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Gegenpäpste – Prüfsteine universaler Autorität im Mittelalter

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:DFG-Projekt "Gegenpäpste – Prüfsteine universaler Autorität im Mittelalter"; Lehrstuhl für Mittlere Geschichte, RWTH Aachen
Datum, Ort:08.09.2011–10.09.2011, Aachen

Bericht von:
Florian Eßer/Monika Gussone/Kathrin Steinhauer, Lehrstuhl für Mittlere Geschichte, RWTH Aachen
Email: <esserhistinst.rwth-aachen.de>; <gussonehistinst.rwth-aachen.de>; <steinhauerhistinst.rwth-aachen.de>

Im Rahmen des in Aachen angesiedelten DFG-Projekts „Gegenpäpste – Prüfsteine universaler Autorität im Mittelalter“ betrachtete eine internationale Tagung verschiedene päpstliche Konkurrenzsituationen über einen teils chronologischen, teils thematischen Zugang. Auch wenn der Begriff „Gegenpapst“ in der Geschichtswissenschaft meist ein negatives historisches Urteil und Erfolglosigkeit beinhaltet, sollte, wie Gastgeber HARALD MÜLLER (Aachen) ausdrücklich betonte, nicht die Legitimität einzelner Päpste bewertet werden, sondern anhand von verschiedenen Frage- und Themenkomplexen das Spezifische des Phänomens „Gegenpapst“ und der Umgang einer Institution, die keine Mehrfachbesetzung an der Spitze vorsieht, mit diesem Phänomen erfasst und eingeordnet werden. Für eine solche erste Bestandsaufnahme wurden in den Vorträgen vor allem Gemeinsamkeiten und Unterschiede der einzelnen Konkurrenzen, beispielsweise in den Strategien der Legitimationsbehauptung verfolgt. Neben historischen Beispielen von der Spätantike bis zum Basler Konzil, die belegen konnten, welch unterschiedliche Formen (etwa sukzessive Konkurrenzen oder serielle Schismen mit Ausbildung von Doppelhierarchien) es in der Geschichte des Papsttums gegeben hat, interessierten vor allem die Methoden der Obödienzbildung mit ihren legitimierenden Strategien wie der Aussendung von Wahlanzeigen und Legaten, Kardinalserhebungen, Heiligsprechungen und Privilegienverleihungen, die insbesondere in der Zeit des Großen Abendländischen Schismas perfektioniert wurden. Zweitens wurde die gezielte Verbreitung von Argumenten für die eigene und die mangelnde Rechtmäßigkeit des Gegners als eine legitimitätsbildende Maßnahme eingesetzt, wobei spezielle Formen und Topoi zu verwenden waren und wozu auch die Kontrolle der gegenpäpstlichen Memoria zählte, die bis zur Leichenschändung gehen konnte. Der „Sicht von außen“ können, drittens, die Wahrnehmung der Kontrahenten durch die Zeitgenossen und deren obödiente, renitente oder indifferente Reaktionen auf die päpstliche Politik zugeordnet werden, erkennbar beispielsweise an der Zahl geäußerter Privilegienwünsche, aber auch an der Aufarbeitung des Themas durch die zeitgenössische Geschichtsschreibung. Unter der weiten Überschrift „Auswirkungen und Umgang mit der Situation“ lassen sich die Behandlung der Konkurrenten (Integration oder Verdrängung), die Ausbildung verschärfter Wahlverfahren nach Krisen, die Entstehung ekklesiologischer Modelle, Veränderungen in der Durchsetzbarkeit des päpstlichen Universalitätsanspruchs sowie die Anwendung eines Fluchvokabulars, wie monstrum horrendum, falsus frater, filius pestilentie, Mahumet, pseudopapa oder antipapa, auf den jeweiligen Gegner im Verlauf der Schismen zusammenfassen.

Der Dresdener Soziologe KARL-SIEGBERT REHBERG zeigte sich als „Fachfremder“ überrascht, dass es bisher keine systematische Betrachtung des Themas gebe. Er verband das Anliegen der Tagung mit Ausführungen zur Institutionalisierung, welche er vor allem im Hinblick auf Mechanismen zur Stabilisierung betrachtete. Die Veralltäglichung von Charisma, das heißt die Überführung in ein Amtscharisma, stelle im Kern lediglich eine Ordnungsbehauptung und Geltungsfiktion dar, die prinzipiell erschüttert werden könne, zumal wenn solch rationale Fiktionen in ein Spannungsverhältnis zur realen Pluralität gerieten, wie dies beim Universalitätsanspruch des Papstes der Fall sei. Dass ein solcher für die Frühzeit allerdings nicht vorausgesetzt werden könne, hoben HARTMUT LEPPIN (Frankfurt am Main) und KLAUS HERBERS (Erlangen) hervor: Leppin hielt für die Antike fest, dass man eher von einer Doppelbesetzung des Bischofsamts von Rom sprechen müsse, da der Begriff des Papstes vor Leo dem Großen fragwürdig sei, und dass Rom im Gegensatz zu den Bischofssitzen im Osten des Reiches nur eine geringe Zahl derartiger Phänomene aufwies. Anhand von drei Beispielen wurden vornehmlich die jeweiligen Legitimations- und Argumentationsstrategien der Kandidaten herausgestellt. Herbers bezeichnete den Begriff „Gegenpapst“ für das 8. und 9. Jahrhundert, als Spaltungen insbesondere in stadtrömischen und karolingischen Interessen begründet waren, aufgrund der meist sukzessiven Pontifikatsabfolge als unpassend – mit Ausnahme von Sergius III., den im Hintergrund abwartenden „U-Boot-Papst“. Für Legitimation, Entledigung des Rivalen und Wahl gab es bereits geregelte Verfahrensformen, deren Anwendung aber gerade in Konkurrenzsituationen durch den mächtigeren Kontrahenten verhindert wurde. Päpstlicher Universalitätsanspruch bestand bis zur Synode von Sutri 1046 nur auf dem Papier, als sich, ausgeführt von RUDOLF SCHIEFFER (München), das von den Saliern initiierte und dominierte Reformpapsttum gegen den Widerstand lokaler Eliten durchzusetzen begann. Doch blieb es weiterhin auf die Stadt Rom als Standort angewiesen, selbst als es sich in einem zweiten Schritt von salischer Beeinflussung lösen konnte. Infolge des Papstwahldekrets konnten schließlich nur noch die wählenden Kardinäle Schismen produzieren. Mit Schriftzeugnissen desselben Zeitraums befasste sich NICOLANGELO D’ACUNTO (Brescia). Er bewertete speziell die Überlieferungschance des Schriftguts aus dem Umkreis des Gegenpapstes Clemens III. als schlecht – es ist vor allem außerhalb Italiens erhalten. Nach Durchsetzung des römischen Kirchensystems beseitigten Clemens‘ ehemalige Anhänger Spuren ihrer oder ihrer Vorgänger Parteinahme oft gründlich. Aussagekräftig für die Ermittlung konkreter Verluste sind zeitliche Lücken in sonst dicht überlieferten Beständen (Brescia, Perugia) oder Privilegienhäufungen für die Zeit nach Clemens III. (Luni, Cremona). Für die Rekonstruktion von Obödienzen und Obödienzwechseln sind Datierungsformeln in nicht systematisch vernichteten Privaturkunden aufschlussreich.

Einen Beitrag zur Ausweitung der universalen Autorität des Papsttums attestierte JOCHEN JOHRENDT (Wuppertal) dem Innozentianischen Schisma. Er stellte die angewendeten Maßnahmen zur eigenen Legitimierung und zur (nachträglichen) Diskreditierung des Gegners vor und eine zunehmende Bedeutung des orbis, der außerrömischen Christenheit, gegenüber der urbs Rom fest, auf deren Behauptung die Päpste zuvor angewiesen waren. Innozenz II. gewann Rom über den orbis, indem er das Appellationsrecht ausweitete, durch Reisen Netzwerke bildete, das Kardinalskolleg stärkte und das Urkundenwesen perfektionierte.

Im Hinblick auf sechs Einflussfaktoren betrachtete WERNER MALECZEK (Wien) auf inspirierende Weise das Schisma von 1159 bis 1177, wobei er verdeutlichte, dass Alexander III. in allen relevanten Bereichen erfolgreicher als Viktor IV. agiert hat. Neben dem mehrfach entscheidenden Zufall waren diese ihm zufolge die Rechtsstandpunkte der Antagonisten, ihre Propagierung eigener Rechtmäßigkeit sowie die grundsätzliche Auffassung von der Nicht-Richtbarkeit des Papstes, insbesondere auch die Qualität des jeweiligen kurialen Apparats, die Höhe des Urkundenausstoßes sowie der Zustand der päpstlichen Gerichtsbarkeit und der Netzwerke, die geistliche und weltliche Unterstützer einbezogen, schließlich die Fähigkeit, eine Obödienz zu bilden.

Neben die bis hierhin vorgestellten handfesten Strategien traten auch Maßnahmen eher ideeller Art, die den Gegner durch Schädigung seines Andenkens bis über seinen Tod hinaus verfolgten: GERALD SCHWEDLER (Zürich) verband den Umgang mit der Erinnerung an Gegenpäpste mit grundlegenderen Überlegungen zum Begriff der damnatio memoriae, die nicht bloß als Zerstörung des Gedächtnisses verstanden werden dürfe, sondern ebenso bewusste Etablierung einer Gegen-Erinnerung umfasse: Neben einer deletio memoriae, etwa in Form der Beseitigung von Leichnam und Grab des Konkurrenten, hätten vielmehr zahlreiche bewusst inszenierte Akte eine damnatio in memoria, eine Erinnerung des Negativen, statt einer Negation der Erinnerung zum Ziel gehabt. Davon lasse sich zudem in der Um- und Überarbeitung von Geschichtsschreibung eine „rhetorische damnatio“ als Sinnänderung im Nachhinein unterscheiden.

Der bewusst inszenierten damnatio ging ebenfalls KAI-MICHAEL SPRENGER (Rom) am Beispiel Clemens’ III. nach, dessen Leichnam nach Zerstörung seiner immer stärker von einem Heiligenkult vereinnahmten Grabstätte durch Paschalis II. in den Tiber geworfen worden sei. Sprenger versuchte, wahrscheinlich zu machen, dass dieses Vorgehen Anschluss an bestehende (stadt-)römische, teils antike Traditionen suchte und den Fluss als einen speziellen römischen Erinnerungsort nutzte, um eine Gegenerinnerung zu etablieren.

Eine andere Herangehensweise an die Thematik verfolgte OTFRIED KRAFFT (Marburg), der beispielhaft einige Heiligsprechungen an der Wende zum 12. Jahrhundert und zur Zeit des Großen Abendländischen Schismas auf einen Zusammenhang mit der Obödienzfestigung der beteiligten Päpste untersuchte. Festzuhalten sei, dass Heiligsprechungen mit dieser Absicht eher selten, jedoch sehr begehrt und daher effektiv waren. Zudem sei bei einigen Päpsten und „Gegenpäpsten“ eine Häufung solcher Verfahren vorzufinden, während einige sich in dieser Hinsicht zurückhielten. Die These, Heiligsprechungsverfahren als transnationale Obödienzbeschaffungsmaßnahme anzusehen, sei daher durchaus gerechtfertigt.

Derartige Mechanismen der Obödienzbildung gewannen zusätzliche Bedeutung in der einmaligen historischen Konstellation des Großen Abendländischen Schismas, worauf die Vorträge von ARMAND JAMME (Lyon/Avignon) und BRIGITTE HOTZ (Aachen), die als Mitarbeiterin des Aachener Gegenpäpste-Projekts an der konzeptionellen und organisatorischen Vorbereitung der Tagung beteiligt war, den Blick lenkten. Jamme betrachtete die Umstände, dass ein und dieselben Kardinäle innerhalb kurzer Zeit mit Urban VI. und Clemens VII. zwei Päpste erhoben, vor allem im Kontext der zeitgenössischen italienischen Machtverhältnisse. Beide Kontrahenten mussten an ihnen ihr Werben und Agieren orientieren und dazu spezifische Kommunikationsstrategien entwickeln. Die Korrespondenz mit italienischen Empfängern zeigte, dass Clemens VII. hierbei dem sehr autoritären und mit Traditionen brechenden Verhalten Urbans VI. bewusst ein eher konservatives, „alternatives“ Papsttum entgegensetzte.

Dass Erfolg und Misserfolg bei der Obödienzwerbung ebenso stark von päpstlichen Zugeständnissen abhängig waren, verdeutlichte Hotz am Beispiel der Gesandten beider Prätendenten im Reich, dem Nuntius Urbans VI., Pileo da Prata, und dem sich zunächst zeitlich wie in der Sache im Nachteil befindlichen Legaten Clemens’ VII., Guillaume d’Aigrefeuille. So stehe die schnelle Festlegung der Reichsspitze auf Urban erkennbar in Zusammenhang mit der Approbation König Wenzels durch diesen Papst. Die Anhängerwerbung d’Aigrefeuilles blieb jedoch nicht vollkommen vergeblich, wie die Entscheidung Herzog Leopolds III. von Österreich für Clemens zeigte, welche sich aber ebenso päpstlichem Entgegenkommen verdankte.

PATRICK ZUTSHI (Cambridge) kontrastierte die Eigenarten der Kanzleien Urbans VI. und Clemens‘ VII., die sich beide nicht als große Reformer des Kanzleiwesens darstellen. Clemens VII. konnte sich altgedienter Kanzleimitglieder bedienen, die Urban verlassen hatten, und fand im französischen König nicht zuletzt einen finanziellen Unterstützer – im Gegensatz zu Urban, der nicht nur einen Großteil des Kanzleipersonals neu einsetzen musste, sondern zudem eine unsichere und unstete Existenz führte. Man könne, so Zutshi, eher Clemens als Urban eine Fortsetzung der Regierungspraxis seiner (legitimen) Vorgänger zuschreiben.

Aber nicht nur die Päpste handelten, um den Konflikt zu lösen, sondern auch weltliche Machthaber griffen aktiv ein. So stellte ÓSCAR VILLAROEL GONZÁLEZ (Madrid) die kastilischen Kommunikationsformen während des Schismas vor, in welchem das Königreich trotz seiner relativen Randlage eine außerordentlich aktive Rolle spielte. Um eine schnelle Lösung der Auseinandersetzung bemüht, seien besonders die verschiedenen Wege der Kommunikation bzw. der Kommunikationsstruktur und Informationsgewinnung am kastilischen Hof zu erwähnen, die sich zu Beginn des 14. Jahrhunderts ausbildeten. Durch eine weit über die Grenzen des eigenen Landes hinaus ausgedehnte Diplomatie sowie durch die Intensivierung der Kommunikationsstrukturen wurde die Rolle des Landes als maßgeblich bei der Lösung des Konflikts angesehen. Nachfolgend stellte HUGUES LABARTHE (Saint-Étienne/Toulouse) anhand verschiedener, die Obödienzbeschaffung betreffender Quellen ausführlich dar, inwieweit die Gascogne, die in dieser Zeit geradezu einen „Flickenteppich“ an politischer Machtverteilung bildete, das Papsttum zu beeinflussen vermochte.

In einem sehr anregenden Vortrag stellte HÉLÈNE MILLET (Paris) die gedanklichen Vorläufer der Tagung, allen voran Telesphorus von Cosenza, vor. In seinem Libellus aus dem Jahre 1386 verzeichnete dieser nicht nur eine Liste der bisherigen rivalisierenden Päpste, sondern kommentierte sie in analytischer Weise, um dadurch die Eigenart des Problems der Konkurrenzen darzustellen. Dieses und andere Beispiele verdeutlichten, in welchem Ausmaß sich bereits die Zeitgenossen mit dem Problem der Gegenpäpste beschäftigt haben.

Am Ende der inneren Spaltung der katholischen Kirche stehen das achtzehnjährige Basler Konzil und Felix V., zuvor Herzog Amadeus VIII. von Savoyen. Wie das Basler Konzil aufgrund der Dauer des Konflikts mit Eugen IV., seinem „Gegnerpapst“, zum „institutionellen Gegenpapst“ mit denselben Problemen (etwa Spaltung) und Legitimationsstrategien wurde, beleuchtete JOHANNES HELMRATH (Berlin). Ohne Papst an der Spitze war das Konzil als Kollektiv gezwungen, eine an der römischen Kurie und ihren bewährten Abläufen orientierte und ihr entsprechende Behörde einzurichten. Personeller Austausch, sogar Zusammenarbeit fanden dabei durchaus statt, doch lief die Entscheidungsfindung in Basel demokratischer ab.

Speziell mit dem letzten, vom Basler Konzil eingesetzten Gegenpapst, Felix V., beschäftigte sich URSULA LEHMANN (Berlin) und verfolgte Vorgehensweise und Erfolg des Basler Papstes in den Verhandlungen über seine Resignation. Dieser vermochte sich als Genfer Bischof, Kardinal und päpstlicher Legat auch nach seiner Abdikation weitreichende papstähnliche Vorrechte in seinem vormaligen Herzogtum zu erhalten, was er nicht zuletzt dem Entgegenkommen Nikolaus‘ V. verdankt habe, der das Schisma so ohne größere materielle Verlierer habe beenden können.

Die Tagung konnte – und wollte – keine vollständige Übersicht über alle Gegenpäpste und Schismen geben, sondern bot anhand von Einzelfalluntersuchungen und Themenschwerpunkten einen aktuellen Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung mit all seinen Lücken und offenen Fragen. So blieb auch die Debatte um die Begrifflichkeit – sei es ob der pejorativen Belastung des Begriffs, sei es in der Frage der prinzipiellen Vergleichbarkeit der unter ihm gefassten Phänomene – durchgehend präsent: Die Erscheinung des spätantik-frühmittelalterlichen intrusus stellte zwar ohne Zweifel eine Autoritätserschütterung dar, allerdings ohne universalen Charakter. Diesen gewannen die Gegenpäpste als historisches Phänomen erst parallel zum Aufstieg des römischen Bischofs. Mit dem Titel der Tagung lässt sich genaugenommen also nur ein bestimmter Zeitraum überschreiben, in dem die Gegenpontifikate zu „Prüfsteinen universaler Autorität“ wurden. Zugleich führten sie jedoch nie zum Bruch: Problem und Missstand wurde die personale Dopplung nur vor dem Hintergrund der prinzipiellen Anerkennung des universalen Primates; erst die Neuzeit brachte mit einer papstlosen Kirche eine Alternative hervor, die das Papsttum in Gänze verwarf. Die Diskrepanz zwischen Anspruch und Wirklichkeit stellt vielleicht das verbindende Moment der Konkurrenzen dar, welches sich im diachronen Vergleich in zahlreichen Gemeinsamkeiten, etwa in den (De-)Legitimierungsstrategien erkennen lässt. Einen Anstoß zur dringend gewünschten Weiterbeschäftigung mit diesem Thema wird nicht zuletzt der Tagungsband geben, der Mitte des kommenden Jahres erscheinen soll.

Konferenzübersicht:

Grußwort des Rektors der RWTH Aachen

Grußwort des Dekans der Philosophischen Fakultät der RWTH Aachen

Harald Müller (Aachen): Gegenpäpste – Prüfsteine universaler Autorität im Mittelalter

Sektion 1: Konkurrenz – Antike – Frühmittelalter
Moderation: Raban von Haehling (Aachen)

Karl-Siegbert Rehberg (Dresden): Legitimationsbestreitung und Amtscharisma. Soziologische Vorüberlegungen zu einem kirchengeschichtlichen Konfliktparadigma

Hartmut Leppin (Frankfurt am Main): Zum Phänomen von Gegenpäpsten in der Antike

Klaus Herbers (Erlangen): Konkurrenz und Gegnerschaft. „Gegenpäpste“ im 8. und 9. Jahrhundert

Sektion 2: Serielle Schismen – Hochmittelalter
Moderation: Claudia Zey (Zürich)

Rudolf Schieffer (München): Das Reformpapsttum und seine Gegenpäpste

Nicolangelo D‘Acunto (Brescia): Das Wibertinische Schisma in den Quellen des Regnum Italiae

Jochen Johrendt (Wuppertal): Das Innozentianische Schisma aus kurialer Perspektive

Werner Maleczek (Wien): Das Schisma von 1159 bis 1177. Erfolgsstrategie und Misserfolgsgründe

Abendvortrag
Moderation: Max Kerner (Aachen)

Arne Karsten (Wuppertal): Gebaute Memoria von Gegenpäpsten und ihren Kardinälen – Grabmäler zwischen Rom und Avignon

Sektion 3: Memoria – 14. Jahrhundert
Moderation: Andreas Rehberg (Rom)

Gerald Schwedler (Zürich): Damnatio Memoriae im diachronen Vergleich

Kai-Michael Sprenger (Rom): Der tote Gegenpapst im Fluss – oder wie und warum Clemens III. in den Tiber kam

Armand Jamme (Lyon/Avignon): Le schisme pontifical de 1378 comme problème italien: partis, réseaux et stratégies de communication

Brigitte Hotz (Aachen): Gegnerische Päpste und konkurrierende Kardinäle im Wettstreit um Anhänger im Reich ab 1378

Sektion 4: Großes Abendländisches Schisma – Krisenverarbeitung
Moderation: Dietrich Lohrmann (Aachen)

Óscar Villaroel González (Madrid): Les formes communicatives en Castille durant le Grand Schisme d’Occident

Hugues Labarthe (Saint-Étienne/Toulouse): L’Antipape dans les controverses ecclésiologiques du Grand Schisme d’Occident menées en Gascogne

Patrick Zutshi (Cambridge): Continuity and discontinuity in the chanceries of Urban VI and Clement VII

Hélène Millet (Paris): Antipapes et schismes. Un objet d’étude historique déjà au XIVe siècle

Sektion 5: Kanonisationen – 15. Jahrhundert
Moderation: Dieter Girgensohn (Göttingen)

Otfried Krafft (Marburg): Angestrebte und realisierte Heiligsprechungen in Zeiten von Papstschismen – Mittel transnationaler Obödienzbildung?

Johannes Helmrath (Berlin): Das Basler Konzil als institutioneller Gegenpapst

Ursula Lehmann (Berlin): Savoyisches Finale – die Resignation Felix‘ V.

Resümee und Abschlussdiskussion
Moderation: Harald Müller (Aachen)

Heribert Müller (Frankfurt am Main): Zusammenfassung

Plenumsdiskussion und Schlusswort

Geladene Diskutanten: Ansgar Frenken, Bernhard Schimmelpfennig

ZitierweiseTagungsbericht Gegenpäpste – Prüfsteine universaler Autorität im Mittelalter. 08.09.2011–10.09.2011, Aachen, in: H-Soz-Kult, 04.01.2012, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=3976>.

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