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Metropolregion, Stadtregion und urbane Peripherie

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Kreisarchiv Stormarn und Hamburger Arbeitskreis für Regionalgeschichte
Datum, Ort:22.11.2009, Bad Oldesloe

Bericht von:
Stefan Watzlawzik, Kreisarchiv Stormarn; Florian Bayer, Universität Hamburg
E-Mail: <s.watzlawzikkreisarchiv-stormarn.de> / <bayerfloalice-dsl.net>

Zur Tagung „Metropolregion, Stadtregion und urbane Peripherie“ (Bad Oldesloe, 22.11.2008), die vom Kreisarchiv Stormarn und dem Hamburger Arbeitskreis für Regionalgeschichte veranstaltet wurde, kamen über 50 Personen aus Politik, Wirtschaft, Kultur und Wissenschaft. In der ersten Sektion berichtete zunächst AXEL GEDASCHKO (Hamburg) über die politisch-planerische Perspektive für Hamburg und das Umland. Er schlug eine feste Entwicklungspartnerschaft vor, die regionales Konkurrenzdenken überwindet und sieht die Stärkung der Marke Hamburg als entscheidende Triebkraft für die Entwicklung der Metropolregion insgesamt. In der anschließenden Diskussion wurde v.a. das Thema Verkehr intensiv diskutiert. Dabei wurde der Ausbau eines östlichen Autobahnrings um Hamburg ebenso gefordert wie der Ausbau des S-Bahnsystems, um Pendlern den Umstieg vom Auto auf die Schiene zu erleichtern. Axel Gedaschko sah Hamburgs Befürwortung beider Punkte unter der Bedingung, dass sich das Land Schleswig-Holstein an den Kosten beteiligt.

Anschließend stellte AXEL PRIEBS (Hannover) das Modell der Region Hannover vor, die flächenmäßig kleiner als die Metropolregion Hamburg ist. Dort hat sich der Stadtkreis mit dem angrenzenden Landkreis bereits zusammengeschlossen im Gegensatz zur Metropolregion Hamburg, die weitestgehend auf freiwilliger Zusammenarbeit basiert. Die in der anschließenden Diskussion gestellte Frage, ob das Modell der Region Hannover auf die Metropolregion übertragbar ist, wurde aufgrund der Größe und der Tatsache, dass drei Bundesländer beteiligt sind, in Frage gestellt.

In der zweiten Sektion berichtete MEIK WOYKE (Bonn) vom Historischen Forschungsinstitut der Friedrich-Ebert-Stiftung in Bonn über die Entwicklung der persönlichen Lebensverhältnisse in den 1960er-Jahren im Hamburger Umland. Dabei ging er u.a. auf die „grünen Witwen“ ein. Mit Beginn des Wirtschaftswunders wollten viele Familien ein eigenes „Haus im Grünen“. Die Frauen, deren Männer tagsüber nach Hamburg zur Arbeit fuhren, waren häufig gegenüber den Einheimischen sozial isoliert. Dies änderte sich erst allmählich in den 1970er-Jahren, als auch immer mehr Frauen berufstätig wurden.

Im abschließenden Vortrag von NORBERT FISCHER (Hamburg), der auf dessen aktuellem Forschungsprojekt bzw. Buchpublikation „Vom Hamburger Umland zur Metropolregion“ (Hamburg 2008) basierte, wurde Stormarns Entwicklung seit 1980 vorgestellt. Der Kreis Stormarn stellt ein Musterbeispiel für die Veränderungen zwischen der Großstadt und den umgebenden ländlichen Regionen dar. Der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung durch Ausweisung zahlreicher neuer Gewerbegebiete standen Probleme wie Müllentsorgung, Autobahnbau durch ländliche Gebiete sowie die Zersiedelung der Landschaft als Schattenseiten entgegen. Die Frage nach einer regionalen Identität war noch komplexer. In einer Studie Anfang der 1990er-Jahre sahen sich nur etwa 2 Prozent der Bürger im Kreis als Stormarner. Trotzdem wurde und wird der Kreis in seiner Wahrnehmung häufig als landschaftlich schön und kulturell abwechslungsreich beschrieben. Als deutlicher Standortvorteil wurde die hohe Wirtschaftskraft in Verbindung mit einem vielfältigen Angebot an Kultur und Natur gesehen und eine bessere Vernetzung der Einrichtungen und Förderer vorgeschlagen.

Die Vorträge wurden anschließend in der Podiumsdiskussion unter Leitung von FRANKLIN KOPITZSCH (Hamburg) weiter vertieft. Eine zentrale Frage war dabei, wer überhaupt die wichtigen Entscheidungen in der Metropolregion Hamburg trifft. Nach der Feststellung, dass die Entwicklungen insgesamt noch zu „hamburglastig“ sind, wurde eine verstärkte Zusammenarbeit auf allen unterschiedlichen Ebenen befürwortet. Dabei sollten sich die Kreise im Umland ihrer Stärken und Vorteile bewusster werden und mehr Entscheidungsbefugnisse als bislang bekommen.

Konferenzübersicht:
1. Sektion: Metropol- und Stadtregionen
Axel Gedaschko (Hamburg): Hamburg und das Umland – Wechselbeziehungen aus politisch-planerischer Perspektive
Axel Priebs (Hannover): Die Region Hannover: Geschichte und Gegenwart eines Modells“

2. Sektion: Fallstudien aus dem Hamburger Umland
Meyk Woyke (Bonn): Leben in Suburbia. Hamburg und sein Umland in den langen „Sechziger Jahren“
Norbert Fischer (Hamburg): Stormarns Entwicklung seit 1980 – Vom Hamburger Umland zur Metropolregion

3. Sektion
Podiumsdiskussion mit den Referenten
Moderation: Franklin Kopitzsch (Universität Hamburg)

ZitierweiseTagungsbericht Metropolregion, Stadtregion und urbane Peripherie. 22.11.2009, Bad Oldesloe, in: H-Soz-u-Kult, 27.01.2009, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=2508>.

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