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Zeitgeschichte (nach 1945)

Die Literaten und der Luftkrieg

 

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Diese Rezension wurde redaktionell betreut von: Vera Ziegeldorf <ziegeldorfvgeschichte.hu-berlin.de>

Hage, Volker: Zeugen der Zerstörung. Die Literaten und der Luftkrieg. Essays und Gespräche. Frankfurt am Main: S. Fischer 2003. ISBN 3-10-028901-3; 301 S.; € 19,90.

Hage, Volker (Hrsg.): Hamburg 1943. Literarische Zeugnisse zum Feuersturm. Frankfurt am Main: Fischer Taschenbuch Verlag 2003. ISBN 3-596-16036-7; 320 S.; € 12,00.

Rezensiert für H-Soz-u-Kult von:
Silke Horstkotte, Amsterdam School for Cultural Analysis (ASCA), Universiteit van Amsterdam
E-Mail: <s.horstkotteuva.nl>

„Es ist schwer, sich heute eine auch nur halbwegs zureichende Vorstellung zu machen von dem Ausmaß der während der letzten Jahre des zweiten Weltkriegs erfolgten Verheerung der deutschen Städte, und schwerer noch, nachzudenken über das mit dieser Verheerung verbundene Grauen. […] Die in der Geschichte bis dahin einzigartige Vernichtungsaktion […] scheint kaum eine Schmerzensspur hinterlassen zu haben im kollektiven Bewußtsein“, so begann W.G. Sebald seine 1997 gehaltenen Züricher Vorlesungen über ‚Luftkrieg und Literatur’. [1] Damit setzte er den Startschuss zur Diskussion über das deutsche Gedenken an den Bombenkrieg, die seither zahlreiche, vor allem populär orientierte, Publikationen hervorgebracht hat. [2] Insbesondere Jörg Friedrichs „Der Brand“ und der Ergänzungsband „Brandstätten“ haben das Thema einer breiten Öffentlichkeit präsent gemacht. [3]

Zahlreiche Wissenschaftler haben mittlerweile darauf hingewiesen, dass der Bombenkrieg in der deutschen Nachkriegsgesellschaft keineswegs ein Tabu-Thema darstellte und dass hierzu auch bereits seit längerem eine Fülle (leicht recherchierbarer!) Studien vorliegt. [4] Doch wie sieht es mit spezifisch literarischen Zeugnissen zum Luftkrieg aus, auf die Sebalds Polemik ja in erster Linie abzielte? Auch dem Vorwurf, die Literatur habe es versäumt, den Luftkrieg auf die deutschen Städte zu verarbeiten, ist bereits entgegengehalten worden, es habe durchaus den einen oder anderen Autor gegeben, der dies doch getan habe. [5] Den Nachweis, dass es tatsächlich eine relativ umfangreiche literarische Reaktion auf den Bombenkrieg gegeben hat, führt nun der Spiegel-Journalist Volker Hage, der in diesem Jahr zwei Bücher zum Thema vorgelegt hat: eine Sammlung literarischer Zeugnisse zum Luftangriff auf Hamburg im Sommer 1943 mit Texten von Brecht, Jünger, Hesse, Klaus Mann, Wolfgang Borchert, Hans Erich Nossack, Ralph Giordano, Klaus Modick, Uwe Timm und anderen [6]; und eine literarhistorisch gegliederte Studie, in der Hage explizit auf die von Sebalds Züricher Vorlesungen ausgelöste Debatte eingeht und die im zweiten Teil eine Reihe von Interviews mit Wolf Biermann, Dieter Forte, Rolf Hochhuth, Walter Kempowski, Alexander Kluge, Monika Maron, Harry Mulisch, Marcel Reich-Ranicki, Gerhard Roth, W.G. Sebald und Kurt Vonnegut enthält. [7] Beide Bücher sind parallel zu lesen, wobei die Text-Anthologie ganz offensichtlich als Illustration zu den Thesen der Studie ‚Zeugen der Zerstörung’ gedacht ist. Die eindrucksvolle Auflistung literarischer Werke im ersten Teil von ‚Zeugen der Zerstörung’ belegt dabei einmal mehr, dass – entgegen Sebalds Thesen – der Bombenkrieg auf deutsche Städte sehr wohl in einer Fülle literarischer Werke verarbeitet worden ist; dies wird auch durch die Anthologie unterstrichen.

‚Zeugen der Zerstörung’ geht als langsame Annäherung an die zerstörten Städte vor: beginnend mit den Eindrücken der Exilliteraten (u.a. Th. Mann, Brecht und Döblin, S. 9-17), über Stellungnahmen ausländischer Besucher in der Trümmerlandschaft (z.B. John Dos Passos und Max Frisch, S. 18-22), den ‚Untergang’ Erich Nossacks [8], der sich während der ‚Operation Gomorrha’ zufällig im Feriendomizil in der Heide aufhielt und eine Woche nach den Angriffen in seine fast vollständig zerstörte Heimatstadt zurückkehrte (S. 23-32), hin zu einer Reihe von Nachkriegsromanen (insb. Gert Ledig, S. 33-51) und den literarischen Stellungnahmen der Kinder und Enkel des Krieges (v.a. Dieter Forte, S. 84-112). Schließlich kommt Hage auf das eigentliche Thema, nämlich die Sebald-Debatte zu sprechen (S. 113-131). Sebalds These vom Tabu, das den Bombenkrieg umgebe, müsse aufgrund der Materialfülle revidiert werden: „Trägt man die einzelnen Hinweise zusammen und forscht weiteren Beispielen nach, so ergibt sich am Ende ein literaturhistorisches Gesamtbild, das schon rein quantitativ zu einer Korrektur von Sebalds Ansicht zwingt.“ (S. 119) Besonders habe Sebald Forte und Kempowski ignoriert und Ledig nur widerwillig in die Buchfassung aufgenommen (S. 119, 123). Andererseits habe die deutsche Literatur – trotz dieser Fülle an Material – im Vergleich zu Japan kein populäres literarisches Zeugnis zum Bombenkrieg hervorgebracht (S. 115). Insbesondere sei die Lücke zwischen den vergessenen Werken der unmittelbaren Nachkriegszeit und den Neuerscheinungen und -auflagen der 90er Jahre bemerkenswert, denn die von Hage aufgelisteten Werke aus der Nachkriegszeit waren zunächst nicht sonderlich erfolgreich und sind heute teilweise nur schwer zugänglich – sofern sie nicht, wie etwa die Romane Gert Ledigs, mittlerweile neu aufgelegt worden sind. „Die Lücke, die nicht nur von Sebald empfunden worden ist,“ sei daher „weniger eine der Produktion als der Rezeption“ (S. 119). Der Fall Ledig ist auch wegen der sehr unterschiedlichen Rezeption von dessen Romanen instruktiv: die ‚Stalinorgel’ [9], die an der Ostfront spielt, wurde hymnisch gefeiert, die von den Erfahrungen der Zivilbevölkerung im Bombenhagel berichtende ‚Vergeltung’ dagegen als „abscheuliche Perversität“ oder „Gruselkabinett“ abgelehnt (S. 46). [10] Recht vorsichtig deutet Hage an, diese unterschiedlichen Publikumsreaktionen könnten darauf zurückzuführen sein, dass es in ‚Vergeltung’ um die Leiden der Frauen und Kinder geht, von denen die heimkehrenden männlichen Leser und Rezensenten offenbar nichts wissen wollten (S. 48) – eine These, die auch in den Autoreninterviews im zweiten Teil des Bandes verschiedentlich geäußert wird: Monika Maron beispielsweise spricht an, „daß die Männer an der Front gewesen waren und jenen Teil des Krieges, der die Kinder und die Frauen betraf, nicht erlebt hatten. Es hat sie aber offenbar auch später nicht interessiert“ (S. 217). Doch bis auf vage Andeutungen äußert sich Hage kaum zu der eigentlichen Kernfrage, warum die Rezeption von Ledigs Werken so disparat erfolgte und warum die Reaktionen auf die Luftkriegsliteratur in der Nachkriegszeit so dürftig ausfielen – obwohl mit dem Modell der Transgenerationalität und der Traumatheorie zwei viel versprechende Erklärungsansätze für dieses Defizit vorliegen. [11] Allerdings ist diese Frage auch in der professionellen Germanistik bisher kaum behandelt worden.

Ein zweiter Gegenstand der Auseinandersetzung mit Sebald wird von Hage nicht offen thematisiert, hat aber ganz offensichtlich die literarischen Werturteile im ersten Teil der Studie unterschwellig beeinflusst: es handelt sich um die Stilkritik, der Sebald die von ihm besprochenen Werke unterzogen hatte. Im Mittelpunkt stand bei Sebald die Forderung nach einer möglichst unmittelbaren, authentischen Darstellung der Erfahrung des Bombenkriegs, die jedoch paradoxerweise gerade im artifiziellen Stilmittel sprachlicher Fragmentierung Ausdruck finden sollte, denn: „Das anscheinend unbeschadete Weiterfunktionieren der Normalsprache in den meisten Augenzeugenberichten ruft Zweifel herauf an der Authentizität der in ihnen aufgehobenen Erfahrung.“ [12] Sebald lobt daher insbesondere die imaginative Verarbeitung dokumentarischen Materials bei Hubert Fichte, Erich Nossack und Alexander Kluge. [13] Wie Sebald belegt Hage den Bombenkrieg mit einem Fiktionsverbot und fordert stattdessen absolute Authentizität. So hebt er lobend hervor, Erich Nossack habe im ‚Untergang’ erkannt, „daß es keinerlei Ausschmückung, keiner Fiktion bedarf: Es reichte die reine sachliche Bestandsaufnahme […]“ (S. 27). Gleichzeitig jedoch wertet Hage, darin wieder Sebald folgend, Texte ab, die er als zu routiniert geschrieben empfindet (Kiesel, Soltikow) – bei diesen „steht die Geläufigkeit des Schreibens doch in auffälligem Widerspruch zu dem dargestellten Grauen“ (S. 35) – und fordert stattdessen formale Fragmentiertheit. Dabei übersieht er, dass gerade das fragmentierte Schreiben etwa eines Gert Ledig einem durchkomponierten, höchst artifiziellen Plan entspringt.

Die Interviews im zweiten Teil des Bandes, von denen Ausschnitte bereits aus der Fernseh-Dokumentation ‚Tabu Vergeltung’ bekannt waren [14], die aber nun erstmals in voller Länge vorliegen, sind vor allem in Hinblick auf die Frage, ob und wie sich die Erfahrung des Bombenkriegs in künstlerischer Sprache, oder auch in Sprache überhaupt vermitteln lässt, interessant. Hierzu finden sich unter den Interviewten unterschiedliche, teilweise auch in sich widersprüchliche Stellungnahmen. Wolf Biermann etwa kann eine Nacht, die er als sechsjähriger im Hamburger Feuersturm erlebte, bis ins Detail beschreiben, und bezeichnet sie als „eingebrannt in mein Gedächtnis“ (S. 137). Bemerkenswert – und im Hinblick auf die Trauma-Theorie des Erzählens aufschlussreich – ist jedoch, dass Biermann über diese Nacht mit seiner Mutter, die dabei war, offenbar nie geredet hat (ebd.), und auch die Verarbeitung in literarischer Prosa verweigert: „Ich kann den ganzen Roman jetzt nicht erzählen, schreiben schon gar nicht.“ (S. 143) Eine Gegenposition hierzu wird von Dieter Forte eingenommen, der – anders als Biermann – nicht in der Lage ist, Details seiner kindlichen Erinnerungen zu berichten, und resümiert: „es ist letztlich nicht schilderbar“ (S. 155). Andererseits ist Forte durchaus fähig gewesen, diese mündlich offenbar nicht berichtbaren Erfahrungen zu einer ganzen Romantrilogie zu verarbeiten. [15]

Genau wie Sebald und Hage sprechen sich auch die interviewten Autoren, trotz aller Fiktionsvorbehalte [16], letztlich für eine bewusst mit künstlerischen Mitteln gestaltete Darstellung des Bombenkrieges aus. So sagt beispielsweise Alexander Kluge: „Für mich ist Lakonie ein wichtiges Mittel. Etwas, das mich sehr berührt, führt bei mir zu einem kurzen Text, es wird zum Splitter.“ (S. 205) Auch die von Sebald gelobten Autoren wie Alexander Kluge und Hubert Fichte, aus dessen 1971 erschienenem Roman ‚Detlevs Imitationen „Grünspan“’ Hage ein Kapitel in seine Anthologie aufgenommen hat, verwenden typisch modernistische Erzähltechniken, etwa die Kollage von erlebter Rede, Gedankenreferat und Exzerpten aus dokumentarischem Material. Selbst Kempowskis Echolot-Kollagen, die Sebald wegen der Verwendung authentischen Materials nicht als Literatur betrachten wollte, operieren mit letztlich spätmodernen Strategien der Ästhetisierung vorgefundenen Materials – ganz nach der von Kluge geäußerten Maxime: „Autoren sind nicht dazu da, die Wirklichkeit zu verdoppeln – Phantasie hat die Wirklichkeit zu verdichten, komplexer zu zeigen.“ (S. 208) Allerdings liegt der Verdacht nahe, dass Hages hohe Wertschätzung für Hubert Fichte, die er auch im Nachwort der Anthologie äußert, weniger auf dessen Verarbeitung des dokumentarischen Materials abzielt, als vielmehr auf die nüchterne, ungeschönte Natur des Materials selbst. Auch Sebald hatte an Fichtes Methode gelobt, dass sie „keinen abstrakt-imaginären, sondern einen konkret-dokumentarischen Charakter hat“. [17] Dagegen bezeichnet Hage die „Poetisierung des Schreckens“, wie er sie insbesondere bei frühen Luftkriegs-Autoren wie Otto Erich Kiesel und Hans Leip vorfinden konnte, im Nachwort der Anthologie nochmals als „schwer erträglich[...]“ (S. 296). [18] Während Hage also das schiere Vorhandensein literarischer Auseinandersetzungen mit dem Bombenkrieg nachweisen kann, bleibt er in der Frage der ästhetischen Bewertung der Texte im Wesentlichen einer Meinung mit Sebald. Allerdings wird die problematische Frage, auf der Basis welcher Kriterien eine solche Bewertung überhaupt erst erfolgen kann, auch bei Hage weitgehend ausgespart. Das ist bedauerlich, denn genau an dieser Stelle liegt der wunde Punkt der Sebaldschen Polemik. Doch außer einigen stereotypen Verweisen auf Adorno und das Gedichte-Schreiben nach Auschwitz äußert Hage sich hierzu nicht, so dass ‚Zeugen der Zerstörung’, ebenso wie die Text-Anthologie, kaum mehr als eine reine Materialsammlung darstellt. Immerhin liefert er damit einen relativ vollständigen Überblick über die Literatur zum Luftkrieg, auf deren Basis nun hoffentlich auch die germanistische Literaturwissenschaft zu einer breit geführten, inhaltlichen Diskussion vorstoßen kann.

Anmerkungen:
[1] Sebald, W.G., Luftkrieg und Literatur. Mit einem Essay zu Alfred Andersch, München 1999, S. 11-12.
[2] Vgl. beispielsweise Kucklick, Christoph, Terror gegen Terror. Der Bombenkrieg gegen Nazi-Deutschland, in: GEO 2 (2003), S. 120-138; Ders., Feuersturm. Der Bombenkrieg. Hamburg 1943, in: GEO 2 (2003), S. 140-164; Spiegel special, Als Feuer vom Himmel fiel, Der Bombenkrieg gegen die Deutschen, Hamburg 2003; Burgdorff, Stephan; Habbe, Christian (Hgg.), Als Feuer vom Himmel fiel. Der Bombenkrieg gegen Deutschland, Hamburg 2003.
[3] Friedrich, Jörg, Der Brand. Deutschland im Bombenkrieg 1940-1945, München 2002; Ders., Brandstätten. Der Anblick des Bombenkriegs, München 2003.
[4] Vgl. u.a. Blank, Ralf, Rezension zu Kucklick, Christoph, Feuersturm. Der Bombenkrieg gegen Deutschland, Hamburg 2003. Rezensiert für H-Soz-Kult <hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/type=rezbuecher&id=2863>. An Studien zum Bombenkrieg sind nennenswert insbesondere Groehler, Olaf, Bombenkrieg gegen Deutschland, Berlin 1960; Boog, Horst, Der anglo-amerikanische Luftkrieg über Europa und die deutsche Luftverteidigung, in: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg 6., Stuttgart 1990, S. 429-560; Ders., Strategischer Luftkrieg in Europa und Reichsluftverteidigung 1943-1944, in: Das Deutsche Reich und der Zweite Weltkrieg 7, Stuttgart 2001, S. 3-411; Garrett, Stephen A., Ethics and Airpower in World War II. The British Bombing of German Cities, New York 1996; Lang, Jochen von, Krieg der Bomber. Dokumentation einer deutschen Katastrophe, Frankfurt am Main 1988; Price, Alfred, Luftschlacht über Deutschland. Angriff und Verteidigung 1939-1945, Stuttgart 1985. Zudem erschienen zahlreiche Einzelstudien, von denen nur eine Auswahl genannt sei, Bergander, Götz, Dresden im Luftkrieg. Vorgeschichte, Zerstörung, Folgen, Weimar 1994; Brunswig, Hans, Feuersturm über Hamburg, Stuttgart 1994; Griebel, Matthias (Hg.), Verbrannt bis zur Unkenntlichkeit. Die Zerstörung Dresdens, Dresden 1994; Middlebrook, Martin, The Berlin Raids. RAF Bomber Command Winter 1943-44, London 1997; Rüther, Martin, Köln, 31. Mai 1942. Der 1000-Bomber-Angriff, (Kölner Schriften zu Geschichte und Kultur 18), Köln 1992; Ueberschär, Gerd R., Freiburg im Luftkrieg 1939-1945, Freiburg im Breisgau 1990.
[5] Vgl. Günter, Joachim, Der Luftkrieg fand im Osten statt. Anmerkungen zu einer fehllaufenden Literaturdebatte, in: NZZ vom 24.1.1998.
[6] Hage, Volker (Hg.), Hamburg 1943. Literarische Zeugnisse zum Feuersturm, Frankfurt am Main 2003.
[7] Ders., Zeugen der Zerstörung. Die Literaten und der Luftkrieg, Frankfurt am Main 2003.
[8] Nossack, Hans Erich, Der Untergang, in: Ders., Die Erzählungen. Hg. von Christof Schmid, Frankfurt am Main 1987.
[9] Ledig, Gert, Die Stalinorgel, Frankfurt am Main 2000.
[10] Ders., Vergeltung, Frankfurt am Main 1999.
[11] Zu Transgenerationalität vgl. vor allem Welzer, Harald (Hg.), „Opa war kein Nazi“. Nationalsozialismus und Holocaust im Familiengedächtnis, Frankfurt am Main 2002. Zur Traumatheorie ist weiterhin einschlägig: Caruth, Cathy, Unclaimed Experience. Trauma, Narrative, and History, Baltimore 1996. Vgl. auch LaCapra, Dominick, Trauma, Absence, Loss, Critical Inquiry 25 (1999), S. 696-727 (als Kapitel aufgenommen in LaCapras Buch: Writing History, Writing Trauma, Baltimore 2001, S. 43-85); so wie Leys, Ruth, Trauma. A Genealogy, Chicago 2000. Eine kulturhistorische Kritik des Trauma-Begriffs findet sich in: Bronfen, Elisabeth; Erdle, Birgit; Weigel, Sigrid, Trauma. Zwischen Psychoanalyse und kulturellem Deutungsmuster, Köln 1999; vgl. hierin insbesondere die Beiträge von Erdle, Birgit, Die Verführung der Parallelen. Zu Übertragungsverhältnissen zwischen Ereignis, Ort und Zitat, S. 27-50, sowie von Weigel, Sigrid, Télescopage im Unbewußten. Zum Verhältnis von Trauma, Geschichtsbegriff und Literatur, S. 51-76. Speziell zum Thema vgl. zudem Brumlik, Micha, Deutschland – eine traumatische Kultur, in: Naumann, Klaus (Hg.), Nachkrieg in Deutschland, Hamburg 2001, S. 409-418.
[12] Sebald (wie Anm. 1), S. 32.
[13] Ebd., S. 65ff. Vgl. Fichte, Hubert, Detlevs Imitationen „Grünspan“ Frankfurt am Main 1979; Kluge, Alexander, Der Luftangriff auf Halberstadt am 8. April 1945, in: Ders., Neue Geschichten, Hefte 1-18: Unheimlichkeit der Zeit, Frankfurt am Main 1977.
[14] Hage, Volker; Zimmermann, Matthias, Tabu Vergeltung. Die Literatur und der Luftkrieg, TV-Dokumentation; Erstausstrahlung 28.3.2000 (ZDF).
[15] Forte, Dieter, Das Haus auf meinen Schultern 1: Das Muster, Bd. 2: Der Junge mit den blutigen Schuhen, Bd. 3: In der Erinnerung, Frankfurt am Main 1992-1998.
[16] Die Fiktionsvorbehalte gehen z.B. bei Monika Maron so weit, dass prinzipiell nur Schriftstellern, die den Krieg selbst erlebt haben – und die möglichst auch noch antifaschistisch eingestellt waren – zugestanden werden soll, darüber zu berichten; S. 216ff.
[17] Sebald (wie Anm. 1), S. 65.
[18] Kiesel, Otto Erich, Die unverzagte Stadt, Hamburg 1973; Leip, Hans, Herr Pambel, in: Ders., Ein neues Leben. Zwei Erzählungen, Stuttgart 1946.

ZitierweiseSilke Horstkotte: Rezension zu: Hage, Volker: Zeugen der Zerstörung. Die Literaten und der Luftkrieg. Essays und Gespräche. Frankfurt am Main 2003, in: H-Soz-u-Kult, 31.10.2003, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-4-064>.

Silke Horstkotte: Rezension zu: Hage, Volker (Hrsg.): Hamburg 1943. Literarische Zeugnisse zum Feuersturm. Frankfurt am Main 2003, in: H-Soz-u-Kult, 31.10.2003, <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/rezensionen/2003-4-064>.

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