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Der Platz der DDR in den deutsch-französischen Beziehungen nach 1945

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Université de Lorraine (Centre d’Études Germaniques Interculturelles de Lorraine); in Zusammenarbeit mit dem Frankreich-Zentrum der FU Berlin; mit Unterstützung des DAAD; der Deutsch-Französischen Hochschule; und der Région Lorraine et de Metz-Métropole
Datum, Ort:07.06.2012–08.06.2012, Metz

Bericht von:
Bettina Sund, Germanistik-Institut, Université de Reims Champagne-Ardenne
E-Mail: <bettina.sunduniv-reims.fr>

Am 7. und 8. Juni veranstaltete das Centre d’Études Germaniques Interculturelles de Lorraine gemeinsam mit dem Frankreich-Zentrum der Freien Universität Berlin eine internationale und interdisziplinäre Tagung zu den „deutsch-deutsch-französischen Beziehungen“ nach 1945. An der Université de Lorraine in Metz empfingen ULRICH PFEIL (Metz) und ANNE KWASCHIK (Berlin) als Veranstaltungsorganisatoren zwanzig Referenten unterschiedlicher Disziplinen aus Frankreich, Deutschland und den USA. Unterstützt wurde die Tagung vom Deutschen Akademischen Austausch Dienst, der Deutsch-Französischen Hochschule, der Région Lorraine sowie dem Gemeindeverband Metz-Métropole.

In fünf Sektionen präsentierten sowohl etablierte Wissenschaftler als auch Nachwuchswissenschaftler neue Forschungsergebnisse in diesem vielseitigen und interdisziplinären Forschungsfeld. Wenige Monate, bevor Anfang 2013 die Unterzeichnung des Élysée-Vertrages ihr 50. Jubiläum feiert und die diplomatische Anerkennung der Deutschen Demokratischen Republik (DDR) durch Frankreich sich zum 40. Mal jährt, war dieses Kolloquium ein idealer Rahmen, um in gemeinsamen Diskussionen den „Platz der DDR in den deutsch-französischen Beziehungen nach 1945“ unter Berücksichtigung des europäischen und internationalen Kontextes neu zu beleuchten.

Die einleitende Sektion „Rahmenbedingungen“, durch die Anne Kwaschik als Sitzungsleiterin führte, zeichnete die außenpolitischen Beziehungen zwischen der Deutschen Demokratischen Republik, der Bundesrepublik Deutschland (BRD) und Frankreich innerhalb eines sich neu formierenden Europa in einer bipolaren Weltordnung nach. MICHAEL LEMKE (Potsdam) erarbeitete in seinem Eröffnungsvortrag eine Periodisierung der ostdeutschen Außenbeziehungen von 1949 bis 1972 unter Berücksichtigung der internationalen und deutschen Verhältnisse. Dabei skizzierte er die Etappen von der Konstituierung außenpolitischer Prinzipien und Strukturen für deren Umsetzung bis hin zur Konsolidierung einer eigenen Außenpolitik, die ab Mitte der 1950er-Jahre auf die völkerrechtliche Anerkennung der DDR ausgerichtet war. ANDREAS WILKENS (Metz) arbeitete aus französischer Perspektive die unterschiedlichen außenpolitischen Haltungen der Staatspräsidenten Frankreichs gegenüber der deutschen Frage über vier Jahrzehnte bis 1989/90 heraus. Deutlich wurde hierbei, dass für Frankreich die Europäische Integration stets von hoher Priorität war und die Grundprinzipien französischer Deutschlandpolitik sich immer an den Prämissen eines stabilen Europa ausrichteten.

Unter dem Themenschwerpunkt „Internationale Beziehungen“ führte Anne Kwaschik die Moderation der zweiten Sektion fort, in der vier Referenten das deutsch-deutsch-französische Verhältnis in unterschiedliche globale Bezugsrahmen einordneten. JASON VERBER (Clarksville) stellte in seinem Beitrag die Rolle des Algerienkrieges für das Verhältnis zwischen der DDR und Frankreich bis 1962 heraus. Die DDR-Führung bediente sich dieses Krieges, um zwar auch den französischen Staat, insbesondere jedoch die BRD aufgrund ihrer Unterstützung der Kolonialmacht als Feind „der freiheits- und friedliebenden Völker“ hinzustellen. Der Vortrag zeigte, dass die DDR damit das Kalkül verfolgte, sich mit antikolonialistischer Propaganda und im Bemühen um ehemalige Kolonialstaaten neue Verbündete in der deutsch-deutschen Rivalität um den Alleinvertretungsanspruch zu sichern. Der Vortrag von BIRGIT HOFMANN (Freiburg im Breisgau) analysierte das deutsch-deutsch-französische Verhältnis weiterführend vor dem Hintergrund der Ereignisse des Prager Frühlings 1968. Unterschiedliche außenpolitische Vorstellungen Frankreichs und der BRD gipfelten in dem Vorwurf des französischen Präsidenten de Gaulle gegenüber dem Bundeskanzler Kiesinger, die deutsche Einmischungspolitik hätte zur Eskalation der Lage im August 1968 in Prag beigetragen. Hofmann zeigte, dass die damit verbundene Zäsur in den Beziehungen beider Länder eine Neuausrichtung der Détente- und Ostpolitik forcierte, in der die diplomatische Anerkennung der DDR zentrales Thema war. Unter der Sitzungsleitung von CORINE DEFRANCE (Paris) zeigte NICOLAS BADALASSI (Nizza) in seinen Ausführungen auf, dass bereits ab Mitte der 1960er-Jahre die Forderung nach einer gesamteuropäischen Staatenkonferenz laut wurde. Die Sowjetunion (UdSSR) zielte auf die Anerkennung des politisch-territorialen Status quo in Europa durch die Westmächte hin. Frankreich forderte von der Einrichtung einer solchen Konferenz, die schließlich 1973 als Konferenz für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (KSZE) eröffnet wurde, die Grundlagen für ein vereinigtes Deutschland und Europa über die Normalisierung der Beziehungen zwischen der DDR und der BRD zu ebnen. Im letzten Beitrag der Sektion arbeitete CHRISTIAN WENKEL (Paris/München) heraus, dass die völkerrechtliche Anerkennung der DDR durch Frankreich 1973 für die bilateralen Beziehungen fast folgenlos blieb. Als Grund führte er einerseits die französische Deutschlandpolitik an, die bereits ab Ende der 1960er-Jahre auf eine Normalisierung der Beziehungen zur DDR baute. Andererseits machte er deutlich, dass dieser Schritt eine „unvermeidliche Konsequenz“ des fortschreitenden Anerkennungsprozesses der DDR in Europa war und weniger als Ergebnis bilateraler Verhandlungen zu verstehen ist.

Die dritte Sektion, zunächst von Corine Defrance weitergeleitet, widmete sich den „Gesellschaftlichen Beziehungen“ zwischen Frankreich und der DDR auf unterschiedlichsten Ebenen und beleuchtete deren Gestaltungsmöglichkeiten sowie Intentionen. ALEXANDRE BIBERT (Berlin/Straßburg) stellte die Rolle der französischen Gewerkschaft Conféderation Générale du Travail (CGT) in den Bemühungen um die Anerkennung der DDR heraus. Wie im Vortrag gezeigt, bestand zwischen dem Freien Deutschen Gewerkschaftsbund (FDGB) und der CGT bereits seit 1950 Einigkeit in Bezug auf ihre ideologischen Ziele. Jedoch erst Anfang der 1960er-Jahre machte sich die CGT im Zuge der Anerkennung der friedlichen Koexistenz durch Ost-Berlin für die Aufnahme diplomatischer Beziehungen zur DDR stark. EVA KÜBLERs (Leipzig) Beitrag beschäftigte sich daran anschließend mit den Aufenthalten junger französischer Gewerkschafter der CGT in der DDR. Die Untersuchung berichtete von Austauschen, die von regionalen Gewerkschaftsgruppen in den 1970er-Jahren organisiert wurden und unter strenger Kontrolle des SED-Regimes stattfanden. Dass die jungen Franzosen, die zurück in Frankreich als „Verkünder eines funktionierenden Sozialismus“ dienen sollten, jedoch immer häufiger offene Kritik am SED-Regime äußerten, wollte die DDR nur als Zeichen antisozialistischer Propaganda wahrnehmen. Unter der Sitzungsleitung von Ulrich Pfeil stellte FRANZISKA FLUCKE (Paris) den Kinder- und Jugendaustausch zwischen Cottbus und dem kommunistisch regierten Montreuil vor, der 1959 im Rahmen ihrer Städtepartnerschaft begründet wurde und über 30 Jahre bestand. Obwohl das Konzept als modellhaft bezeichnet wurde, zeigte Flucke, dass es sich hierbei bis 1985 um einen einseitigen Austausch zu Gunsten der Franzosen handelte, dessen Intensität von politischen Rahmenbedingungen abhängig war und dem propagandistischen Auftrag der DDR unterlag. Möglichkeiten einer tatsächlichen zivilgesellschaftlichen Annäherung wurden erst in den 1980er-Jahren durch beidseitige Austauschprogramme eröffnet. THOMAS BRÜNNER (Berlin) untersuchte für den ersten Sitzungstag abschließend, inwieweit die DDR-Auslandspresseagentur „Panorama DDR“ im Bereich der Auslandsinformation ihrem Auftrag gerecht wurde, das Bild der DDR in der westlichen Presse positiv zu prägen und darüber die Aufnahme diplomatischer Beziehungen mit der DDR voranzutreiben. Am Beispiel von Großbritannien und Frankreich zeigte Brünner auf, dass diese Ziele nicht erreicht wurden und lediglich die Publikation in der kommunistischen Presse Frankreichs als – wenngleich geringer – Erfolg bewertet werden konnte.

Am zweiten Tag der Tagung moderierte zunächst CHANTAL METZGER (Nancy) die vierte Sektion, die Beiträge zur deutsch-deutsch-französischen „Geschichte und Erinnerung“ vereinte. FRANZ KUHN (Nancy) beleuchtete in seinem Vortrag anhand des Lebens von Edith Zorn, die in den 1930er-Jahren als Kommunistin nach Frankreich emigrierte und sich dort in der Résistance engagierte, den Einfluss von Einzelbiographien auf die historiographische Arbeit und die Konstruktion deutsch-französischer Erinnerung. Wieder zurück in der DDR wurde Zorn in den 1950er-Jahren vom Institut für Marxismus-Leninismus beauftragt, als Zeitzeugin die Geschichte der Deutschen in der Résistance nachzuzeichnen. In der Aufarbeitung blieben tatsächliche historische Ereignisse jedoch im Hintergrund und es wurde ganz im Interesse der DDR ein Loblied auf den deutschen Widerstand in Frankreich gesungen. ULRIKE LUNOW (München) betrachtete weiterführend die Entwicklung des Verhältnisses zwischen französischen und ostdeutschen Überlebendenverbänden. Der Vortrag zeigte, dass die kritische Haltung gegenüber der Einbindung der „Bonner Revanchisten“ in den westlichen Machtblock diese beiden Verbände zunächst einte. Die Ereignisse des Jahres 1968 und die Rolle der DDR führten jedoch zum klaren Bruch. Die Fédération nationale des Déportés et Internés, Résistants et Patriotes (FNDIRP) distanzierte sich vom ostdeutschen Verband KdAW (Komitee der Antifaschistischen Widerstandskämpfer), der 1953 die Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes (VVN) abgelöst hatte, und deren ideologischer Instrumentalisierung des Zweiten Weltkrieges. HENNING FAUSER (Halle/Paris) befasste sich in seinem Beitrag daran anknüpfend mit der Frage, wie ehemalige französische Deportierte die beiden deutschen Staaten, insbesondere jedoch die DDR und ihre Bürger wahrnahmen. Es zeigte sich, dass die ehemaligen Deportieren für die Propaganda aus der DDR empfänglich waren. Das propagierte Konzept der Entnazifizierung und der antifaschistische Mythos führten dazu, dass die DDR häufig als „das bessere Deutschland“ angesehen wurde, das sich durch einen Bruch mit dem Nationalsozialismus auszeichnete. MATTHIAS BOUCEBCI (Nancy) ging in seiner Präsentation der Arbeit des Kulturzentrums der DDR in Paris (1983–1990) auf einen ganz anderen Bereich gesellschaftlichen Austauschs ein. In seinem Vortrag zeigte er, inwieweit die kulturelle Programmarbeit strikten ideologischen Leitlinien folgte, die Frankreich die „Kulturnation DDR“ näher bringen sollte. Mit der ideologisch aufgeladenen Öffentlichkeitsarbeit, die erst durch die friedliche Revolution aufgeweicht wurde, verknüpfte die DDR jedoch konkrete außenpolitische Ambitionen. Diese bezogen sich auf die Abgrenzung von der BRD und die zivilgesellschaftliche Annäherung gegenüber Frankreich.

Schwerpunkte der fünften Sektion, durch die OLIVIER HANSE (Metz) führte, waren die „Wahrnehmung des Anderen und kulturellen Beziehungen“. PERRINE VAL (Paris) untersuchte in diesem Rahmen die Rezeption des ostdeutschen Films in Frankreich. 1974 initiierte die Kommunistische Partei Frankreichs (PCF) ein Filmprojekt, das im Gegensatz zu den bislang nur in kleinem Rahmen wahrgenommenen ideologischen Dokumentarfilmen aus der DDR einem breiten Publikum über den Alltag in der DDR berichten sollte. Obwohl dieser Film „Vivre en paix en RDA 1974“ letztlich kaum gezeigt wurde, geben dessen Entstehungsprozess und Rezeption Aufschluss über die vielschichtigen Beziehungen, die trotz vielseitiger Hindernisse zwischen französischer und ostdeutscher Filmproduktion bestanden. MARIE MÜLLER-ZETZSCHE (Leipzig) untersuchte in ihrem Beitrag anschließend die Wahrnehmung des Umbruchs in der DDR anhand des in der französischen Tagespresse geführten „Revolutionsdiskurses“ zwischen Oktober 1989 bis März 1990. Am Beispiel von „L’Humanité“, „Le Figaro“ und „Le Monde“ stellte sie die Wahl der verwendeten Begrifflichkeiten gegenüber. Obwohl weder die wahren Akteure der Revolution noch die Zukunft Deutschlands ausgemacht werden konnten, herrschte in allen drei Tageszeitungen jedoch Einigkeit in Bezug auf den „stillen“ und „pazifistischen“ Charakter der revolutionären Bewegung in der DDR. Unter der Moderation von FRANÇOISE LARTILLOT (Metz) stellte JULIE SISSIA (Paris) in ihrem Beitrag den weithin unbekannten Kunstkritiker Raoul-Jean Moulin vor, der seit den 1960er-Jahren über drei Jahrzehnte hinweg als wichtiger Akteur im künstlerischen Austausch zwischen der DDR und Frankreich tätig war. Durch sein Engagement trug er maßgeblich zur Sichtbarmachung der DDR-Kunst in Frankreich bei, wenngleich es sich hierbei um keine realistische Abbildung der ostdeutschen Kunstszene, sondern nur um eine ideologisch beeinflusste Auswahl handeln konnte. Der Rezeption Bertolt Brechts in beiden deutschen Staaten sowie in Frankreich widmete sich NICOLE COLIN (Amsterdam) in ihrem Vortrag. Den widersprüchlichen Umgang mit Brechts Werken und seiner Persönlichkeit in der DDR und der BRD beschrieb sie als ein „Symbol deutsch-deutscher Paradoxien des Kalten Krieges“. Vor diesem Hintergrund war der überraschende Durchbruch Brechts 1954 in Paris als weiteres Phänomen anzusehen, das fortan tiefgreifenden Einfluss auf das französische Theater und die kulturpolitischen Beziehungen zwischen Frankreich, der BRD und der DDR haben sollte. SUSANNE GÖTZE (Lille) ging in ihren Ausführungen den Diskussionen nach, die in den 1950/60er-Jahren um die „intellektuelle Vorherrschaft“ von Marx oder Sartre in Ost und West geführt wurden. Im Fokus stand dabei insbesondere die Rezeption von Jean-Paul Sartres Werken in der DDR, die bei DDR-Intellektuellen trotz weitgehenden Veröffentlichungsverbots seiner philosophischen Abhandlungen kritische Debatten über den Existentialismus und auch über den Marxismus in Gang setzte. Abschließend richtete SANDRA SCHMIDT (Clermont-Ferrand) in ihrem Beitrag die Aufmerksamkeit auf den 1924 geborenen französischen Schriftsteller Michel Tournier, der als Sohn französischer Germanisten schon früh einen intensiven Deutschlandbezug hatte und sich durch profunde Kenntnis beider Länder auszeichnet. Sie untersuchte die deutsch-deutsche Rezeption dieses Autors insbesondere am Beispiel des mit dem Prix Goncourt ausgezeichneten Werkes „Le Roi des Aulnes“ (1970). Der Roman, der den Nationalsozialismus zum Thema hat, wurde in der DDR nach anfänglicher Ablehnung erst 1981 – acht Jahre nach der Veröffentlichung in der BRD – erlaubt und übersetzt.

In ihrem Fazit betonte Anne Kwaschik die Vielzahl der in den Beiträgen vertretenen neuen Forschungsansätze im Rahmen eines sich bereits deutlich abzeichnenden zeithistorischen Forschungsfelds, in dem die DDR innerhalb einer Dreiecksbeziehung gegenüber der BRD und Frankreich ihren Platz inzwischen erhalten habe. Die Entscheidung der Veranstaltungsorganisatoren, sich diesem komplexen Forschungsthema methodisch offen zu nähern, ermöglichte es, die Vielschichtigkeit des deutsch-deutsch-französischen Beziehungsgeflechts abzubilden. Die Diskussionen zeigten, dass die Vernachlässigung der DDR in der Historiographie der deutsch-französischen Beziehungen inzwischen sowohl im Bereich der internationalen Beziehungen als auch mit Bezug auf zivilgesellschaftliche Kontakte als überwunden gelten kann. Gleichwohl verwies Anne Kwaschik abschließend auf drei grundsätzliche Forschungsfragen, die sich in den Diskussionen der Tagung abbildeten. Mit dem Widerspruch zwischen der Realität und der Perzeption dieser Beziehungen, den methodischen Schwierigkeiten im reflektierten Umgang mit Zeitzeugen als historischen Akteuren und Ego-Dokumenten und der Frage nach der Rolle und Analyse von politischen Ideen und/oder Propaganda(-wirkung) zur historisierenden Erklärung einer Gesellschaft hob Anne Kwaschik bilanzierend drei Aspekte hervor, die auch bei der zukünftigen Bearbeitung dieser Thematik grundlegend sind.

Eine Auswahl der Beiträge erscheint demnächst unter dem Titel „Die DDR in den deutsch-französischen Beziehungen“, hg. v. Anne Kwaschik und Ulrich Pfeil in der Reihe „L'Allemagne dans les relations internationales / Deutschland in den internationalen Beziehungen“.

Konferenzübersicht:

Jean-Michel Wittmann (Directeur du pôle scientifique TELL); Reiner Marcowitz (Directeur du CEGIL), Begrüßung / Mot de bienvenue; Ulrich Pfeil (Metz/CEGIL), Einleitung / Introduction

I. Rahmenbedingungen / Cadre général

Sitzungsleitung / Présidence de séance: Anne Kwaschik (FU Berlin)

Michael Lemke (ZZF Potsdam): Die Außenpolitik der DDR und ihre Beziehungen mit dem Westen

Andreas Wilkens (Metz): La France, l'Europe et la question allemande

Diskussion / Discussion

II. Internationale Beziehungen / Relations internationales

Jason Verber (Clarksville): Die DDR, die >Achse Bonn–Paris< und Algerien: Ende des Kolonialzeitalters und Beginn der deutsch-deutsch-französischen Beziehungen

Birgit Hofmann (Freiburg im Breisgau): "Einen Bruch... vermeiden." Die bundesdeutsch-französische Krise nach der Niederschlagung des „Prager Frühlings“ 1968 und die Rolle der DDR

Diskussion / Discussion

Sitzungsleitung / Présidence de séance: Corine Defrance (UMR IRICE, Paris)

Nicolas Badalassi (Nice): La détente sous conditions. La France, la CSCE et les deux Allemagne (1965–1975)

Christian Wenkel (Paris/München): Die Anerkennung der DDR als Ausdruck und Bekräftigung französischer Deutschland- und Europapolitik

Diskussion / Discussion

III. Gesellschaftliche Beziehungen / Relations sociétales

Alexandre Bibert (Berlin/Strasbourg): L’engagement en faveur de la reconnaissance de la RDA dans les milieux syndicaux français (1949–1973)

Eva Kübler (Leipzig): Vom Propagandahelfer zum Regimekritiker: organisierte Reisen junger französischer Gewerkschafter in die DDR der 1970er Jahre

Diskussion / Discussion

Sitzungsleitung / Présidence de séance: Ulrich Pfeil (Metz/CEGIL)

Franziska Flucke (Paris Ouest Nanterre La Défense): Ostdeutsch-französische Jugendkontakte zwischen Cottbus und Montreuil – ein Beispiel gesellschaftlicher Annäherung über den Eisernen Vorhang hinweg

Thomas Brünner (Berlin): Die Presseagentur »Panorama DDR«: Anspruch und Praxis der DDR-Auslandsinformation in Frankreich (1963–1973)

Diskussion / Discussion

IV. Histoire et mémoire

Sitzungsleitung / Présidence de séance: Chantal Metzger (Nancy)

Franz Kuhn (Nancy) Edith Zorn – „Kämpferin und Chronistin“ der Deutschen in der Résistance

Ulrike Lunow (München): Gemeinsam gegen die >Bonner Revanchisten<? Ostdeutsche und französische Widerstandsorganisationen während des Kalten Krieges

Diskussion / Discussion

Henning Fauser (Halle/Paris I): La vision de >l’autre Allemagne<. Images de la RDA chez d’anciens déportés français

Matthias Boucebci (Nancy): Un soft power culturel est-allemand: la programmation du centre culturel de la RDA à Paris (1983–1990)

Diskussion / Discussion

V. Perception de l’autre et relations culturelles

Sitzungsleitung / Présidence de séance: Olivier Hanse (Metz/CEGIL)

Perrine Val (Paris 3): Le cinéma est-allemand en France

Marie Müller-Zetzsche (Leipzig/Paris X): Der Umbruch in der DDR als révolution tranquille – Revolutionsdiskurs in der französischen Tagespresse 1989/90

Diskussion / Discussion

Sitzungsleitung / Présidence de séance: Françoise Lartillot (Metz/CEGIL)

Julie Sissia (Centre allemand d'histoire de l'art, Paris): Le critique d'art Raoul-Jean Moulin, passeur des relations artistiques entre France et RDA

Nicole Colin (Duitsland Instituut Amsterdam): "Das Paradox des politischen Dichters" revisité. Bertolt Brecht im Spannungsfeld der deutsch-deutsch-französischen Beziehungen

Diskussion / Discussion

Susanne Götze (Lille 3/CEGIL): Existenzialismusrezeption in der DDR und die neue Linke in Frankreich. Eine histoire croisée der oppositionellen Intellektuellen in DDR und Frankreich der 1950er und 1960er Jahre?

Sandra Schmidt (Clermont-Ferrand): Michel Tournier – Ein französischer Schriftsteller zwischen Ost- und Westdeutschland

Diskussion / Discussion

Anne Kwaschik (FU Berlin): Schlussfolgerung / Conclusions

Ende des Kolloquiums / Fin du colloque

ZitierweiseTagungsbericht Der Platz der DDR in den deutsch-französischen Beziehungen nach 1945. 07.06.2012–08.06.2012, Metz, in: H-Soz-u-Kult, 30.10.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4438>.

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