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Grenzkorrekturen, Arrondierungen und ihre Bewältigung in Nordosteuropa

 
Veranstalter:Baltische Historische Kommission
Datum, Ort:01.06.2012–03.06.2012, Göttingen

Bericht von:
Ralph Tuchtenhagen, Nordeuropa-Institut, Humboldt-Universität; Robert Schweitzer, Aue-Stiftung, Helsinki
E-Mail: <rtuchtenhagenweb.de>; <robschweitzeryahoo.com>

Das 65. Baltische Historikertreffen widmete sich dem Problem der Grenzen in Nordosteuropa und präsentierte daneben neuere Forschungen zur baltischen Geschichte.

DIRK-GERD ERPENBECK (Bochum) stellte ein laufendes Projekt der Kommission vor: eine breit angelegte Spurensicherung zu dem Schriftsteller, Kolumnisten, Übersetzer und Zeichner Sigismund von Radecki (1891-1970). Greifbare Ergebnisse sind unter anderem die Einrichtung einer Forschungsstelle an der Martin-Opitz-Bibliothek und die Netzpublikation seines Werkverzeichnisses auf der Website der BHK (www.balt-hiko.de).

Es folgten drei Vorträge unter der Rubrik „Neue Forschungen zur baltischen Geschichte“. MADLENA MAHLING (Berlin) hatte „Ad rem publicam et ad ignem“ zur Überschrift ihres Vortrags „Das mittelalterliche Schriftgut des Rigaer Rats und sein Fortbestand in der Neuzeit“ gewählt. Der Wahlspruch der Rigaer Kanzlei wirkt aufgrund einer Verlesung („et“ für „ut“) wie ein Vorläufer moderner Kassationsordnungen, unterstreicht aber eher die Verantwortung der Archivare für die Rechtspositionen des Gemeinwesens. Mahling stellte die komplizierte Überlieferungssituation des ehemaligen Rigaer Stadtarchivs mit ihren Brüchen, Verlusten und Aufteilungen (unter anderem Historisches Archiv und Akademische Bibliothek Lettlands) ebenso übersichtlich wie tiefschürfend dar. Besonderes Augenmerk richtete sie auf die Frage, wie die Schwäche bestimmter Rechtspositionen (unter anderem im Kirchholmer Vertrag) die Archivierungspolitik bestimmte. Ihre Arbeit wird die Benutzung der Rigaer Archivalien erleichtern und ihnen eine angemessenere Würdigung durch die Forschung im Vergleich zum erhaltungsmäßig begünstigten Revaler Stadtarchiv ermöglichen.

FELIX HEINERT (Köln) sprach über „Mentale Landkarten: Riga und die Topographien jüdischer Selbstverortung um 1900“. Er zeigte die Berührungspunkte zwischen einem liberalen deutschbaltischen Regionalismus und dem Flügel des Rigaer Judentums, der das Deutsche für die gegebene Sprache des baltischen Judentums ansah. Exponenten der sich berührenden Richtungen wie Paul Schiemann und Max Schönfeldt trafen in dem informellen „Deutschen Liberalen Klub“ zusammen, der sich eindeutig bei den Kadetten (zumindest in Fragen von Parteipolitik) verortete und dabei nicht nur gegen monarchistische, sondern auch gegen oktobristisch-rechtsliberale Positionen entschieden polemisierte und zugleich auch die ("Deutsch-")Baltische Konstitutionelle Partei heftig kritisierte.

Schließlich sprach DOROTHEE GOEZE (Marburg) über „Kulturvermittlung im Zeichen des Kalten Krieges. Otto A. Webermann, eine Biographie zwischen Estland und Deutschland“. Die Referentin bettete ihren Ansatz in den Zusammenhang mit der wieder erstarkenden Biographie-Tradition ein, wobei sie den Kapitalbegriff Bourdieus auf das von Webermann (1915-1971) erworbene und weitergegebene Kulturkapital anwendet. Einer bescheidenen Karriere des vom Auslandsstudium in Halle 1944 dienstverpflichteten und dann über ein Lager für „displaced persons“ nach Göttingen gekommenen und dort verbliebenen Esten bäuerlicher Herkunft – erst 1964 eine Stelle als Akademischer Rat – steht eine weltumspannende Rolle als Vermittler im wissenschaftlichen Austausch gegenüber. Auf seinen Forschungsgebieten – vor allem estnische und deutsch(baltisch)e Literatur und Kulturgeschichte, sowie kulturelle Probleme der Ostseeländer – als Autorität anerkannt, stand er in Kontakt mit der exilbaltischen, der deutsch(baltisch)en und auch der sowjetestnischen Forschung.

Es folgte die thematisch ausgerichtete Sektion „Grenzkorrekturen, Arrondierungen und ihre Bewältigung in Nordosteuropa“. ROBERT SCHWEITZER (Lübeck/Helsinki) und RALPH TUCHTENHAGEN (Berlin) stellten als Tagungsleiter Programm und wissenschaftliche Ziele vor. Schweitzer erläuterte die Beziehung des Themas zu dem 200-jährigen Jubiläum der Wiederangliederung der 1721/43 von Russland eroberten Gebiete des sogenannten Alten Finnlands um Wiborg an das 1809 neu konstituierte autonome Großfürstentum Finnland, einem seltenen Fall der „Herausgabe“ einer Eroberung nach einem gewonnenen Krieg, der eine Grenze kurz vor Russlands Hauptstadt schuf. Tuchtenhagen entwarf ein generelles Analyseschema für Grenzveränderungen und deren Effekte auf Ordnungsstrukturen und Bevölkerungen diesseits und jenseits von Grenzlinien. Die daraus entspringenden Reaktionen der Grenzbevölkerungen interpretierte er als „Nachverhandlung“ des zuvor auf einer übergeordneten politischen Ebene geschlossenen Grenzvertrages. Diese Nachverhandlung kann aus der Perspektive der grenzregionalen Bevölkerung verschiedene Formen annehmen und/oder verschiedene Phasen durchlaufen, die in einer aufsteigenden Linie nach dem Grad der Akzeptanz oder Opposition kategorisiert und begrifflich gefasst werden können.

JAMES WESLEY SCOTT (Berlin/Joensuu) machte einleitend „Einige Bemerkungen zur Theorie der Grenze“, in denen er die Rolle von Grenzen im Rahmen von Staatlichkeit, Gesellschaft, Geographie und Kultur kategorisierte und operationalisierte. Dabei setzte er einen Schwerpunkt in der Herausarbeitung des Zusammenhangs von Nationalstaatlichkeit und der Genese von „border landscapes“. In einem zweiten Teil ging Scott auf verschiedene Schulen und Ausprägungen der Grenztheorie-Diskussion ein, darunter Geodeterminismus, Possibilismus, den neokantianischen Funktionalismus, geographischen Szientismus, marxistischen Kritizismus und Sozialkonstruktivismus.

RALPH TUCHTENHAGENs Vortrag „Grenzverschiebungen in „Altfinnland“ 1721-1812“ zeigte die Hintergründe des Bezugsdatums 1812 auf. Während auf dem seit 1617 schwedischen Ingermanland nach der Eroberung 1703 die neue russische Hauptstadt gegründet worden war, formierte man aus dem Gebietsstreifen um das 1710 eroberte Wiborg nach dem Friedensschluss von 1721 einen Militärbezirk, dessen Kommandanten die angestammten Rechte der Bevölkerung achten sollten. Daher galt neben dem russischen subsidiär das schwedische Recht – in den 1743 erworbenen Gebieten sogar das neue schwedische Gesetzbuch von 1734. Städte und Kirche behielten ihre Privilegien, aus Offizieren bildete sich ein deutsch geprägter Neuadel. Die „Baltisierung“ wurde durch die Zuständigkeit der auch für Estland und Livland zuständigen Oberinstanz in Petersburg gefördert; die Einführung der katharinäischen Städteordnung und Statthalterschaftsverfassung führte nicht zu Konflikten. Der militärische Aufwand für den neuen Festungsgürtel für die Hauptstadt, der auf schwedischer Seite den Bau unter anderem von Sveaborg hervorrief, bestimmte stark das tägliche Leben. Andererseits stiegen die wirtschaftlichen Möglichkeiten. Der Bewältigungsprozess muss demnach nach Ständen differenziert werden; den Bauern drohte aber nach einem Jahrhundert erfolgreicher Verteidigung ihrer Rechte eine massive Statusverschlechterung auf den an Russen verschenkten „Donationsgütern“.

„Das Fallbeispiel Narva: Zugehörigkeitswechsel und Identitätsfragen“ wurde von KATRI RAIK (Narva/Tartu) vorgestellt. Von den 65.000 Einwohnern (2011) sind 96 % russischsprachig, 46 % estnische Staatsbürger, 36 % russische Staatsbürger; 17 % Staatenlose; die offizielle Arbeitslosenrate beträgt 16 %, wozu vor allem die Schließung der Textilfabriken auf Kreenholm mit dem Verlust von 11.000 Arbeitsplätzen beitrug. Als Beispiele für die in sich widersprüchliche Einstellung der Bevölkerung zu Estland und Russland und zu ihrer Stadt wurden Äußerungen aus zwei Umfragen vorgestellt: dem von der Stiftung „Russkij mir“ geförderten Oberklassenschüler-Projekt (№ 2010/II-352) „Zwischen Russland und Estland: Grenze, Kultur und Leute in Narva / Ivangorod“ (2011) und Befragungen von Sergej Gorochovoj 1991-2008. Daraus ergibt sich: a) Es gibt keinen Staat, in dem sich die Einwohner von Narva zu Hause fühlen; b) Narva wird als eine separat stehende Enklave zwischen zwei Staatsgrenzen angesehen (man kommt aus Russland nach Narva, von wo aus man weiter nach Estland kommt); c) die Stadt bezieht ihre Identität immer noch aus der Zeit als sowjetische Industriestadt. Bemerkenswerte Unterschiede zeigen sich in der Einstellung der verschiedenen Generationen; Estnischkenntnisse haben von den Narvaer Russen nur 60 % (alle Russen Estlands: 80 %); die Sowjetzeit sehen nur noch 22 % als Okkupation (früher 49 %); der größte Feiertag ist der 9. Mai (Jahrestag des sowjetischen Sieges über Nazi-Deutschland); estnische Staatsfeiertage verlaufen „normal“.

KERSTI LUST (Tartu) wandte sich in ihrem Vortrag „Von Verwaltungs- zu ethnischen Grenzen – „Estland“ im 19. Jahrhundert“ gegen die These von der Kontinuität zwischen der deutschbaltisch geprägten Autonomie und der Staatlichkeit der Esten und Letten – diese sei von Wesen und Institutionen her vom europäischen Nationalismus bestimmt gewesen. So habe die estnische nationale Bewegung den Begriff des geografischen Vaterlandes eingeführt, das dort sei, wo „auch immer die estnische Sprache gesprochen werde!“ Die Referentin verfolgte diese Idee von der Bittschriftenaktion 1864 über die Senatorenrevision von 1882 bis zu den nach der Revolution von 1905 zugelassenen „Verbesserungsvorschlägen“, als Peeter Speek und Jaan Tõnisson neben der Angliederung Nordlivlands auch die von Narva und Setumaa an ein estnisches Landesselbst¬verwaltungsgebiet vorschlugen. Der Druck der Verhältnisse ließ freilich auch an Akzeptanz der Provinzgrenzen bei mehr Mitbestimmung denken (Carl Robert Jakobsons Zemstvo-Forderung, Konstantin Päts Absprache mit der Ritterschaft 1915). Eine gesamtbaltische Lösung (Harry Janssen um 1880) wurde meist abgelehnt – innerhalb dieser Grenzziehung sei die Perpetuierung des deutschen Einflusses vorprogrammiert.

ROBERT SCHWEITZER sprach über das Thema „‘Sicherheitsabstand‘: Das Ringen um Aufhebung oder Konsolidierung innerer Grenzen in Imperien“ am Beispiel der unter Katharina II. und Alexander I. geschaffenen Binnengrenzen zwischen dem ursprünglichen russländischen Kernreich und seinen angegliederten Territorien aus dem Bestand des Polnisch-Litauischen (1772, 1793, 1795, 1815) und des Schwedischen Reiches (1809). Dabei analysierte er insbesondere die Zollgrenzen, die Grenzen der Rechtsautonomie und die Einrichtung separater Universitäts-/Schulbezirke. Ziel der administrativen Abgrenzung und rechtlichen Separierung insbesondere der polnisch-litauischen Gebiete sei es unter anderem gewesen, eine drohende Dominanz der zahlreichen Vertreter des polnischen Adels in den russländischen Standesgremien und hohen Reichsämtern zu verhindern.

In seinem Vortrag “Territorialization of Ethnicity in the Russian Empire? (The Case of the Lithuanians in Augustav/Suvalki province)“ zeichnete DARIUS STALIUNAS (Vilnius) die russische Nationalitätenpolitik in dieser Region nach. Die Schaffung von Binnengrenzen in diesem Gebiet diente zunächst dem Schutz vor dem in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts aufkommenden polnischen Volksnationalismus, den die russische Regierung durch eine Stärkung der litauischen Nationalbewegung in Schach zu halten hoffte. Eine litauische Nationalidee jenseits des litauischen Adels entwickelte sich jedoch erst im späten 19. Jahrhundert. Um die Jahrhundertwende 1900 erschien der russischen Regierung die litauische Linke dann bereits gefährlicher als der polnische Nationalismus. All diese politischen Einschätzungen schlugen sich in administrativen Grenzveränderungen in dieser Provinz nieder.

JOACHIM TAUBER (Lüneburg) behandelte das Thema „Litauen ohne Vilnius: der Irredenta-Gedanke in der litauischen Politik“. Vilnius mit seiner traditionell von Polen dominierten Bevölkerung gehörte in der Zwischenkriegszeit zwar zu Polen, galt den Litauern aber als ihre historische Hauptstadt und wurde deshalb zurückgefordert. Außenpolitisch unterstützten Deutschland und die Sowjetunion Litauen, um den gemeinsamen Feind Polen zu schwächen. Das Scheitern des Völkerbundes blockierte eine international anerkannte Lösung der Vilnius-Frage, die Bildung einer „Baltischen Entente“, die französische „Cordon sanitaire“-Politik sowie die Bildung einer „Kleinen Entente“ waren aufgrund der Vilnius-Frage verunmöglicht oder behindert, und die britische Appeasement-Politik befeuerte zusätzlich deren Lösung im Sinne Litauens. Innenpolitisch provozierte die Vilnius-Frage mehrere Regierungswechsel, unter anderem die Systemwende von 1926. Sie produzierte außerdem eine dezidierte Geschichtspolitik (Gedenksteine, Fest- und Mahnreden, Feiertage etc.) und führte zu einer allgemeinen politischen Mobilisierung der Gesellschaft.

MAX ENGMAN (Åbo) analysierte in seinem Vortrag „‘Grenzfälle‘: aus der Entstehungszeit der finnisch-russischen Grenze nach 1917“ Phänomene der Grenzgenese zwischen 1917 und 1921. die grenzbezogenen Maßnahmen der beiden Embryonalstaaten Finnland und Sowjetrussland. Themen waren unter anderem die Quarantäne von Terijoki, die Bildung von Freikorps-Grenztruppen beiderseits der sowjetisch-finnischen Grenze, die Einsetzung von Grenzkommandanten, unterminierende Aktivitäten wie Schmuggel von Waren, aber auch von Menschen, darunter Repatrianden, Kommunisten, Kriegsgefangene, Flüchtlinge und Ausgewiesene. Die Flüchtlingsdebatte erreichte 1919 das finnische Parlament, wo eine Furcht vor dem „russisch-jüdischen Schmutz“ eines der grundlegenden Themen war. Ein anderes zentrales Ereignis der finnisch-sowjetischen Grenzauseinandersetzungen bildete die sogenannte Kamenev-Affäre.

Die Schlussdiskussion wurde durch ein Impulsreferat von HANS-JOACHIM BÜRKNER (Potsdam) eingeleitet. Bürkner betonte, dass eine interdisziplinäre Zusammenarbeit hinsichtlich der Grenzthematik unabdingbar sei, wolle man nicht in die „Kartenfalle“ tappen, das heißt Grenzen als eine rein geometrisch-geographische Angelegenheit ansehen. Aus den zahlreichen Ansätzen der Grenzforschung hob er die „Bordering“-Theorie heraus. Grenzen seien auf mehreren Ebenen sozial konstituiert und würden auf dieser Grundlage politisch und bürokratisch konzeptionalisiert. Andererseits seien die Abstraktionen der Grenztheorie wenig rückgekoppelt an den Alltag. Eine an den Alltagspraktiken orientierte Grenzforschung sei gefordert. Außerdem müsse auch der Zeitfaktor in die Analyse mit einbezogen werden, das heißt eine historische Grenzforschung sei unbedingt Teil einer Theoriebildung zur Grenze. Die Diskussion kreiste danach um Fragen der lokalen Grenzakzeptanz, der Gleichzeitigkeit des Ungleichzeitigen der Grenzphänomene, um Grenz- und Machtsymbole, den Einfluss der Menschenrechtsdebatte und des proletarischen Internationalismus auf die Wahrnehmung von Grenzen, Grenzkrisen, Grenzschutzvereine, die Möglichkeiten einer Vernetzung von Makro- und Mikroperspektiven auf Grenzen, die soziale Konstruktion von Grenzen, nichtstaatliche Grenzen in der Vormoderne, das Verschwimmen von Grenzen in der Wahrnehmung der Grenzbevölkerung und die Möglichkeit einer Grenzgeschichte in einer „longue durée“-Perspektive.

Resümierend lässt sich festhalten, dass die wissenschaftliche Bearbeitung des Tagungsthemas in Göttingen einen ersten Impuls erhalten hat. Es wurde deutlich, wie eng Grenzveränderungen und ihre Bewältigung verzahnt sind mit den politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Entwicklungen in den baltisch-polnisch-russisch-schwedischen Grenzgebieten und weit darüber hinaus (bis hin zu einer europäisch-transatlantischen Dimension im Rahmen der Außenpolitik). Gleichzeitig ist nicht zu übersehen, dass ein Forschungspanorama, wie es die theoretisierenden Vorträge von Scott, Tuchtenhagen, Bürkner und die Abschlussdiskussion aufgerissen haben, für die nordosteuropäischen Grenzregionen bei Weitem noch nicht ausgefüllt ist. Es steht zu hoffen, dass in Zukunft weitere Forschungsanstrengungen unternommen werden, um ein tieferes Verständnis der Mechanik und Dynamik der dortigen Grenzveränderungsprozesse zu gewinnen.

Konferenzübersicht:

Projektvorstellung

Dirk-Gerd Erpenbeck (Bochum): Sigismund von Radecki (1891–1970), ein Schriftsteller aus dem Baltikum

Neue Forschungen zur baltischen Geschichte

Madlena Mahling (Berlin): Ad rem publicam et ad ignem. Das mittelalterliche Schriftgut des Rigaer Rats und sein Fortbestand in der Neuzeit

Felix Heinert (Köln): Mentale Landkarten, Riga und die Topographien jüdischer Selbstverortungen um 1900

Dorothee Goeze (Marburg): Kulturvermittlung in Zeiten des Kalten Krieges. Otto A. Webermann – eine Biographie zwischen Estland und Deutschland

Grenzkorrekturen, Arrondierungen und ihre Bewältigung in Nordosteuropa

Ralph Tuchtenhagen (Berlin) / Robert Schweitzer (Lübeck): Einführung: Überblick über Bandbreite, Falltypen und Leitfragen

James Wesley Scott (Berlin / Joensuu): Einige Bemerkungen zur Theorie der Grenze

Ralph Tuchtenhagen (Berlin): Grenzverschiebungen in „Altfinnland“ 1721–1812

Katri Raik (Tartu / Narva): Das Fallbeispiel Narva: Zugehörigkeitswechsel und Identitätsfragen

Kersti Lust (Tartu): Von Verwaltungs- zu ethnischen Grenzen – „Estland“ und „Lettland“ im 19. Jahrhundert

Robert Schweitzer (Lübeck): „Sicherheitsabstand“: das Ringen um Aufhebung oder Konsolidierung innerer Grenzen in Imperien

Darius Staliunas (Vilnius): Territorialization of Ethnicity in the Russian Empire? The Case of the Lithuanians in Augustav/Suvalki Province

Joachim Tauber (Lüneburg): Litauen ohne Vilnius: Der Irredenta-Gedanke in der litauischen Politik

Max Engman (Turku): „Grenzfälle“: aus der Entstehungszeit der finnisch-russischen Grenze nach 1917

Hans-Joachim Bürkner (Berlin): Einleitung in die Schlussdiskussion mit einem Impulsreferat

ZitierweiseTagungsbericht Grenzkorrekturen, Arrondierungen und ihre Bewältigung in Nordosteuropa. 01.06.2012–03.06.2012, Göttingen, in: H-Soz-Kult, 26.09.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4394>.

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