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1812 in der Geschichte Europas: Erwartungen, Enttäuschungen, Erinnerungen

 
Veranstalter:Anna Ananieva / Klaus Gestwa, Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
Datum, Ort:14.06.2012–16.06.2012, Tübingen

Bericht von:
Katrin Germann / Nicolas Schupp, Institut für Osteuropäische Geschichte und Landeskunde, Eberhard-Karls-Universität Tübingen
E-Mail: <katrin.germannstudent.uni-tuebingen.de>; <nicolas.schuppstudent.uni-tuebingen.de>

Anlässlich des 200. Jahrestages des Russlandfeldzuges Napoleons versammelten sich vom 14. bis zum 16. Juni 2012 in Tübingen HistorikerInnen aus Russland, den USA und Deutschland, um die Ereignisse des Jahres 1812 in der Geschichte Europas zu verorten. ANNA ANANIEVA (Tübingen), die das interdisziplinäre Symposium gemeinsam mit Klaus Gestwa (Tübingen) konzipierte, hob in ihrem Einführungsvortrag den Zäsurcharakter von 1812 hervor. Sie skizzierte mit Erwartungen, Enttäuschungen und Erinnerungen die drei zentralen Problemfelder der Tagung. In drei Panels wurden diese wiederholt aufgegriffen und erörtert.

Das erste Panel thematisierte die Jahre vor und während Napoleons Russlandfeldzug als eine „Zeit des Umbruchs“, in der sich Hoffnungen auf Frieden und die Machtkalküle der Franzosen, Deutschen und Russen gegenüberstanden.

Anhand politischer Konfliktfelder untersuchte ERICH PELZER (Mannheim) die französisch-russischen Beziehungen vor 1812. Er zeigte, wie die ehemals verbündeten Großmächte angesichts wechselseitigen Misstrauens und enttäuschter Friedenshoffnungen zu Kriegsgegnern wurden. Die Ursache für das Scheitern der Allianz sah Pelzer in erster Linie im Vertrag von Tilsit. Dieser habe keinen Frieden garantiert, sondern das Verhältnis zwischen den Bündnispartnern zunehmend gestört. Besonders brisant habe sich das Ringen um Einflusszonen gestaltet, da sowohl Napoleon als auch Alexander I. Gebietsverluste als Verletzung der persönlichen Ehre und als nationale Schande empfunden hätten. Pelzer bemängelte, dass die gegenwärtige Forschung bei der Beurteilung des französisch-russischen Verhältnisses noch zu oft ein legendenumwobenes Bild Napoleons zeichne. Es gelte jedoch, diesen vom „Leim des Mythos“ zu befreien, um den historiografischen Blick auf die Beziehungen der beiden Länder zu schärfen.

EWALD FRIE (Tübingen) verglich Theodor Fontanes „Vor dem Sturm“ (1878) mit den historischen Begebenheiten um die Brüder Marwitz. Diese kämpften auf preußischer Seite gegen Napoleon und dienten dem Roman als Vorlage. Der Schriftsteller habe mit dem historischen Material gespielt, indem er von der Einseitigkeit und dramatischen Wucht der überlieferten Geschichte abwich und dadurch die Handlung verschob. Fontane habe damit die „Einheit des Vielgestaltigen in einer Umbruchsituation“ zeigen wollen. Indem er von den historischen Figuren abstrahierte, habe der Autor die Zeit „Vor dem Sturm“ sogar besser beschrieben als einige Historiker. Bei der Lektüre werde zudem deutlich, wie in Preußen um 1870 die Erinnerung an die Befreiungskriege als Argument für die Gründung des Deutschen Kaiserreichs genutzt wurde. Hier sieht Frie eine Anregung für Historiker, den „Möglichkeitsreichtum in einer Situation bedrohter Ordnung auszumessen“, um die Offenheit des historischen Prozesses angemessen zu berücksichtigen.

VADIM PARSAMOV (Moskau) fragte, weshalb der Krieg in Russland bis in die Gegenwart als Volkskrieg verstanden wird. In der Geschichtsschreibung habe diese idealisierte Perspektive lange dominiert, auch weil eine kritische Auseinandersetzung mit den zeitgenössischen Texten zu oft unterblieb. Tolstojs Sicht auf 1812 als „Volkskrieg“ habe maßgeblich zur Popularität dieser Vorstellung beigetragen. Des Weiteren stellte Parsamov dar, wie nationale Identitäten europaweit zur Mobilisierung für den Kampf gegen die Grande Armée genutzt wurden. So habe die „imperiale Note“ des Volkskriegsmythos eine Versöhnung Russlands mit Napoleon ausgeschlossen. Weite Teile der Bevölkerung hätten ihr Heimatland als einheitlichen Zivilisationsraum verstanden, den es gegen die Invasion der französischen „Barbaren“ zu verteidigen galt.

Eine Gegenüberstellung von Tolstojs Roman „Krieg und Frieden“ und der gleichnamigen Verfilmung (2007) von Robert Dornhelm nahm CHRISTINE ENGEL (Innsbruck) vor. Anhand des Adaptationsversuchs fragte sie, welche Absichten dabei verfolgt, mit welchen filmischen Mitteln diese erreicht wurden und in welche Kommunikationszusammenhänge der Film eingebettet war. Sie stellte die Transformation des Romans in ein filmisches Melodrama als eine Produktionsstrategie heraus, indem sie die Rollenbesetzung sowie die Überlegungen des Grafen Pierre und des Fürsten Andrej zu Pflicht, Ehre und Vaterland mit der Romanvorlage verglich. Durch diesen Verwandlungsprozess werde das „Zuschauergefühl“ besonders angesprochen. Dies sei mit Blick auf das europäische Publikum von Bedeutung, da die „Melodramatisierung“ den transnationalen Identifikationsmustern Rechnung trage.

Mit den Themen „mediale Öffentlichkeit und gesellschaftliche Mobilisierung“ beschäftigte sich das zweite Panel. Es ging vor allem um die zeitgenössische Verarbeitung und die gesellschaftlichen Auswirkungen in den am Krieg beteiligten Staaten.

UTE PLANERT (Wuppertal) konzentrierte sich auf die Wahrnehmung jener Zeitgenossen, die in den Rheinbundstaaten lebten. Dort war nahezu jede Familie von den Massenaushebungen der Grande Armée betroffen. Als in Südwestdeutschland um die Jahreswende 1812/13 die ersten Totenscheine eintrafen, verbreitete sich das Wissen um Napoleons Scheitern. Die Rückkehr von Überlebenden brachte dann die Gewissheit um „die Katastrophe schlechthin“. Dies habe die Erfahrung so geprägt, dass sich das erschütternde Leiden der Soldaten im kollektiven Gedächtnis verankern und der Russlandfeldzug zur „Ikone“ des Krieges im 19. Jahrhundert aufsteigen konnte.

WOLFGANG MÄHRLE (Stuttgart) untersuchte Aquarelle und Zeichnungen des württembergischen Artillerieoffiziers Christian Wilhelm von Faber du Faur, der als wichtigster Repräsentant der frühen württembergischen Militärmalerei über den Krieg von 1812 gilt. Die thematischen Schwerpunkte der Werke sind der Alltag der Soldaten, Kampfhandlungen und Kriegsfolgen sowie Kulturdenkmäler russischer Städte. Die Aquarelle erreichten ab Ende der 1820er-Jahre durch die Verbreitung in Deutschland, Großbritannien, Frankreich und Russland einen hohen Bekanntheitsgrad. Dadurch sind sie zu einem „europäischen Erinnerungsort“ geworden.

Mit russischen Karikaturen aus dem Jahr 1812 wertete ELENA VIŠLENKOVA (Moskau) ebenfalls Bildquellen aus. Intention der Zeichner war die humoristische Vermittlung der Ereignisse in einer allseits verständlichen Bildsprache. Dabei bedienten sich die russischen Zeichner antinapoleonischer Karikaturen aus Großbritannien, deren Semantiken und Motive sie so abänderten, dass sie in Russland verständlich waren. Dieser grenzüberschreitende Transfer und die nationsspezifischen Bedeutungsveränderungen hätten die visuelle Kultur der napoleonischen Ära mitgeprägt.

Die internationale Dimension von 1812 verdeutlichte ROLF HAASER (Bad Rippoldsau). Ausgehend von der Ermordung des russischen Staatsrats und Generalkonsuls August von Kotzebue durch den Jenaer Studenten Karl Ludwig Sand im Jahr 1819 skizzierte er das Russlandbild der nationalen Befreiungsbewegung in den deutschen Teilstaaten. Mit diesem Ausflug in die deutsche Geschichte beschrieb er die Rückwirkungen des Feldzugs auf Zeitströmungen der Jahre 1813/14.

JOHN RANDOLPH (Illinois/Tübingen) befasste sich mit der Poststraße zwischen Smolensk und Moskau als zentralen Kriegsschauplatz von 1812. Auf ihm zog sich zunächst die russische Armee vor der vorstoßenden napoleonischen zurück, ehe im Herbst und Winter 1812/13 der Vorstoß der Russen folgte. So könne der Krieg zwischen dem russischen und dem napoleonischen Imperium auf dieser Straße verortet werden. Randolph benannte einerseits deren Wirkung auf die mentale Landkarte der Grande Armée: So habe in Smolensk bei Napoleon die Gewissheit zugenommen, dass es bis Moskau nicht mehr weit sei. Andererseits zeigte Randolph, dass die vorhandene Infrastruktur entlang der Poststraße die Mobilisierung für den „Volkskrieg“ und dessen Durchführung mitgestaltete. Damit wies er auf den Einfluss geographischer Bedingungen hin, ohne dabei einem Determinismus zwischen Raum und historischem Ereignis das Wort zu reden.

Den Zusammenhang zwischen Lev Tolstojs „Krieg und Frieden“ und Spielfilmen über den Russlandfeldzug untersuchte SERGEI KAPTEREV (Moskau). Er verglich anhand mehrerer Beispiele den „historischen Adaptionsprozess“ der Romanvorlage durch die Regisseure. Im Zentrum seiner Ausführungen standen neben Filmen aus der Zeit des Ersten Weltkrieges zwei aus den Jahren des Ost-West-Konflikts: die amerikanisch-italienische Produktion „Krieg und Frieden“ von 1956 (Regie: King Vidor) und eine gleichnamige vierteilige sowjetische Produktion von 1967 (Regie: Sergej Bondarčuk), welche die teuerste der gesamtsowjetischen Filmgeschichte war. Wegen der Systemkonkurrenz habe die Sowjetunion keine Mittel gescheut, so Kapterev, um die filmische Deutungshoheit über die eigene Geschichte wieder zu erlangen. Während Vidors Film die Ereignisse von 1812 wiedergebe, sei die Adaption von Bondarčuk das „filmische Äquivalent“ zur Romanvorlage. Kapterev konnte somit zeigen, wie Regisseure zu verschiedenen Zeiten Lev Tolstojs Roman interpretierten und in Szene setzten.

JULIA MURKEN (Tübingen) sprach über die Alltagserfahrungen der bayerischen Kriegsteilnehmer. Anhand von Selbstzeugnissen untersuchte sie, welche Erfahrungen diese machten und wie sie mit diesen umgingen. Als zentral für die Verarbeitung erwiesen sich religiöse Grundeinstellungen. Etwaige deutschnationale Grundierungen ließen sich bei den Betroffenen nicht feststellen. Indem sie die erlebnisnah festgehaltenen Kriegserfahrungen mit später entstandenen Ego-Dokumenten verglich, wies sie eine retrospektive deutschnationale Umdeutung der unmittelbaren Kriegserfahrungen nach. Daher sei die bisher geläufige These nicht haltbar, nach der das Scheitern des Russlandfeldzuges zur Bildung eines deutschen Nationalbewusstseins geführt habe.

Im Zentrum des letzten Panels standen die Veränderungen in der russischen und deutschen Erinnerungskultur, die Monumentalisierung des Krieges sowie die Sinnstiftung in den nationalen Gedächtnissen.

Mit der Festouvertüre „1812“ von Petr I. Čajkovskij stellte BORIS BELGE (Tübingen) einen „akustischen Erinnerungsort“ Russlands vor. Das 1882 uraufgeführte Werk spiegele die Erfahrungsverarbeitung von 1812 wider. Mithilfe mehrerer Klangbeispiele zeigte er, wie Musik als historische Quelle verwendet werden kann: Die Kanonenschläge stünden für den Einfall der Grande Armée und die Schlacht von Borodino, wohingegen die imposanten Glockenklänge die Intervention Gottes zugunsten Russlands und damit den Wendepunkt im Kriegsverlauf darstellten. So habe die Ouvertüre sinnstiftend auf die Erinnerung an den Kampf gegen Napoleon gewirkt.

IGOR’ ERMAČENKO (St. Petersburg) konzentrierte sich auf die russische Erinnerung an den „Vaterländischen Krieg“ im Jahr 1912. Die Zarenfamilie beging auf dem Schlachtfeld von Borodino Gedenkfeiern, mit denen die Einigkeit des Russischen Reiches und die unerschütterliche Stellung der Herrscherdynastie betont werden sollten. Fotografien der Feierlichkeiten wurden in Zeitungen veröffentlicht, um die Erinnerung an 1812 in ein Narrativ einzubetten, in dem die Zarendynastie stets das Volk beschützt. Dabei wurden Tag für Tag Informationen über die entsprechenden Ereignisse des Jahres 1812 abgedruckt. Dies wiederholen russische Zeitungen im Jahr 2012. Ermačenko wies damit auf den Erinnerungstransfer hin, der sich von 1812 über 1912 bis in die Gegenwart erstreckt.

DENIS SDVIŽKOV (Moskau) befasste sich mit Borodino und Leipzig als „unbequemen“ Erinnerungsorten. Bei beiden diagnostizierte er mehrere „Schichten der Erinnerung“: Zeitgenössisch standen das persönliche Trauma der Beteiligten und die Trauer ihrer Angehörigen im Mittelpunkt. In den Jahrzehnten um 1850 traten Regierungen und Vereine als Akteure einer sich nationalisierenden Erinnerungskultur auf. An beiden Orten luden diese in den Jahren vor dem Ersten Weltkrieg die Erinnerung nationalistisch auf. „1812“ tauchte in der Sowjetunion 1941 wieder auf, als die Mobilisierung für den „Großen Vaterländischen Krieg“ mit der Erinnerung an den Vaterländischen Krieg verbunden wurde. Zum Schluss konstatierte Sdvižkov, dass sich Borodino und Leipzig gegenwärtig in eine europäische Erinnerungskultur nur schwer integrieren ließen, da dort unterschiedliche Erinnerungen in Konkurrenz zueinanderstünden.

Umrahmt wurde die Tagung von zwei studentischen Beiträgen. Eine erste Projektgruppe zeichnete anhand von Historienmalerei, Stadtplänen und Gedichten die Chronologie und Bedeutung des „Brandes von Moskau“ nach. Ein bisher unveröffentlichtes Manuskript der Erinnerungen eines preußischen Bombardiers, der aufseiten der Grande Armée kämpfte, stellte eine zweite Gruppe vor.

Einstimmigkeit herrschte unter den TagungsteilnehmerInnen über den Zäsurcharakter von 1812. Der Russlandfeldzug war der Anfang vom Ende der napoleonischen Ära. Die Bedeutung, die dem Kampf gegen die Grande Armée in den jeweiligen Erinnerungskulturen zugeschrieben wurde, ist auch auf die retrospektive Nationalisierung zurückzuführen. So wurde „1812“ zu einer wahrgenommenen Zäsur.

Im Zentrum der Diskussionen standen die Erinnerungskulturen in Russland und Deutschland und deren Wandel. Wie die Tagung zeigte, beeinflussen sich die nationalen Erinnerungskulturen durch gegenseitige Austauschprozesse und sind somit über Grenzen hinweg miteinander verflochten. Im „Mythen gebärenden 19. Jahrhundert“ (Frie) bildeten sich in beiden Ländern die Topoi des „Vaterländischen Krieges“ beziehungsweise der „Befreiungskriege“ heraus. Auch im 20. Jahrhundert prägten diese die Erinnerung an 1812. Angesichts der Transnationalisierung der Geschichtswissenschaft und der Konjunktur europäischer Erinnerungsorte, wäre es an dieser Stelle interessant gewesen, die Nachwirkungen dieser Topoi bis in die Gegenwart zu verfolgen. Wie immer wieder angesprochen, fehlte ein Beitrag, der sich etwa mit offiziellen Gedenkfeiern oder mit einschlägigen Ausstellungen in Deutschland, Russland und Frankreich im Jahr 2012 beschäftigte.

Mit der Heranziehung visueller und akustischer Quellen knüpften die einzelnen Beiträge an kulturwissenschaftliche Ansätze in der Geschichtswissenschaft an. Womöglich sind nichtschriftliche Quellen für die Etablierung und Verfestigung von Erinnerungsorten bedeutender als Texte. Die TagungsteilnehmerInnen bereicherten so die Auseinandersetzung mit Erinnerungskulturen durch die Möglichkeiten des visual und des acoustic turn.

Mit den Fallstudien bot die Tagung verschiedene Perspektiven auf das Jahr 1812 und dessen epochale Bedeutung für die Geschichte Europas. Damit gelang ein vielschichtiger Beitrag zur deutsch-russischen Beziehungsgeschichte.

Das Symposium fand im Rahmen der Russland-Wochen an deutschen Hochschulen 2012 anlässlich des Deutsch-Russischen Jahres der Bildung, Wissenschaft und Innovation statt. Es ist von der Hochschulrektorenkonferenz gefördert und vom Förderverein Geschichte an der Universität Tübingen unterstützt worden.

Konferenzübersicht:

Begrüßung
Klaus Gestwa (Tübingen) und Wilhelm Borth (Förderverein Geschichte Tübingen)

Einführung
Anna Ananieva (Tübingen)

Erstes Panel: Friedenshoffnungen und Machtkalkül

Erich Pelzer (Mannheim): Vom Bündnispartner zum Kriegsgegner. Napoleons Weg in die russische Katastrophe (1807-1812)

Ewald Frie (Tübingen): Theodor Fontane und 1812. Erwartungen und Enttäuschungen

Vadim Parsamov (Moskau): Ideologie eines Volkskriegs im Jahr 1812

Studierende der Universität Tübingen: „Der Brand von Moskau“

Abendvortrag
Christine Engel (Innsbruck): "Krieg und Frieden": 1812 bei Tolstoj und bei Dornhelm

Zweites Panel: Mediale Öffentlichkeit und gesellschaftliche Mobilisierung

Ute Planert (Wuppertal): „Die Katastrophe schlechthin": Napoleons Russlandfeldzug in der Wahrnehmung der Zeitgenossen

Wolfgang Mährle (Stuttgart): Bildchronik einer militärischen Katastrophe: Die Aquarelle und Zeichnungen des württembergischen Artillerieoffiziers Christian Wilhelm von Faber du Faur

Elena Višlenkova (Moskau): 1812 war’ caricatures: specifics of the Russian humour

Rolf Haaser (Bad Rippoldsau): Von der Waffenbrüderschaft zur ideologischen Anfeindung. Die Ermordung des Russischen Staatsrats August von Kotzebue und das Russlandbild der nationalen Befreiungsbewegung von 1813-1814

John Randolph (University of Illinois/Tübingen): The Smolensk Road as a Theater of Action

Sergei Kapterev (Moskau): Leo Tolstoy’s War and Peace and Napoleon’s Russian Campaign of 1812 in Cinema

Julia Murken (Tübingen): Kriegserfahrungen 1812. Das Beispiel der bayerischen Soldaten

Studierende der Universität Tübingen: „Erinnerungen aus dem Feldzuge der Franzosen in Rußland unter Napoleon im Jahre 1812 von einem preußischen Bombardier, dem jetzigen Major Weinberger“

Drittes Panel: Stiftung des nationalen Gedächtnisses und Monumentalisierung des Krieges

Boris Belge (Tübingen): Kanonenschläge und Glockenklänge. Akustische Erinnerung, Nationalismus und Petr I. Čajkovskijs Festouvertüre „1812“

Igor’ Ermačenko (St. Petersburg): Aktualisierung der Erinnerung an die Kampagne 1812 in Russland zu Beginn des 20. Jahrhunderts: Vom russisch-japanischen Krieg bis zum Ersten Weltkrieg

Denis Sdvižkov (Moskau): Borodino und Leipzig: Unbequemes Gedächtnis und Strategien des Vergessens

ZitierweiseTagungsbericht 1812 in der Geschichte Europas: Erwartungen, Enttäuschungen, Erinnerungen. 14.06.2012–16.06.2012, Tübingen, in: H-Soz-u-Kult, 20.09.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4387>.

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