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Kommunikation im Krieg im späten Mittelalter

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Centre for Medieval Studies, Akademie der Wissenschaften der Tschechischen Republik, Praha; Arbeitsgruppe Regesta Imperii, Institut für Mittelalterforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften, Wien
Datum, Ort:01.12.2011–03.12.2011, Praha

Bericht von:
Petra Heinicker, Institut für Mittelalterforschung, Österreichische Akademie der Wissenschaften
E-Mail: <petra.heinickeroeaw.ac.at>

Anfang Dezember 2011 versammelten die Arbeitsgruppe Regesta Imperii und das Centre for Medieval Studies in dessen Räumen in der Prager Altstadt Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen aus sieben europäischen Ländern zu einem überaus dichten dreitägigen Programm, mit dem sie eine Tür zur systematischen Erforschung von Kommunikation im Krieg im späten Mittelalter aufstießen, deren bisheriges Fehlen Anlass zur Organisation der Tagung gegeben hatte. Gleichsam als Überschrift galt die These, dass Kommunikation während eines Krieges keineswegs abbrach, sondern sich im Gegenteil intensivierte. Die Referierenden schritten in fünf unterschiedlich langen Sektionen verschiedene Phasen bewaffneter Konflikte ab. Dabei untersuchten sie Kommunikation zu Beginn und am Ende von Kriegen, den Einsatz von Diplomatie und Propaganda, Kommunikation im Feld, die Nachrichtenübermittlung während des Krieges sowie schließlich in einer letzten kurzen Einheit den Nachhall des Krieges in der Erinnerung. Die Tagung durchmaß einen geographischen Raum, der sich von Frankreich und Burgund im Westen, über das Heilige Römische Reich und Venedig, bis nach Polen-Litauen und zum Deutschordensstaat im Nordosten, sowie nach Südosten über Ungarn und Bosnien bis Anatolien erstreckte. Zeitlich konzentrierten sich die 25 Beiträge vornehmlich auf Konflikte des 15. Jahrhunderts, wobei hier wiederholt die Hussitenkriege im Zentrum der Untersuchungen standen. In seinem einführenden Vortrag lenkte MALTE PRIETZEL (Berlin) den Blick auf die Vielfalt der möglichen Forschungserkenntnisse, die sich aus der Beschäftigung mit dem Tagungsthema ergeben könnten. Er exemplifizierte anhand der (auch) in kriegerischen Konflikten eingesetzten Kommunikationsmedien Brief, Zeichen und Ritual, dass nicht nur Aussagen über Kommunikation und Krieg an sich, wie beispielsweise über dessen politische und verwaltungstechnische Dimension, sondern stets auch Erkenntnisse über die Gesellschaft, in der er geführt wird, ihre Epoche, Staatlichkeit und Kultur gewonnen werden können.

Den ersten Weg in den Krieg beschritt ADAM SZWEDA (Toruń), der das Überbringen von Absagebriefen als ein etabliertes und institutionalisiertes förmliches Verfahren zur Kriegserklärung in den Beziehungen zwischen Polen-Litauen und dem Deutschen Orden bis 1454 vorstellte. Es wurde mittels Modulation seiner Elemente, wie beispielsweise die Verzögerung einer Zustellung, auch als kriegstaktisches Instrument eingesetzt. Dass der Ausbruch eines bewaffneten Kampfes nicht immer das angestrebte Ziel der schließlich Kriegführenden war, zeigten MANFRED HOLLEGGER (Graz) und MARTIN ČAPSKÝ (Opava). Hollegger brach die von Maximilian I. selbst inszenierte Außendarstellung des ritterlichen Kriegshelden auf und zeigte stattdessen das Bild eines doch mehr als bislang angenommen von politischem Pragmatismus geleiteten Herrschers, der mitunter Kriege führen musste, die er gern vermieden hätte. Ähnlich zeigte Martin Čapský, wie Sigismunds von Luxemburg eigene gegen die Hussiten gerichtete Propaganda, für die er die Stadt Breslau als Drehscheibe nutzte, seinen Konflikt mit den Hussiten noch verschärfte und ihn letztendlich, anders als geplant, in den Kreuzzug gegen sie führte.

Auf welche Weise gegnerische Parteien aber auch Dritte Wege der Verständigung suchten, die aus dem Krieg hinaus führen sollten, zeigten PETR ELBEL (Brno/Wien), ROBERT ANTONÍN (Opava) und ANDREAS WILLERSHAUSEN (Gießen). Elbel stellte heraus, dass Waffenstillstandsverträge, wie sie um 1430 in Böhmen zwischen katholischen und hussitischen Parteien geschlossen wurden, ein gängiges Mittel der mittelalterlichen Gesellschaft zur Friedensfindung waren. Sie trugen mit ihrer sprachlichen Gleichbehandlung der Vertragspartner zudem zur Entwicklung der religiösen Toleranz in Böhmen bei. Nach diesem Blick in normative Texte fächerte Robert Antonín anhand von erzählenden, ebenfalls böhmischen Quellen die vielfältigen symbolischen Kommunikationselemente bei Friedensschlüssen auf und illustrierte, wie sich Feinde beispielsweise mit Schwüren, Friedensküssen und Händeschütteln nun in Versöhnungsritualen gegenseitig Frieden zusicherten. Wie hingegen Kommunikation im Bemühen um Frieden auch scheitern kann, zeigte Andreas Willershausen. Er führte in das Jahr 1356 auf das Schlachtfeld von Poitiers und beschrieb eindrücklich, mit welcher verbalen und gestischen Emphase dort der Kardinal von Périgord den Kampf noch im letzten Moment abzuwenden suchte. Er belieh geläufige, unter anderem geistlich-liturgische Symbolik und bemühte sich kniend und Tränen vergießend zwischen den sich gegenüberstehenden Parteien zu vermitteln. Vergeblich.

MARTIN ŠTEFÁNIK (Bratislava) leitete die zweite Sektion mit einem Blick hinter die Kulissen der offiziellen Kommunikation im 1411-13 bewaffnet geführten venezianisch-ungarischen Streit um Dalmatien ein. Nicht nur Hintergrunddiplomatie, sondern auch Bestechung galt dem finanziell potenten Venedig als Verständigungsweg und probates „alternatives Kriegsmittel“. In den 1470er-Jahren im Kampf gegen die Osmanen hingegen setzte die christliche Republik auf Verbündete, wie GIORGIO ROTA (Wien) zeigte. 1473 koordinierte Venedig gemeinsam mit den muslimischen Weißen Hammeln unter Uzun Hasan den einzigen bislang bekannten europäisch-persischen Militäreinsatz gegen die Osmanen. Neben Fragen zu Strategie und politischer Propaganda beschäftigte Rota hier vor allem die wechselseitige Verständigung der Bündnispartner durch den Austausch zahlreicher Gesandtschaften im Vorfeld des Einsatzes gegen Mehmed II. in Ost-Anatolien. Deren Bedeutung ist, nicht zuletzt wegen der verschiedenen Herkunft der Gesandten, offensichtlich nicht allein politisch-militärisch, sondern auch religiös-kulturell zu interpretieren. JAROSLAV SVÁTEK (Praha) interessierten die Einflüsse auf die Kreuzzugspolitik Philipps des Guten bis zur Niederlage der Kreuzfahrer in der Schlacht bei Warna 1444. Der burgundische Herzog und seine Berater gewannen ihr Bild vom Feind, wie den mutmaßlich furiosen Türken, aus Berichten von Reisen in die Kreuzzugsgebiete im Nahen Osten und auf den Balkan in den 1420er- und 1430er-Jahren, was sich auch auf ihre Kriegsstrategie auswirkte. PŘEMYSL BAR (Brno), PAVEL SOUKUP (Praha) und ANTONÍN KALOUS (Olomouc) demonstrierten, wie Absender politischer Propaganda ihre Botschaften zielführend einsetzten und gegebenenfalls auf ihre Adressaten zuschnitten. Sigismund, so legte Bar dar, entschied je nach katholischen oder hussitischen Empfängern seiner Propagandaschriften, ob er letztere als „Ketzer“ oder nur als „Rebellen“ bezeichnete. Vor allem bei den Adressaten im Reich wollte sich der Herrscher vom Verdacht befreien, den Kampf gegen die „Häretiker“ zu vernachlässigen, von diesen hingegen erhoffte er sich die Anerkennung als böhmischer König. Eindeutig gegen die böhmischen „Ketzer“ gerichtet waren die Predigten Oswald Reinleins, mit denen Pavel Soukup die Wirkkraft mündlicher Kommunikation in Gestalt der Predigt im Mittelalter ins Blickfeld rückte. Der Augustiner Reinlein rief im Vorfeld des Heerzuges Albrechts V. 1426 seine Wiener Zuhörerschaft zum Kreuzzug auf. Die Predigten enthielten keine direkten Kriegsanweisungen, waren sie auch nicht unmittelbar an (mögliche) Kriegsteilnehmer gerichtet, sondern an finanzstarke religiös-sensitive städtische Schichten, die den Kreuzzug bezuschussen sollten. Anhand von drei Kriegen des Matthias Corvinus zeigte ANTONÍN KALOUS (Olomouc), wie der ungarische König Propaganda in Form von öffentlichen Schriften, Briefen und von ihm gelenkter Geschichtsschreibung bei Feinden wie Alliierten geschickt einzusetzen wusste, „to invent his victories“. So inszenierte sich Matthias als Beschützer der Katholiken gegen die Hussiten, änderte diese Strategie jedoch recht schnell, als er König von Böhmen wurde. Seine verbale Auseinandersetzung mit dem Kaiser hingegen, auf die ANNE-KATRIN KUNDE (Luxemburg) einging, unterlag der Dynamik des Dialogs. Die Quellen zeichnen das Bild eines zunächst formalisierten Vater-Sohn-Verhältnisses zwischen Matthias und Friedrich III. Es folgte in seiner sprachlichen Ausgestaltung geregelten protokollarischen Konventionen, die sich jedoch mit den diplomatischen und kriegerischen Konflikten zwischen beiden Herrschern zunehmend auflösten. Die Korrespondenz wurde emotionaler, die Höflichkeitsfloskeln erodierten.

Die nächste Sektion wandte sich weg von der Sprache hin zu Signalen und Symbolen als Kommunikationsträger. ROBERT NOVOTNÝ (Praha) demonstrierte vor dem Hintergrund der Hussitenkriege, wie Kriegsparteien den kulturellen Konsens über die Bedeutung von symbolischen Handlungen für sich nutzbar machten. Katholische Truppen starteten mit gesenkten, Aufgabe signalisierenden Fahnen taktische Manöver. Die Hussiten brachten mit der Aneignung der eigentlich dem Herrscher vorbehaltenen Ritterpromotion ihr Selbstverständnis zum Ausdruck. Sie entwickelten diese symbolische Handlung zudem durch das Mischen von Altem mit Neuem, Profanem mit Sakralem zu einer neuen Qualität. Laut wurde der Krieg bei MARTIN CLAUSS (Saarbrücken), der aus Christian Wierstraets Schilderung der Belagerung von Neuss in den Jahren 1474-1475 die akustischen Phänomene extrahierte. Glockengeläut, Rufe und Trompetensignale wurden, so Clauss, von der Stadt als „Klanggemeinschaft“ kollektiv rezipiert. Über die akustische Ebene war so auch eine Kommunikation mit dem Feind jenseits der Mauer möglich. Während hier also ein weitgehender Konsens über die Bedeutung der akustischen Signale in der Schlacht herrschte, mussten für andere, nicht eindeutig fassbare Kriegssituationen allgemeinverständliche Deutungshilfen erst gefunden werden, wie JAN BIEDERMAN (Praha) zeigte. Er suchte nach Kriterien, anhand derer im Mittelalter unentschiedene Schlachten als gewonnene definiert wurden, so beispielsweise am Ausmaß der Verluste, der Eroberung des Schlachtfeldes oder des Lagers.

Die Sektion zur Nachrichtenübermittlung im Krieg begann mit zwei Beiträgen zum Boten- und Spionagewesen. Im Krieg Polen-Litauens gegen den Deutschen Orden, so SŁAWOMIR JÓŹWIAK (Toruń), sei zwar der Einfluss der beiderseitigen Aufklärungsmaßnahmen auf die politischen und militärischen Handlungen aufgrund der Quellenlage nicht einfach zu messen. Gleichwohl sprächen genug Indizien dafür, dass es sich um ein gezieltes diplomatisches Spiel handelte. Aufseiten des Deutschen Ordens konnte das beispielsweise bedeuten, dass kurzerhand ein polnischer Amtsträger bestochen und für Spionagedienste angeworben wurde. DANIELA DVOŘÁKOVÁ (Bratislava), die sich mit Spionage im spätmittelalterlichen Ungarn beschäftigte, sensibilisierte dafür, dass die Quellen, in ihrem Fall die Preßburger Rechnungsbücher, eine scharfe Trennung zwischen einem Boten und einem Spion oftmals nicht zulassen. Für Dienste wie ihre, die in der Regel aus Informationsbeschaffung gegen Geld bestanden, wurden häufig einfache Leute, nicht selten auch Frauen oder Mitglieder von Randgruppen angeworben. Für qualifiziertere Aufklärungstätigkeiten war allerdings ein gewisser Grad an Professionalität erforderlich. War beispielsweise ein ungarischer Spion verdeckt am Hof des türkischen Sultans eingesetzt, musste er zumindest über die Fähigkeit zur Konspiration verfügen. ANNA JAGOŠOVÁ (Wien) und MÁRTA KONDOR (Budapest) richteten in ihrem gemeinsamen Vortrag den Blick auf die Geschäftstätigkeit der Kanzlei(en) Sigismunds zu Kriegszeiten, die dem Herrscher in die Kriegsgebiete nach Bosnien, Italien und Böhmen folgte(n). Auch hier brach die Produktion von Urkunden nicht ab. Vielfach waren es Schenkungsurkunden für Kriegsteilnehmer, die neben ihrem eigentlichen Rechtsinhalt auch Erkenntnisse über den Kriegsverlauf liefern sowie die Möglichkeit eröffnen, einzelne Kanzleiangehörige zu identifizieren, wie Jagošová mittels paläographischer Analyse demonstrierte.

ALEXANDRA KAAR (Wien), DANIEL LUGER (Wien) und KLARA HÜBNER (Fribourg/Bern) untersuchten aus unterschiedlichen Perspektiven die städtische Kommunikation in bewaffneten Konflikten. Alexandra Kaar fragte vor allem nach dem Verhältnis zwischen Mündlichkeit und Schriftlichkeit in der städtischen Nachrichtenübermittlung. Sie analysierte dazu typische kriegsbedingte Kommunikationssituationen, wie beispielsweise die Aufbietung des Landesaufgebots. Für das von ihr gewählte Beispiel der oberlausitzischen Städte während der Hussitenkriege konstatierte sie ein Überwiegen der schriftlichen Nachrichten. Wie sich eine Stadt in der Ausnahmesituation einer Belagerung verhielt, interessierte Daniel Luger. Er warf einen Blick über die Alpen nach Triest, das im Rahmen eines Handelskonfliktes 1463 von venezianischen Truppen belagert wurde. Luger zeigte, wie der Kontaktbedarf des bedrängten Triest zu anderen Städten wie kaiserlichen Vertretern deutlich zunahm. Anhand der städtischen Rechnungsbücher belegte er, dass die Ausgaben für Gesandtschaften und Botengänge im Jahr der Belagerung stark anstiegen, was eines besonders deutlich machte: Kommunikation kostete Geld. Luger wie auch Klara Hübner, die hierfür das Botenwesen der Schweizerischen Eidgenossenschaften um 1500 als Beispiel wählte, zeigten zudem, mit welchen Unwägbarkeiten Nachrichtenübermittlung mitunter verbunden sein konnte. So wurde in Konflikten gezielt desinformiert. Es waren geographische Hürden, wie die Alpen, zu überwinden. Diese sowie große Entfernungen konnten eine Nachrichtenübermittlung mitunter erheblich verzögern. Die Boten waren bisweilen Gefahren, wie Folter, ausgesetzt. Auch in UWE TRESPs (Potsdam) Vortrag traten die Schwierigkeiten der Nachrichtenlogistik über große Distanzen deutlich vor Augen. So vermochten es die Wettiner letztendlich nicht, ihre als Reichshilfe für den Krieg Friedrichs III. gegen Ungarn aufgestellten Truppen über die Entfernung zwischen Wien und Sachsen hinweg wirksam zu steuern.

Was vom Krieg bleibt, zeigte ZDENĚK VYBÍRAL (Tábor) im letzten Vortrag der Tagung. Er hielt mehrere zu unterschiedlichen Zeitpunkten und aus verschiedenen Perspektiven abgefasste Kriegsdarstellungen nebeneinander und belegte damit, dass sowohl die kollektive als auch individuelle Erinnerung an den Krieg durch mehrere Filter, wie das Vergessen, Veränderungen unterworfen und letztlich konstruiert ist.

In seiner Schlusszusammenfassung ordnete Uwe Tresp die Tagungsbeiträge noch einmal nach Art der Kommunikation den Bereichen Mündlichkeit und Schriftlichkeit, symbolische Kommunikation und Propaganda zu. Er blieb jedoch nicht bei diesem, so von ihm formuliert, „einfachen Ansatz“, sondern warf ergänzend dazu einen ganzen Katalog weiterführender Fragen auf, so ob Kommunikationsmedien im Krieg anders als zu Friedenszeiten funktionierten, wie die Wechselwirkung zwischen Kommunikation und Krieg mit ihren jeweiligen Mechanismen einzuschätzen ist, und inwieweit die verschiedenen Kommunikationsmedien der Geschichtsforschung als Quellen für ihre Fragestellungen zum Thema Krieg nützen. Diese und andere Fragen seien während der Tagung, wenngleich noch nicht erschöpfend, so doch in unterschiedlichem Ausmaß angeschnitten und bearbeitet worden. Mit Uwe Tresp ist darauf zu verweisen, dass die (im Übrigen sehr gut organisierte) Tagung mit Kommunikation und Krieg zwei große Forschungsfelder der Mediävistik zusammengeführt hat, die nicht zwangsläufig zusammengehören müssen. Zu diesem komplexen Themenfeld haben die Referierenden alles in allem mit ihren Beiträgen einen guten Boden für weitere Forschungen bereitet.

Konferenzübersicht:

Einführungsvortrag
Malte Prietzel: Briefe, Zeichen, Rituale. Kommunikation in spätmittelalterlichen Kriegen

Sektion I: Der Weg zum Krieg – der Weg zum Frieden
Moderation: Ivan Hlaváček und Christine Reinle

Adam Szweda: Was geschieht, bevor der Krieg beginnt? Das Beispiel der Beziehungen zwischen Polen-Litauen und dem Deutschen Orden bis 1454

Manfred Hollegger: Die immer gleiche Verirrung der Menschen? Im Vorfeld von Schweizer- oder Schwabenkrieg (1499), Landshuter Erbfolgekrieg (1504) und Venezianerkrieg (1508)

Martin Čapský: Kommunikationsstrategien Sigismunds von Luxemburg bei der Ausrufung des ersten Kreuzzuges

Petr Elbel: Waffenstillstand als integrales Instrument des spätmittelalterlichen Krieges. Das Beispiel der Hussitenkriege

Andreas Willershausen: Symbolische Kommunikation und Rhetorik des Friedens bei der Konfliktintervention Kardinal Talleyrands de Périgord im Vorfeld der Schlacht von Poitiers (1356)

Robert Antonín: Symbolische Kommunikation bei Friedensschlüssen in erzählenden mittelalterlichen Quellen aus Böhmen

Sektion II: Diplomatie und Propaganda. Auf der Suche nach Verbündeten
Moderation: Manfred Hollegger und Karel Hruza

Martin Štefánik: Alternative Kriegsmittel. Hintergrunddiplomatie, Bestechung und Handelssperre im venezianisch-ungarischen Krieg in den Jahren 1411-1413

Giorgio Rota: The Aq Qoyunlu-Venetian joint military campaign of 1473 in Anatolia and its background

Jaroslav Svátek: From Mamluks to Ottomans. Change of the Burgundian later-crusade policy and propaganda (an example of two projected military campaigns)

Přemysl Bar: Der erste und zweite Hussitenkreuzzug in der Korrespondenz und im Propagandaschrifttum König Sigismunds

Pavel Soukup: Aufforderung zum Krieg von der Kanzel. Die Wiener Kreuzzugspredigten Oswald Reinleins von 1426

Antonín Kalous: Propaganda in the wars of Matthias Hunyadi in the late 1460s an 1470s

Anne-Katrin Kunde: Sunder des kunigs erdichten süssen schrifften und wortten – Argumentationsformen im Konflikt zwischen Kaiser Friedrich III. und König Matthias von Ungarn

Sektion III: Signale und Symbole. Kommunikation auf dem Schlachtfeld
Moderation: Malte Prietzel

Robert Novotný: Misslingen des Rituals? Symbolische Kommunikation in den Hussitenkriegen

Martin Clauss: Der laute Krieg – die Laute des Krieges. Signale und Geräusche in Kriegen des Mittelalters

Jan Biederman: The problem of defining the victor in undecided battle

Sektion IV: Mündlichkeit und Schriftlichkeit. Nachrichtenübermittlung im Krieg
Moderation: Wolfram Ziegler und Paul-Joachim Heinig

Sławomir Jóźwiak: Der Einfluss von Geheimdienstinformationen auf den Verlauf militärischer Aktionen im Krieg Polens und Litauens gegen den Deutschen Orden 1409-11

Daniela Dvořáková: Die Bedeutung der Spionage im spätmittelalterlichen Ungarn

Anna Jagošová – Márta Kondor: Die Kanzlei im Feldlager. Die Tätigkeit der königlichen Kanzleien während der Kriegszüge Sigismunds in Bosnien (1410), Italien (1412-1413) und Böhmen (1420-1422 und 1425)

Alexandra Kaar: So fortiget dyssin knecht von stund myt der antwert her weder – Mündlichkeit und Schriftlichkeit der Nachrichtenübermittlung in der Oberlausitz während der Hussitenkriege

Daniel Luger: Umb diesem pfeil gewunden waz ain verschriben zedelein – Städtische Kommunikation und Nachrichtenübermittlung vor, während und nach einer Belagerung am Beispiel des „Assedio di Trieste“ im Jahr 1463

Klara Hübner: Daz die potn hartt durchkomen – Städtische Nachrichtenübermittlung in spätmittelalterlichen Konflikten

Uwe Tresp: Das ferne Heer. Die sächsische Reichshilfe für den Krieg Kaiser Friedrichs III. gegen Ungarn (1481/1482) in den Berichten des Sittich von Zedtwitz an die Wettiner

Sektion V: Sieger und Besiegte. Krieg in der Erinnerung
Moderation: Paul-Joachim Heinig

Zdenĕk Vybíral: Symbolic Communication on War in Bohemian Society at the Turn of the Early Modern Era. Memory – Imagination – Narrative – Fiction

Uwe Tresp: Zusammenfassung

ZitierweiseTagungsbericht Kommunikation im Krieg im späten Mittelalter. 01.12.2011–03.12.2011, Praha, in: H-Soz-u-Kult, 07.03.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=4106>.

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