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Alte Geschichte

E. Manders: Coining Images of Power

 

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Diese Rezension wurde redaktionell betreut von: Udo Hartmann <hartmannugeschichte.hu-berlin.de>
Autor(en):
Titel:Coining Images of Power. Patterns in the Representation of Roman Emperors on Imperial Coinage, A.D. 193–284
Reihe:Impact of Empire 15
Ort:Leiden
Verlag:Brill Academic Publishers
Jahr:
ISBN:978-90-04-18970-6
Umfang/Preis:XVII, 363 S.; € 119,00

Rezensiert für H-Soz-Kult von:
Markus Handy, Institut für Alte Geschichte und Altertumskunde, Karl-Franzens-Universität Graz
E-Mail: <handymarkusgmx.net>

Erika Manders hat im Jahre 2012 mit ihrer Dissertation den fünfzehnten Band der Reihe „Impact of Empire“ vorgelegt. Ihre Arbeit „Coining Images of Power. Patterns in the Representation of Roman Emperors on Imperial Coinage, A.D. 193–284“ untersucht im Wesentlichen die Art und Weise, wie sich römische Kaiser im 3. Jahrhundert ihren Untertanen im Spiegel der Reichsmünzen präsentierten.

Das erste Kapitel des Buches (S. 11–62) befasst sich grundsätzlich mit Fragen zur Darstellung von kaiserlicher Macht und bietet ferner einen Überblick zum historischen Geschehen im Untersuchungszeitraum: Oft ist hier von einer Krisenperiode, die von fortwährenden Auseinandersetzungen mit Persern und Germanen, von inneren Unruhen und instabilen wirtschaftlichen Verhältnissen gekennzeichnet ist, die Rede. Gerade in turbulenten Zeiten war die Inszenierung herrschaftlicher Macht auf Münzen unbedingt erforderlich. Zwar wurden Münzen auch geschlagen, um die Soldaten als wichtigste Garanten der Herrschaftsstabilisierung mit frischen Prägungen zu versorgen. Abgesehen von ökonomischen Motiven galten Münzen darüber hinaus aber auch als wichtige Überbringer von kaiserlicher Propaganda, deren sich nicht nur die ‚legitimen‘ Herrscher der Severer- und Soldatenkaiserzeit, sondern auch die verschiedenen Usurpatoren und Gegenkaiser bedienten.

In ihrer Analyse der Inhalte der kaiserlichen Münzbilder des 3. Jahrhunderts kann Manders im Wesentlichen vier Großthemen feststellen, die in den folgenden Abschnitten behandelt werden. Im zweiten Kapitel (S. 63–94) konzentriert sich Manders auf die herausragende Rolle der römischen Armee bei der Wahl der verschiedenen Münzlegenden. Die von den Herrschern des 3. Jahrhunderts geprägten Münzen militärischen Inhaltes lassen sich in drei Typen einteilen: Der erste Typ zeigt den Kaiser selbst in seiner Rolle als Feldherr, seltener als gewöhnlicher Soldat. Hier zeichnet es sich ab, dass im 3. Jahrhundert gerne der Auszug (profectio), die Truppenansprache (adlocutio) oder die feierliche Ankunft des Prinzeps nach dem Ende eines siegreichen Feldzuges (adventus) dargestellt wurde. Der zweite Münztyp betont dagegen die allgemeine, in einzelnen Fällen auch die spezielle Sieghaftigkeit des Herrschers (etwa die victoria Germanica oder die victoria Parthica). Bilder dieses Münztyps zeigen die Siegesgöttin Victoria neben den auf einem Triumphwagen stehenden Kaiser. Ein dritter Typ unterstreicht die Bindungen, die die Herrscher zu einzelnen Truppeneinheiten pflegten.

Im dritten Kapitel (S. 95–154) setzt sich Manders mit den religiösen Inhalten der römischen Münzprägung auseinander. Zwar geht im betrachteten Zeitraum die Darstellung des Kaisers als Priester merklich zurück, jedoch wurde an der Erwähnung und Abbildung von bekannten traditionellen Gottheiten wie Iuppiter, Mars, Apollo oder Hercules nach wie vor festgehalten. Im vierten Kapitel (S. 155–185) widmet sich Manders den Tugenden, die ein Kaiser auf seinen Münzbildern erwähnt haben wollte. Einen besonderen Stellenwert besaß dabei die virtus im militärischen Sinne. Ihre Erwähnung auf Münzrückseiten nahm seit der Herrschaft Gordians III. in beträchtlichem Maße zu, wobei die virtus Augusti am meisten gewählt wurde. Gegenstand des fünften Kapitels (S. 187–211) ist der auf Münzen ausgedrückte Gedanke eines Goldenen Zeitalters durch die Erwähnung von Pax, Felicitas oder Securitas.

Der folgende Teil des Buches hat drei Fallstudien zum Bereich der kaiserlichen Macht auf Münzen zum Thema: Untersucht wird zum einen die Prägetätigkeit Caracallas (S. 225–252), dessen Münzen in der Zeit der gemeinsamen Herrschaft mit seinem Vater Septimius Severus in erster Linie noch militärische Inhalte verkündet hatte. Als Alleinherrscher feierte er dann auf seinen Prägungen vor allem religiöse Werte. Manders’ Überlegungen zu den von Decius geprägten Münzen (S. 253–267) bieten überraschende Ergebnisse: Jenes aus der literarischen Überlieferung bekannte Bild eines konservativen Reformers findet in der numismatischen Evidenz dieses Herrschers keine Bestätigung. Betont werden stattdessen militärische Belange, was Manders zu der Annahme führt, das berühmte Opferedikt des Decius – bisweilen als Akt der Religionspolitik gedeutet – habe in Wahrheit lediglich der Herrschaftsstabilisierung gedient.

Die Reichsmünzen des Gallienus (S. 269–302) untersucht Manders in ihrer dritten Fallstudie: Sie lassen sich grob in die Zeit der gemeinsamen Herrschaft mit Valerian und in die Zeit seiner Alleinherrschaft einteilen. Mit seinem Vater wurden gemeinsam errungene Siege gegen Perser und Germanen gefeiert; in der Zeit seiner Alleinherrschaft betonte Gallienus dagegen allgemein seine Sieghaftigkeit. Manders schließt ihr Buch mit einer Conclusio (S. 303–309), verschiedenen Appendices (S. 313–342), einer umfangreichen Bibliographie (S. 343–356) und einem Indexteil (S. 357–363) ab.

In der Rückschau zeigt sich deutlich, dass das Buch seiner Intention gerecht wurde, Grundsätzliches zur kaiserlichen Propaganda und Repräsentation im 3. Jahrhundert zu vermitteln. Die genaue Auswertung und Analyse der verschiedenen Münztypen bietet so bemerkenswerte Impulse zur Erforschung dieser literarisch vergleichsweise spärlich dokumentierten Zeit.

ZitierweiseMarkus Handy: Rezension zu: Manders, Erika: Coining Images of Power. Patterns in the Representation of Roman Emperors on Imperial Coinage, A.D. 193–284. Leiden 2012, in: H-Soz-Kult, 22.04.2013, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2013-2-054>.

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