Rezensiert für H-Soz-u-Kult von Wolfgang Jacobeit
Eine kurze Anmerkung zu der vom Rezensenten Jacobeit verwundert als "etwas ungewoehnlichen methodischen Ansatz" bezeichnete Vorgehensweise der tiermedizinischen Promovendin Anita Maria Idel, in einem mit "Diskussion" betitelten letzte Kapitel eine Schlussbilanz der vorherigen Ergebnisse ihrer Arbeit ueber "Tierschutzaspekte bei der Nutzung unserer Haustiere fuer die menschliche Ernaehrung und als Arbeitstier im Spiegel agrarwissenschaftlicher und veterinaermedizinischer Literatur aus dem deutschsprachigen Raum des 18. und 19. Jahrhunderts" zu ziehen: Hierbei handelt es sich um die in der Tiermedizin, wie auch sonst in den Naturwissenschaften, gelaeufige Einteilung, derzufolge Arbeiten sich in die vier Abschnitte "Literatur", "Material und Methoden", "Ergebnisse" und "Diskussion" gliedern. Idel hat diese Gliederungsform nun auch auf eine fachgeschichtliche Arbeit uebertragen, was nur dem tiermedizinsich unkundigen Allgemeinhistoriker mancherlei methodisch-theoretisches Kopfzerbrechen bereiten mag (in nicht unaehnlicher Weise sollen sich vor einigen Jahren ein Germanist tiefe Gedanken darueber gemacht haben, warum Michael Ende in einem seiner Romane kein Semikolon verwendet hatte. Ende hatte das Buch auf einer Schreibmaschine ohne dieses Satzzeichen getippt).
Stefan Hemler, München, <stefan.hemler@germanistik.uni-muenchen.de>
Quelle = Email <H-Soz-u-Kult>
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