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Spielformen der Angst

 

Informationen zu diesem Beitrag

Institution:Humboldt-Universität zu Berlin/ Universität Siegen, Berlin/Siegen
Datum:01.01.2009

Das von der DFG geförderte wissenschaftliche Netzwerk Spielformen der Angst (Laufzeit 2009-2011) beschäftigt sich – ausgehend von der sich abzeichnenden Angst-Konjunktur im Kontext aktueller Gesellschaftsdebatten (z.B.: Terror, Klimawandel, demografischer Wandel) – in kulturwissenschaftlich-kritischer Perspektive mit der Frage, wie Ängste auf der kollektiven Ebene (medial) konstruiert, kommuniziert und reflektiert werden, welche diskursiven Strategien im „Umgang mit der erwarteten Katastrophe“ im Sinne von Dynamisierung, Steuerung und Entschleunigung zu beobachten sind und welche politischen, gesellschaftlichen und kulturellen Effekte die Angst-Kommunikation im Zuge politisch-kultureller Rückkopplung hat bzw. haben kann. Dabei geht es dezidiert nicht um den Entwurf einer physiologischen oder psychologischen Angst-Theorie. Vielmehr soll (allerdings auch unter Einbeziehung der erfahrungswissenschaftlichen Angst-Forschung) in einer Reihe von interdisziplinär orientierten Unterprojekten der Versuch unternommen werden, Angst als ein „Kondensat kommunikativer Praktiken“ zu konzeptualisieren, das im gesellschaftlichen Raum als entscheidendes Legitimationsargument verschiedenster „Wahrheitspolitiken“Wirkungen entfaltet.

Von dieser Prämisse ausgehend, werden in diachroner wie synchroner Perspektive historische und gegenwärtige Angst-Kollektive identifiziert und nach den Regeln und Verlaufsformen befragt, auf deren Grundlage diese konstruiert und innerhalb spezifischer Angst-Szenarien platziert werden. Leitperspektive des Projektes ist dabei die Frage, auf Basis welcher kulturellen Kodierungen Angst in verschiedenen gesellschaftlichen und kulturellen Feldern als kollektives Phänomen wirksam wird und welche historischen und aktuellen Bedrohungsszenarien dabei aufgerufen werden, um Realitätshypothesen in Form einer „Simulation von Zustimmung“ (Baudrillard) zu legitimieren.

Für weitere Informationen über das DFG-Netzwerk, dessen Mitglieder und seiner Projekte, siehe die Internet-Seite www.spielformen-der-angst.de

Kontakt:

Dr. Lars koch

Lehrstuhl Neuere Deutsche Literaturwissenschaften I
Universität Siegen

dr.lars.kochweb.de

URL:http://www.spielformen-der-angst.de
URL zur Zitation dieses Beitrageshttp://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/projekte/id=321

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