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Traditionsbildung und Veränderung politischer Identitäten im alpinen Raum

 

Informationen zu diesem Beitrag

Veranstalter:Istituto Storico Italo-Germanico in terento; Institut für Neuere Geschichte der Universität München; Fritz-Thyssen-Stiftung, Köln; autonome Region Trentiono-Südtirol; Trient/Bozen; Verein für italienisch-deutsche Geschichtsforschung, Trient
Datum, Ort:10.04.1997–12.04.1997, Trento/Trient, Italien

Bericht von:
Marco Bellabarba; Reinhard Stauber
E-Mail: <belbarbaisig.itc.it>

Vom 10.-12. April 1997 trafen sich in Trento/Trient, Italien, etwa dreissig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, England, Oesterreich, der Schweiz und Italien zu einer Tagung unter dem Rahmenthema "L'invenzione della tradizione nell'arco alpino: identita' territoriali e culturali / Traditionsbildung und Veraenderung politischer Identitaeten im alpinen Raum".

Die Konferenz war ausgerichtet worden am und vom Istituto Storico italo-germanico in Trento in Zusammenarbeit mit dem Institut fuer Neuere Geschichte der Universitaet Muenchen und konnte nicht zuletzt dank finanzieller Unterstuetzung durch die Fritz Thyssen-Stiftung, Koeln, die Autonome Region Trentino-Suedtirol, Trient/Bozen, und den Verein fuer Italienisch-deutsche Geschichtsforschung, Trient, im bewaehrten gastfreundlichen Rahmen des Trienter Instituts organisiert werden.

Die Tagungsthematik zielte insbesondere auf das Problem der bewussten Schaffung von Identitaet politisch und sozial verfasster Gruppen, zeitlich reichend von den humanistischen Thesen zur Bildung der Nationen bis hin zu den aktuellen Problemen der Legitimierung nationalen Sonderbewusstseins in der modernen europaeischen Staatenwelt. Als raeumliches Rueckgrat dafuer wurde der alpine Raum im weitesten Sinn gewaehlt, als Arbeitsbegriff Sueddeutschland, die Eidgenossenschaft, Burgund und das Elsass, die oesterreichischen Laender und Oberitalien umfassend.

Vier zentrale Interessenbereiche sollten im Rahmen der Faktenarbeit wie der methodischen Reflexion besonders zum Tragen kommen:
- das Konzept der Traditionsbildung, der "invention of tradition" in der Formel von Hobsbawm/Ranger, die bewusste Schaffung historischer Identitaet durch interessengelenkte Konstruktion von Vergangenheit,
- das Problem konkurrierender Definitionen, Anmassungen und Zuweisungen von Identitaet, das sich gerade in den vielfaeltigen Kontakt- und Uebergangszonen des alpinen Raums besonders nachhaltig stellt,
- das Forschungskonzept des "composite state" als eine dem Erfahrungshorizont der Fruehen Neuzeit besonders entsprechende Gegenfolie zu allen unitarisch-zentralen staatlichen Organisationsformen (Koenigsberger/Elliott), und
- die Begleitung, Verarbeitung und Legitimierung entsprechender Prozesse durch die Historiographie.

URL:ausführlicher Bericht über die Tagung, die dort gehaltene Referate und die Diskussion: http://www.lrz-muenchen.de/~ng/gfn/trient.html; (deutsch) http://artemide.itc.it/isig/attivita/alpino.html; (italienisch)
ZitierweiseTagungsbericht Traditionsbildung und Veränderung politischer Identitäten im alpinen Raum. 10.04.1997–12.04.1997, Trento/Trient, Italien, in: H-Soz-Kult, 13.06.1997, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/tagungsberichte/id=1942>.

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