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Italienisch-Deutsche Historische Institut

 

Informationen zu diesem Beitrag

Institution:Istituto Trentino di Cultura, Trento
Datum:03.11.1973

Die Gruendung und der Wissenschaftliche Beirat.
Das am 3. November 1973 auf Betreiben des Istituto Trentino di Cultura in Trient gegruendete Italienisch-Deutsche Historische Institut foerdert Forschungen ueber die Beziehungen zwischen den deutschsprachigen Laendern und Italien im Rahmen der historischen Realitaet Europas. Zur Foerderung der wissenschaftlichen Arbeit wurde eine Fachbibliothek gegruendet, es werden Studientagungen und Seminare fuer italienische und deutschsprachige Wissenschaftler veranstaltet und nicht zuletzt regelmaessig Beitraege und wissenschaftliche Forschungsarbeiten veroeffentlicht. Das Italienisch-Deutsche Historische Institut ist ein wissenschaftliches Forschungsinstitut und als solches arbeitet es eng mit den universitaeren und akademischen Strukturen des deutschsprachigen und italienischen Kulturraums zusammen und beruecksichtigt insbesondere auch die Geschichte Tirols und des Trentino.

Der Wissenschaftliche Beirat, der die allgemeinen Leitlinien des Instituts bestimmt, besteht zu gleichen Teilen aus Vertretern des deutschen und italienischen Sprachraums. Nachfolger des ersten Praesidenten, Prof. Dr. Hubert Jedin, war von 1979-1993 Prof. Dr. Adam Wandruszka. Zur Zeit ist Prof. Dr. Reinhard Elze Praesident und der Wissenschaftliche Beirat besteht aus folgenden Professoren: Paolo Prodi, Universitaet Bologna (Direktor); Angelo Ara, Universitaet Pavia; Giorgio Chittolini, Universitaet Mailand; Arnold Esch, Deutsches Historisches Institut in Rom; Fritz Fellner, Universitaet Salzburg; Carlo Ghisalberti, Universitaet Rom; Rudolf Lill, Universitaet Karlsruhe; Konrad Repgen, Universitaet Bonn; Josef Riedmann, Universitaet Innsbruck; Iginio Rogger, Theologisches Seminar Trient; Pierangelo Schiera, Universitaet Trient; Cinzio Violante, Universitaet Pisa; Adam Wandruszka, Universitaet Wien; Eberhard Weis, Universitaet Muenchen. Der Wissenschaftliche Beirat ist der Garant der wissenschaftlichen Autonomie des Instituts, das juristisch und administrativ dem Istituto Trentino di Cultura untersteht.

Die Bibliothek
In den ersten Jahren nach der Gruendung konzentrierte das Institut seine ganze Kraft auf den Aufbau und die Einrichtung einer Fachbibliothek, sowohl um einen bestimmten Sprachraum zu privilegieren, als auch um die fachlichen Schwerpunkte auszumachen, auf die die kulturellen Aktivitaeten und die Forschungstaetigkeit des Instituts in der Hauptsache auszurichten sind: heute sind diese Fachgebiete die Geschichte der weltlichen und geistlichen Einrichtungen, die Kultur- und Wissenschaftsgeschichte, besonders in ihrer institutionellen Dimension sowie die Wirtschafts- und Sozialgeschichte; sie umspannen in erster Linie einen Zeitraum, der von der Gruendung des Heiligen Roemischen Reiches bis zum Zweiten Weltkrieg reicht.
Die Bibliothek hat heute einen Bestand von ca. 100.942 Baenden sowie 423 im Abonnement bezogene Zeitschriften und 309 abgeschlossene oder unvollstaendige Titel, und waechst im Durchschnitt jaehrlich um ca. 3.000 Baende. Sie ist inzwischen zu einem Anziehungspunkt fuer deutschsprachige und italienische Forscher geworden, die sich fuer die Forschungslinien des Instituts interessieren. Der Lesesaal hat 28 Arbeitsplaetze und wird taeglich von durchschnittlich 50-55 Personen frequentiert.

Die Begegnungen und Studientagungen
Das Institut foerdert und organisiert wissenschaftliche Veranstaltungen fuer die beiden Kulturraeume, den italienischen und den deutschen, die besonders auf die Teilnahme junger Wissenschaftler abzielen. Konkret handelt es sich um: oeffentliche Vortraege, diese werden von Mitgliedern des Wissenschaftlichen Beirats oder von vom Institut eingeladenen Wissenschaftlern gehalten; monatliche Seminare von ein- oder zweitaegiger Dauer, die von einem oder mehreren Wissenschaftlern zu einem Thema gehalten werden, das zwischen dem Institut und dem Wissenschaftler oder den Fachvertretern abgesprochen wurde; institutsinterne Seminare (in der Regel Freitag Nachmittag), bei denen wissenschaftliche Mitarbeiter, am Institut taetige Professoren oder Persoenlichkeiten, die sich auf der Durchreise in Trient befinden, ueber ihre Arbeit referieren; Studienwochen, bis 1990 jeweils zwei jaehrlich und dann nur noch eine, im Monat September, zu gemeinsamen oder komparatistischen Themen der beiden Sprachraeume, die vom Wissenschaftlichen Beirat beschlossen und von jeweils zwei seiner Mitglieder, Fachvertretern des gewaehlten Gebiets, oder von externen Wissenschaftlern koordiniert werden. Um die Teilnahme von jungen Historikern an den Studienwochen zu foerdern, stellt das Institut jedes Jahr 16 Stipendien (8 fuer Italien und 8 fuer den deutschen Sprachraum) fuer jede Studienwoche zur Verfuegung: diese Stipendien decken die Aufenthalts- und die Reisekosten.

Die Veroeffentlichungen
Das Institut veroeffentlicht mehrere Schriftenreihen sowohl auf Italienisch als auch auf Deutsch und stuetzt sich fuer Druck und Vertrieb auf zwei bekannte Verlage: il Mulino in Bologna und Duncker & Humblot in Berlin. Das Lektorat sowie der gesamte herstellerische Teil der Buecherproduktion werden vom Institut betreut. Die Buchreihe "Annali/Jahrbuch" (inzwischen beim 22. Band angelangt) ist nur die erste und wichtigste Veroeffentlichung des Instituts und ist in gewisser Weise sein Schaufenster. Ferner gibt es noch die folgenden Schriftenreihen: die Quaderni (von denen bisher 46 Baende veroeffentlicht wurden), die fast alle Beitraege der Studienwochen im September oder von anderen Seminaren und Tagungen enthalten, die im Lauf des Jahres am Institut veranstaltet werden; die Monographien (inzwischen sind 30 erschienen), die das Ergebnis der Arbeit der angehenden Historiker, Stipendiaten oder Wissenschaftler sind, die am Institut arbeiten, oder von externen Fachkollegen, die aber dem Institut durch Themen- oder Methodenwahl verbunden sind; die Contributi/Beitraege (eine zweisprachige Reihe, die inzwischen 7 Baende zaehlt), die die Beitraege von Seminaren, die fuer die italienische, deutsche und oesterreichische Geschichte und Geschichtsschreibung von grundlegender Wichtigkeit sind, in der jeweiligen Sprache vorlegen; sowie die Schriften (bis jetzt wurden 10 Baende veroeffentlicht), die einige der wichtigsten und interessantesten "Quaderni" in deutscher Uebersetzung vorlegen und dem Institut dazu geeignet scheinen, auch in Deutschland zur Verbreitung einiger Themen und Problemstellungen beizutragen, die in der reichhaltigen Produktion des Instituts besonders repraesentativ sind.

Die interne Organisation
Die interne Struktur des Instituts praesentiert sich folgendermassen: der Direktor ist fuer die gesamte Aktivitaet verantwortlich und betreut sie einerseits, was die Forschungsaspekte und -aktivitaeten betrifft, in Verbindung mit dem Wissenschaftlichen Beirat und andererseits mit dem Verwaltungsrat des Istituto Trentino di Cultura und dessen Praesidenten. Sein Mitarbeiterstab umfasst drei fest angestellte wissenschaftliche Mitarbeiter, das Sekretariat (eine Sekretaerin), die Bibliothek (ein Bibliothekar, zwei Hilfsbibliothekare und ein fuer den technischen Dienst Zustaendiger) sowie die Redaktion (zwei Redakteurinnen, eine Uebersetzerin und eine EDV-Schreibkraft). Ausserdem bietet das Institut durch die jaehrliche Vergabe einer Anzahl fester Arbeitsplaetze Wissenschaftlern die Moeglichkeit, auf privilegierte Art das Institut zu frequentieren und an dessen Aktivitaeten teilzunehmen.

Kontakt:

via Santa Croce 77, 38100 Trento, (I)
tel (+39) 0461-210111, fax (+39) 0461-980436

URL:http://www.itc.it/ISIG/
URL zur Zitation dieses Beitrageshttp://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/projekte/id=9

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