Große Erfinder 1. In den Originallabors von Edison, Watt und Bell experimentieren, Berlin: Cornelsen software 1998, 1 CD-ROM, ISBN: 3-464-91804-1, Preis: DM 99,-.
Große Erfinder 2. In den Originallabors von Daimler, Stepheson und Wright experimentieren, Berlin: Cornelsen software 1997, 1 CD-ROM, ISBN: 3-464-91805-X, Preis: DM 99,-.
Rezensiert für H-Soz-u-Kult von Elin-Birgit Berndt
Auf welcher Plattform läßt sich die CD-ROM einsetzen?
- MS Windows 3.1 und höher
- MACOS 7.1 und höher
Minimale Systemanforderungen:
- IBM kompatibler PC 468er Prozessor, 33 MHZ und höher, 16 MB RAM, 12
MB auf Festplatte, Doublespeed CD-ROM Laufwerk (Quadspeed empfohlen),
Soundblasterkarte, SVGA-Grafikkarte, MS-kompatible Maus
- Macintosh 68040er Prozessor, 16 MB RAM, 12 MB freier Speicherplatz auf
Festplatte, Doublespeed CD-ROM Laufwerk (Quadspeed empfohlen), Grafikkarte
für 256 Farben, Maus
Läßt sich die CD-ROM problemlos installieren/deinstallieren?
Die Installation wird auf beiden Plattformen per Installations-Guide angeleitet und ist problemlos, ebenso die der notwendigen Quicktime-Versionen.
Ist die Oberfläche nutzerfreundlich gestaltet?
Die Oberfläche beider CD-ROMs ist einheitlich und sehr übersichtlich, Demo und Hilfefunktionen sind sofort abrufbar.
Bereitet die Navigation Probleme?
Nein, die Symbole werden sowohl im beiliegenden booklet wie im Hilfemodus klar erläutert, sie folgen den Standards, die sich mittlerweile für die Navigation in Lernsoftware-Produktionen herausgebildet haben.
Gibt es schwerwiegende Bugs?
Mir sind während der Arbeit mit beiden CDs keine technischen Defizite aufgefallen.
Wie hilfreich ist die CD-ROM im Arbeitsalltag eines Historikers?
Überhaupt nicht! Zwar firmieren diese CDs unter Technikgeschichte, so daß vermutet werden kann, daß sie für Historiker nützlich sein könnten. Sie bieten aber im wesentlichen nur die Möglichkeit, in den virtuellen Labors von Edison, Watt, Bell, Daimler, Stephenson und Wright Experimente nachzuvollziehen. Der geschichtliche Kontext wird nicht erhellt. Daten reduzieren sich auf Jahreszahlen und "Events".
Ist die CD-ROM über den engeren Adressatenkreis hinaus für Historiker sinnvoll verwendbar?
Für Historiker nur, wenn sie als Geschichtslehrer tätig sind. Wenn überhaupt könnten sie für die Fachdidaktik von Interesse sein. Da aber die Experimente vorwiegend naturwissenschaftlich / technisch ausgelegt sind, wäre eher das Schulfach Arbeitslehre oder Physik ein möglicher Einsatzort. Für eine Beurteilung der Experimente im Hinblick auf ihre Relevanz für diese Unterrichtsfächer fehlt mir die fachliche Kompetenz.
Für Erörterungen von Problemen technischer Entwicklungen und der Veränderung von Arbeit durch diese "Erfindungen" werden auf den CD-ROMs keine Materialien angeboten, Impulse zur Reflexion nicht gegeben. Im Vordergrund steht das Experiment im Labor, nicht der Einsatz der neuen Technologien in der gesellschaftlichen, historischen Realität. Für Technikfolgenabschätzungen ist kein Raum vorgesehen. Politisch-soziale Gestaltungsprozesse oder Problemfelder, wie etwa der Umgang mit den Großtechnologien, die auf diesen Erfindungen beruhen, werden nicht thematisiert, geschweige denn durch entsprechendes Material zur Diskussion gestellt. Die Bedeutung der Erfindungen für die Umgestaltung der Arbeitswelt (Rationalisierung, Dequalifizierung) gerät nicht in den Blick der Herausgeber, Fragen der Gestaltbarkeit von Technik werden nicht aufgegriffen. Es findet keine explizite Thematisierung von technologischen Entwicklungsprozessen statt, obwohl die präsentierten Beispiele wie Flugzeug, Automobil, Lokomotive, Stromkreise, Aerodynamik, Zahnräder auf höchst aktuelle Gestaltungsfragen verweisen. Insofern folgen diese Infotainment-CDs - wie sie sich selbst bezeichnen - nur dem Trend anderer Lehr- und Lernmittel für den Sozialkunde- und Geschichtsunterricht, die ebensowenig technische Artefakte und Objektbereiche hinsichtlich der Notwendigkeit ihrer politisch-sozialen Gestaltung thematisieren. (Bönkost/Oberliesen 1997) [1]
Inwieweit diese CDs im Physik-Unterricht genutzt werden könnten, mögen Physikdidaktiker entscheiden, ich kann die Qualität der virtuellen Experimente nicht beurteilen.
Die beigefügte Zeittafel ist außerordentlich dürftig, sie enthält zwar eine Synopse, jedoch immer nur mit einem Kurzkommentar, eine Vertiefung ist nicht möglich, keine Verweise, keine Links.
Die Herausgeber stufen die CDs als Infotainment ab 10 Jahre ein, sprechen die Benutzer allerdings als Erwachsene an ("Sie") und bieten letztendlich nichts anderes als einen virtuellen "Fischer-Baukasten".
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[1] Bönkost, K.J: und R. Oberliesen: Arbeit, Wirtschaft und Technik in Schulbüchern der Sekundarstufe I, Bonn 1997
Rezensiert fuer H-Soz-u-Kult von:
Elin-Birgit Berndt, Universität Bremen, Email: < berndt@informatik.uni-bremen.de >
Quelle = Email <H-Soz-u-Kult>
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