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Polenforschung in Deutschland. Aktuelle Lage – Forschungsdesiderate – Institutionalisierung

10.07.2007 Peter Oliver Loew <loewdpi-da.de>Clio-online Forscher/innen-Verzeichnis
 
Institution:Deutsches Polen-Institut, Darmstadt
Datum:09.07.2007-31.10.2007

www.polenforschung.de

Polenforschung in Deutschland. Aktuelle Lage – Forschungsdesiderate – Institutionalisierung
Erster Schritt: Online-Umfrage (www.polenforschung.de)

Im Bereich der geistes- und gesellschaftswissenschaftlichen Polen-Forschung in Deutschland gibt es erhebliche Defizite, und die Tendenz ist weiter rückläufig. In diesem Zusammenhang ist auf die »Empfehlungen zu den Regionalstudien (Area-Studies) in den Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen« des Wissenschaftsrats vom Sommer 2006 hinzuweisen, der von einer »kaum mehr kontrollierbaren Dynamik von Auf- und Rückbau der Ressourcen« in diesem Bereich spricht. Dies betrifft besonders auch die wissenschaftliche Polen-Forschung. [1]

Die Asymmetrie zwischen der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Deutschland (bzw. der wissenschaftlichen Deutschlandkompetenz) in Polen und der wissenschaftlichen Beschäftigung mit Polen (bzw. der wissenschaftlichen Polenkompetenz) in Deutschland ist eklatant. Dazu kommt die strukturelle Differenz der Wissenschaftslandschaften. Während in Polen zahlreiche explizite Deutschlandexperten herangebildet werden, ist an deutschen Universitäten und Instituten eine intensive, längerfristige Beschäftigung mit Polen aufgrund der Stellenprofile und karrierestrategischer Entscheidungen die Ausnahme. Die systematische Entstehung spezifischer Polenkompetenzen (Beobachtung, Analyse, Beratung, Beschreibung) wird dadurch nicht gefördert, was wiederum gravierende Auswirkungen auf die Entwicklung des Polen-Bildes in Deutschland hat.

Zudem sind in den vergangenen Jahrzehnten die Vertreter der Disziplinen, die sich in der Bundesrepublik Deutschland mit Polen beschäftigen, oft unter sich geblieben. Um die Polen-Forschung in Deutschland in der Substanz und in der wissenschaftlichen Community, aber auch in einer breiteren Öffentlichkeit zu stärken, sind zwei Schritte wünschenswert: 1. die Kenntnisnahme und Bestandsaufnahme gegenwärtiger Polen-Forschung und -Lehre an den deutschen Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen innerhalb der »Zunft« anzupeilen; und 2. ist einem multidisziplinären Zugang forschungsstrategisch ein sehr viel größeres Gewicht beizumessen als dies bisher geschehen ist.

Umfrage

Das Deutsche Polen-Institut wird sich künftig in enger Zusammenarbeit mit anderen Institutionen und Fachleuten verstärkt mit diesen Zielen befassen und beabsichtigt, die vereinzelten wissenschaftlichen Polen-Aktivitäten in Deutschland zu vernetzen. Erster Schritt ist hierbei eine bis Ende Oktober 2007 laufende Online-Umfrage, die Basisdaten über die polenbezogenen Aktivitäten deutscher bzw. in Deutschland arbeitender Wissenschaftler liefern soll. Sie ist zu finden unter der Adresse www.polenforschung.de und lässt sich in wenigen Minuten beantworten.

Das Deutsche Polen-Institut möchte alle Kolleginnen und Kollegen bitten, die Bitte zur Beteiligung an dieser Umfrage quer durch alle in Frage kommenden Disziplinen weit zu streuen, damit repräsentative Daten zur Polen-Forschung in Deutschland erhoben werden können. Die Ergebnisse der Umfrage werden Anfang November 2007 auf der Homepage www.polenforschung.de veröffentlicht.

[1] Siehe: Dieter Bingen, Peter Oliver Loew: Wer weiß was... Polenforschung in Deutschland. In: Osteuropa 56 (2006), H. 11/12, S. 297-299, hier S. 299.

Kontakt:

Peter Oliver Loew

Deutsches Polen-Institut, Mathildenhöhweg 2, 64287 Darmstadt

06151/420217
06151/420210
loewdpi-da.de

URL:Umfrage zur Polen-Forschung in Deutschland
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