg, Feuchtwanger, die Rolle der Intellektuellen und die Schriftstellerinternationale.

Ursula Langkau-Alex (Amsterdam): Zur Ästhetik der Volksfront.

Panel 5: Vom „Braunbuch über Reichstagsbrand“ zur Volksfront: Willi Münzenberg als antifaschistischer Propagandist, „Kulissenschieber Stalins“ und „Renegat“. Das antifaschistische Exil der 1930er-Jahre.

Impulsreferat: Ursula Langkau-Alex (Amsterdam).

Tania Schlie (Glückstadt): Jahre nach Aix-en-Provence. Willi Münzenberg in neueren Buchpublikationen.

Kasper Braskén (Åbo): Die „Ulbricht-Verschwörung“ gegen Münzenberg (1936-1938).

Christian Oppetit (Paris): Gegen Hitler und Stalin – „Die Zukunft“: Letzte antifaschistische europäische Zeitschrift und Bewegung vor dem Zweiten Weltkrieg.

Werner Abel (Chemnitz) / Raimund Waligors (Berlin): Vier Exilverlage Münzenbergs: ihre Autoren und verlegerische Strategien.

Panel 6: Bruchstücke: Verborgene Wirkungsgeschichten? Willi Münzenberg als Projektionsfläche und Nachklang in der Intellectual und Public History nach 1945.

Impulsreferat: Uwe Sonnenberg (Potsdam) und Mario Kessler (New York/Potsdam)

Gleb J. Albert (Bielefeld): Willi Münzenberg als (Un-)Person der sowjetischen Öffentlichkeit.

Dieter Schiller (Berlin): Münzenberg als stille Herausforderung in der DDR.

Freundeskreis Willi-Münzenberg Erfurt: Erfurt und die Wiederentdeckung eines verlorenen Sohnes.

Abschlussdiskussion mit Fragestellungen und Perspektiven für eine Internationale Willi-Münzenberg-Konferenz 2013/2014.

Anmerkungen:
[1] H. Bayerlein (Hrsg.), „Der Verräter, Stalin, bist Du!“. Vom Ende der linken Solidarität. Sowjetunion, Komintern und kommunistische Parteien im Zweiten Weltkrieg 1939 - 1941, unter Mitarbeit von Natal'ja Lebedeva, Michail Narinskij und Gleb Albert, Berlin 2008.
[2] Die Ergebnisse der bisherigen Tagungen finden sich in: Tania Schlie, Simone Roche, Willi Münzenberg (1889-1940). Ein deutscher Kommunist im Spannungsfeld zwischen Stalinismus und Antifaschismus, Berlin 1995; sowie Peter Vonderhagen, Brigitte Walz-Richter (Hrsg.), Willi Münzenberg : eine Dokumentation zur Münzenberg-Tagung im September 1989 in Zürich, Studienbibliothek zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Zürich 1990.
[3] Zu nennen sind: Alain Dugrand et Frédéric Laurent, Willi Münzenberg: artiste en révolution (1889–1940), Librairie Arthème Fayard, Paris, 2008; Sean McMeekin, The Red Millionaire: A Political Biography of Willi Münzenberg, Moscow's Secret Propaganda Tsar in the West, 1917-1940, New Haven 2004; Stephen Koch, Double Lives: Stalin, Willi Munzenberg and the Seduction of the Intellectuals, York 1994.
[4] Auf Deutsch erschien bisher allein der Zeitzeugenbericht von Münzenbergs Lebensgefährtin Babette Gross, Willi Münzenberg. Eine politische Biographie, Stuttgart 1967.
[5] Vgl. dazu auch Kasper Braskén, Willy Münzenberg und die Internationale Arbeiterhilfe (IAH) 1921-1933: eine neue Geschichte, in: JahrBuch für Forschungen zur Geschichte der Arbeiterbewegung, Heft III/2012.

ZitierweiseTagungsbericht Internationalismus, transnationale Solidaritätsnetzwerke, Antifaschismus und Antistalinismus in den 1920er-und 1930er-Jahren - Europäische Willi-Münzenberg-Arbeitstagung. 12.10.2012–13.10.2012, Berlin, in: H-Soz-u-Kult, 20.11.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4469>.

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