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Interdisziplinäre Graduiertentagung: Ein bisschen Frieden? Der Wunsch nach Frieden und seine Manifestationsformen in den 1980er-Jahren.

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Philipp Baur, Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums; Stefan Hartmann, Kunstgeschichte/ Bildwissenschaft, Universität Augsburg; Kooperationspartner: Forschungsprojekt: „Die Nuklearkrise: Transatlantische Friedensbewegung, Nachrüstung & Zweiter Kalter Krieg, 1975-1990“; Graduiertenschule für Geistes- und Sozialwissenschaften (GGS), Universität Augsburg; Forum Populärkultur: Interdisziplinäres Forschungsnetzwerk der Universität Augsburg; Projektbüro „Frieden und Interkultur“, Kulturamt der Stadt Augsburg
Datum, Ort:03.08.2012-05.08.2012, Augsburg

Bericht von:
Evelyn Huber, Geschichte des europäisch-transatlantischen Kulturraums, Universität Augsburg
E-Mail: <evelyn-hubergmx.de>

Augsburg begeht seit 1650 jährlich am 8. August mit einem eigenen Feiertag das Hohe Friedensfest. Unter dem Motto „Alle reden vom Frieden – Wir nicht!“[1] widmete sich das diesjährige Rahmenprogramm zum Friedensfest der Vieldimensionalität des Themas Frieden. Im Modul „Frieden und Politik“ richtete die Universität Augsburg in Kooperation mit dem Friedensfest den Blick mit der Graduiertentagung[2] sowie der Ausstellung „Zu viel Panzer, zu wenig Hirn: Kunst für den Frieden - Positionen aus 6 Jahrzehnten“ auf die jüngere Zeitgeschichte.[3]

Philipp Baur (Augsburg) führte mit einer Hörprobe des Grand Prix-Gewinners „Ein bisschen Frieden“ von Nicole (1982) in das Thema der Tagung ein. Ursprünglich „unpolitisch“ intendiert und auf den persönlichen Frieden bezogen, wurde das Lied im Zuge der Debatte um die atomare Nachrüstung der frühen 1980er-Jahre zu einem symptomatischen Repräsentanten für Äußerungen des Wunsches nach Frieden in der Populärkultur (5 Millionen Verkäufe, Übersetzung in 8 weitere Sprachen). Gleichzeitig mobilisierte die Gefahr eines Atomkrieges europaweit hunderttausende Menschen, die für Frieden und gegen Aufrüstung auf die Straße gingen, wie etwa nur wenige Wochen nach Nicoles Erfolg in Bonn. Stefan Hartmann (Augsburg) deutete diese beiden Beispiele als Hinweise auf die Bandbreite des Themas Frieden in den 1980er-Jahren. Ziel der Tagung war, die Thematik aus interdisziplinärer Perspektive zu untersuchen. Neben politischen Akteuren und verschiedenen Protestbewegungen wurden künstlerische und populärkulturelle Auseinandersetzungen mit Frieden, die Ikonografie von Friedenssymbolen, das Verhältnis von Umwelt und Frieden sowie Fragen der Erinnerungskultur der 1980er-Jahre in den Blick genommen.

Die erste Sektion (Moderation: Christoph Weller, Augsburg) behandelte Friedensdiskurse und -bemühungen in der Politik. JAN HANSEN (Berlin) zeichnete die kontrovers diskutierte Nachrüstungsfrage innerhalb der SPD 1979-1983 nach. Die SPD konstruierte sich zwar als Friedenspartei, allerdings herrschte weder in der Frage, was mit Frieden gemeint, noch, wie dieser zu erreichen sei, Konsens. Während Kritiker wie Erhard Eppler gegen die Nachrüstung plädierten, da sie den Frieden gefährde, hielt Helmut Schmidt sie aufgrund der Möglichkeit scheiternder Verhandlungen für notwendig. Die polarisierende Nachrüstungsdebatte bildete die gesellschaftliche Kontroverse ab, sodass parallel zur erstarkten Friedensbewegung eine große Mehrheit der Delegierten die Raketenstationierung schließlich auf einem Sonderparteitag 1983 ablehnte.

AGNES VON BRESSENSDORF (München) untersuchte die Entspannungspolitik von Außenminister Hans-Dieter Genscher im Zuge des sowjetischen Einmarsches in Afghanistan sowie der polnischen Krise, die sich aus dem polnischen Arbeiteraufstand im Juli 1980 heraus entwickelt hatte. Ausgehend von der These, die polnische Krise sei eine Krise des Westens gewesen, schrieb sie Genscher eine Strategie der Deeskalation durch Dialog zwischen Deutschland und Polen zu. Das offene und positive Gesprächsklima war einem Vertrauensverhältnis zwischen diesen geschuldet, das auch auf parlamentarischer Ebene seine Fortsetzung fand. Konsequent wandte Genscher sein Konzept „Frieden durch Kommunikation“ nicht zuletzt in den Medien an, um durch den Dialog mit der Öffentlichkeit seinen Handlungsspielraum auf diplomatischer Ebene auszuweiten.

In der zweiten Sektion (Moderation: Daniel Eberhard, Augsburg) standen kulturelle Auseinandersetzungen mit Frieden im Zentrum. PHILIPP BAUR (Augsburg) zeigte, wie sich die Populärkultur in der Bundesrepublik der frühen 1980er-Jahre quer durch alle Medien der Gefahr eines Atomkriegs annahm. Anhand je eines Romans von Gudrun Pausewang („Die letzten Kinder von Schewenborn“, 1983) und Anton-Andreas Guha („Ende. Tagebuch aus dem Dritten Weltkrieg“, 1982) zeigte er exemplarisch die enge Verzahnung von Populärkultur und politischem Protest auf. Ernstfallromane, die in den 1980er-Jahren tendenziell mit dem Untergang endeten und kaum Raum für Hoffnung ließen, können teils als Diskussionsplattform zeitgenössischer Debatten, teils als Warnungen verstanden werden. Sie spiegelten zeitgenössische Ängste sowie Hoffnungen wider, fanden eine breite gesellschaftliche Rezeption und wurden somit selbst zu einem Teil der öffentlichen Kontroverse um den Frieden.

SUSANNA LAYH (Augsburg) ergänzte die West-Perspektive mit Irmtraud Morgners Roman „Amanda. Ein Hexenroman“ von 1983 durch die östliche. Kriegsangst und Friedenswunsch wurden hier einerseits im globalen, andererseits im geschlechtsspezifischen Kontext durchgespielt. Kriegerische Auseinandersetzungen müssten dementsprechend sowohl in den „großen Kriegen“ zwischen Staaten bzw. Blöcken als auch in den „kleinen Kriegen“ des Alltags zwischen den Geschlechtern beendet werden, um eine bessere Welt zu schaffen. Traditionell dem weiblichen Geschlecht zugeschriebene Eigenschaften und Fähigkeiten wie Friedfertigkeit und Hegefähigkeit sollten politische Wirkkraft entfalten und der Zerstörung der Welt entgegenwirken. Der reflektierte Umgang mit solchen vorgeblich weiblichen Attributen in Verbindung mit der Kriegs- und Friedensdebatte entwickelte sich in diesem Roman zu einer Frage der gesellschaftlichen Funktion und politischen Wirkungsmacht von Literatur im Allgemeinen weiter.

Der erste Tag wurde durch einen Abendvortrag von PETER WICKE (Berlin) zum Thema „Give Peace A Chance: Popmusik und Politik“ abgeschlossen, in dem er die seit den 1960er-Jahren aufkeimende Hoffnung von Musikern verschiedener Generationen von John Sinclair bis hin zu Heinz-Rudolf Kunze schilderte, durch ihre Musik politischen Einfluss zu nehmen und die Welt zu verändern. Mit Verweis auf den aktuellen Pussy Riot-Prozess argumentierte Wicke, dass Popmusik durch Texte wie auch durch die Musik selbst politische Reaktionen provoziere und unter entsprechenden Bedingungen eine soziale Sprengkraft entfalten könne. Wicke problematisierte „echten“ Protest in der Musik als äußerst schwierig, da die Wirksamkeit auf einer breiten öffentlichen Bekanntheit beruhe, die Musiker von der Musikindustrie und damit von den Marktregeln abhängig mache. Eines der wenigen Beispiele für eine gelungene Gratwanderung zwischen Protest und Kommerz sei der Song „Give Peace a Chance“ von John Lennon.

In der dritten Sektion (Moderation: Christoph Becker-Schaum, Berlin), die den zweiten Konferenztag einleitete, wurden zwei verschiedene Protestbewegungen diskutiert. ANNE BIESCHKE (Augsburg) setzte die in ihrer Zusammen- und Zielsetzung sehr heterogene Frauenfriedensbewegung in Bezug zur allgemeinen Protestkultur. Neben den gemeinsamen Forderungen gegen die Aufrüstung grenzte sich die Frauenfriedensbewegung vor allem durch die Forderung einer Neuordnung der bestehenden Geschlechterverhältnisse von der „allgemeinen“, eher männlich geprägten Friedensbewegung ab. In ihrem Friedensdiskurs spielten daher auch Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit eine Rolle, gegen die sich Feministinnen wie Alice Schwarzer vehement wehrten. Weit verbreitet war das Klischee der friedfertigen Natur der Frau und Mutter, die dem Krieg natürlicherweise diametral entgegenstünde. Die Frauenfriedensbewegung verband militärische mit genderbezogenen Fragen wie Gleichberechtigung zu einer Forderung nach Frieden, der nur einheitlich zu erreichen sei.

Auch einzelne Berufsgruppen versuchten, sich innerhalb der Protestbewegung zu etablieren, wie CLAUDIA KEMPER (Hamburg) am Beispiel der 1982 gegründeten Organisation „Ärzte zur Verhütung des Atomkrieges“ zeigte. Diese teilte das allgemeine Ziel der Verhinderung der Nato-Aufrüstung, wählte jedoch eine rein medizinische und dabei unpolitisch wirkende Argumentationsstrategie, um die Politik zu beeinflussen. Da im Falle eines Atomkriegs keine medizinische Versorgung mehr möglich sei, entspreche es gemäß dem hippokratischen Eid dem medizinischen Auftrag des Arztes, ebendiese Situation zu vermeiden. Die Organisation entwickelte eigene spezifische, aber gleichzeitig bewusst konservative Protestformen wie den „Offenen Brief“ oder das „Ulm-Szenario“, um sich in ihrer Öffentlichkeitsarbeit von ihrem amerikanischen Dachverband IPPNW (International Physicians for the Prevention of Nuclear War) sowie von der allgemeinen Friedensbewegung abzusetzen.

Die symbolische Repräsentation der Friedensbewegung war Gegenstand der vierten Sektion (Moderation: Christian Drude, Augsburg). Das politische Plakat als eines der wichtigsten Medien zur Verbreitung der reichhaltigen motivischen Friedensikonographie des 20. Jahrhunderts war NICOLA HILLE (Tübingen) zu Folge auch bei der weltweiten Bekanntmachung des Motivs der Friedenstaube von konstitutiver Bedeutung. Entworfen von Pablo Picasso anlässlich des ersten Treffens des Weltfriedensrates 1949 und bis in die 1980er-Jahre immer neu variiert, wurde die Friedenstaube vom alttestamentarischen Symbol zu einer allgemeinen Friedensallegorie transformiert und konnte somit Symbol der internationalen Friedensbewegung werden. Anwendung fand Picassos Friedenstaube – nun als fliegende weiße Taube auf blauem Hintergrund – verstärkt wieder mit dem Widerstand gegen den Nato-Doppelbeschluss und blieb von 1980 bis 1984 verbreitetes Friedenssymbol vor allem in der deutschen Protestbewegung.

MARCO DRÄGER (Göttingen) näherte sich dem Thema der symbolischen Repräsentation von Frieden anhand der Diskussion um zwei unterschiedliche Denkmaltypen in den 1980er-Jahren an. Während die Zeitzeugengeneration traditionelle Kriegerdenkmäler bevorzugte und sich dadurch zugleich implizit für die Aufrechterhaltung des Friedens durch Verteidigungsbereitschaft aussprach, fand eine jüngere Generation in Deserteuren pazifistische Vorbilder, deren Verweigerung gerade in einer Zeit der nuklearen Aufrüstung für beispielhaft und erinnerungswürdig erachtet wurde. Dieser Generationenkonflikt, der sich an der Anerkennung und Würdigung der Desertion entfachte, verhinderte den Dialog und ein gemeinsames Vorgehen in der Denkmalsetzung. Die Debatte mündete mit dem Generationswechsel in den 1990er-Jahren in ein Gesetz zur Rehabilitierung von Deserteuren (1998) und beendete damit ihre Tabuisierung und Stigmatisierung. Ein neuer Denkmaltyp hatte sich etabliert.

Die fünfte Sektion (Moderation: Stefan Hartmann, Augsburg) behandelte unter dem Leitthema Politiker und ihre mediale Repräsentation die Ikonologie Helmut Schmidts 1977-1982. JOHANNES VON MÜLLER (Berlin) führte den politischen Erfolg Schmidts auf dessen positives Image zurück, das heißt die Inszenierung als tatkräftiger Steuermann, der vor keiner unliebsamen Entscheidung zurückschreckte. Mit dem Nato-Doppelbeschluss und dem sich verändernden gesellschaftlichen Klima verschob sich die Konnotation bei gleicher Bildsprache hin zum Negativen: Schmidt avancierte vom Krisenmanager zum eigenbrötlerischen Friedensstörer. Beeinflusste er anfangs noch seine mediale Repräsentation aktiv, so büßte er die Kontrolle seines Images bei späteren Karikaturen völlig ein.

Das Verhältnis von Umwelt und Frieden wurde in der sechsten Sektion (Moderation: Elke Seefried, München) untersucht. TILMANN GRABBE (Marburg) legte dar, wie in den 1980er-Jahren Ökologie zu einem zentralen Begriff wurde und sich daran die Suche nach neuen Wegen und Konzepten im Umgang mit der Welt ablesen ließe. Grabbe zu Folge verbanden sich Ökologiediskurse mit der Kybernetik bzw. Systemtheorie zu einer holistischen Vorstellung des Gleichgewichts von Mensch und Natur. Harmonie, Balance, Frieden und Stabilität sollten das Ergebnis einer Synthese des Wunsches nach Frieden mit der Idee einer Systemhaftigkeit aller Dinge sowie des Strebens nach Gleichgewicht sein.

DANIEL BÜRKNER (Berlin) interpretierte die Havarie des Reaktors von Tschernobyl 1986 als Metapher einer sensorisch nicht wahrnehmbaren Katastrophe, da es als Schlüsselereignis der unsichtbaren Bedrohung in die Geschichte eingegangen ist. Daraus entwickelte sich insbesondere in der Fotografie die Strategie der Visualisierung unsichtbarer Strahlung. Bürkner kategorisierte diese Fotografien hinsichtlich einerseits ikonographischer (Primärzeichen, Körper, Topographie) und andererseits medial-materieller Referenzen (Licht und Strahlung, Bildstörung), um damit verschiedene Visualisierungsstrategien für die Forschung greifbar zu machen.

Der Frage, inwiefern Blockgrenzen eine Hürde für den Frieden darstellten, widmete sich die siebte Sektion (Moderation: Reinhild Kreis, Augsburg), in der CHRISTIE MIEDEMA (Amsterdam) die Überwindung von Feindbildern und Blockdenken analysierte. Während die Friedensbewegung sich im Allgemeinen auf den Protest gegen die Aufrüstung beschränkte, forderten Friedensorganisationen wie der britische END, der niederländische IKV und die Grünen die Überwindung des Feinddenkens und des Blockgegensatzes. Diese Ziele sollten durch die enge Zusammenarbeit mit der Friedensbewegung der DDR und der Solidarność erreicht werden. Ausgehend von der unterschiedlichen Bedeutung von Begriffen wie Frieden und Freiheit für beide Blöcke entstanden Missverständnisse hinsichtlich der Zielsetzung der Friedensbewegungen, die teils noch mehr als zehn Jahre nach Ende des Kalten Krieges überdauerten.

Mit ihrem abschließenden Impulsvortrag fassten PHILIPP GASSERT und STEFAN PAULUS (Augsburg) einige Ergebnisse und Perspektiven der Tagung zusammen. Als Voraussetzung für die so zahlreiche politische Beteiligung der Menschen in den 1980er-Jahren konstatierte Gassert eine innere Betroffenheit. Deshalb gelte es, die Gefühlswelt und Einflussfaktoren innerhalb der Gesellschaft zu untersuchen, um die Protestkultur besser zu verstehen. Paulus forderte die Einbeziehung der öffentlichen Meinung als Faktor der Protestbewegung. Offen ist zudem das Verhältnis der 1980er-Jahre zu Protestkulturen der Gegenwart. Interdisziplinärer Forschungsbedarf besteht des Weiteren hinsichtlich des Verhältnisses von Kultur, Medien und Politik. Da auch Politik zunehmend Gegenstand medialer Inszenierungen wurde, scheint die Analyse der anderen Seite der Friedensbewegung – wie zum Beispiel hinsichtlich der Unterschiede in Motivik und Absichten der Bildstrategien seitens der Politik zur „Vermarktung“ Tschernobyls – vielversprechend.

Die Graduiertentagung zeigte, dass sich die Friedensdebatte der 1980er-Jahre nicht auf militärische und diplomatische Fragen beschränkte, denn der Wunsch nach Frieden umfasste vielerlei Bereiche. Durch Einbezug verschiedener interdisziplinärer Perspektiven wurde nicht zuletzt die enge Verzahnung sämtlicher Themenkreise – von politischen Akteuren und Bewegungen über künstlerische und populärkulturelle Auseinandersetzungen bis hin zur Umweltproblematik und Erinnerungskultur – aufgezeigt. Der Friedensdiskurs schloss in seiner thematischen Vielfalt, die auch das Rahmenprogramm des Augsburger Hohen Friedensfestes widerspiegelte, eben nicht nur Politik ein, sondern eine Vielzahl gesellschaftlicher Bereiche des alltäglichen Lebens, derer einige weiterhin Forschungsbedarf erkennen lassen.

Konferenzübersicht:

Begrüßung: Vizepräsident Axel Tuma, Universität Augsburg; Timo Köster, Peter Grab, Stadt Augsburg

Einführung: Philipp Baur; Stefan Hartmann

Sektion 1: Politik und Frieden

Moderation: Christoph Weller (Augsburg)

Jan Hansen (Berlin): SPD und Nachrüstung: Eine Protestgeschichte (1979-1983)

Agnes von Bressensdorf (München): Frieden durch Kommunikation. Hans-Dietrich Genscher und das Ende der Détente zwischen Diplomatie, Parlament und medialer (Selbst-) Inszenierung (1979-1983)

Sektion 2: Kultur und Frieden

Moderation: Daniel Eberhard (Augsburg)

Philipp Baur (Augsburg): Populärkultur und Frieden: Akteure, Positionen, Kontroversen

Susanna Layh (Augsburg): „Denn wer keine Angst hat, dem mangelt es nur an Phantasie“ – Die Literarisierung der Debatte um Krieg und Frieden in Irmtraud Morgners Roman Amanda

Keynote Lecture (Zeughaus, Filmsaal)
Moderation: Bernhard Hofmann (Augsburg)

Peter Wicke (Berlin): „Give Peace a Chance“ – Popmusik und Politik

Sektion 3: Protest und Frieden
Moderation: Christoph Becker-Schaum (Berlin)

Anne Bieschke (Augsburg): „Frieden im Patriarchat ist Krieg für Frauen“ – Die Frauenfriedensbewegung

Claudia Kemper (Hamburg): Ethik und Protest. Über die Protestkultur der „Internationalen Ärzte zur Verhütung eines Atomkriegs“

Sektion 4: Die symbolische Repräsentation der Friedensbewegung
Moderation: Christian Drude (Augsburg)

Nicola Hille (Tübingen): Picassos Friedenstaube als Symbol und Emblem für die Friedensbewegung der 1980er-Jahre

Marco Dräger (Göttingen): Sterben oder desertieren für den Frieden? Zwei Generationen, zwei Denkmäler, ein Ziel

Sektion 5: Politiker und ihre mediale Repräsentation
Moderation: Stefan Hartmann (Augsburg)

Johannes von Müller (Berlin): Vom Krisenmanager zum Karikierten Kanzler. Die Ikonologie Helmut Schmidts in dem sich verändernden gesellschaftlichen Klima der Bundesrepublik, 1977-1982

Sektion 6: Umwelt und Frieden
Moderation: Elke Seefried (München)

Tilmann Grabbe (Marburg): Auf dem Weg zum Frieden mit der Natur? Systemtheorie, Kybernetik und Ökologie in der Bundesrepublik der 1980er-Jahre

Daniel Bürkner (Berlin): Tschernobyl – Paradigmen der Unsichtbarkeit

Sektion 7: Die Mauer: (K)eine Hürde für den Frieden?
Moderation: Reinhild Kreis (Augsburg)

Christie Miedema (Amsterdam): Über Blockgrenzen hinweg: Die Überwindung von Blockdenken zwischen Ost und West

Impulsvortrag: Philipp Gassert; Stefan Paulus (Augsburg) und Abschlussdiskussion

Ausstellungsführung „Zu viel Panzer, zu wenig Hirn. Kunst für den Frieden – Positionen aus 6 Jahrzehnten“

Stadtführung: Friedensstadt Augsburg

Anmerkungen:
[1] Der Spruch „Alle reden vom Frieden. Wir nicht!“ ist einem Plakat aus den 1980er-Jahren entnommen, mit dem der Grafiker und Politsatiriker Klaus Staeck Kritik an den Rüstungslobbyisten äußerte.
[2] Die Tagung wurde gefördert durch die Heinrich Böll-Stiftung/Archiv Grünes Gedächtnis, Berlin, die Gesellschaft der Freunde der Universität Augsburg. e.V. sowie das Leopold-Mozart-Zentrum, Universität Augsburg.
[3] Mehr zum Programm des Friedensfestes und dem Modul „Frieden und Politik“ auf der Internetseite des Projektbüros „Frieden und Interkultur“ der Stadt Augsburg: www.augsburg.de/index.php?id=31516.

ZitierweiseTagungsbericht Interdisziplinäre Graduiertentagung: Ein bisschen Frieden? Der Wunsch nach Frieden und seine Manifestationsformen in den 1980er-Jahren. 03.08.2012-05.08.2012, Augsburg, in: H-Soz-u-Kult, 03.10.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4396>.

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