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Die Wochenzeitschrift wurde im April 1919 gegründet und trug zunächst den Untertitel „Unabhängige Zeitung für Volksbildung“, ab Januar 1920 dann „Herausgegeben für die Ring-Bewegung von E. Stadtler“ (bis 1925).
„Gewissen“ erschien in Berlin und war das Veröffentlichungsorgan und Kommunikationsmedium des „Juni“-Klubs und seiner jungkonservativen, radikalnationalistischen und republikfeindlichen Anhänger. Im Zentrum des jungkonservativen Denkkollektivs und ihrer Veröffentlichungen stand Arthur Moeller van den Bruck, daneben Eduard Stadtler, Max Hildebert Böhm, Heinrich von Gleichen u.a.
In Verbindungen mit der Wochenzeitschrift gab der „Gewissen“-Verlag zahlreiche Beilagen heraus („Die ständische Bewegung“, „Die Manen“, „Der Grenzkampf“, Die Weltpolitik“). Außerdem wurde eine „Ringbücherei“ eingerichtet, in der Einzelpublikationen der „Gewissen“-Autoren wie auch Klassiker erschienen und die u.a. als Werbeprämien für Abonnements-Kunden verwendet wurden.
Genaue Abverkaufszahlen oder gar die Wirkungsreichweite der Zeitschrift ist schwer abzuschätzen, da keine verlässlichen Zahlen vorliegen. Außerdem hat die Untersuchung eines Presseorgans aus der Zeit der Weimarer Republik mit den üblichen Problemen der Medien-Wirkungsanalyse zu tun.
Die Bestände der Zeitschrift sind zugänglich und gut zu nutzen, jedoch gibt es wenig bis gar keine Hinweise zu den Lesern dieser Zeitschrift. Das Spektrum der Leser kann unter Umständen sehr weit reichen.
Deshalb bin ich für jeden Hinweis dankbar, der sich bei der Archiv-Nutzung, etwa aus persönlichen Bemerkungen in Nachlässen, Briefen, Tagebüchern etc., der Zeitgenossen ergibt. So hat etwa Thomas Mann in einem Tagebuch-Eintrag die „Gewissen“-Lektüre wohlwollend erwähnt.
Für ähnliche Hinweise – auch von weniger bekannten Persönlichkeiten – bin ich sehr dankbar.
Mit freundlichen Grüßen
Claudia Kemper
Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg
Schulterblatt 36
20357 Hamburg
kemper
